Barranco Argaga nach Guerian

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Barranco Argaga nach Guerian

Beitrag von lenamar » Di 28. Feb 2012, 16:20

Habe jetzt von zwei Seiten gehört, daß diese Tour eigentlich nicht empfohlen werden kann, weil wirklich sehr ausgesetzt mit wahrhaft gefährlichen Klettereinlagen verbunden. Abwärts sogar lebensgefährlich.
Kenne selbst nur den Weg von Chipude über Nuestra Senora de Guadeloupe über Los Reyes (Kirchenpfad). Von der Ermita zurück ins Tal ja im zweiten Teil der gleiche Weg. Von da an abwärts im unteren Bereich recht steil und geröllig und hat mir mithin einen ordentlichen Muskelkater beschert, aber machbar.

Gibt es dazu weitere Erfahrungen/Warnungen?

lg lenamar

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woga
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Re: Barranco Argaga nach Guerian

Beitrag von woga » Di 28. Feb 2012, 23:45

lenamar hat geschrieben:Gibt es dazu weitere Erfahrungen/Warnungen?
Das Thema wurde insbesondere hier sehr ausführlich diskutiert.
Wo Du hinschaust, das wird mehr! Bild

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Re: Barranco Argaga nach Guerian

Beitrag von lenamar » Mi 29. Feb 2012, 00:31

Danke für den Link.
Da wird mir ja im nachhinein noch anders, wenn ich daran denke, daß mein Freund die Tour auch schon alleine gegangen ist.

lg lenamar

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Re: Barranco Argaga nach Guerian

Beitrag von Ernst » Di 10. Jun 2014, 13:42

Der Ort heißt "Gerián". Ansonsten alles richtig, siehe tödlicher Unfall vom 03.05.2014.

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Re: Barranco Argaga nach Guerian

Beitrag von gerold44 » Sa 11. Okt 2014, 10:01

Da uns der gesamte Weg durch die Schlucht zu lange ist, überlegen wir von oben oder von unten (das haben wir schon) ein Stückchen zu wandern bzw. kraxeln.
Von welcher Seite kommt man kürzer zu den schönen Gegenden?
Mit lieben Grüßen aus Raaba, Österreich
Gerold

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Re: Barranco Argaga nach Guerian

Beitrag von Lee » Sa 11. Okt 2014, 11:55

gerold44 hat geschrieben:Da uns der gesamte Weg durch die Schlucht zu lange ist, überlegen wir von oben oder von unten (das haben wir schon) ein Stückchen zu wandern bzw. kraxeln.
Es gibt viele Stimmen, die entschieden davor warnen den Barranco Argaga im Abstieg zu begehen, die Gefahr von Versteigern soll sehr hoch sein.

Wenn Ihr die Gegend dort oben etwas kennenlernen und nicht so lang Wandern wollt, solltet Ihr vielleicht ein Stück der Terquergenche-Tour (Rother Nr. 32) machen. Ihr fahrt mit dem Auto bis zur Ermita de Nuestra Señora de Guadalupe (ist bei Gerian) und wandert von dort auf schönem Camino mit Tour Nr. 33 in den Barranco Argaga hinab, quert diesen und steigt zur Degollada del Cerrilal an. Dort oben haltet Ihr Euch links und wandert so lang Ihr wollt mit Tour Nr. 32 Richtung Tequergenche.

Sehr schöne Tour!
Todas las islas pequeñas son bonitas y mágicas!

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Re: Barranco Argaga nach Guerian

Beitrag von Puistola » So 12. Okt 2014, 01:32

Lee hat geschrieben:... in den Barranco Argaga hinab, quert diesen und steigt zur Degollada del Cerrilal an. Dort oben haltet Ihr Euch links und wandert so lang Ihr wollt mit Tour Nr. 32 Richtung Tequergenche.

