Portugiesische Galeere

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Portugiesische Galeere

Beitrag von eGomero » Fr 12. Jun 2009, 23:19

Portugiesische Galeere (Physalia physalis)

Systematik
Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
Klasse: Hydrozoen (Hydrozoa)
Ordnung: Staatsquallen
Familie: Physaliidae
Gattung: Seeblasen (Physalia)
Art: Portugiesische Galeere

Wissenschaftlicher Name
Physalia physalis
(Linnaeus, 1758)
Als Portugiesische Galeere (Physalia physalis) bezeichnet man eine Art aus der Gattung der Seeblasen (Physalia), die zu den Staatsquallen (Siphonophorae) gezählt wird. Im weiteren Sinne werden manchmal auch eng verwandte Arten aus derselben Gattung wie z. B. Physalia utriculus als Portugiesische Galeere bezeichnet. Die weitestverbreitete und im engeren Sinne gemeinte Art ist jedoch Physalia physalis.


Aufbau des Tieres
Die äußere Erscheinungsform der Portugiesischen Galeere ähnelt zwar stark einer Qualle, tatsächlich besteht sie jedoch aus einer ganzen Kolonie von voneinander abhängigen Polypen. Auf diese Tatsache weist auch ihr Name hin. Eine Vielzahl Polypen schloss sich im Lauf der Evolution zusammen, deren Einzeltiere sich nach und nach auf bestimmte Aufgaben wie Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung, Abwehr oder die Ausbildung von Fangfäden spezialisierten. Dies führte schließlich dazu, dass die Polypen einzeln nicht mehr lebensfähig sind und auf den Zusammenschluss mit anderen Polypen angewiesen sind.


Vorkommen
Die Portugiesische Galeere findet sich in erster Linie im Pazifischen Ozean, aber auch vor den Kanarischen Inseln und vor Portugal. Sie ist zudem in der Karibik verbreitet. 1975 waren große Schwärme auch vor der niederländischen Küste anzutreffen.

Anfang Mai 2009 sind vor den spanischen Balearen Inseln Mallorca und Formentera erstmals seit einem Jahrzehnt wieder Exemplare an den Mittelmeerküsten aufgetaucht. Die Inselbewohner nennen diese „Carabela portuguesa“ auch „Botella azul“ ( dtsch. blaue Flasche)
Sie ist eine typische Art des sogenannten Pleuston, der auf der Wasseroberfläche treibenden und mit dem Wind verdriftenden Organismen.


Aussehen & Erkennungsmerkmale
Die bläulich schimmernde bis 30 cm messende sackförmige Gasblase ist mit Kohlendioxid (CO2) und Stickstoff (N2) gefüllt und sorgt für den Auftrieb. Sie wird als Segel genutzt und von einem einzigen Polypen gebildet. Die zahlreichen blauen, weißen oder rotvioletten Tentakeln sind bis zu 30 m lang. Die Physalia utriculus ist kleiner – etwa 5 bis 8 cm.


Gift
An den Tentakeln finden sich bis zu 1000 Nesselzellen pro Zentimeter, die ein Giftgemisch aus verschiedenen Eiweißen enthalten. Dieses wirkt schon bei Hautkontakt direkt an den Nervenzellen, wo es zu einer Übererregung führt. Dadurch bleibt die Muskulatur ständig kontrahiert, Atemstillstand und Herzversagen sind die Folge.

Sofortmaßnahmen bei Hautkontakt
Keinen Druck auf die Nesselfäden ausüben.
Keinesfalls sollte die vernesselte Stelle mit Süßwasser oder Essig (bzw. 5%ige Essiglösung) abgespült werden, da dieses die Nesselzellen zum Platzen anregt. Großzügige Spülungen also nur mit Salzwasser.
Auch von dem Versuch, die Nesselzellen abzureiben, ist dringend abzuraten, da auch hier die Gefahr, weitere intakte Giftzellen zum Platzen zu bringen, sehr groß ist.
Betroffene Stellen mit trockenem Sand bedecken und vorsichtig mit einem Spatel abstreichen.
Ärztliche Hilfe ist unumgänglich. Eine weitere große Gefahr von Nesselgiften liegt in der hohen Wahrscheinlichkeit, einen allergischen Schock zu erleiden.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Portugiesische_Galeere aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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Re: Portugiesische Galeere

