César Manrique

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La rana
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César Manrique

Beitrag von La rana » Mo 21. Jul 2008, 23:56

>[/lex]César Manrique

>[/lex]César Manrique (* 24. April 1919 in Arrecife, Lanzarote, Spanien; † 25. September 1992 in Tahíche, Lanzarote) war ein Künstler, Architekt, Bildhauer und Umweltschützer der Kanareninsel Lanzarote, der das Bild der >[/lex]Vulkaninsel entscheidend geprägt hat.

Manrique war dafür verantwortlich, dass der Massentourismus auf Lanzarote in gemäßigten Bahnen verlief. Er setzte sich dafür ein, die landschaftliche und kulturelle Identität seiner Heimatinsel zu bewahren und zu erhalten, weshalb die Inselregierung ihn im September 1995 postum zum „Bevorzugten Sohn“ der Insel erklärte, und damit ihren Dank an den Einsatz des Künstlers zum Ausdruck bringt. Gleichzeitig verpflichtete sich die Inselregierung, den Weg Manriques zukünftig weiter zu gehen.

Manrique versteht Kunst als enge harmonische Verbindung zwischen Mensch und Natur. Die Assoziation „Aschehaufen und Trümmerfeld“, die viele Touristen mit der Kargheit der >[/lex]Vulkaninsel Lanzarote verbinden, hat Manrique zeit seines Lebens missfallen. Er empfindet seine Heimat als wilde und lebendige Naturschönheit, die er zur touristischen Besonderheit umgestalten will. Manrique entwirft mehrere Touristenattraktionen für Lanzarote und die benachbarten Inseln.


Stiftung - Fundación >[/lex]César Manrique


Die Fundación >[/lex]César Manrique ist von Manrique und einer Gruppe von Freunden 1982 gegründet und im März 1992 offiziell eingeweiht worden. Bei der Fundación handelt es sich um eine private, kulturelle Stiftung, die sich finanziell selbst trägt, keinen Erwerbszweck verfolgt, und aus dem Auftrag der Förderung und Verbreitung der künstlerischen Tätigkeit und ihrem natürlichen und kulturellen Umfeld entstand. Um ihren Zielen gerecht zu werden, entwickelt die Manrique-Stiftung Austauschprogramme im Bereich Kunst, Umwelt und Kultur. Die Stiftung ist nicht nur als Forum für Ausstellungen, sondern auch für Studien und Debatten gedacht. Sie befasst sich mit der Erhaltung, Erforschung und Verbreitung des Werkes Manriques.

Die Stiftung ist heute im Haus des Künstlers und den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden untergebracht. Der gesamte Komplex ist von Manrique selbst umgestaltet worden, um ihn an seine neue Funktion eines Museums anzupassen.

auf Lanzarote:

