Lechepfad

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Achtung! Die hier beschriebenen Touren sind zum Teil lebensgefährlich und / oder illegal! Bitte wandert diese Touren NICHT!
WilhelmR
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Lechepfad

Beitrag von WilhelmR » Mi 15. Jan 2014, 20:31

Der sog. 'Lechepfad' (Leche = Milch) führt im unteren Drittel des Kirchenpfades zur Degollada de los Bueyes. Er ist in allen mir bekannten Karten verzeichnet und ebenfalls in den Wanderführern beschrieben. Im Rother wird er sogar, allerdings mit Warnhinweisen, als Rückweg einer Tequergenche-Tour aufgeführt! Angeblich wurde hier von Frauen mit Milchkanne auf dem Kopf und Kind am Arm die Milch ins Tal transportiert. Alle Achtung!

Meine Einschätzung: Bereits der Einstieg (unten) ist eine Herausforderung und jeder normale Wanderer wird hier umkehren. Es folgt ein Stück des Pfades mit weggebrochenen Stellen sowie schmalen, gerölligen und ausgesetzten Passagen. Im weiteren Verlauf wird der Pfad passabler, aber er erfordert ca. 1 1/2 Stunden äußerste Konzentration aufs Gehen. Obwohl rote Farbmarkierungen und Steinmännchen den Aufwärtsweg markieren, ist erhöhte Aufmerksamkeit in Bezug auf die Orientierung verlangt. Das Gelände ist oft sehr unübersichtlich. In einem Bereich wird die Orientierung dadurch erschwert, dass die rote, verblichene Markierung auf dem roten Gestein kaum noch zu erkennen ist. Ich habe schließlich den Ausstieg herbeigesehnt.

Der Einstieg oben ist die Verführung schlechthin: zwei fast mannshohe Steinmänner markieren ihn und laden zu einer offensichtlichen Abkürzung ins Tal ein. Ich habe im Aufstieg häufiger zurückgeschaut und musste feststellen, dass die rote Markierung kaum sichtbar ist. Desweiteren ist der Verlauf des Weges oft nicht zu erkennen. Wer hier herunterläuft riskiert, dass er irgendwann umkehren muss!

Zusammengefasst:

1. Ein Weg der wenig Freude macht, da man sich ständig auf ihn konzentrieren muss und kaum Musse findet, die Landschaft zu genießen.
2. Wenn überhaupt, dann Leute mit z.B. guter alpiner Erfahrung, allerdings: siehe Punkt 1.
3. Wenn überhaupt, dann nur im Aufstieg.
4. Absolutes NEIN für alle Wanderer mit normaler Erfahrung und Spass am Wandern.

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Die optimale Abkürzung? Zuhause bleiben.
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Die optimale Abkürzung? Zuhause bleiben
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Ernst
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Re: Lechepfad

Beitrag von Ernst » Di 10. Jun 2014, 13:09

Kommentar zur "Zusammenfassung":
zu 1: Nicht ganz richtig. Der Weg macht sehr wohl Spaß, allerdings nur bei trockenem, schönem Wetter, denn es gibt wunderschöne An- und Aussichten. Halt öfter mal stehen bleiben und die Landschaft genießen! Und trinken, dann bleibt die Konzentration erhalten.
zu 2: Richtig!
zu 3: Falsch. Auch runter kann's ein Genuss sein. Da ist der Kirchenpfad runter stellenweise ekliger, wegen der Gerölls.
zu 4: Ziemlich richtig!
Grüße - Ernst

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Puistola
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Re: Lechepfad

Beitrag von Puistola » Di 10. Jun 2014, 19:50

Ernst hat geschrieben: zu 3: Falsch. Auch runter kann's ein Genuss sein. Da ist der Kirchenpfad runter stellenweise ekliger, wegen der Gerölls.
Runter ist der Weg mit alpiner Erfahrung durchaus begehbar,
ABER:
Im Winterhalbjahr droht dann der baldige Sonnenuntergang.
Zeitdruck auf diesem Weg stresst extrem, zumal die schwierigen Partien
eher im unteren Bereich sind. Mit einer Stirnlampe ist dieser Pfad
nur zu finden, wenn man ihn kennt. Dann doch lieber den Umweg über
den breiten, klar definierten Kirchenpfad runter gehen oder rauf
nach Chipude zur Strasse.
ODER: Den Leche-Pfad aufwärts gehen und dann weiter rauf nach
Chipude ...

