Lechepfad

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concha domingues
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Re: Lechepfad

Beitrag von concha domingues » Di 30. Aug 2016, 18:34

Hallo zusammen,

bin heute mal wieder die von Puistola genannte Variante gelaufen: sehr früh los wg. Calima, Start unten an der Finca Argayal um 06:30, dann die Argaga-Schlucht rauf, die nach wie vor gut markiert ist und dann wieder kurz vor dem Steilaufstieg nach Casas de Gerian weglos rauf zur Degollada de los Bueyes.

Auch hier gut wenn man den Weg schon ein paar mal gelaufen ist, da es nur wenig Steinmännchen gibt.
Nach diesem kurzen aber heftigen Aufstieg ist man früh genug oben, um vor der größten Mittagshitze den Lechepfad runtergehen zu können.

Dieser ist aber inzwischen durch halbwilde Ziegen und Schafe arg in Mitleidenschaft gezogen, man tut sich sehr schwer den Weg zu finden, auch wenn man diesen schon ein paarmal gelaufen ist. Vor allem im mittleren und unteren Teil kann man den Leche-Pfad nicht mehr empfehlen, weil er hier zudem durch kleinere Bergrutsche einfach in einem sehr schwierigen Zustand ist.

VG
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Tamargada
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Re: Lechepfad

Beitrag von Tamargada » Mo 4. Dez 2017, 17:31

Ich habe den Lechepfad gestern erstmals von unten nach oben begangen. Mit Verlaub: abgesehen von einer Mini-Klettereinlage am Anfang ist das wirklich "Kindergarten". Klar, man muß nach dem Wegeverlauf schauen, aber ein freundlicher Vorgänger hat an allen relevanten Punkten rote Farbkleckse angebracht, so daß im unteren Teil der Weg problemlos zu finden ist . Nach dem ersten Sattel wird es etwas unübersichtlich, weil die Steinmännchen manchmal in die Irre führen, aber man sieht ja immer das Ziel und kann sich dahin orientieren. Lebensgefährlich ist wirklich etwas anderes ...

Wir sind dann weglos in den Barranco de Argaga abgestiegen und dann Richtung Meer runter. Die letzte Steilwand ist allerdings eine echte Herausforderung, jedenfalls bergab. Zum Glück hatte ich eine lange Canas-Stange dabei. Kann ich wirklich empfehlen. Hat ja nicht jeder eine Astia ...

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frank2gaby
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Re: Lechepfad

Beitrag von frank2gaby » Mi 24. Jan 2018, 07:29

Naja, das als "Kindergarten" zu bezeichnen ist schon fahrlässig! Ich hab den Einstieg von unten im Dezember nach 15 Minuten abgebrochen - "Weg" trotz Markierungen kaum zu finden und mit Steinschlag übersät und zT verschüttet, an einer Barranco Durchquerung war dann zeitig Schluss: keine Ahnung, wie es da hätte weiter gehen sollen...

... Ich traf dann noch diverse andere Wanderer (auch in Gruppen), die ähnliches berichtet hatten, auch von oben startend, hatten alle abgebrochen... ein Anderer stieß oben auf den Hauptweg zu Las Pilas vom Lechepfad aus, sah völlig erschöpft aus, diverse blutige Schürfwunden und zerrissene Kleidung.

Lange Rede kurzer Sinn: Do not go this way! Ich würde mich als erfahrenen Bergwanderer bezeichnen, war schon in einigen schwierigen Situationen, aber das war mir (auch völlig ohne Not, durch den "Weg" gewinnt man ja nichts) deutlich zu riskant!

