Span./kanar. Zeichensprache

Erste Hilfe bei kleinen Alltagsübersetzungen.
Franco
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Span./kanar. Zeichensprache

Beitrag von Franco » Do 9. Feb 2012, 19:25

Da gibts mehr als man zunächst meinen möchte.
Dieser Thread ist dazu gedacht, gewisse Gesten zu erklären sowie auch umgekehrt bei evtl. Fragen klarheit zu schaffen.

Ich fang mal an mit diesem sanft mit der flachen Hand auf die eigene Wange schlagen.
Soll dem Gesprächspartner signalisieren "tener/tienes cara", im Klartext "Du lehnst Dich gerade ziemlich weit aus dem Fenster / bist ein ganz schöner Aufschneider / Dir müsste es die Schamesröte ins Gesicht treiben".

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Re: Span./kanar. Zeichensprache

Beitrag von Franco » Sa 11. Feb 2012, 15:34

Next one:
nach vorne abgewinkelter Arm, Handfläche nach oben, der Daumen wird mehrmals gegen die restlichen Finger bewegt.

Soll heissen: "ful a tope", also "voll bis zum Anschlag / es steppte der Bär / tolles Ambiente" z.B. auf die Frage "Wie wars denn gestern in der Disco/im Pub/ auf dem Konzert?".
Kann aber auch negativ gemeint sein im Sinne von "mucha gente", viel Gedränge usw.

Der Opa meines Patenkindes instruierte mich beispielsweise vor meiner ersten Cuba-Reise mit den Worten "No te vas acompañado! Vete sólo y las chicas vienen como las moscas!", unterstützt von eben dieser Geste - und mit zwinkerndem Seitenblick auf meine Lebensgefärtin.

Um die Geste vll nochmal (ohne Bild) zu verdeutlichen: Jeder kennt doch die Geste vom "Pacman", die da heissen soll "erzähl/laber/weine nicht so viel", dabei klappen Daumen und restliche Finger genauso gegeneinander, nur nach vorne (vom Körper weg) gerichtet.
In der oben beschriebenen Form ist es exakt dasselbe nur eben nach oben.

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Re: Span./kanar. Zeichensprache

Beitrag von Franco » So 12. Feb 2012, 19:27

Ich hab ne Weile rumgesucht, ob ich bei youtube etc. eine kleine visuelle Hilfe zur nächsten Geste finde, hab aber leider auf die Schnelle nichts gefunden
Also versuchen wirs so.
Wir kennen das in unserem Sprach-/Kulturraum verbreitete ACHSELZUCKEN, wird grösstenteils verwendet + interpretiert als "keine Ahnung" oder "mein Name ist Hase, ich weiss von nix, bin die Unschuld vom Lande".

Im Latino-Sprachraum wird diese Geste fast immer begleitet von einem heftigen "Flügelschlag nach hinten", also Arme angewinkelt, Ellenbogen am Körper, Handflächen nach vorne und dann von vorne nach hinten fuchtelnd.

Dies passiert öfter als man meint, auch in ganz normalen Gesprächen/Diskussionen auf der Strasse oder in der Bar, wobei es durchaus nicht sein muss, dass der Fuchtelnde von eigener "Unschuld/Unwissenheit" überzeugen möchte, sondern es ist eher ein Ausdruck von "keine Ahnung, was da vorging / ich war nicht dabei / hoffentlich bekommen wir die Sache in den Griff".

Im Streit u.U. auch eine Unterwerfungs-/Friedensgeste im Sinne von "Wenn ich dich gekränkt habe, tuts mir leid, ich wusste nicht dass ..."

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Re: Span./kanar. Zeichensprache

Beitrag von Franco » Mo 13. Feb 2012, 18:16

Faust, Daumen abgespreizt zum Körper hin an die Gurgel gelegt und dann nach vorne zum Kinn bewegt, ggf. mit den Worten "pa´piso"
bedeutet zunächst mal (oft auf Nachfrage "was ist denn nun mit ihm?") "den hats erwischt, der ist tot, der ist gestorben".

Kann aber auch heissen "das Geschäft ging den Bach runter" oder im Sport "estamos jodidos / derrotados" "wir haben kläglich verloren / sind unter die Räder geraten".

