Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Lee » Mo 19. Feb 2018, 22:36

bine hat geschrieben:
Mo 19. Feb 2018, 20:56
reisefreudige hat geschrieben:
Mo 19. Feb 2018, 18:55
Danke :blumen :blumen :blumen . Wunderschön :ja , meisterhafte Fotos :hut .Da kommt Sehnsucht auf!
Bei mir auch! :ja
Vielen Dank Euch beiden. :hut

Das motiviert weiterzumachen.
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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Lee » Mo 19. Feb 2018, 22:48

Nach der kurzen Barranco Durchquerung erreicht man dann das Dorf Gallegos, das mit etwa 250 Einwohnern der größte Ort ist den man während der hier beschriebenen Abschnitte des Camino de la Costa durchquert.

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Man läuft gemütlich die Dorfstraße hinab und passiert die Dorfbar, die eine gute Möglichkeit bietet um eine kleine Pause zu machen. Als wir das letzte mal dort einkehrten war dort erstaunlich viel los. Man sieht es dem kleinen Dorf vielleicht nicht unbedingt an, aber früher soll Gallegos gar bedeutender gewesen sein als Barlovento...attraktiver und schöner gelegen ist es allemal als der gleichnamige Hauptort des Municipios.

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Während der Wanderung durchs Dorf bekommt man auch schon erste schöne Ausblicke Richtung Nordwestkap geboten.

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Immer wieder kommt man an alten, traditionellen, teils verlassenen Kanarenhäusern vorbei. Auch Gallegos war immer wieder von Auswanderungswellen betroffen. Und seit Jahrzehnten sinkt die Einwohnerzahl langsam, aber stetig.

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Am Ende des Dorfes passiert man dann ein blaues Haus, was mit seiner Farbgebung scheinbar das Motto des weiteres Weges vorwegnehmen möchte, denn nun wendet sich der Camino de la Costa wieder verstärkt dem Meer zu und das Blau des Atlantiks wird ein fast ständiger Begleiter sein.

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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Lee » Mi 21. Feb 2018, 10:46

Nachdem man die letzten Häuser Gallegos hinter sich gelassen hat verläuft der Camino de la Costa auf Wirtschaftswegen durch die unteren Medianias der Region. Man staunt, wie relativ intensiv dieses Gebiet noch landwirtschaftlich genutzt wird, wenn man es mit den bisher durchquerten Abschnitten des Weges vergleicht. Natürlich gibt es auch einige aufgelassene und verwilderte Terrassen, aber die meisten werden wirklich noch bestellt.

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Der Weg verläuft zwar eher wenig spektakulär, bietet dafür aber herrliche weite Blicke übers Meer. Das satte Blau des Atlantik und des kanarischen Himmels empfand ich auf diesem, von den Sinneseindrücken eher reduzierten, Wegstück als regelrecht berauschend...dazu dann noch die gesamte Palette an verschiedenen Grüntönen, die den Wegesrand säumten....ein wahrer frühlingshafter kanarischer Farbenrausch!

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Die gemütliche, entspannte Wegführung ermöglicht es dem Wanderer einfach mal über eine längere Strecke auszuschreiten, was zwischendurch auch mal seinen Reiz hat, wenn man schon so viele schmale und felsige Pfade, wie während des bisherigen Tourenverlaufs gegangen ist. Eigentlich bin ich kein großer Freund von langen Pisten oder Straßenstücken, aber dieses Wegstück konnte ich wirklich genießen.

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Zwischendurch nähert sich der Camino de la Costa auch schon etwas mehr dem Atlantik und gibt erste kurze Blicke auf die Steilküste frei.

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Nach knapp 20 Minuten erreicht der Wanderweg dann auf Höhe des Mirador de Gallegos vollends die Steilküste und man wird mit tollen Ausblicken belohnt.

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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Lee » Fr 23. Feb 2018, 00:03

Nach der gemütlichen Spazierwanderung durch das Dorf Gallegos und den daran anschließenden Terrassen und Feldern ändert sich jetzt der Charakter der Wanderung wieder komplett. Von nun an werden wieder spektakuläre Ausblicke und schmale Pfade geboten - man nähert sich den Höhepunkten der Tour. Der Camino de la Costa verläuft jetzt sehr nah an der Steilküste und gewährt großartige Ausblick über die Nordwestküste. Vor einem liegt die flache Landzunge von La Fajana, die man schon zuvor erwandert hat und auf den dahinter liegenden, lang gestreckten Bergrücken erkennt man die kleinen Dörfer El Tablado, Don Pedro und Juan Adalid.

