Gomera von 1978 bis ??????

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Beate
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Gomera von 1978 bis ??????

Beitrag von Beate » Fr 9. Mai 2008, 01:02

06. 01.-27.01.1978 Das 1. Mal Gomera


Da wir noch alten Urlaub hatten wollten wir im Januar verreisen. Mein neuer Freund -später mein Verlobter und noch später mein Ehemann - kannte die kanarischen Inseln, jedenfalls Gran Canaria, Lanzerote und Fuerteventura.Die einzigsten Urlaubsorte wo auch im Januar noch Frühling wäre. Also haben wir uns auf Teneriffa eingeschossen. Geboten wurde uns im Reisebüro Hochhäuser oder riesige Anlagen, war nicht unser Ding, aber es gab noch El Medano, uns wurde im Reisebüro gesagt daß man da sehr gut surfen könnte, sonst wäre da nicht viel.
Da wir nicht surfen konnten und es auch nicht lernen wollten, haben wir uns noch andere Sachen im Katalog angeschaut und sahen Gomera. Es war ein Bild vom Valle und ein Bild vom Park abgebildet.
Es gefiel uns und wir haben uns dafür entschieden aber die Mädels im Reisebüro konnten uns nichts weiter sagen als daß es ein kleines Hotel gäbe und sonst - keine Ahnung, nur Schulterzucken. Also wurde uns wenigsten geraten Halbpension zu nehmen damit wir nicht verhungern. Also wurde gebucht und am 6. Januar ging es los. :hurra2
Flug am Düsseldorf morgens um 10.00 Uhr. Es regnete.Geplante Landung nach 4 1/2 Stunden.
Ich habe Flugangst - bis heute - und höre auf jedes Geräusch, also kurz vor der Landung wurden die Geräusche sehr seltsam, mein Freund beruhigte mich, daß würde sich bei jeder Landung so anhören, aber das Geräusch wiederholte sich mehrmals, als der Pilot dann durchgab er könnte wegen Nebel und Regen nicht in Teneriffa landen - damals noch im Norden - wir müßten erst nach Gran Canaria zum Tanken und es nochmals versuchen, wurde meine Laune immer besser, aber nicht meine Angst.
Also rüber nach Gran Canaria, Landung bei tollstem Wetter und tanken. Die Türen wurden geöffnet, die Klimaanlage abgestellt, und es wurde getankt. Wir mußten sitzenbleiben, es dauerte ca. 1 Sunde bis es wieder losging. Der Pilot bekam sein o.k. und los ging es wieder. Diesmal ein Wolkenloch aber immer noch Regen. Die Landung war sehr schnell und heftig da hinter uns noch einige Flugzeuge warteten.
Also raus aus dem Flugzeug und die Treppe runter unter wartete Fotografen und knipsten alle. :pray Ach übrigens, es regnete.
Am Gepäckband dann der nächste Horror. Ein Gepäckband lief nur, dafür aber Koffer aus 6 verschiedenen Flugzeugen.
Da Januar war, reisten auch viele Senioren zum Überwintern, diese Damen und Herren hatten jede Menge Gepäck. Aöso dauerte es bei dem Durcheinander ca. 2 Stunden bis wir unsere 3 Koffer und 1 Kosmetikkoffer - man reist ja schließlich nicht immer und das Set musste sein - hatten. Der direkte Bus nach Los Christianos war schon weg und wir kamen in den Bus der die restlichen Hotels anfuhren. Es dauerte wieder ca. 2 Stunden bis wir in einem Hotel in Los Christianos abgesetzt wurden. Die Reiseleitung teilte uns mit, daß ein Taxi uns zum Hafen bringen würde. Ausser uns war noch ein Mann dabei, der seine Tante und seinen Onkel im Valle besuchen wollte.
Wir hatten Hunger und Durst und wollten in der Bar etwas bestellen aber dann kam der Taxifahrer und es ging wieder los.
Als wir am Hafen ausstiegen - es regnete immer noch - sahen wir schon eine Fähre.Es war unsere und da wir ja keine Ahnung hatten schleppten wir unsere 4 Koffer die schmale Leiter hoch. Habe ich schon gesagt, daß man ja standesgemäß reist, also mein Freund im Anzug und ich in Jeans, Wollpullover und hohen Cowboystiefeln. War gar nicht so einfach mit den hohen Hacken die schmale Gangway hochzukommen, weil ja rechts und links die Koffer zu tragen waren und ich mich nicht festhalten konnte. Das es einen Gepäckwagen gab hat uns keiner gesagt. Aber auch das war dann geschafft und wir machten uns mal wieder auf um etwas zu trinken und essen.