Wenig Resonanz hier ... !
Langweilt das Thema ?

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Re: Span./kanar. Zeichensprache

Beitrag von kiwi » Mo 13. Feb 2012, 18:26

Nö, überhaupt nicht. Aber mir z. B. bleibt nur der Part der Konsumentin, beitragen kann ich nichts.
Höchstens :blumen :freu

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Re: Span./kanar. Zeichensprache

Beitrag von wulf » Mo 13. Feb 2012, 21:31

:freu nein, ist gar nicht langweilig
ich sitzt dann da und versuche nachzumachen, was Du beschreibst :lach
das Lächeln das du aussendest, kehrt zu dir zurück
(Birmanische Weisheit)

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Re: Span./kanar. Zeichensprache

Beitrag von Franco » Do 16. Feb 2012, 15:54

Hier das Pendant zum deutschen "Daumendrücken":

Der abergläubige Spanier überkreuzt/verschränkt Mittelfinger + Zeigefinger, klopft auf den Tisch oder sonstige Unterlage und begleitet diese Geste idealerweise mit den Worten / Geflüster "Lagarto, Lagarto".

Dies geschieht recht oft bei allem was mit Wetten und Glückspielen zu tun hat, insbesondere z.B. beim BINGO, das im Latino-Raum sehr viel beliebter ist, als in Mitteleuropa.
Bin sicher, dass die meisten hier gar nicht wissen wie Bingo eigentl funktioniert :lach

... leider ebenso beim (offiziell verbotenen, dennoch veranstalteten und von mir extrem verabscheuten) Hahnenkampf (pelea de gallos).

@Wulf: bevor Du Dir unnötigerweise beim Ausprobieren die Finger verbiegst, denk einfach an das bei uns teilweise immer noch anzutreffende Fingerkreuzen hinter dem Rücken bei "ich lüge zwar, aber diese Lüge gilt nicht, der Herr möge mir verzeihen".

:angel

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Re: Span./kanar. Zeichensprache

Beitrag von La rana » Do 16. Feb 2012, 16:34

Habe ich ja noch nie gehört, Lagarto, Lagarto :shock:
Hier wird es hinterm Rücken beim Schwören (gelogen) benutzt.

P.j. "! te lo juro!" und hinterm Rücken werden die Finger überkreuzt.
¡¡¡Pa´delante!!

Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiss, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach lächelt

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Re: Span./kanar. Zeichensprache

Beitrag von Franco » Fr 17. Feb 2012, 18:08

@La Rana: also ich hab das schon öfter gesehen, nicht nur auf Hierro. Hab dann auch nachgefragt.

Zum Schulterzucken ist mir noch was eingefallen.
Das bedeutet oft "no me importa un pepino", "paso un kilo", "y a mi qué?" - "ist mir doch scheissegal / geht mir am Arsch vorbei".

... wobei nicht gerade selten das genaue Gegenteil der Fall ist und der Schulterzucker / die SchulterzuckerIN innerlich SEHR WOHL aufgewühlt ist, nur nicht das Gesicht verlieren möchte.

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Re: Span./kanar. Zeichensprache

Beitrag von Franco » So 19. Feb 2012, 18:23

Hand zur Faust, Daumen abgespreizt, fast so wie ein Baby beim Daumennuckeln, der Daumen zum Mund geführt, aber OHNE ihn zu berühren
bedeutet "was möchtest Du trinken?", "wollt Ihr was trinken?", "ich habe Durst!"
Eigentlich komisch, oder ?
Mitteleuropäer würden doch viel eher ein imaginäres Trinkgefäss in ihre Geste einbauen.

Erweiterung: Wird der Daumen dann noch provozierend an Mund und Nase seitlich vorbeigeführt, bedeutet das "der ist besoffen" oder auch "ich bin ganz schön angeschickert".

Dann gibts noch ne weitere Geste, um Betrunkensein zu gestikulieren, nämlich das dem deutschen "Scheibenwischer" (beliebt unter Autofahrern) ähnliche Wischen mit der Handfläche in Richtung eigenes Gesicht, aber nicht hin und her, sondern kreisförmig.

Äääähmmm, ich hoffe ich habe das genügend blumig beschrieben, so ganz ohne Skizze is das gar nicht so easy.

:herbi

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