Beitrag von eGomero » Fr 12. Jun 2009, 23:27

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Re: Portugiesische Galeere

Beitrag von woga » Sa 13. Jun 2009, 21:15

Diese Schönheit gehört zum Gefährlichsten, was einem beim Schwimmen auf La Gomera begegnen kann, besonders, wenn man Kind oder Allergiker ist. Wenn man sie beim Schwimmen sichtet, ist es gut, einen großen Bogen darum zu machen. Nach Kontakt mit den Nesselfäden ist es keineswegs sicher, ob man es noch zum Ufer zurück schafft! Besonders Kinder werden von der auffälligen Farbe angezogen und sind damit besonders gefährdet, wenn sie sie bei Ebbe am Strand entdecken. Ein Bekannter hat einmal ein besonders schönes Exemplar am Baby Beach in Valle Gran Rey fotografiert :shock:
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pgal

Beitrag von Edgar » Mo 25. Apr 2011, 23:05

Heute mindestens 10-15 davon am Ingles gesehen.... (vielleicht waren sogar um einiges mehr dort... - war nur auf kleiner Fläche).

eine lebte noch und ne Urlauberfamilie hat sie in die Hand genommen und vermeindlich "gerettet".

Da wir die Dinger (ziemlich sicher) kannten, sind wir hin, und haben ihnen erklärt, daß die giftig sein könnten. Waren erstaunt, und haben das glaub ich nicht richtig geglaubt (zwei Kinder dabei, die damit spielten. Weil sie ja "so bunt" sind und so süss ausschauen...).

Gehört eigentlich ein Schild aufgestellt.... - wie ich finde, sogar relativ bald und dringend.

(haben einige Fotos davon gemacht, und dann im Internet verglichen, weil wir nicht sicher waren. Aber leider, ja, 100%ig portugiesische Galeere ... :angst )

Ziemlich heftiges Viech:
http://de.wikipedia.org/wiki/Portugiesische_Galeere
http://www.suite101.de/content/die-port ... ere-a81412

theEd

(Meine Tochter hätt sie auch fast schon angegriffen, weil sie glaubte, das wäre Plastik.... - gottseidank hat sie ihr Freund davon abgehalten) (sind schon über 20...)
(hab grad gelesen, daß die auch tot noch gefährlich sind bei Berührung).

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Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von Sabine/Guido » Di 26. Apr 2011, 10:33

Vielleicht sind die Dinger ja der Grund für die Todesopfer am Playa del Inglés der vergangenen Zeit?
Oder ist das überzogen gedacht?

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Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von Edgar » Di 26. Apr 2011, 11:03

Vielleicht sind die Dinger ja der Grund für die Todesopfer am Playa del Inglés der vergangenen Zeit?
Oder ist das überzogen gedacht?
Weiß nicht - aber hatte ähnliche Gedanken...

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Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von La rana » Di 26. Apr 2011, 11:08

Ich denke eher nicht, da bei der Autopsie ja die "Verbrennungen" bemerkt werden. Der Playa del Inglés ist einfach lebensgefährlich, auch wenn es immer wieder verharmlost wird. Es hängt eine Rote Flagge, kaum jemand respektiert das.
¡¡¡Pa´delante!!

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Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von Edgar » Di 26. Apr 2011, 11:33

La rana hat geschrieben:Ich denke eher nicht, da bei der Autopsie ja die "Verbrennungen" bemerkt werden.
Das ist ein gutes Argument... ja, logisch irgendwie.
Der Playa del Inglés ist einfach lebensgefährlich, auch wenn es immer wieder verharmlost wird. Es hängt eine Rote Flagge, kaum jemand respektiert das.
Wahrscheinlich, weil sie fast immer dort hängt ??? (naja... - ist ja auch fast immer ziemlich gefährlich...).

Was mich daran (an diesen Quallen) echt bissl schockiert: Ich war das erste Mal vor mehr als 10 Jahren auf Gomera... - hab mehrere Winter (immer 3-5 Monate) hier verbracht, bin mittlerweile zum dritten mal "überhaupt hierher umgezogen" - längste durchgehende zeit war einmal mit kurzer unterbrechung eineinhalb jahre...