Damals gab es noch unten im Schiff ein richtiges Restaurant mit weißen Tischdecken usw., also bestellten wir uns etwas. :hunger Und was - natürlich Schnitzel, Pommes und Bier. Das Bier kam zuerst, und dann legte das Schiff ab und plötzlich sah ich wie sich das Bier im Glas bewegte, und zwar heftig. Mir wurde ja so schlecht - also brachte mich mein Freud nach oben, nach ganz oben, setzte mich an die Bar und bestellte mir zwei Brandys. Er ging wieder nach unten, mußte ja noch unsere Schnitzel essen und ich wurde sehr lustig an der Bar, daß ich noch einen dritten Brandy vom Barkeeper bekam.
Nach einiger Zeit bin ich nach draußen gegangen - wie sagt man so schön an die frische Luft - und dann ging es wieder, nach einiger Zeit tauchten dann Lichter auf, das konnte nur Gomera sein.
Als wir anlegten passierte die nächste Katastrophe, wir mußten ja die Koffer wieder die Leiter runtertragen.
Mein Freund nahm die größeren und ich die zwei kleinen sowie meine Handtasche. Da alles noch so naß war bin ich natürlich mit meinen hohen Hacken ausgerutscht und bäuchlings die Treppe runtergeruscht.Immer Kopf hoch und in der Mitte bleiben,sonst bliebe nur das Hafenbecken.Kurz vor Ende hatten einige Abholer Erbarmen und halfen mir wieder hoch, soviele lachende Gesichter habe ich noch nie gesehen. :freu
Die Taxifahrer riefen Neckermann und wir stiegen alle ein. Es waren vier Taxen und zwar die großen Peugottaxen, wir saßen hinten auf dem Notsitz, aller egal. Und dann ging es endlich los, schnell waren wir aus raus und es ging in die Berge. Ab und zu hupte mal ein Fahrer, endweder mußte ein Steinbrocken von der Strasse gerollt werden oder aber ein Koffer ist von der Kofferbrücke gefallen und mußten wieder aufgehoben werden. Da wir nicht wußten wie lange die Fahrt dauern würde, dachten wir bei jedem Dorf, wir sind da, waren wir natürlich nicht. Es dauerte 1 1/2 Stunden dann standen wir vor der Pension Rudolfo.Wir stiegen alle aus aber ...... es war keiner da, Rudolf Türksch war bei einer Feier - es war ja der 6. Januar - die Türe abgesperrt, die Hotelgäste schliefen schon, nach weiteren 10 Minuten kam er endlich, er bezahlte die Fahrer und brachte uns ins Eßzimmer. Begrüßte uns nett, holte seine Liste von Neckermann hervor und begann die Namen vorzulesen, um die Leute auf die Zimmer zu verteilen.Was nicht klappte, er hatte die falsche, also belegte er die Zimmer ohne Liste, aber es blieben zwei Leute übrig. Dreimal dürft ihr raten wer übrig blieb, richtig wir.
Rudolfo nahm seine Taschenlampe murmelte etwas von einer Departdance. Also wieder raus in den Regen und ins Dunkle, 30 Meter weiter eine kleine Gasse, Türe auf,1. Etage hoch, wieder Türe auf, eine gute Nacht gewünscht und weg war er.
Und dann bin ich explodiert, ich hatte Hunger und Durst, mein Wollpullover stank wie eine Herde Schafe, ich war naß und mir war kalt und ich schrie meinen Freund an " Ewiger Frühling, immer Sonne, ich packe meinen Koffer nicht aus, morgen früh rufe ich ein Taxi und fahre wieder, und Gomera nnnnnnnniiiiieeeeee wwwwwiiiieeeddddeeeerrrrr." :kopfschuettel
Und dann am Morgen machte ich die Fensterläden auf und die Sonne schien, Nebel auf den Bergen, überall Wasserfälle und sanftes Meeresrauschen. Ich war wieder versöhnt und habe meinen Koffer ausgepackt .
Zum Frühstücken dann wieder rüber in die Pension ( das Apartement war über der jetzigen Pizzeria "Piccolo Amore") und hörten uns einen kleinen Vortrag von Rudolfo an. Also, das was ich behalten habe, war eine kurze Einführung, daß es einen kleinen Supermarkt gäbe und 2 Restaurant an der Playa. Die Restaurant sollten wir besser meiden, da wir das Essen wahrscheinlich nicht vertragen würden, da sie sehr spanisch kochen . Das der Fisch im Moment sehr billig wäre und er das ausnützen müßte. Das ein zusätzlich Päckchen Butter von 10 gramm, 50 Pfenning kostet und der Wein die Flasche