* Casa Museo del Campesino (Bauernhaus in typisch lanzarotenischer Architektur)
* Casa Museo Monumento del Campesino (Denkmal auf dem geografischen Mittelpunkt Lanzarotes, zur Ehrung der Bauern Lanzarotes, die entdeckten, dass Lavakörner porös sind, und mit ihnen der Tau zur Bewässerung der Felder aufgesogen werden kann, siehe Lanzarote. Das Denkmal besteht aus Wassertanks aufgegebener Fischerboote.)
* Mirador del Río (1973 erbaut, Aussichtspunkt auf dem Famarakliff, mit Blick auf die Nachbarinseln La Graciosa, Montaña Clara, Alegranza, >[/lex]Roque del Oeste und >[/lex]Roque del Este. Es steht dort, wo einmal Geschütze standen, und heute etwas nördlich noch stehen, die Ende des 19. Jahrhunderts während des Krieges zwischen den USA und Kuba dort installiert wurden.)
* Jameos del Agua (Konzertsaal, 1977 eröffnet, mit Sitzplätzen für 600 Personen in einer Lavahöhle; eine Lagune innerhalb einer Lavagrotte beherbergt eine blinde Albino-Krebs-Art, die eigentlich nur in Tiefen von 2000 Meter am Ozeangrund lebt)
* Jardin de Cactus (Kakteengarten, für den schon 1977 die Grundlagen gelegt sind, mit mehr als 1100 verschiedenen Kakteenarten im Dorf Guatiza innerhalb eines aufgelassenen Steinbruchs)
* Taro de Tahíche (in fünf Lavablasen erbautes Wohnhaus Manriques, in dem sich heute die Fundación >[/lex]César Manrique befindet, eine Kunststiftung, die zahlreiche Werke des Künstlers und Werke von Picasso, Miró, Tapiés, Soto und Zobel beherbergt)
* El Diablo (Restaurant im Timanfaya-Nationalpark, inmitten der aktiven >[/lex]Vulkane, die auch Montañas del Fuego (Feuerberge) genannt werden, mit Grillplatz über einer >[/lex]Vulkankluft)
* Museo Internacional de Arte Contemporaneo (Museum der zeitgenössischen Kunst, im Castillo de San José, das Gemälde von Miró, Millares, Mompó, Oscar Dominguez, Gerardo Rueda, Eusebio Sempérez, Augustín Cárdena und Manrique selbst beherbergt)
* 1974: El Almacén (ehemalige Mehrzweckkulturzentrum in Arrecife, heute Kulturabteilung der Inselregierung)
* 1977 entworfen: Garten und Schwimmbadanlage des 5-Sterne-Hotels Las Salinas in Costa Teguise
* El triunfador (1990 in der Nähe der Fundacion >[/lex]César Manrique, Eisenskulptur)
* BMW 730i der E32 Reihe zu einem BMW Art Car umgestaltet (1990, dabei thematisiert Manrique diverse Vorstellungen von Bewegung: „Deshalb bestand meine Idee darin, das Auto so zu gestalten, daß es den Eindruck vermittelt, ohne jeden Widerstand durch den Raum zu gleiten.“ Großzügig geschwungene Linien, wie sie auch für seine Architektur typisch sind, und leuchtende Farben assoziieren eine geschmeidige Bewegung[1].)
* Juguetes del viento (1992, Windspiel in der Mitte eines Kreisverkehres in Arrieta)

außerhalb Lanzarotes:

* Lago Martiánez (1971, Meerwasserschwimmbäder, an Teneriffas Nordküste in Puerto de la Cruz, durch sie gewann Puerto de la Cruz sehr stark an touristischer Attraktivität, da die naturgegebenen Bademöglichkeiten bis dato für Touristen eher gefährlich waren)
* La Vaguada (1983, Einkaufszentrum in Madrid)
* Weltallflaggen für das astrophysikalische Zentrum „>[/lex]Roque de los Muchachos“ auf La Palma (1985)
* La Peña (1989, Aussichtspunkt auf El Hierro)
* Mirador del Palmarejo (1989, Aussichtspunkt auf >[/lex]La Gomera)
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¡¡¡Pa´delante!!

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Franco
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Re: César Manrique

Beitrag von Franco » So 20. Sep 2009, 12:58

Während meiner Zeit auf Lanza hatte ich öfter Gelegenheit, Cesar Manrique persönlich zu erleben, er war in der Tat ein durch und durch faszinierender Mensch.
Als sein tödlicher Autounfall passierte, befand ich mich gerade auf der Nachbarinsel Fuerteventura.
Werde nie vergessen, wie schockierend es war, als die Nachricht eintraf. Das Inselleben stand praktisch still.

Im obigen Text ist zu lesen: "war er dafür verantwortlich, dass der Massentourismus in gemässigten Bahnen verlief."
Eben! WAR!
Leider hat Manrique zwar die Stiftung, aber personell keinen Erben, Ziehsohn o.ä. hinterlassen, der sein Werk weiterführte und so gings mit Lanzarote während der 90er Jahre steil bergab, nicht zuletzt durch den korrupten Cabildo-Präsidenten Dimas Martin.
Um die Jahrtausendwende nahm das dann so bizarre Formen an, dass der zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilte Martín aufgrund einer Sondergenehmigung tags im Cabildo seine Insel regierte und im Knast nächtigte.

Seit einigen Jahren führt nun die neue Präsidentin Manuela Armas das Zepter und es gelang ihr zumindest, Lanzarote aus den Negativ-Schagzeilen heraus zu führen.
Trotzdem verfolge ich vor allem die Bau-Tätigkeiten auf der Insel weiterhin sehr skeptisch und misstrauisch.

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!!! Aktion schlanke Signatur !!!

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