Sehr schöne Tour!
Ja, sehr schön, aber NUR für erfahrene Wanderer mit
gutem Orientierungssinn und festen Schuhen:
Vom Barranco direkt hinauf zur Degollada del Cerrial ist weglos und steil. :nein

Den Barranco de Argaga erlebt man am besten von unten
und denkt bei jedem Schritt und jedem Klimmzug daran, dass
man da auch wieder runter muss, und runter ist schwieriger als rauf! :ausheck
Dann geht man schon nicht zu weit rauf. Am besten, man setzt sich
an der ersten Steilstufe hin und freut sich, da nicht rauf zu müssen.
Schöner wird's ab dort nimmer, nur steiler, länger und gefährlicher.

Puistola

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Re: Barranco Argaga nach Guerian

Beitrag von Lee » So 12. Okt 2014, 10:35

Puistola hat geschrieben:Ja, sehr schön, aber NUR für erfahrene Wanderer mit
gutem Orientierungssinn und festen Schuhen:
Vom Barranco direkt hinauf zur Degollada del Cerrial ist weglos und steil. :nein
Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt, aber ich meine den GR 132, der den oberen Barranco de Argaga quert und dabei in gut ausgebauter, sicherer Wegführung hinauf zur Degollada del Cerrillal führt.
Todas las islas pequeñas son bonitas y mágicas!

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Re: Barranco Argaga nach Guerian

Beitrag von Puistola » So 12. Okt 2014, 15:15

Lee hat geschrieben:
Puistola hat geschrieben:Ja, sehr schön, aber NUR für erfahrene Wanderer mit
gutem Orientierungssinn und festen Schuhen:
Vom Barranco direkt hinauf zur Degollada del Cerrial ist weglos und steil. :nein
Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt, aber ich meine den GR 132, der den oberen Barranco de Argaga quert und dabei in gut ausgebauter, sicherer Wegführung hinauf zur Degollada del Cerrillal führt.
Oh ja, das ist in Ordnung.
Ich hatte mir vorgestellt, dass Du empfiehlst, erstmal von Gerian in die schluchtartige
Partie des Barrancos hinunterzugehen, diesen von oberhalb der Kraxelpartien zu begucken
und dann eben über den Bach hinweg zu der Degollada del Cerillal* aufzusteigen.
Die Partie des Barrancos bei der Querung des GR 132 heisst eben Bc. de Cerillal,
erst weiter unten, wo die Schlucht beginnt, heisst er Argaga. Dazwischen, wo der
Bach in Schilf ganzjährig fliesst und die letzten Hippies auf den gartenhaften Terrassen
hausten, ist es der Barranco de Gerian.

Puistola

*diese Schreibweise ist richtig

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Re: Barranco Argaga nach Guerian

Beitrag von Tizi » Mo 19. Dez 2016, 16:44

Hallo alle zusammen! :muetze
Mein Name ist Patrizia, ich bin 27 Jahre alt und wohne in Bayern wo ich auch jedes Wochenende bei Wind und Wetter in den Bergen unterwegs bin. Deswegen lag auch La Gomera als Urlaubsziel sehr nahe.

Ich habe mich heute extra hier im Forum angemeldet, um euch etwas über die Argaga-Tour zu erzählen, weil ich das einfach für nötig hielt.

Mein Freund und ich waren vom 5.12. bis 16.12. diesen Jahres auf dieser bezaubernden kleinen Insel zum wandern und nicht nur haben wir zufällig den Zeitraum des schönsten Wetters auf La Gomera ausgewählt, wie ich im Wetter-Thread lesen musste :supercool , sondern dieses Forum - in dem ich heimlich, still und leise schon Wochen vorher mitgelesen habe -, hat uns viele nützliche Tipps gegeben und uns super vorbereitet.

Auch habe ich hier von den vielen schrecklichen Unfällen in der Aragaga-Schlucht lesen müssen und bekam große Angst davor. Die Schilderungen klungen als bräuchte man zur Barranco-Begehung unbedingt Kletterausrüstung und -erfahrung.
Also habe ich eine Freundin gefragt, die diese Wanderung schon gemacht hatte und genau so wie ich an Höhenangst und allgemeiner Schisshaserei leidet.
Sie beruhigte mich aber und meinte, die Wanderung war sehr schön.