12,-- Mark,das es zum Frühstück Marmelade und Käse gäbe, den Rest könnten wir uns ja kaufen.
Also ein guter Verkäufer war er nicht, ringsherum sah ich nur lange Gesichter, bis auf Leute aus Gelsenkirchen, die sich die Leberwurst aus Deutschland mitgebracht haben.
Ich glaube innerhalb der nächsten halben Stunden waren wir alle draußen und schauten uns ersteinmal um, viel war es ja nicht, neben der Pension gab es eine kleine Hütte und davor am Meer eine kleine Terrasse. Bis zur nächsten Ecke einige kleine Häuser und dann der Laden von Lydia( ich glaube da ist jetzt die Autovermietung drin) Naja, Supermarkt eigentlich zu viel gesagt, eher Tante Emma Laden.
Aber es gab alles, vorne eine kleine Theke mit Brötchen, Butter und Schinken, etwas Obst und Gemüse in Körben. viele Konserven, Paletten voller Bier, einige Flaschen Alkohol sowie Wein und etliche andere Sachen. Außerdem eine rot/weiße Katze die im Regal lag und nach allen Leuten schlug, die vorbeigingen.
Mit der Verständigung war es natürlich ein Problem, Lydia sprach nur spanisch und wir nur deutsch, aber es gibt ja den guten Langenscheidt, und schon klappte es einigermaßen .
Natürlich wollten wir auch etwas von der Insel sehen, also taten wir uns mit einigen anderen Leuten zusammen und nahmen uns ein Taxi. Fahrer war Bello, der Mann von Yaya. Gomera komplett für 5.000 Peseten, acht Stunden über die Insel, wir sind nach >[/lex]Hermigua, Vallhermoso und
>[/lex]Agulo gefahren,einigemal blieben wir mal mit dem Auto stecken, da die Strassen sehr schlecht waren, aber es klappte immer.
Essengehen, an der Playa natürlich Yaya oder Maria und dann gab es noch "Sebastian" in Calera. So etwas konnte ich mir nicht vorstellen, ein Lokal????, an allen Wänden hingen Käfige mit Vögeln, Tische und Stühle standen irgendwie herum, Frage von Sebastian "Carne ? Pescado?, das wars, Bier wurde auf den Tisch gestellt, vorher noch mit einem dreckigen Tuch abgewischt und dann kamen riesige Platten mit Fisch und Papas, Besteck ging von Kuchengabel bis Riesenmesser ---- aber so gut und viel hatte ich noch nie gegessen und "Sebastian" blieb uns noch viele Jahre als Restaurant erhalten.
In unserem Urlaub hatten wir dann festgestellt, daß in unserem Hotel 4 Leute - unter anderem ich - innerhalb von 3 Tagen Geburtstag hatten. :kiwi
Wir feierten ihn in der Yaya, zuerst draußen auf der Terrasse und wie es später wurde in ihrem kleinen Lokal. Einige Gomeros holten ihre Instrumente - es sind noch heute einge Leute dabei z.B. Jose und Francesco s. auch mein altes Bild - und wir feierten gemeinsam bis spät in die Nacht. Als wir bezahlen wollten, sagte Yaya manana und am nächsten Morgen standen auf einem Tisch sämtliche geleerten Flaschen und jeder nahm sich einige und bezahlte. Es ging alles auf, ich glaube nicht daß das woanders geklappt hätte.
Und dann die Strandtage, ich war den Atlantik nicht gewohnt, sondern nur Mittelmeer. Also die Wellen haben mir ganz schön zu schaffen gemacht, und das Wasser im Januar ist auch heute nicht sehr warm.
Mit dem Bekannten von der Fähre und seinen Verwandten haben wir dann Ingrid Donath und Ernst Wagner kennengelernt, die am Hafen ein Appartementhaus gebaut hatten, das Appartement "Columbus". Nachdem wir uns ein App.angeschaut
hatten war für uns klar wir kommen im September wieder, allerdings auf eigene Faust.
Und das Wichtigste, wir mußten unser Gepäck radikal entschlanken. Wir brauchten keine weißen Bademänteln, die hohen Schuhe und passenden Handtaschen auch nicht, also unsere nächsten Urlaube nur mit einem Seesack, da passte alles rein und ein Bügeleisen konnten wir uns auch jederezeit leihen.