... und mir war trotzdem bisher diese quallengefahr überhaupt nicht bewusst... - ging *völlig* an mir vorbei... - hab bis gestern nicht wirklich gewusst, wie die aussehen (meine freundin gottseidank schon). schauen wirklich aus wie plastik... und für kinder wie buntes spielzeug. und hab gelesen, daß die auch tot noch gefährlich sind, wenn man sie angreift (nesseln noch aktiv).

d.h. - der ingles ist gefährlich, ja. allein schon wegen der starken wellen, den strömungen, verbunden mit den steinen, klar. vor vielen jahren hatte ich auch nen "unfall" dort mit ner welle, wo ich drei tage ein "steifes genick" hatte. okay... weiss man (langsam, aber doch).

aber diese quallen? ich glaub, das ist normalen touristen viel zu wenig bewusst .... - ich mein, wenns ich bisher ned mitbekommen habe, wie soll davon jemand wissen, der grad mal 2-3 wochen herkommt, mit kindern, aus irgendner großstadt. vor allem, daß dieses ding zu den 10 giftigsten tieren dieses planeten zählt ! weiss sicher fast keiner... (im gegenteil, bei vielen geht die mär, daß grad gomera ja "völlig frei von giftigen tieren sei") (was ja praktisch stimmt, am *LAND*).

sprich: da können noch so viele roten fahnen hängen... - die leute (sprich: der normaltourist) denken da dann nur an wellen, strömungen und steinen. aber nicht an solch derart gefährliche quallen, bin ich sicher...

aber andererseits, klar, jeder für sich verantwortlich... ist ja ein naturstrand... (hab aber gestern gehört, daß die gleichen dinger auch am babybeach mehrfach gesichtet wurden... - und dann nachgelesen, daß auch auf den anderen kanaren, in teneriffa, gran canaria, da grad ne plage ist... - und ein paar strände deshalb dort auch gesperrt wurden... - und einige zwischenfälle mit touris... - ich glaub 40 verarztungen an irgendnem teneriffa-strand vor paar tagen...)

lg
theEd

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Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von La rana » Di 26. Apr 2011, 12:06

Die Quallen, bzw. die Portugiesische Galeere ist relativ "neu" vor La Gomeras Küste. Ich lebe ja auch schon viele Jahre hier und nie ist mir so ein Tier begegnet und wir waren mit den Kindern im Sommer täglich am Strand. Sicherlich ist es erforderlich mit dieser neuen Situation, auf die Gefahren hinzuweisen.
¡¡¡Pa´delante!!

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Re: Seltsames am Ingles

Beitrag von Edgar » Di 26. Apr 2011, 12:29

La rana hat geschrieben:Die Quallen, bzw. die Portugiesische Galeere ist relativ "neu" vor La Gomeras Küste. Ich lebe ja auch schon viele Jahre hier und nie ist mir so ein Tier begegnet und wir waren mit den Kindern im Sommer täglich am Strand.
*uff* - hab mir schon gedacht, ich wär bisher total blind durch die Gegend gelaufen... :-)

Gibt auch Hoffnung, daß das auch ned wirklich oft vorkommen sollte... - normalerweise kommen die gar nicht bis in Strandnähe... - kommt wohl auf die Strömung drauf an, und halt sehr auf Zufall.
Sicherlich ist es erforderlich mit dieser neuen Situation, auf die Gefahren hinzuweisen.
Falls es dauerhaft wird, wohl eher schon.... - hoffentlich ists nicht so... - aber bei all den Klimaveränderungen, who knows...

(wobei ich da echt auch nicht genug dazu gefunden habe... - überall inkl wikipedia wird das tier als absolutes gift-monster beschrieben... - und andererseits hab ich nix gefunden, also keine statistiken, wie oft da wirklich jemand dran stirbt. könnte ja durchaus so sein, daß das nur extrem selten vorkommt, vielleicht sogar "nur" bei gift-allergie etc.... - dann wärs eher in der kategorie wie bei uns zu hause halt wespen, bienen, hornissen.... - einer von 1000 reagiert allergisch, für die anderen ist es sehr schmerzvoll, aber ned wirklich lebensgefährlich...) (also ich versuch mir das grad auf diese weise einzureden... *g*)

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