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La rana
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Re: Lechepfad

Beitrag von La rana » Mi 24. Jan 2018, 12:47

Tim R. gestern auf Facebook:
Muchias Gracias! Danke der freiwilligen Feuerwehr! Liebe Wanderer...auch wenn jetzt einige wieder von naiven Deutschen sprechen werden. Bitte lasst euch nicht von irgendwelchen Wander-Apps verleiten Wege zu gehen, die nicht mehr sicher erscheinen.
Nur weil die App sagt dort sei ein Wanderweg, muss da noch lange kein Weg sein.
Manchmal fühlst du dadurch eine Sicherheit die große Teile des Gehirns und des Verstandes offensichtlich ausschalten können. Obwohl ich sehr gut (vielleicht zu gut) vorbereitet war, hätte ich ohne den Notruf und die freiwillige Feuerwehr die letzte Nacht im Gebirge verbringen müssen. Ich war mehrmals in Situationen wo zum Glück nur große Felsbrocken ins Tal gestürzt sind und nicht ich, da ich mich doch noch an irgendwas festkrallen konnte.
Ohne diese Menschen von der freiwilligen Feuerwehr hätte ich morgen früh mit dem Helikopter abgeholt werden müssen.
Der letzte Mann dort konnte leider nur Tod geborgen worden....!
Bitte dreht sofort um, wenn ihr das Gefühl habt, dass es kein richtiger Wanderweg ist.
Damit meine ich wenn die offiziellen Zeichen der Insel fehlen...und bitte geht nicht weiter weil deine App es sagt oder du auch vermutlich Steinzeichen im Gebirge siehst die einen Weg signalisieren könnten.
¡¡¡Pa´delante!!

Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiss, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach lächelt

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Re: Lechepfad

Beitrag von concha domingues » Do 25. Jan 2018, 18:30

Hallo zusammen,

ich teile nicht ganz die Einschätzung von "frank2gaby", muss aber vorweg schicken, dass ich den Weg recht gut kenne.
Bin am 05.01.18 bei top Wetter wieder mal über die Argaga-Schlucht rauf, die nach wie vor gut markiert und offenbar auch recht stark begangen ist (deutlich stärker als zuletzt 2016).

Den Hauptargagaweg kann man bei der beginnenden Verebnung bei etwa 430m NN verlassen, begleitet den Barranco de Tasarata über etwa 300m über verfallene Terassen, um dann bei den ersten Palmengruppen den Aufstieg direkt in die Degollada de los Bueyes zu beginnen. Man vermeidet damit den Steilaufstieg an der östlichen Talflanke hinauf nach Casas de Gerian. Dieser Pfad, der bei etwa 430m NN beginnt, ist nur schwach markiert, aber eindeutig zu finden und quert nordwestlich durch die mäßig steilen Bergflanken "El Cabuco de la Joya" und "La Cueva Marco" rauf zur Degollada de los Bueyes (genaue Lage in: http://visor.grafcan.es/visorweb/).
Mit ein paar kurzen Pausen war das bei den angenehm milden Januartemperaturen diesmal in 2h30` vom Meer aus nicht mal sehr schweisstreibend (ganz anders als im Sommer...).

Aber - wichtig - der relativ kurze Pfad aus der Talsohle heraus ist kein ausgemarkter oder markierter Weg! Lediglich wenige Steinmännchen weisen die Richtung, um die 150 Höhenmeter zu überwinden und ich würde nicht empfehlen, diesen Abschnitt in umgekehrter Richtung zugehen.

Dies gilt auch für den vielbegangenen Abschnitt durch den eigentlichen Barranco de Argaga. Insofern halte ich die Aussage von "Tamargada" auch für gefährlich, wenn er schreibt, dass er weglos in den Barranco de Argaga abgestiegen und dann Richtung Meer runter ist.
Ich meine, dass hier die Gefahr von Versteigungen einfach zu risikoreich ist und teile damit die Auffassung vieler - auch erfahrener Wanderer. Bei unklaren Wetterverhältnissen ist dieser Bereich sowieseo eine "No-Go-Area".

Aber zurück zum "Leche-Pfad": Oben an der Degollada de los Bueyes bei 577m NN stehen ja immer noch die beiden großen Steinpyramiden. Hier ist der Einstieg in den Leche-Pfad eigentlich eindeutig zu finden. Der weitere Verlauf abwärts kann aber an manchen Stellen tatsächlich nur noch erahnt werden. Da helfen auch ein paar wenige verblasste Farbmarkierungen wenig.