September/Oktober 1978


Diesesmal auf eigene Faust und nur den Flug im Reisebüro gebucht. Diesmal war einer meiner Brüder dabei, der wurde 18. und unser Geschenk war der Urlaub.
Er hatte eigentlich nur 3 Wochen Urlaub, wir hatten aber vier Wochen gebucht und hatten uns überlegt, wir würden von Gomera aus anrufen und sagen daß wir nicht von der Insel wegen Sturm nicht runterkommen könnten. Hätten wir es lieber nicht gemacht, wir haben dann angerufen und der Arbeitgeber meines Bruder hatte auf ein Telegramm bestanden. Und das war dann ein Akt, wir sind hoch nach Calera, in der Nähe der früheren Engländerin /Bücherei war das Telegrafenbüro. So etwas hatte ich auch noch nicht gesehen, heute könnte man damit jedes Museum ausstatten. Aber es klappte mit der Übermittlung mittels Morsezeichen.
Bloß das einen Tag später ein schlimmer Sturm auf, der 3 Tage dauerte, ich habe nie mehr gelogen - jedenfalls nicht wegen Sturm - .
:sturm Wir wohnten in Vueltas im App.Columbus, in der Nähe war ein kleiner Supermarkt wo wir unseren täglichen EInkäufe machten und der Besitzer war immer so nett daß er unsere Einkäufe nach Hause trug. Ich glaube daß war eine kleine Entschädigung für die bösartige Ente die im Laden herumlief und nach allem schnappe was vorbei kam.
Zum Essen waren wir meistens in der Bar "America" bei Ciro, der dann Jahre später an der Playa das Restaurant"San Jose" hatte.Wir waren meistens draußen auf der Terrasse und direkt unter uns war das Meer - heute die Plaza - und bei Ebbe kamen die Katzen und bettelten um ein bisschen Essen.Ausserdem gab es noch das "Puerto" neben uns und dann am Hafen ein Container wo El Mago eine kleine Bar hatte. Außerdem noch Ciro am Carco del Conde, auch eine kleine Bretterbude und die Tische bestanden aus Kabeltrommeln, die Bar "Eden " in Puntilla sowie Maria und Yaya an der Playa. In Calera gab es noch "Sebastian" und das Cuba Libre.
Im Cuba Libre kellnerte damals Antonio/Maria. Bloß daß er keine Lust aufs Kellnern hatte und lieber Gitarre spielte und sämtliche Mädels angemacht hat, sehr zum Leidwesen der damaligen Besitzer.
Jeden Dienstag sind wir nach Calera gelaufen um oben in der Nähe der kleinen Kirche bei Thomas Müller den Spiegel kaufen und gegenüber im Supermarkt Dosen mit sehr leckeren Keksen.
Eines Tages haben wir eine Taxifahrt mit Manuel gemacht, wieder Gomera komplett. Manuel konnte damals schon sehr gut deutsch und erklärte uns sehr viel, aber einmal reichte weder sein deutsch noch unser spanisch aus. Wir haben uns >[/lex]San Sebastian de la Gomera angeschaut und waren danach noch essen. Auf der Speisekarte stand "Conejo". Wir waren alle überfordert und Manuel versuchte vergeblich uns zu erklären was es war, schließlich hoppelte er durch das Lokal und streckte die Hände an den Kopf und wackelte damit und dann wußten wir es gab Kaninchen.
Wir haben uns auch mit einigen Leuten vom Rudolfo zusammengetan und haben mit Manuel ein Fischerboot gemietet und haben eine Tour gemacht, es ging Richtung >[/lex]Los Organos und dann haben wir noch an einem kleinen Strand angelegt und haben auf einem Feuer Fische gegrillt die vorher Manuel gefangen hatte .
Und dann mußten wir natürlich auch zum playa Ingles. an dieses Tag war das Meer ziemlich ruhug und auch ich habe mich hereingetraut. Und es kam wie es kommen mußte, eine Riesenwelle rollte an und stand runter zu tauchen bin ich natürlich hochgesprungen und weg war ich, es wirbelte mich ziemlich herum und gemerkt daß ich schon am Strand war als ich mich hörte wie ich schrie"ich ertrinke ,ich ertrinke". Bin ich natürlich nicht, aber ich war zimelich sauer auf mich also ließ ich meinen Bruder und Freund alleine im Wasser und habe mich auf mein Handtuch gelegt und mein Bikini- Oberteil ausgezogen. Mein Bruder winkte mir aus dem Wasser zu und rief etwas, habe ich natürlich nicht verstanden, also was sollst, mein Freund winkte und rief mir was zu, wieder nicht verstanden, also stand ich auf und vor mir standen plötzlich zwei Polizisten. Mit einem freundlichen Grinsen sagten sie "Passaporte, por favor". Ich hatte meinen Reisepaß nicht am Strand dabei und sagte den Polizisten daß ich den Paß im App. Columbus hätte.Nach längerem Überlegen einigten wir uns darauf daß einer der Polizisten heute abend in der Bar "America" wäre und ich dann den Paß mitbringen sollte.
Wie sie weg waren sagte mein Bruder mir, daß die Polizisten schon eine geraume Zeit auf einem Vorsprung gestanden hätte und den nackten bzw. halbnackten Leuten zugesehen hätten. Abends haben wir dann den Polizisten getroffen und er wollten meinen Paß gar nicht sehen, aber wie wir von anderen Leuten gehört haben, hat die Guardia Civil schon einige Leute mitgenommen, die keine richtige Unterkunft hatten, sie sollte eine Strafe von 30.000 Peseten bezahlen und wurden am nächsten Tag zu der nächste Fähre nach Teneriffa gebracht. Ic h weiß bis heute nicht, ob es nur ein Gerücht war, aber manchmal habe ich schon einige heftige Paßkontrollen gesehen.
Und dann die Fiesta del Carmen in Vueltas. Es gab eine kleine Bude mit Getränken und daß war es schon. Es war eine kleine Bühne aufgebaut worden und es spielte des ganzen Band die gleiche Band. Für uns hörte es sich alles gleich an und was uns verwunderte daß bis weit nach Mitternacht auch noch kleine Kinder auf dem Fest waren.


