Wasserkanal-Wanderung im oberen Barranco de Benchijigua

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Buba
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Wasserkanal-Wanderung im oberen Barranco de Benchijigua

Beitrag von Buba » So 26. Feb 2012, 18:23

Wir hatten zwar schon manchmal in den letzten Jahren davon gehört, dass es im oberen Barranco de Benchijigua die Möglichkeit gäbe, in einer betonierten Wasserleitung zu laufen, aber so ganz geheuer war uns die Sache nicht. :angst

Doch das änderte sich durch die eMails, in denen uns vor unserem Urlaub roling (hinter dem eGomera-Nickname stecken zwei absolute Wander- und Wasserkanalexperten) ausführlich über die Wandermöglichkeiten in den Wasserkanälen La Gomeras berichtete. Dafür Euch beiden nochmals vielen Dank! :blumen

Im Rückblick schätzen wir die Wanderung als eigentlich nicht besonders schwierig ein. Völlig ohne Steigungen und Gefälle zieht sich der Kanal durch die Berghänge mit wunderschönen Blicken in den Barranco. Manchmal müssen Geröllansammlungen oder Felsbrocken überklettert werden, und Pflanzenbewuchs behindert auf kurzen Strecken den Durchgang, so dass auf einen Trampelpfad neben dem Kanal ausgewichen werden oder auf der etwa zwanzig Zentimeter breiten Seitenwand gelaufen werden muss. Dafür sollte man allerdings trittsicher und schwindelfrei sein!

Für das Durchwandern eines schätzungsweise vierzig Meter langen Tunnels wird eine Taschenlampe benötigt, um durch Ausleuchten der Tunneldecke ein Anstoßen des Kopfes zu verhindern.

Nach Regenfällen kann Wasser im Kanal stehen, das eine Begehung unmöglich macht!


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Wasserkanal-Wanderung
im oberen Barranco de Benchijigua




Wir steigen dort in den Wasserkanal ein, wo dieser ein Stück hinter dem etwas abenteuerlich aussehenden Aquädukt



die Piste kreuzt, die von Las Toscas nach Benchijigua hinabführt.



Ab hier führt uns nun der komfortabel breite und mit recht hohen Seitenmauern eingefasste Kanal durch die wunderschöne Berglandschaft des oberen Barranco de Benchijigua.

Zunächst zieht sich der Weg unterhalb von im Schatten düster wirkenden Felswänden entlang,



dann geht's streckenweise durch kleine Wäldchen.



Etwa zehn Minuten nach Verlassen der Piste, die wir nun schon weit links unter uns sehen, wird die Landschaft wieder offener.

Weit in der Ferne erkennen wir an den Berghängen den weiteren Verlauf des Wasserkanals als weiße, waagerechte Linie. Aber so weit wollen wir heute nicht! Unser Ziel ist der allseits bekannte, vom Roque de Agando herabführende Wanderweg (auf der Skizze violett gepunktet), auf dem wir nach Benchijigua und anschließend auf der Piste wieder hoch nach Las Toscas laufen wollen.



Immer wieder schöne Blicke auf den vor uns liegenden Roque de Agando.



Manchmal versperren in den Kanal gestürzte Felsbrocken den Weg, die aber problemlos zu umgehen oder zu überklettern sind.



Problematischer ist der Pflanzenbewuchs! Vor allem die Opuntien haben sich stellenweise so breit gemacht, dass es kaum ein Durchkommen gibt. Glücklicherweise habe ich Arbeitshandschuhe und eine kleine Astschere dabei, so dass ich uns einige Male den Weg freischneiden kann.



Ein erster Tunnel (auf der Skizze gestrichelt) muss durchlaufen werden. Er ist nicht besonders lang, und man sieht von Anfang an das Tunnelende, aber er ist nicht sehr hoch, so dass man unbedingt mit einer Taschenlampe abwechselnd die Decke und den Boden ausleuchten sollte, um nicht zu stolpern und vor allem, um sich nicht den Kopf zu verletzten!