Dennoch hatte ich ein ungutes Gefühl und wir schoben die Wanderung bis zum letzten Urlaubstag auf. Aber haben es dann doch noch gewagt.

Und somit komme ich auch auf mein eigentliches Anliegen. Ich möchte auch niemandem zunahe treten, Warnungen sind immer gut und richtig und lieber einmal zu oft gewarnt als zu wenig.

Aber hat jemals schon einer von den Forumsmitgliedern, die hier von tödlichen Gefahren auf dieser Wanderung gesprochen hatten, die Tour überhaupt schon selber mal komplett gemacht?

Das war nämlich mit Abstand die wunderschönste, spannendste und lustigste Tour des gesamten Urlaubs und ich finde es sehr sehr schade, dass wir sie aufgrund der Panikmacherei erstens in den letzten Urlaubstag gedrückt haben und zweitens fast nicht gemacht hätten.

Es war nämlich die einzige Tour, die überhaupt mit unseren Wanderungen im Voralpenland vergleichbar war. Die anderen Rother-Wanderungen waren natürlich auch reizvoll, z.B. der Barranco de Guarimar oder vor allem der Aufstieg von La Laja im Rahmen der großen Ojila-Runde. Aber es sind nunmal Wandertouren und keine Bergsteigertouren, wie mein Freund und ich leider erwartet hatten und deshalb von den technischen Anforderungen schnell gelangweilt waren, da viele Routen teilweise ewig auf Forststraßen verlaufen...
Ganz anders die Argaga-Tour! Man merkt gar nicht wie die Zeit beim Aufstieg vergeht, weil man ständig seine Erfahrung abrufen muss und technisch gefordert wird.

Und dazu jetzt mal ausführlich.

Technische Anforderungen:
Die Kletterpassagen sind leichte Kraxelpassagen (vgl. Kofel im Ettal, wer den hochkommt, kommt den Argaga hoch).

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Die Steinstufen, über die "man sich freuen kann, wenn man sie nicht hoch muss", reichten mir ungefähr bis zur Brust (ich bin 1,67m), selten waren die Passagen mannshoch. Sie bestanden durchweg aus vielen großen, gut zu greifenden und gut draufzutretenden Griffen und Tritten. Wer schonmal auf einer schwarzen Tour in den Alpen war, kennt diese Art von Steinstufen aus dem Effeff.

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Ich war jedenfalls schon fast enttäuscht, dass man wie auf einer Treppe (im steilsten Fall wie auf einer Leiter) darauf hochlaufen konnte, hatte ich doch wahre Horrorvorstellungen von den Kletterpassagen.

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Zur Veranschaulichung: Mein Freund, der sich Tage vorher das rechte Handgelenk verstaucht hatte, verzichtete bei der Wanderung komplett auf den Einsatz seiner rechten Hand und befand es selten für nötig sich noch mit der linken abzustützen.

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Zur Orientierung:
Man verliert den Weg nie aus den Augen. Ich glaube, wir mussten einmal nach einer Steinstufe kurz stehen bleiben und 3 Sekunden Ausschau nach dem nächsten Steinmandl halten, das weiter oben in einer Ecke stand.
Und ich habe tatsächlich den Orientierungssinn einer Scheibe Toastbrot. Wenn ich in einer fremden Stadt einmal um den Block fahren muss, weil ich nicht sofort einen Parkplatz bekommen habe, dann weiß ich schon nicht mehr wo ich bin, wo ich herkam und wo ich hin muss.
Aber ich hatte im Barranco de Argaga keinerlei Orientierungsschwierigkeiten.

Ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster zu behaupten, wer es schafft sich dort zu verirren, der sucht auch seine eigene Brille, die ihm auf der Nase sitzt.

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Ausgesetztheit:
Ja, man kann runter in den Barranco gucken und es geht an wenigen Abschnitten auch schon tief runter, immerhin ist es ein Barranco. Aber das hat man genau so im Barranco de Guarimar auch, aber den finden irgendwie alle geil (?).
Die Wege im Barranco de Argaga sind immer ausreichend breit, um auch mal aus dem Tritt kommen zu dürfen ohne gleich abzustürzen.