1979 waren wir wieder alleine in Gomera und 1980 mit meinen beiden Brüdern. 1981 waren wir in America und 1982 wurde unsere Tochter geboren, sodaß wir erst im Sep./Okt. 1983 wieder auf der Insel waren, und wie immer im App.Columbus.
Aber als wir wie immer spät nachts ankamen und den Vorhang in unserem App.öffneten schaute wir nicht auf das Meer sondern auf eine Betonwand. Was war passiert?
Wo dem App.Haus war ein kleines Grundstück, was man dem Besitzer Ernst Wagner angeboten hatte. Aber über den Preis redete die Besitzergemeinschaft zu lange, also wurde das Grundstück jemand anderes verkauft und der baute genau vor den Balkonen des App.Columbus ein neues Haus.
Das war natürlich nicht das Beste aber für diesen Urlaub haben wir es gelassen. Ciro der Wirt vom Rest. Bar America erzählte uns dann daß er das Elternhaus seiner Frau an der Playa zu einem App.Haus ausgebaut hätte und wir haben uns dann die große Dachwohnung angesehen. Und dort haben wir dann die nächsten 10 Jahre in unserem Urlaub gewohnt.
Unsere Tochter war damals erst 10 Monate alt und wir hatten alle Windeln - abgezählt - sowie Milchpulver und Gemüsegläschen mitgenommen. Es gab in den Supermärkten noch keine Kindernahrung und die einzigste Apotheke in Calera war auch nicht sonderlich gut bestückt.
Jeden Morgen nahm mein Mann unsere Tochter mit auf einen großen Spaziergang in der Rückentrage und die Gomeros waren begeistert, im Gegensatz zu unserer Tochter. Die Frauen nahmen sie jedesmal aus der Trage und küßten sie und plapperten mit ihr, daß war ihr immer zu viel. Mit den Männern hatte sie keine Probleme, die nahmen sie immer nur heraus
und trugen sie durch die Gegend.
Unser liebstes Ziel war immer die Baby Beach. Das konnte sie herum krabbeln, Wellen gab es so gut wie keine und die Krabben bei Ciro schmeckten ihr auch.
Und dann natürlich das "Paraiso".Louis und Antonio sowie der damalige Kellner Pepe (Rest.Lola), wir sind immer sehr früh zum Essen gekommen und Louis hat sich dann unsere Tochter geschnappt und in die Küche gebracht, damit wir in Ruhe essen konnten.


