Fuerteventura - die Nachbarschaft zur Sahara

Hier könnt ihr Links Gomeras schöne Schwestern betreffend posten.
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Galileo
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Fuerteventura - die Nachbarschaft zur Sahara

Beitrag von Galileo » Mo 7. Dez 2015, 22:36

Der Besondere Reiz der Kanarischen Inseln liegt darin, dass jede für sich einzgartig ist. Die Berge Fureteventuras sind nicht hoch genug, dass sie die Passatwolken aufhalten könnten. Daher fehlt dort der typische Nebel, welcher Gomera und den anderen Inseln ihre typische Vielfalt der Vegetation beschert. In Fuerteventura dagegen dominiert die Wüste - knapp 100 km von der Sahara entfernt. Der Calima brachte der Insel dafür im verlaufe von Millionen von Jahren das, was Gomera und anderen Inseln fehlt - nahezu endlose Strände. Überlaufen sind sie aber gerade deswegen nicht, weil genügend Platz vorhanden ist - am Hafenstrand von Vueltas und an der Playa del Ingles liegen die Menschen gedrängter. Der Massentourismus beschränkt sich auf gerade mal 4 Orte, ansonsten gibt es immer noch genug einsame Gegenden, obwohl die Einwohnerzahl inzwischen auf rund 106000 angewachsen ist (60% davon sind nicht auf der Insel geboren). 1985 waren es gerade mal 25000.
Wer will, kann sich hier ein Bild davon machen:

http://mein-europa.blogspot.com/2015/12 ... ahara.html
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Talleyrand
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Re: Fuerteventura - die Nachbarschaft zur Sahara

Beitrag von Talleyrand » Mo 7. Dez 2015, 23:46

Wikipedia:

Fährt man von der Küste in das Innere des Landes, stellt man immer wieder eines fest. Aus der aus der Geschichte bekannten grünen Insel, die über und über mit Wald überzogen war, ist nichts übrig geblieben. Nun muss man sich den Wald, der damals auf der Insel wuchs, nicht so vorstellen, wie man Wälder in Deutschland kennt. Es war ein dichtes Dickicht aus Pflanzen mit nur wenigen Bäumen.
Nach der Besiedelung wurde immer mehr dieses Bestandes abgeholzt, einerseits, um Flächen für die Landwirtschaft zu schaffen, andererseits um das Holz als Baumaterial für Häuser und Boote zu nutzen, oder es für die Produktion von Kalk in Kalköfen zu verfeuern.

Die Felder wurden mit Brunnenwasser bewässert. Es entwickelte sich eine ausgeprägte Landwirtschaft, bis das Wasser aus den Brunnen verbraucht war. Zu diesem Zeitpunkt war Fuerteventura die Kornkammer der Kanaren.

Wüstenbildung
Als das Wasser versiegt war, verstarb auch die Landwirtschaft, da es aus Fuerteventura nur selten regnet und es keine Pflanzen mehr gibt, die den Regen speichern und davon abhalten können, ins Meer zu fließen.
Die Landschaft im Inland Fuerteventuras ist daher geprägt von wüstenähnlichen Gebieten. Auf den Hügeln siedeln sich Flechten an, die dann das Ansiedeln von höheren Pflanzen ermöglichen. Das ist ein Vorgang von vielen Jahren. Dazu kommt, dass die freilaufenden Ziegen und andere Schädlinge, wie etwa die eingeschleppten Atlashörnchen, jeden Neuanfang verhindern.

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Re: Fuerteventura - die Nachbarschaft zur Sahara

Beitrag von Fritzlore » Di 8. Dez 2015, 08:56

Schön, Galileo!
Zum Urlaub machen bestimmt sehr nett, aber zum da leben? Da muss einem doch das Grün fehlen und im Sommer ist es bestimmt viel zu heiß. :achselzuck

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Re: Fuerteventura - die Nachbarschaft zur Sahara

Beitrag von bine » Di 8. Dez 2015, 09:45

:hut Wunderschöne Bilder :blumen Es ist eine reizvolle Landschaft und bestimmt eine Reise wert.
Es wird Zeit, auch einmal die anderen Inseln der Kanaren zu besuchen.
Wenn du ein Gärtchen hast und eine Bibliothek, so wird dir nichts fehlen.
Cicero

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Re: Fuerteventura - die Nachbarschaft zur Sahara

Beitrag von DiSc » Di 8. Dez 2015, 18:18

1. Bei den Stränden handelt es sich nicht um Silikatsande (aus der Sahara angweht) sondern um Kalksande, die von zerkleinerten Gehäusen bzw. Schalen von Meerestieren (Schnecken, Muscheln, Foraminiferen, etc.) stammten.

