Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen

Termine von Sendungen über La Gomera und die Kanaren.
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Re: Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen

Beitrag von Lee » Fr 12. Jan 2018, 23:52

La rana hat geschrieben:
Fr 12. Jan 2018, 17:06
Hartmut hat geschrieben:
Fr 12. Jan 2018, 15:08
Mit so einem Scheiß kann man doch nicht wirklich Geld verdienen! mit oder ohne Steuernummer!
Aber Hallo! Beispiel: Neben einem kleinen Strand in Valle Gran Rey, wird täglich im Winter Yoga, Taichi und keine Ahnung was noch alles am Meer angeboten. drei/vier/fünfmal die Woche, "Spende" :autsch 10.- - 15.-Euro pro Person, bei ca 10-20 Teilnehmern pro Session :roll1
Zumba irgendwo, weil grade irgendwelche vor Ort sind....

Die Leute, die daran teilnehmen, fehlen denen, die es legal anbieten, Arbeistplätze schaffen, Steuern bezahlen etc

Leute, die hier leben und ihre "Dienste" (Büroarbeiten, Steuersachen, Internethilfe etc) anbieten, ohne Versicherung ohne nix, dadurch entfällt natürlich die Notwendigkeit Arbeitsplätze anzubieten.

Leute, die anbieten, Touristen an die Fähre zu fahren, Taxi 55.-- 60.- Euro, Privatauto 30.- -. 40.- Euro. Die Taxifahrer freuen sich :freu :angel

Lachtherapie am Strand....Spende.... und ist doch super, keine Ladenmiete, keine Steuern, kein Müll, kein Wasser bezahlen, ab in die Tasche: will doch nur meinen Urlaub hier finanzieren....

Kräuterwanderungen pro Nase 25.- -35.- Euro, keine Versicherung, keine Steuern

Horoskope von bis zu 100.- - 200.- Euro. Besonders anstrengend einer, der auch selbstgebrannte CD´s mit Musik grosser Hits anbietet und sich immer an die Tische der Leute einfach ransetzt.

etc etc etc

Da kommt schon was zusammen...
All diese illegalen geschäftlichen Tätigkeiten sind ärgerlich und in der Masse wie sie im Valle Gran Rey auftreten auf Dauer schwer duldbar und werden auch ein paar legale Jobs kosten, aber trotzdem sind sie bestimmt nur ein ganz kleiner Teil des Problems. Die Hauptgründe warum nicht mehr Leute auf der Insel vom Tourismus, der Landwirtschaft usw. Leben können, dürften woanders liegen.
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Re: Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen

Beitrag von Fritzlore » Sa 13. Jan 2018, 11:43

Interessant dazu sind folgende Zahlen, die heute in Gomeranoticias zu lesen waren:

2017 kamen 700 000 Touristen nach La Gomera, die im Durchschnitt 11 Tage geblieben sind und pro Tag 150 € ausgegeben haben für Unterkünfte, Gastronomie und Freizeit. Insgesamt also 1650 € pro Tourist.
Der typische Gomera-Tourist hat ein mittleres Einkommen, ist treu (kommt also mehrfach) und schätzt in erster Linie die Landschaft.

Da sind aber anscheinend die vielen Tagestouristen aus Teneriffa und die Kreuzfahrtleute nicht mit dabei. Sonst kämen die bei ihren Zahlen ja nicht auf 11 Tage mal 150 € im Durchschnitt. Und genau diese Touristen sind ja das Problem!

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Re: Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen

Beitrag von Lee » Sa 13. Jan 2018, 13:03

Fritzlore hat geschrieben:
Sa 13. Jan 2018, 11:43
....und pro Tag 150 € ausgegeben haben für Unterkünfte, Gastronomie und Freizeit. Insgesamt also 1650 € pro Tourist.
Die Summe hätte ich etwas niedriger eingeschätzt. Wir liegen da ehrlicherweise pro Person (Ferienhaus, etwas öfter als jeden zweiten Tag Essen gehen, Leihwagen, Einkäufe usw.) deutlich drunter.
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Re: Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen

Beitrag von Fritzlore » Sa 13. Jan 2018, 13:26

Ja, ich auch.