Mai 1988


Ich bin eigentlich ein Daten-und Zahlenmensch, d.h. ich vergesse kein wichtiges Datum oder eine Telefonnummer, aber was mir da passiert ist, werde ich wohl nie vergessen.
Ich war mit meiner Tochter - Kindergartenzeit - für 6 Wochen alleine, mein Mann kam dann später nach.
Wir hatten einen bestimmten Tag - Dienstag - als Telefontag ausgemacht. Er rief dann immer bei Carmen und Ciro zu einer Zeit an die wir vorher ausgemacht hatten. Diesmal fragte er mich wo und wann ich am nächsten Abend essen würde.
Da ich es nicht wußte meinte mein Mann ich könnte ja in "Paraiso" gehen. Also dann, der nächste Abend kam und meine Tochter und ich gingen ins "Paraiso". Es war voll, außer einem Tisch mit einer Reservierungskarte. Ich blieb stehen und wollte schon wieder gehen da kam Louis und brachte uns zu dem freien Tisch. Nach einer Zeit wollte ich bestellen aber Louis winkte ab und bracht mir einen Sherry. Sherry??? hatte ich noch nie getrunken aber was solls. Dann brachte er uns eine Rieseportion Gambas und eine Flasche Wein. Und das alles ohne zu bestellen. Es wurde immer merkwürdiger. Was mir noch auffiel, daß auf unserem Tisch eine Vase mit 7 Rosen stand. Auf den anderen Tischen nicht. Aber es machte bei mir nicht klick.Als ich dann zahlen wollte, kam die gesamte Mannschaft mit einem kleinen Kuchen und gratulierte mir zum Hochzeitstag. Ich wechselte meine Gesichtsfarbe schneller als sonst, :oops: ich hatte das Datum total vergessen, aber mein Mann nicht, er hatte mit Pepe telefoniert und alles mit ihm besprochen. Das Überraschungsessen hat er dann 6 Wochen später bezahlt als er dann auch da war.

Unseren Urlaub verbringen wir auch weiterhin auf Gomera, 1988 und 1989 war ich mit meiner Tochter 3 Monate dort.
Wir haben sehr viele nette Leute kennengelernt und haben noch heute mit vielen Kontakt. Manche treffen wir immer zur gleichen Zeit auf Gomera, seit 1998 kommen wir auch ohne unsere Tochter. Mittlerweile kommt sie auch schon einmal mit einer Freundin, aber sie versucht immer im September oder Oktober für 2-3 Wochen zu uns zu kommen. Die Jahreszeiten haben wir auch schon durch, ich glaube wir waren noch nicht im Februar und März auf der Insel, aber unsere beste Zeit haben wir immer im Setember/Oktober/November. Dann ist es nicht so heiß und auch nicht so voll. Aber 10 Jahre lang waren wir eben wie viele andere auch auf die Ferienzeit angewiesen und das war eben Juli und August.
Jetzt ist mein Mann Rentner und wir fahren schon einmal für 2-3 Monate.
Wir wohnen immer noch an der Playa, mittlerweile in einem Privathaus. Das Haus gehört Carsten und Waltraud - die ersten Besitzer des Waschsalons -. Das Haus ist in einer kleinen Gasse und um uns wohnen nur Gomeros.
Da wir schon so lange kommen, haben wir Taufen, Hochzeiten und leider mittlerweile auch Beerdigungen mitbekommen.
Wir wurden immer eingeladen und jedes Jahr wurde unser spanisch besser.