Was ich gerne mache:
Argaga-Schlucht rauf, dann die linke Talseite (von unten gesehen rechts)
weglos rauf zur Degollada de los Bueyes, zu den beiden grossen Steinmännchen.
Nach diesem kurzen aber heftigen Aufstieg ist man früh genug
oben, um bei Tageslicht den Lechepfad runtergehen zu können.

Diese Variante ist wirklich nicht zu empfehlen, schön ist sie trotzdem.
Puistola

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Re: Lechepfad

Beitrag von Katzevomlochbach » Mi 11. Jun 2014, 17:26

Gibt es Fotos von der Tour? um eine bessere Vorstellung zu haben.

LG

Katze

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Re: Lechepfad

Beitrag von mojorojo » Fr 13. Jun 2014, 02:37

Katzevomlochbach hat geschrieben:Gibt es Fotos von der Tour? um eine bessere Vorstellung zu haben.

LG

Katze
Guckstu hier:

Bilder und Beschreibung

GPS, vorsicht, zu ungenau, um sich daran zu orientieren, nur zur Illustration gedacht

Allerdings von 2009, da waren die Markierungen gerade neu. Schon damals aber nur "aufwärts" markiert, dreht man sich um, sieht man nix.
Wer dem Verlauf nicht kennt, könnte in echte Schwierigkeiten kommen.

Auch mir macht es daher etwas Magendrücken, dass Leute, die nicht wissen, worauf sie sich einlassen, von den Monster-Steinmännchen "verführt" werden,
hier eine "Abkürzung" nach unten zu gehen. Besser rauf. Wenn überhaupt.
In deinen schamlos teuren Wecken müsste mehr Zimt sein!
Karlsson vom Dach

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Re: Lechepfad

Beitrag von Katzevomlochbach » Sa 14. Jun 2014, 15:14

danke für den Link.

LG

Katze

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Re: Lechepfad

Beitrag von concha domingues » Fr 29. Aug 2014, 18:07

Hallo Zusammen,

die Einschätzung von WilhelmR halte ich für etwas überspitzt dargestellt. Der Weg kann durchaus Spass machen und ist eine sehr willkommene Wandervariante. Im Vergleich zu vielen stark begangenen Routen kann dies durchaus eine Genusstour sein.
Er ist durchaus auch von oben begehbar - allerdings muss man einfach aufmerksam und mit offenen Augen durch die Landschaft gehen. Hier stimme ich mit der zuvor von Ernst dargestellten Meinung überein. Von oben her sind allerdings fast keine Wegmarkierungen erkennbar, die Versteigungsgefahr ist immens. Um so wichtiger ist es hier auf die vielen Steinpyramiden zu achten, die aber der Erosion und der immer wieder vorkommenden Zerstörung durch Steinschlag oder durch Ziegen (oder auch durch MANCHE Wanderer???) ausgesetzt sind.

Allerdings stimmt es, dass Teile des Weges durch kleinere Rutschungen beeinträchtigt sind, aber das findet man ja auf allen Wanderrouten immer wieder.

Wichtig erscheint mir aber trotzdem der Hinweis, dass sich nur erfahrene Wanderer mit alpiner Erfahrung an die Tour wagen sollten. Also Finger weg von dieser Tour in Sandalen oder Slippern und mit wenig Erfahrung!