An den Nordseiten der Bergrücken führt der Kanal immer wieder streckenweise durch Wald.



Ab und zu ist der Kanal mit Geröll zugeschüttet, das aber problemlos zu übersteigen ist.



In einem kleinen Seitental kreuzt der Kanal ein Bachbett.



Manchmal müssen Felsbrocken überstiegen werden,



und immer wieder ist das Durchkommen im Wasserkanal durch hineingewachsene Opuntien, Agaven oder auch Palmenzweige mehr oder weniger blockiert.



Wo der Kanal von Pflanzen zugewuchert ist, gibt es meistens direkt daneben einen Trampelpfad. Manchmal ist es allerdings nötig oder sogar einfacher, ein paar Meter auf der etwa zwanzig Zentimeter breiten Seitenwand des Kanals zu laufen.



Plötzlich stehen wir wieder vor einem Tunnel mit sehr niedrigem Eingang. Schon in den Infos von roling hatten wir gelesen, dass dieser zweite Tunnel "auf gut sichtbarem Pfad" umgangen werden muss. Dieser Pfad ist jedoch offenbar zwischenzeitlich unter einer Decke von Kiefernnadeln verschwunden, aber auch ohne ihn haben wir schnell (rechts vom Tunnel hinauf) den kleinen Bergrücken überstiegen. Wir leuchten nun von dieser Seite mit der Taschenlampe in den Tunnel und können erkennen, dass er ungefähr auf halber Strecke eingestürzt ist.

Weiter geht's! Immer wieder bleiben wir stehen und genießen die schönen Blicke ins Tal.



Tief unten der markante "Saurierrücken" von Benchijigua.



Der Roque de Agando rückt immer näher. Weit kann es doch nun nicht mehr sein bis zum Abstiegsweg nach Benchijigua!



Und plötzlich stehen wir vor einer regelrechten Wand aus Binsen und Kakteen. Wir hatten zwar schon von roling per eMail die info bekommen "Kurz vor Einmündung in den Abstiegsweg vom Roque de Agando sind der Kanal und der seitlich verlaufene Pfad durch sehr starken Bewuchs schwer begehbar", aber so schwierig haben wir es uns nicht vorgestellt!.



Wenn wir jetzt eine Heckenschere dabei hätten, wäre das Problem schnell erledigt! Oder wenn jetzt Christoph und Iris mit ihrer nagelneuen Machete da wären! Sind sie aber leider nicht! :menno
Und mit meiner kleinen Astschere kann ich nicht viel ausrichten. Was tun? :gruebel

Wir überlegen und finden schnell Gefallen an der Idee, im Wasserkanal zurück nach Las Toscas zu laufen. So gibt es zwar nicht die geplante Rundwanderung, aber dafür können wir ein zweites Mal die tollen Blicke in den Barranco genießen.

Im nächsten Urlaub, nehmen wir uns fest vor, leihen wir uns geeignetes Werkzeug und schneiden den Kanal bis zum Abstiegsweg frei. Dann gibt es auf Gomera eine wunderschöne, neue Wandertour! :freu :freu


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Laut roling kann der Wasserkanal auch jenseits des Abstiegsweges noch weiter begangen werden. Er ist zwar "teilweise verfallen und überwachsen, lässt sich jedoch gut gehen". An einer Stelle behindert allerdings starker Schilfbewuchs das Vorwärtskommen. Und schließlich kann man sogar im Kanal durch einen langen Tunnel in den Barranco de Guarimiar wandern. Kannst Du nicht mal was darüber schreiben, roling?... :pray :pray

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Re: Wasserkanal-Wanderung im oberen Barranco de Benchijigua

Beitrag von Sabine/Guido » So 26. Feb 2012, 20:15

:muetze

Danke Buba!

Diese Wanderung könnte schon eher etwas für uns sein. Mit hin und zurück gleiche Strecke haben wir auch nicht solch ein Problen.
Der Weg wirkt auf Grund der anderen Blickrichtung dann sowieso schon anders!