Nachdem ich den Weg jetzt seit 1982, als wir zum ersten Mal auf der Insel waren, bestimmt 10 oder 12mal gegangen bin, kenne ich den Verlauf recht gut. Trotzdem ist es mir diesmal an mehreren Stellen gelungen, den Pfad zu verlieren, weil er einfach in einem sehr schlechten Zustand ist. Schon bei der letzten Tour hier im Spätsommer 2016 war vor allem der mittlere Teil durch halbwilde Ziegen und Schafe und durch Bergrutsche und Steinschlag stark beeinträchtigt. Inzwischen würde ich sagen, ist der Zustand des Pfades nochmal deutlich schlechter geworden.

Gerade im unteren letzten Teil (im Abstieg) gibt es eine Schlüsselstelle, die durch einen lokal begrenzten kleinen Bergrutsch stark beinträchtigt ist. Hier ist der Pfad auf einer Länge 10-20m weggerutscht und ausgerechnet an dieser Stelle muss eine sehr abschüssige Rinne überwunden werden. Das hier liegende Geröll rutscht ständig nach und stellt eine Gefahrenquelle hinsichtlich Steinschlag dar.

Zusammengefasst würde ich den Leche-Pfad auch schon deshalb nicht mehr empfehlen, weil er kaum eine Abkürzung darstellt. Natürlich sind die Tiefblicke ins Valle hinunter sehr reizvoll, auch die großen wind- und wassererodierten Felsen sind auf diesem Pfad besonders eindrucksvoll - vor allem im oberen Bereich. Ob das aber die Gefahr, der man sich hier aussetzt rechtfertigt, muss man doch sehr gut abwägen. Man kann ja auch auf dem Kirchenpfad hinaufwandern, auf dem ausgemarktem Weg rüber in die Degollada de los Bueyes queren und von dort ins Tal schauen. Auch zeitlich bringt der Leche-Pfad nichts - ich habe diesmal via Leche-Pfad runter ins Valle länger gebraucht als hoch durch den Argaga B. - weil man einfach sehr konzentriert und langsam und sehr aufmerksam laufen muss.

VG
Concha D.

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Re: Lechepfad

Beitrag von kunibert » So 28. Jan 2018, 07:26

concha domingues hat geschrieben:
Do 25. Jan 2018, 18:30

Zusammengefasst würde ich den Leche-Pfad auch schon deshalb nicht mehr empfehlen, weil er kaum eine Abkürzung darstellt. Natürlich sind die Tiefblicke ins Valle hinunter sehr reizvoll, auch die großen wind- und wassererodierten Felsen sind auf diesem Pfad besonders eindrucksvoll - vor allem im oberen Bereich. Ob das aber die Gefahr, der man sich hier aussetzt rechtfertigt, muss man doch sehr gut abwägen.
VG
Concha D.
Das spricht der offensichtlich kundige Fachmann. Und das sollte man unbedingt beachten!
Und der Ritter Kunibert
setzte sich verkehrt aufs Pferd
wollte er nach hinten sehn
braucht er sich nicht umzudrehn
Ja so warn´s, ja so warn´s die oiden Rittersleut....
:dalton

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Re: Lechepfad

Beitrag von concha domingues » So 28. Jan 2018, 11:45

Danke Kunibert. Du bringst es auf den Punkt - und ich bin ja offenbar auch nicht allein dieser Ansicht...
Hier aber noch kurz was zu den Fern- bzw. Tiefblicken - alle vom Leche-Pfad aus:
Ich hab mal drei Vergleiche zwischen Januar 2018 (03.01.2018) und Sommer 2012 (26.08.2012) versucht.
Es ist zwar nicht immer ganz 100% der gleiche Ausschnitt, aber doch fast...
Schön ist auf jeden Fall zu sehen wie gut sich Palmen regenerieren.
VG concha d.
219_839.jpg
Barranco unterhalb Casa de la Seda
210_838.jpg
Palmengruppe sw v. El Guro
216-837.jpg
El Guro 2012 und 2018

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Re: Lechepfad

Beitrag von concha domingues » So 28. Jan 2018, 12:33

...weiter mit ein paar Bildern zum Leche Pfad...
(alle vom 03.01.2018)
VG Concha D.

P1090822k.jpg
Einstiegsbereich von oben her mit dem schwer zu findenden Pfad
P1090830k.jpg
Felsbereiche im oberen Bereich mit Pfadspuren
P1090832k.jpg
Fernblick in den gegenüber liegenden Brrco. de las Cabras

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