Bild

Außerdem gab es keine Stelle, an der ich (mit Höhenangst!) mich in Gefahr gefühlt habe. Wenn ich mich an meinem Freund festklammernd einen Blick nach unten warf, dann war da immer eine Art Plateau auf dem man landen würde bevor man in die tiefste Stelle der Schlucht fiele. Das klingt nicht tröstend? Für Leute mit Höhenangst ist das aber ungemein beruhigend.


Kondition:
Es war endlich mal anstrengend. Das hatten wir auf den vielen Wanderungen vorher sehr vermisst. Nach einer Kraxelpassage musste man schonmal kurz pausieren und konnte den Blick herrlich schweifen lassen.
Aber lange Pause machen haben wir uns nie erlaubt, weil uns ein englisches Rentnerpärchen immer auf den Fersen war und wir als junge Hüpfer von den älteren Herrschaften nicht eingeholt werden wollten :strahl



So.
Dass auf diesem Wanderweg so viele liebe Menschen den Tod gefunden haben ist furchtbar. Aber wir kennen das leider aus unseren schönen Alpen in Bayern zur genüge, wenn Menschen, die sonst immer auf den Berg mit der Bergbahn raufgefahren oder nur den Forststraßen bis zum Kaiserschmarrn auf der Hütte gefolgt sind und plötzlich meinen mit ihrer "Bergerfahrung" auch einen richtigen Bergsteig wuppen zu können.
Und sich dann entweder konditionell überschätzen oder sich heillos verirren, weil sie abseits der Forststraßen keine Markierungen lesen können oder sich in ihren Crocs, Adiletten oder - gut gemeint - Hallenturnschuhen vertreten, ausrutschen etc. oder sich überfordert fühlen, sobald man für eine Passage nicht mehr nur die Füße sondern auch die Hände miteinsetzen muss und dann panisch die Bergwacht alarmieren.

Jedoch ist dieser Wanderweg für erfahrene Bergsteiger im Wanderführer ausgezeichnet und das ist auch gut und richtig so.

Ich würde mir zwar am Barranco-Einstieg ein Schild wünschen, wie man es aus den Alpen kennt "Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich".
Aber ganz ehrlich. Wer vor der ersten Steinstufe steht, die es hochzukraxeln gilt, der kann dort schon sehr gut einschätzen, ob er sich das zutrauen kann! Ein bisschen muss man die Menschen auch eigenverantwortlich handeln lassen, man kann nicht für jeden das Denken übernehmen und jeden vor allem zu schützen versuchen.

Dann passiert nämlich sowas wie im Forum hier. Das erfahrene Bergsteiger es mit der Angst zutun kriegen und um eine derart schöne Erfahrung geprellt werden.

Also hier meine Empfehlung, wer für diesen Weg geeignet ist:

- Du warst schonmal bergsteigen (nein, nicht wandern)
- Du warst schon mindestens einmal auf einem schwarzen Steig und es hat dir Spaß gemacht (!)
- Du bist trittsicher und durchschnittlich schwindelfrei
- Du hast keine größeren Handicaps bzw. hast du ausreichend Erfahrung damit diese zu kompensieren (du kannst deine Hände einsetzen, um dich festzuhalten und deine Beine, um dich hochzuschieben)
- Du hast eine durchschnittliche Orientierung bzw. weißt du wie Steinmandl aussehen
- Du kannst auf 15km 1000hm steigen und fühlst dich danach nicht dem Tode nah
- Du hast vernünftige Ausrüstung (Stöcke kann man daheim lassen)
- Du besitzt gesunden Menschenverstand

Ich hoffe, ich werde nun nicht belehrt oder verteufelt. Und verharmlosen möchte ich diese Wanderung auch nicht. Aber ganz ernsthaft, wer diesen von mir aufgezählten idiotensicheren Kriterien entspricht, der wird sehr viel Vergnügen bei dieser für erfahrene Bergsteiger wunderwunderschönen und unheimlich spaßigen Tour haben, die ich im Nachhinein am liebsten jeden Tag rauf und runter gegangen wäre.

Liebe Grüße
Tizi

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