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Re: Wasserkanal-Wanderung im oberen Barranco de Benchijigua

Beitrag von cristinus » So 26. Feb 2012, 22:02

Bravo! Sehr schoene tour, tolle fotos und spannend geschrieben!

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Re: Wasserkanal-Wanderung im oberen Barranco de Benchijigua

Beitrag von woga » So 26. Feb 2012, 23:55

Das beruhigt mich aber, dass Ihr das Viadukt ausgelassen habt. Dann werden wir sicherlich einen neuen Versuch starten (mit Sichel bewaffnet) :ausheck
Wo Du hinschaust, das wird mehr! Bild

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Re: Wasserkanal-Wanderung im oberen Barranco de Benchijigua

Beitrag von kunibert » Sa 19. Jan 2013, 08:32

Wir wollen im Februar diese Wanderung machen. Dabei habe ich mir überlegt, am Ende nach Vegaipala aufzusteigen und über den von woga hier beschrieben Weg abzusteigen.

Meiner Überlegung nach muss doch ein Weg von Benchijigua nach Vegaipala existieren, denn das ist ja die direkte Verbindung von Imada, El Azadoe und Benchijigua nach San Sebastian.

Weiß jemand, ob dieser Weg noch existiert, in welchem Zustand er sich befindet und wo er den Wasserkanal kreuzt? :freu :freu
Und der Ritter Kunibert
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Re: Wasserkanal-Wanderung im oberen Barranco de Benchijigua

Beitrag von roling » Sa 19. Jan 2013, 20:29

kunibert hat geschrieben:Meiner Überlegung nach muss doch ein Weg von Benchijigua nach Vegaipala existieren, denn das ist ja die direkte Verbindung von Imada, El Azadoe und Benchijigua nach San Sebastian.

Weiß jemand, ob dieser Weg noch existiert, in welchem Zustand er sich befindet und wo er den Wasserkanal kreuzt?
In allen mir bekannten Kartensätzen einschließlich der alten Militärkarten ist keine Weg- oder Pfadverbindung zwischen Benchijigua und Vegaipala verzeichnet.

Auch bei unseren 3 Wanderungen in der Wasserkastenrinne von Las Toscas in Richtung El Azadoe ist uns kein die Rinne kreuzender Weg aufgefallen. In den kleinen Nebenbarrancos gibt es zwar ein paar "Brücken", diese dienen aber nur der Ableitung von bei Unwettern mit dem Wasser herabgespülten Gestein sowie zum Schutz der Rinne vor Steinschlag.

Wenn, müßte logischerweise der Weg nach Vegaipala durch die kurze Senke mit Kiefernbewuchs zur Barrancoseite oberhalb von Vegaipala führen. Aber auch hier ist uns nie ein in den Barranco führender Weg oder Pfad aufgefallen.

Ich vermute daher, dass - so nachvollziehbar es auch erscheinen mag - es keinen Verbindungsweg gibt.
Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.

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Re: Wasserkanal-Wanderung im oberen Barranco de Benchijigua

Beitrag von kunibert » Sa 19. Jan 2013, 21:00

Danke für die rasche Antwort. Wir werden also auf dem Kanal zurückgehen. :achselzuck
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Re: Wasserkanal-Wanderung im oberen Barranco de Benchijigua

Beitrag von Mafalda » Sa 19. Jan 2013, 21:03

kunibert hat geschrieben:Wir wollen im Februar diese Wanderung machen. Dabei habe ich mir überlegt, am Ende nach Vegaipala aufzusteigen und über den von woga hier [Öffnet sich in neuem Browserfenster] beschrieben Weg abzusteigen.

Meiner Überlegung nach muss doch ein Weg von Benchijigua nach Vegaipala existieren, denn das ist ja die direkte Verbindung von Imada, El Azadoe und Benchijigua nach San Sebastian.
roling hat geschrieben: In allen mir bekannten Kartensätzen einschließlich der alten Militärkarten ist keine Weg- oder Pfadverbindung zwischen Benchijigua und Vegaipala verzeichnet.