In Verbindung der Argaga-Tour zeigt sich, dass inzwischen eine "Abkürzungsvariante" existiert: Zahlreiche neue Steinpyramiden in der oberen Verebnung des Barranco de Argaga bei der großen Palmengruppe auf ca. 480m zeigen, dass manche Wanderer die hier von unten von der Finca Argayal kommen, statt des Aufstiegs nach Osten in Richtung Gerian den direkten Aufstieg nach Nordwesten zum Punkt 592m und damit zum oberen Startpunkt der Lechetour wählen. Nach ca. 30min wird von der Palmengruppe der Punkt 592m bei den beiden großen Steinpyramiden am oberen Einstiegspunkt des Leche-Pfades erreicht. Die Argagatour in Verbindung mit dem Leche-Abstieg ergibt so eine sehr anspruchsvolle Variante für den/die Gomera erfahrene/n TourgeherIn, die/der am besten sehr früh aufbricht.

concha domingues

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Re: Lechepfad

Beitrag von Puistola » Sa 30. Aug 2014, 00:57

concha domingues hat geschrieben:
In Verbindung der Argaga-Tour zeigt sich, dass inzwischen eine "Abkürzungsvariante" existiert: Zahlreiche neue Steinpyramiden in der oberen Verebnung des Barranco de Argaga bei der großen Palmengruppe auf ca. 480m zeigen, dass manche Wanderer die hier von unten von der Finca Argayal kommen, statt des Aufstiegs nach Osten in Richtung Gerian den direkten Aufstieg nach Nordwesten zum Punkt 592m und damit zum oberen Startpunkt der Lechetour wählen. Nach ca. 30min wird von der Palmengruppe der Punkt 592m bei den beiden großen Steinpyramiden am oberen Einstiegspunkt des Leche-Pfades erreicht. Die Argagatour in Verbindung mit dem Leche-Abstieg ergibt so eine sehr anspruchsvolle Variante für den/die Gomera erfahrene/n TourgeherIn, die/der am besten sehr früh aufbricht.
Ach,das ist jetzt markiert?
Ich hab mich immer mit Augenmass durchgeschlagen, wobei der Aufstieg vom
Barranco de Argaga zu den beiden Steinpyramiden stets einfacher war, als
der Argagaweg hoch und der Lechepfad runter.

Nochmals:
Nicht alleswas markiert ist, ist einfach und gefahrlos zu begehen, und mit
guten Grund ist die Tour nicht Teil des offiziellen Wegnetzes. Es wäre auch gut,
die Wegweiser am Barranco de Argaga wegzunehmen, vor allem oben.

Puistola

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Re: Lechepfad

Beitrag von alfagolf » Do 11. Dez 2014, 07:07

"Auch mir macht es daher etwas Magendrücken, dass Leute, die nicht wissen, worauf sie sich einlassen, von den Monster-Steinmännchen "verführt" werden,
hier eine "Abkürzung" nach unten zu gehen. Besser rauf. Wenn überhaupt."

Mit diesen "Monstersteinmännchen" wurden früher einmal Besitztümer markiert. Mit Wandermarkierungen haben sie nichts zu tun. Bei den Cuevas Blancas findet man sie auch weitab der heutigen Wanderwege. Manchmal erkennst du nur das was du erkennen willst. Immer die eigenen Grenzen berücksichtigen.

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Re: Lechepfad

Beitrag von Aesculus » Sa 11. Apr 2015, 22:39

Am 3.4.15 (Karfreitag) sind wir zu dritt - 3x das "Carsten - den Lecheweg gegangen. Vom Einstieg ab Krichenpfad bis zum Ende haben wir ca. 75 - 90 min benötigt inkl. Pausen, Höhlen gucken und Blick geniessen. Die roten Wandermarkierungen sind teilweise schon arg verwittert und werden nach Aussage eines ansässigen mietbaren Wanderführers von ihm regelmäßig bearbeitet, damit dort keiner langgeht. Die Bedingenung waren ideal - windstille und absolut trockener Weg. Teilweise muss geklettert oder sich mit einer Hand festgehalten werden. Er ist schwierig, da es einen richtigen Weg eigentlch nur wenig gibt. Man benötigt schon Orientierungsvermögen. Aber als lebensgefährlich würde ich ihn bei guten Vorausetzungen nicht bezeichnen. Da war beim Rückweg auf dem "roten Schichtbandweg" der Abstieg aufregender.
Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.

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