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Entlang der schroffen, fast senkrecht abfallenden nordöstlichen Steilküste reicht der Blick bis zur Felsnase der Punta Gaviota.

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Wirft man einen beherzten Blick die Küste hinunter, fällt ein waghalsig, direkt in die Steilküste gesetztes Gebäude und ein kleines Wegstück von einem Camino auf. Dort unten verläuft ein alter Pfad, der hinab zum Puerto de Gallegos führt, dem alten Bootsanleger von Gallegos. Nahezu jeder Weiler des Nordwestens und Nordens hatte früher - als es noch keine Straßenanbindung gab - so eine mehr oder weniger provisorische Anlegestelle. Zumeist war der Weg entlang der Küste nach Santa Cruz, bei dem sehr viele Barrancos durchquert werden mußten viel zu beschwerlich um darauf große Lasten zu transportieren. Und auch der Weg über den über 2000 Meter hohen Calderakamm war anstrengend und im Winter zudem auch oft gefährlich - obwohl man auf ihm weniger Höhenmeter überwinden musste im Vergleich zum Auf und Ab des Küstenwegs. So blieb oft nur der ebenfalls gefährliche, aber viel effektivere Seeweg entlang der Küste um Ernte und Vieh zu transportieren. Dabei wurde das Vieh teilweise einfach ins Meer geschmissen und von den Besatzungen der Schiffe dann wieder herausgefischt.

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Der Camino verläuft nun eine Weile als schöner Wiesenweg entlang von verwilderten Terrassen in Richtung Barranco de Franceses.

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Dann erreicht man den Rand der Schlucht und der schönste und zugleich spektakulärste Abschnitt der Wanderung beginnt.

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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von sido » Fr 23. Feb 2018, 20:11

Lee hat geschrieben:
Fr 23. Feb 2018, 00:03
.... Zumeist war der Weg entlang der Küste nach Santa Cruz, bei dem sehr viele Barrancos durchquert werden mußten viel zu beschwerlich um darauf große Lasten zu transportieren. Und auch der Weg über den über 2000 Meter hohen Calderakamm war anstrengend und im Winter zudem auch oft gefährlich - obwohl man auf ihm weniger Höhenmeter überwinden musste im Vergleich zum Auf und Ab des Küstenwegs. ...
Von einer Informationstafel zum PR-LP 3 oder PR-LP4 (leider nicht fotografiert) in der Nähe des Abzweigs der Pista Pico de la Nieve von der Calderastraße ist mir die Information in Erinnerung geblieben, dass diese Wanderwege den wichtigsten Landverbindungen zwischen dem Norden (vor allem Nordwesten) und der Ostküste von La Palma folgen . Denn vor dem modernen Straßenbau gab es keine Verbindungen entlang der Küste, da die Talsohlen der Barrancos versumpft und zugewachsen und damit praktisch unpassierbar waren. Ein ähnliches Phänomen findet man übrigens auch in vielen Alpentälern, die früher nur "über die Jöcher" erschlossen wurden. Zugänge durch Talmündungen (z.B. bei Seitentälern des Inn) entstanden erst im Laufe des 19. Jahrhunderts.
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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Lee » Fr 23. Feb 2018, 23:44

sido hat geschrieben:
Fr 23. Feb 2018, 20:11
Von einer Informationstafel zum PR-LP 3 oder PR-LP4 (leider nicht fotografiert) in der Nähe des Abzweigs der Pista Pico de la Nieve von der Calderastraße ist mir die Information in Erinnerung geblieben, dass diese Wanderwege den wichtigsten Landverbindungen zwischen dem Norden (vor allem Nordwesten) und der Ostküste von La Palma folgen . Denn vor dem modernen Straßenbau gab es keine Verbindungen entlang der Küste, da die Talsohlen der Barrancos versumpft und zugewachsen und damit praktisch unpassierbar waren.
Im Wander -und Kulturführer des Cabildos http://www.senderosdelapalma.es/de/der-topoguide/ wird auch beschrieben, dass die küstennahen Barrancos fast nur zur Verbindung von Nachbardörfern benutzt wurden. Die größeren Distanzen wurden über den Calderakamm oder die Traversen der mittleren Höhenlagen überbrückt, wobei der Weg über den Calderakamm das Problem mit sich brachte, dass man zumeist eine Übernachtung im Hochgebirge einplanen musste.
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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Lee » So 25. Feb 2018, 23:47

Mit steten großartigen Ausblicken über die Küste wandert man auf dem Camino de la Costa in Richtung Westen weiter.