Auch bei unseren 3 Wanderungen in der Wasserkastenrinne von Las Toscas in Richtung El Azadoe ist uns kein die Rinne kreuzender Weg aufgefallen. In den kleinen Nebenbarrancos gibt es zwar ein paar "Brücken", diese dienen aber nur der Ableitung von bei Unwettern mit dem Wasser herabgespülten Gestein sowie zum Schutz der Rinne vor Steinschlag.

Wenn, müßte logischerweise der Weg nach Vegaipala durch die kurze Senke mit Kiefernbewuchs zur Barrancoseite oberhalb von Vegaipala führen. Aber auch hier ist uns nie ein in den Barranco führender Weg oder Pfad aufgefallen.

Ich vermute daher, dass - so nachvollziehbar es auch erscheinen mag - es keinen Verbindungsweg gibt.
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Re: Wasserkanal-Wanderung im oberen Barranco de Benchijigua

Beitrag von roling » Sa 19. Jan 2013, 21:54

kunibert hat geschrieben:Danke für die rasche Antwort. Wir werden also auf dem Kanal zurückgehen.
Mafalda hat geschrieben:Kunibert, beharre nicht darauf :nein Geht NICHT!
Durch den Brand in 2012 sind weite Bereiche, durch die der Kanal führt, stark in Mitleidenschaft gezogen. Eine Aussage über den Zustand der Rinne ist daher überhaupt nicht möglich. Ich vermute aber aufgrund der Erfahrungen aus unserem Dezemberurlaub, dass längere Bereiche nicht mehr in der Rinne gegangen werden können und auf die teilweise nur 10 - 15 cm breiten Wangen ausgewichen werden muss. Das heißt, balancieren über vielleicht 50 oder sogar 100 m.

Bei einem anderen, sonst leicht zu begehenden Kanal haben wir im Dezember festgestellt, dass größere Mengen an nasse Erde in den Kanal gespült waren und sehr viel abgegangenes Gestein und verkohltes Gestrüpp ein Begehen so erschwerten, dass wir die geplante kurze Begehung (500 m) bereits nach ein paar Schritten abbrachen.

Falls Du (Ihr) es trotzdem wagen solltet, seit bitte äußerst vorsichtig. Und lieber den Mut zum Abbruch als zu verunfallen.
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Re: Wasserkanal-Wanderung im oberen Barranco de Benchijigua

Beitrag von kunibert » So 20. Jan 2013, 08:09

Ja, ich fürchte auch, dass daraus nichts wird. Was soll´s, es gibt auch andere schöne Wege. :hurra2

Vielleicht schauen wir uns den Kanal aber an, es wäre nicht das erste Mal, dass wir umdrehen.

Wir setzen uns gerne Ziele, müssen sie aber nicht unbedingt erreichen. Wir freuen uns über die Schönheiten auf der Strecke und genießen sie. Wir scheuen das Risiko nicht, aber es muss kalkulierbar sein. Damit schärfen und erhalten wir unsere Instinkte, die heutzutage so leicht verloren gehen.

Wir sind für uns selbst verantwortlich und gehen mit dieser Verantwortung bewusst und sensibel um.

Deshalb brauchen wir auch nicht "einen Schuldigen", wenn doch etwas passieren sollte. Im Gegensatz zur amerikanischen Rechtsprechung, die leider bei uns immer mehr um sich greift. Wo der Wegeerhalter und der Grundstückseigentümer schuld sind, wenn ein Wanderer die Füße nicht hebt und stolpert.

Wir haben gelernt, nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung und in innerer Wahrhaftigkeit unser Leben zu gestalten. Und das werden wir auch weiterhin tun. :juhu

So: in 10 Tagen kommen wir! :hurra2 :hurra2 :hurra2
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