Ich denke, die rechnen auch die Fähren und die Busunternehmen mit ein. Das Geld bleibt dann aber bei Olsen usw. Also nicht auf der Insel. Und es gibt ja auch so was wie Tecina oder den Parador, die sehr hohe Preise haben.
Alles in allem erscheint mir die Zahl von 700 000 Touristen im Jahr sehr hoch. Zuerst dachte ich, die Tagestouristen müssen da doch mit drin sein. Aber dann kommt man sicher nicht auf die 11 Tage Durchschnitts-Aufenthalt. Hm.

La rana: was meinst Du dazu? Du bist näher dran. Weißt Du da was drüber?

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Re: Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen

Beitrag von Enriquez » Sa 13. Jan 2018, 13:56

Fritzlore hat geschrieben:
Sa 13. Jan 2018, 11:43
Interessant dazu sind folgende Zahlen, die heute in Gomeranoticias zu lesen waren:
....
2017 kamen 700 000 Touristen nach La Gomera, die im Durchschnitt 11 Tage geblieben sind und pro Tag 150 € ausgegeben haben für Unterkünfte, Gastronomie und Freizeit. Insgesamt also 1650 € pro Tourist.
.....
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Re: Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen

Beitrag von molino » Sa 13. Jan 2018, 17:36

Fritzlore hat geschrieben:
Sa 13. Jan 2018, 13:26
Ich denke, die rechnen auch die Fähren und die Busunternehmen mit ein. Das Geld bleibt dann aber bei Olsen usw. Also nicht auf der Insel. Und es gibt ja auch so was wie Tecina oder den Parador, die sehr hohe Preise haben.

Drei kurze Anmerkungen:
1) Mir hat Fred Olsen persönlich noch nie ein Fährticket verkauft. Auch am Steuer der Schiffe konnte ich ihn noch nie entdecken, auch nicht im Service und und und... Das gilt für andere Arbeitsleistungen auch, die im Zusammenhang mit Tagestourismus anfallen. Ich denke, Ihr ahnt, wie das Argument weiter geht.
2) Ich finde den Kreuzfahrttourismus immer noch sehr gemäßigt auf der Insel. Etwas Geld lässt diese Klientel schon da (wenig, aber vielleicht besser als nichts?), der eine oder andere kommt später mal für länger wieder und was ist die Alternative? Dass die gleiche Zahl Menschen künftig an Land übernachtet? Das sind 2.500 Leute, bedeutet 1.250 neue Hotel- oder Pensionszimmer. So ganz große Hotels wollen wir ja nicht, nehmen wir mal 30 Zimmer als Richtwert: macht gut 40 neue Hotels! Auf mind. 20 darf sich dann die Valle Fraktion freuen (nur um so was wie Mein Schiff abzubilden). Viel Spaß!!!
3) La Gomera ist ländliche Randlage. Immer schon. Wie beispielsweise die Uckermark. Darüber lese ich genau die selben Themen (Abwanderung, Überalterung, geringe Verdienstmöglichkeiten. Das Problem ist nicht neu und hat mit Massentourismus mal eher weniger zu tun.

Letztlich ist die Sache klar: Wenn der Tourismus auf der Insel zu mehr Wohlstand beitragen soll, dann heißt das entweder mehr dauerhafte Touristen oder mehr Geldausgaben pro Tourist (höhere Preise oder mehr Services, für die Urlauber auch wirklich Geld ausgeben).
Sucht Euch aus, was Euch besser gefällt. Die "wäre doch toll, wenn die Insel leer bleibt, der Vino soviel kostet wie 1998 und die Gomeras alle viel mehr mit Touristen verdienen" Nummer funktioniert wahrscheinlich nicht.Da wäre ja schon ein wichtiger Schritt getan, wenn nicht gefühlt 25% der Gastronomie und 25% des Einzelhandels im Valle in deutschsprachiger Hand wären :mrgreen:

Ach ja, Ergänzung am Rande: Steuern hier zu zahlen finde ich (zähneknirschend :supercool) hochgradig sinnvoll.