Was ich hiermit eigentlich sagen möchte, es war Zufall daß wir auf Gomera gelandet sind, aber ich glaube es war zur richtigen Zeit. Die Gomeros waren noch sehr offen und wir haben nie schlechte Erfahrungen gemacht.
Wir haben sehr viele Freunde gewonnen und wir freuen uns immer wieder zu kommen. Die Kinder, die wir am Anfang kennengelernt haben sind mittlerweile verheiratet.
Es ist immer wieder schön die Veränderungen zu sehen.

Ja ich weiß, Gomera hat sich verändert, es sind neue Häuser, App.Anlagen, Restaurant dazu gekommen. Aber bis jetzt finden wir es noch positiv, wenn ich an die alten Straßen denken, ohne Beleuchtung, das alles mit dem Kinderwagen von Vueltas bis Playa, war es nicht besonders schön.



So das wars
schöne Grüsse

Beate :hut

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Re: Gomera von 1978 bis ??????

Beitrag von Lee » Fr 9. Mai 2008, 01:28

Super, Beate!!! Dein Reisebericht über die "frühen" Jahre hat mich als Gomera-Frischling echt berührt :freu :muetze
Todas las islas pequeñas son bonitas y mágicas!

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Re: Gomera von 1978 bis ??????

Beitrag von SchmidtChen » Fr 9. Mai 2008, 09:25

@ Beate, :herz allerliebst geschrieben das :freu

So detailreich und spannend zu lesen. Danke dafuer, so kommen auch bei mir
alte Erinnerungen wieder zum Vorschein. Die Fotografen am Flieger, die oft
mit " Ruecksaecken" ueberfuellten Peugeot 404 Familiare Lastentaxen, aber
auch die gefaehrlichen Strassen im "Naturzustand" oder die altersschwachen
Busse und schwindelerregenden Busfahrten mit den todesmutigen wirkenden,
aber doch sicher fahrenden Busfahrern.


Die regelmaessige und lustige Fleischbeschau der Policia oder Guardia am Playa
Ingles mit den theaterreif initierten Passportkontrollen, die Tante Emma Laeden
und besonders den Tante Emma Laden in Vueltas, wo es je nach Lust und Laune
von Senora einen super leckeren Scholaden-Nusskuchen oder Moehrenkuchen gab,
auf die alle Urlauber warteten und von dem keiner genug kriegen konnte. :grrr

Vielleicht kennt noch jemand z.B. das Froeschli, den Namen der alten Senora,
der wahren " Goettin " des Kuchens und ob das Rezept jetzt freigegeben ist.

Amerika, Eden, :herbi Mago, :herbi Marias Terrassa, Paraiso, Yaya
:hurra2 :hurra2 :hurra2 :hurra2 :hurra2 :hurra2

War schon alles etwas abenteuerlich, sitzt deshalb auch tief in der Erinnerung.
Genau wie Du finde ich die Erinnerung an das "alte " und empfinde auch heute
das "neue" Gomera gleichermassen interessant. Vieles ist sogar besser geworden
und die Gomeros haben ihre Insel wirklich sehr behutsam mit gesundem Verstand
und Herz an den Verlauf der Entwicklung bis zur heutigen Zeit angepasst.

Was ich zugegebenermassen aus der "Fruehzeit von Gomera " heute wehmuetig
vermisse sind der leckere hausgemachte Kuchen von Senora in dem kleinen Laden
in Vueltas, die guten Tapas im Eden und natuerlich Marias schoene Palmenterrasse.
Ausserdem ist mir beim Stichwort El Medano wieder das einfache aber sehr stilvolle,
privat gefuehrte Hostal direkt am Meer eingefallen, wo einige " Rucksaecke " immer
die letzte Nacht vor dem Rueckflug verbracht haben. :kiwi

Nochmals grossen Dank an Dich fuer den tollen Bericht und die angenehme Anregung
meines Gedaechtnisses die ich beim Lesen erfahren durfte.