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Dann verläuft der Weg wieder fast direkt an der Steilküste und gibt weitere Ausblicke auf den Abstiegsweg zum Puerto von Gallegos frei.

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Bei der Annäherung an den Barranco de Franceses konnte man noch denken, dass man auf dem Weg zum Wanderziel in Franceses nur diesen einen großen Barranco durchqueren müsste - doch nachdem man ein klein wenig in der östlichen Flanke abgestiegen ist, zeigt sich, dass noch ein kleinerer, vorgelagerter Barranco, der in den Barranco de Franceses mündet, durchwandert werden muss. Dieser Übergangsbereich zwischen den beiden Schluchten gebärdet sich als chaotisch zerfaltete, erodierte Felslandschaft, die aus der Distanz bei diesem Sonnenstand schwer räumlich einzufangen ist, aber sehr reizvoll ist. Auf der gegenüberliegenden Schluchtseite kann man schon den späteren, großartigen Aufstiegsweg, der nach Franceses hinaufführt, ausmachen.

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Der Camino steigt nun sehr küstennah durch dichte Sukkulentenbestände ab und bietet dabei herrliche Meeresblicke. Nach einer Weile biegt rechter Hand der alte, laut Rother Wanderführer allerdings stark verfallene Camino, der zum Anleger von Gallegos führt, ab. Wirft man einen Blick nach Osten, sieht man nun auch, dass er Geländer gesichert über eine ins Meer hineinragende Felsnase absteigt - also nicht ganz so steil, wie man vorher auf den ersten Blick vermuten konnte.

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Auf diesem Abschnitt sind uns immer wieder kleine Ziegenherden begegnet, die uns zugleich neugierig und argwöhnisch beäugten während wir vorbei wanderten. Ob es sich dabei um verwilderte Tieren handelte, vermögen wir nicht zu beurteilen können.

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Im Kanarenfrühling blühen hier am Wegesrand neben vielen anderen Wildblumen große Bestände von Kanarenmageriten.

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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von Lee » Mo 26. Feb 2018, 22:28

Nun führt der Camino anfangs steil in den kleinen, wildromantischen Barranco Melchor hinab und geht dann aber schnell in einen reizvollen, schmalen Erdweg über, der sich in herrlicher Wegführung durch den Barranco schlängelt. Dieses Wegstück ist wirklich besonders schön - Genusswandern pur!

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Der Camino geleitet nun in gemütlicher Wegführung durch einen prächtigen Säuleneuphorbienwald, aber auch die übrige Palette des Kanarischen Sukkulentenbuschs ist vielfältig vertreten.

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In den teils von Höhlen durchzogenen Flanken des Barranco Melchor klammern sich Tabaiben an Felsüberhänge.

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Der reizvolle Camino wendet sich zwischendurch schnell wieder Richtung Meer zu. Man sollte sich auf diesem Abschnitt etwas Zeit lassen und die Landschaft und Wegführung auf sich einwirken lassen. Wir waren auf jeden Fall begeistert von diesem kleinen für uns unverhofft kommenden Barranco.

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Der Grund des Barrancos ist von einem sehr dichten Sukkulentenbusch bewachsen, der sich hier wie ein Teppich ausbreitet.

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Dann öffnet sich der Barranco Melchor noch einmal zum Meer hin und dem Wanderer wird ein weiterer wunderschöner Ausblick über die Nordwestküste geboten.

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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von bine » Di 27. Feb 2018, 12:53

:freu Diese schönen Bilder erwärmen von innen!
:blumen
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Re: Der GR 130 zwischen Garafia und La Tosca

Beitrag von sido » Di 27. Feb 2018, 19:26

Lee hat geschrieben:
Fr 16. Feb 2018, 23:11
Vielleicht sollte ich die Fotos wieder auf mehr Postings verteilen...
Nachdem ich das Verhalten des Rechners genauer beobachtet habe, glaube ich, dass es wohl nicht an der Anzahl der Bilder in den einzelnen Postings liegt. Vielmehr scheint es auf die Menge der Bilder auf den jeweiligen Seiten anzukommen, die jeweils 10 Beiträge unabhängig von deren Umfang umfassen.
Während des Öffnens erscheint links unten eine Meldung: "Übertragen der Daten von ...[Name der Clouddatei]"
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