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Re: Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen

Beitrag von Lee » So 14. Jan 2018, 00:41

Fritzlore hat geschrieben:
Sa 13. Jan 2018, 13:26
Alles in allem erscheint mir die Zahl von 700 000 Touristen im Jahr sehr hoch.
Vor ein paar Jahren habe ich in einem Baedecker Reiseführer eine Statistik gesehen nach der sich auf La Gomera und La Palma die aktuellen jährlichen Touristenzahlen auf etwa 300.000 belaufen haben. Da die Zahlen fast identisch waren, konnte ich mir sie so gut merken.

Wenn man bedenkt, dass die Zahlen etwa 4-5 Jahre alt sind (also vor dem plötzlichen Boom) und seitdem immense Zuwachsraten zu verzeichnen waren, könnte diese Zahl vielleicht hinkommen.
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Re: Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen

Beitrag von Lee » So 14. Jan 2018, 01:00

molino hat geschrieben:
Sa 13. Jan 2018, 17:36
2) Ich finde den Kreuzfahrttourismus immer noch sehr gemäßigt auf der Insel. Etwas Geld lässt diese Klientel schon da (wenig, aber vielleicht besser als nichts?), der eine oder andere kommt später mal für länger wieder und was ist die Alternative? Dass die gleiche Zahl Menschen künftig an Land übernachtet? Das sind 2.500 Leute, bedeutet 1.250 neue Hotel- oder Pensionszimmer. So ganz große Hotels wollen wir ja nicht, nehmen wir mal 30 Zimmer als Richtwert: macht gut 40 neue Hotels! Auf mind. 20 darf sich dann die Valle Fraktion freuen (nur um so was wie Mein Schiff abzubilden). Viel Spaß!!!
Relativ (Betonung auf relativ) viel Tourismus kann (solange AI nicht einen zu großen Anteil hat) noch ein Segen für ein Urlaubsziel sein, aber Kreuzfahrttourismus braucht La Gomera nicht mal ansatzweise. Er bringt sehr viel Umweltverschmutzung, heftigen Lärm und unnötigen Verkehr. In Zeiten dieses andauernden Tourismus Booms könnte man ganz selbstbewußt sagen, wir wollen/brauchen diese Art von Invasion für einen halben Tag nicht.
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Re: Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen

Beitrag von Lee » So 14. Jan 2018, 01:14

...als Zusatz zu meinem letzten Posting:

Wenn der Tourismus sich so weiter entwickelt, könnte es für kleinere, exquisite Urlaubsziele in Zukunft sogar ein Qualitätsmerkmal sein zu sagen, KEINE KREUZFAHRTSCHIFFE...manch Städte oder kleine Inseln sollen mittlerweile der Graus sein, wenn man den falschen Tag erwischt, wo mehrere Schiffe gleichzeitig im Hafen liegen.
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Re: Die Kanaren - Inseln der Arbeitslosen

Beitrag von Lee » So 14. Jan 2018, 01:30

molino hat geschrieben:
Sa 13. Jan 2018, 17:36
3) La Gomera ist ländliche Randlage. Immer schon. Wie beispielsweise die Uckermark. Darüber lese ich genau die selben Themen (Abwanderung, Überalterung, geringe Verdienstmöglichkeiten. Das Problem ist nicht neu und hat mit Massentourismus mal eher weniger zu tun.
Das stimmt sicherlich. Die Insel hat - wie auch die Nachbarinseln - nur in Zeiten des wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Optimums (z.B. es war gerade mal wieder eine Monokultur, wie das Zuckerrohr erfolgreich vor anderen kolonialen Konkurrenten an den Start gebracht, worden) keine Menschen in die wirtschaftliche Immigration verloren. Der Tourismus allein wird nie die Lösung sein.
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