Casas de Contreras

Orte auf La Gomera, die Euch etwas besonderes bedeuten: Schön, geheimnisvoll, abscheulich...
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wulf
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Casas de Contreras

Beitrag von wulf » Fr 27. Dez 2013, 19:46

Heute war in Gomeraverde ein Bericht über "La casa de Contreras" drin

http://gomeraverde.es/not/40845/contrer ... la_gomera/

leider habe ich momentan nicht die Zeit zum übersetzen :oops:
Bilder habe ich auch noch irgendwo :gruebel
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Buba
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Re: Casas de Contreras

Beitrag von Buba » So 29. Dez 2013, 23:00

wulf hat geschrieben:leider habe ich momentan nicht die Zeit zum übersetzen :oops:
Aber ich hatte heute Zeit! So habe ich - so gut ich es konnte - versucht, den Text sinngemäß zu übersetzen, und ihn außerdem mit ein paar Fotos vom April 2013 ergänzt:

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Casas de Contreras - glanzvolles Beispiel für die
Landgut-Architektur (architectura hacendistica) auf La Gomera

Von Pablo Jerez Sabater *


Casas de Contreras wird ein kleiner Weiler genannt, der - auf einem der Bergrücken des Barranco de Chinguarime gelegen - heute verlassen und unbewohnt ist wie auch Seima, das andere verlassene Dorf in der Region.



Beeindruckend wirkt in Casas de Contreras ein ungewöhnlich großes Wohnhaus im Stil eines Landguts (tipo hacendistico), wie man ihn auch in einigen Dörfern auf La Palma antrifft. Das Haus besteht aus zwei Stockwerken, die - typisch für diesen Stil - durch eine Außentreppe miteinander verbunden sind. Diese führt hoch zum Eingang des ersten Stocks, wo sich, aufgeteilt auf zwei Räume, früher das alltägliche Leben abspielte, während sich auf der unteren Etage wahrscheinlich Lagerräume und die Küche befunden haben.



Wir wissen wenig bis nichts über die Geschichte des heute weitgehend verfallenen Weilers Casas de Conteras. Über den Familiennamen Contreras ist allerdings bekannt, dass es ihn bereits im 16. Jahrhundert auf der Insel gab. Ein gewisser Melchor de Contreras fungierte 1535 als Notar (escribando público) und Vollstrecker (testamentario) von Doña Inés Peraza. Aber ist es dieselbe Familie? Wir wissen es nicht.



Heute ist das verfallene Dorf ein stummer Zeuge aus vergangenen Zeiten, in denen der Getreideanbau für Wohlstand sorgte. Die Umgebung des Weilers war anscheinend das Hauptanbaugebiet der Gegend, wo der Getreideanbau noch diverse Epochen überlebte.



Es gibt in dem großen Wohnhaus einiges an Überresten aus dem 18. Jahrhundert zu entdecken. Wenn wir vorsichtig das Innere betreten - die verfallenen Holzböden können nachgeben und haben viele Lücken - entdecken wir etwas Einzigartiges , was es sonst nirgends auf der Insel gibt: Eine schwach sichtbare, Johannes dem Täufer gewidmete Inschrift mit einem Kreuz, der man entnehmen kann, wann ungefähr das Wohnhaus errichtet wurde. Aufgrund des schlechten Zustands der Inschrift kann man von der in die Wand geritzten Jahreszahl allerdings nur die beiden ersten Ziffern 1 und 7 zweifelsfrei erkennen. Es wurde folglich im 18. Jahrhundert erbaut, wann genau, lässt sich nicht mehr feststellen.



Um zu den abgelegenen Casas de Contreras zu gelangen, muss man heute lange auf alten Pfaden wandern. Zu der Zeit aber, als hier Getreide angebaut wurde - wir sprechen vom Ende des 18. und dem 19. Jahrhundert - war dieser Landgutshof sicherlich ein wichtige Institution in der vom Getreideanbau lebenden Region. Vielleicht war er im Besitz eines Großgrundbesitzers, der nach Amerika ausgewandert ist. Wir wissen es nicht. Jedenfalls hat das Haus die Zeiten überdauert als Zeuge für eine Zeit, in der die Ländereien dieser Inselregion in Blüte standen.

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* Pablo Jerez Sabater, Mitglied der Forschungsgruppe "Lhisarte" an der Universität von La Laguna
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Re: Casas de Contreras

Beitrag von Sabine/Guido » So 29. Dez 2013, 23:05

:dd Buba!

Sehr interessant zu lesen!

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Re: Casas de Contreras

Beitrag von 4landener » So 29. Dez 2013, 23:06

:freu schön Dich wieder zu lesen, Buba. Danke
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Re: Casas de Contreras

Beitrag von Puistola » So 29. Dez 2013, 23:17

wulf hat geschrieben:Heute war in Gomeraverde ein Bericht über "La casa de Contreras" drin
Danke Wulf und Buba für die Erklärung, wie dieses so untypische Haus dort
in die (heutige) Einsamkeit gekommen ist. Ich hatte mich schon öfter darüber
gewundert, und die Frage einfach unbeantwortet liegengelassen.

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Re: Casas de Contreras

Beitrag von ulandra » So 29. Dez 2013, 23:17

Super, Buba, lieben Dank, da möchte ich im März auf jeden Fall mal hin! War bisher nur in Seima, aber Contreras ist noch viel interessanter! :herz :herz

Dann müsste dort ja auch alles grün sein :juhu :herz
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Re: Casas de Contreras

Beitrag von Lee » So 29. Dez 2013, 23:25

Danke, Buba. :hut

Mal schauen, vielleicht schaffen wir es ja im Mai dorthin, der Bericht und die Fotos sind auf jeden Fall beste Appetizer! Die Tour von Jerdune über Contreras nach Playa de Santiago ist auf jeden Fall mit im Rennen.
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Re: Casas de Contreras

Beitrag von wulf » So 29. Dez 2013, 23:29

:dd buba :knuffel
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Re: Casas de Contreras

Beitrag von La rana » So 29. Dez 2013, 23:46

ulandra hat geschrieben:Super, Buba, lieben Dank, da möchte ich im März auf jeden Fall mal hin! War bisher nur in Seima, aber Contreras ist noch viel interessanter! :herz :herz

Dann müsste dort ja auch alles grün sein :juhu :herz
So sah es letzten März dort aus :freu
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Re: Casas de Contreras

Beitrag von Buba » So 29. Dez 2013, 23:55

Lee hat geschrieben: Die Tour von Jerdune über Contreras nach Playa de Santiago ist auf jeden Fall mit im Rennen.
Könnte vielleicht eine Alternative sein:
Von San Sebastián mit Bus, Taxi oder per Anhalter hoch nach Jerduñe. Dann zu Fuß an den verlassenen "Felsenhäuern" vorbei nach Casas de Contreras. Anschließend auf einem schönen Camino zum verlassenen Dorf Seima und dann hinunter - zum Schluss ziemlich steil - zur Ferienanlage El Cabrito. Von dort kann man sich für ein paar Euro im Boot der Anlage mit nach San Sebastián nehmen lassen. Unbedingt vorher telefonisch Plätze im Boot reservieren: Tel: 922 / 145005

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