:herbi
Zuletzt geändert von SchmidtChen am Fr 9. Mai 2008, 11:11, insgesamt 6-mal geändert.

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Re: Gomera von 1978 bis ??????

Beitrag von nemo » Fr 9. Mai 2008, 10:25

Ganz toller Bericht, vielen Dank dafür!!!!!!!! :freu :blumen
Nemo
:nemo
:nemo

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Re: Gomera von 1978 bis ??????

Beitrag von La rana » Fr 9. Mai 2008, 15:40

Beate, eine wahre Freude Deine Erlebnisse "mitzuerleben". Auch für mich, bin erst in den 80-gern auf die Insel gekommen, doch noch viele neue Eindrücke.
Ward Ihr eigentlich auch bei Pepe "El Negro" mit den Churros, nach "El Mago" ,"La Sirena" , Disco in Vueltas? Die übliche nächtliche Runde? Oder kurz gegen 4.ºº Uhr morgens noch zu Paquita in Vueltas frisches, warmes Brot holen und mit Butter und Honig zum Früstück vor dem Schlafen?
Hast Du das Äffchen von Matachi in Vueltas im "Casa Blanca" kennengelernt?
¡¡¡Pa´delante!!

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Re: Gomera von 1978 bis ??????

Beitrag von Beate » Fr 9. Mai 2008, 22:25

Hallo La Rana,

ich glaube wir haben in verschiedenen Welten gelebt. Wie wir noch ohne unsere Tochter in Gomera waren, gab es noch keine Discotheken, und wie es die gab wohnten wir schon an der Playa und hatten unsere Tochter.

Ich kenne zwar die "Casa Blanca" aber weder das Äffchen noch Matachi und Pepe "El Negro" sagt mir so gar nichts.

Wann warst du denn das 1. Mal in Gomera????



Beate

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Re: Gomera von 1978 bis ??????

Beitrag von herbi » Fr 9. Mai 2008, 22:35

Danke Beate für diesen Rückblick.Wir waren 1984 zuerst auf der Insel ,nach einem grauenhaften ersten Abend im Januar mit einem dunklem Fußmarsch von La Playa Richtung Vueltas und einem Kurzaufenthalt im America(18 grad Windstärke 4 im Lokal und 12 sabbernde sandschmeißende alternativ erzogene Kinder im Lokal)Wollten wir diese Gegend auch nie wiedersehen.Es sind dann doch 24 Jahre drauß geworden. :kiwi :kiwi :herbi :herbi :herbi
Wenn Ich mal wieder übers Wasser gehe sagen meine Kritiker:Guck mal der kann nicht mal schwimmen.

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Re: Gomera von 1978 bis ??????

Beitrag von La rana » Fr 9. Mai 2008, 22:41

Beate, danke fürs erwähnen von Toño und Luis aus dem El Paraiso! War eben grade dort essen :hunger :hurra2 lecker, wie immer!
¡¡¡Pa´delante!!

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Re: Gomera von 1978 bis ??????

Beitrag von gomeron » Sa 10. Mai 2008, 19:30

Hola Beate,
das habe ich jetzt gerade auch sehr gerne gelesen. :freu
Kennst Du denn auch den Portugiesen George, der damals 3 Paterrewohnungen im Columbus gekauft hatte? Ist schon ein Drama. Erst Wohnungen in der ersten Reihe, und jetzt mitlerweile rundherum zugebaut. :autsch
PS. George hatte am Donnerstag seinen 65. Geburtstag nachgefeiert und wieder soviel gekocht :hunger
und aufgefahren, als ob er das ganze Valle eingeladen hätte. :prost2 :prost2 :knuffel

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Re: Gomera von 1978 bis ??????

Beitrag von kiwi » Sa 10. Mai 2008, 23:50

Hola Beate, das war köstlich! Vielen Dank für diese Schlderungen und Erzählungen, die einem auch dann sehr gut gefallen, wenn man erst spät auf die Insel gekommen ist.

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