2. Fuerteventura war in historischer Zeit mit Sicherheit nicht komplett bewaldet. Es gab allenfalls in den höchsten, nebelbeeinflußten und damit gebietsweise feuchteren Berglagen der Insel eine verarmte Form des Lorbeerwaldes (nicht etwa so wie heute noch in den feuchten Zonen La Gomeras, La Palmas oder Teneriffas). Große Teile der Insel waren aber von einem sogenannten Thermophilen Buschwald bedeckt, mit einem lockeren, offenen Bestand aus buschhohen oder kleineren Bäumen, vor allem des Kanarischen Ölbaums (Olea cerasiformis), der atlanischen Pistazie (Pistacia atlantica), des Kanarenwacholders (Juniperus turbinata ssp. canariensis) und der Kanarischen Dattelpalme (Phoenix cariensis), möglicherweise auch des Drachenbaums (Dracaena draco).

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Re: Fuerteventura - die Nachbarschaft zur Sahara

Beitrag von saltkrokan » Di 8. Dez 2015, 20:41

Wirklich wunderschöne Bilder! :freu :freu Wie schade, dass ich nicht mehr Urlaub im Jahr habe.......

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Re: Fuerteventura - die Nachbarschaft zur Sahara

Beitrag von Lee » Di 8. Dez 2015, 21:31

DiSc hat geschrieben:2. Fuerteventura war in historischer Zeit mit Sicherheit nicht komplett bewaldet. Es gab allenfalls in den höchsten, nebelbeeinflußten und damit gebietsweise feuchteren Berglagen der Insel eine verarmte Form des Lorbeerwaldes (nicht etwa so wie heute noch in den feuchten Zonen La Gomeras, La Palmas oder Teneriffas). Große Teile der Insel waren aber von einem sogenannten Thermophilen Buschwald bedeckt, mit einem lockeren, offenen Bestand aus buschhohen oder kleineren Bäumen, vor allem des Kanarischen Ölbaums (Olea cerasiformis), der atlanischen Pistazie (Pistacia atlantica), des Kanarenwacholders (Juniperus turbinata ssp. canariensis) und der Kanarischen Dattelpalme (Phoenix cariensis), möglicherweise auch des Drachenbaums (Dracaena draco).
Alles erstaunlich genug aus heutiger Sicht, aber auch erschreckend was der Mensch zerstört hat! Und auf Lanzarote wird es bestimmt ähnlich ausgesehen haben. Ich habe sogar mal irgendwelche aktuellen Fotos von Lanzarote gesehen auf denen ein Minirest eines Fayal Brezal Bestandes (oder etwas ähnlichem) zu sehen war. Und Kanarenkiefern scheint es dort auch einige zu geben.
Todas las islas pequeñas son bonitas y mágicas!

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Re: Fuerteventura - die Nachbarschaft zur Sahara

Beitrag von Galileo » Mi 9. Dez 2015, 23:18

DiSc hat geschrieben:1. Bei den Stränden handelt es sich nicht um Silikatsande (aus der Sahara angweht) sondern um Kalksande, die von zerkleinerten Gehäusen bzw. Schalen von Meerestieren (Schnecken, Muscheln, Foraminiferen, etc.) stammten.
Das ist interessant, erklärt aber nicht, warum es auf Fuerteventura natürliche gelbe Strände gibt und auf den anderen Inseln nicht. Vergleichbar wären am ehesten noch die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria. Auch dort wurde immer behauptet, dass der Calima für deren Entstehung verantwortlich sei.
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Re: Fuerteventura - die Nachbarschaft zur Sahara

Beitrag von Galileo » Mi 9. Dez 2015, 23:25

Lee hat geschrieben:
Alles erstaunlich genug aus heutiger Sicht, aber auch erschreckend was der Mensch zerstört hat! Und auf Lanzarote wird es bestimmt ähnlich ausgesehen haben. Ich habe sogar mal irgendwelche aktuellen Fotos von Lanzarote gesehen auf denen ein Minirest eines Fayal Brezal Bestandes (oder etwas ähnlichem) zu sehen war. Und Kanarenkiefern scheint es dort auch einige zu geben.
Zwischen 1731 bis 1736 fanden die letzten Ausbrüche des Timanfaya statt, bei denen 1/3 der Insel von Lava verschüttet wurde und zahlreiche Dörfer begrub. Damals flüchtete die gesamte Inselbevölkerung nach Gran Canaria. Es ist durchaus denkbar, dass diese Ausbrüche auch auf die Nachbarinsel - zumindest deren nördlichen Teil Auswirkungen hatten.
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Re: Fuerteventura - die Nachbarschaft zur Sahara

Beitrag von DiSc » Do 10. Dez 2015, 10:50

Galileo hat geschrieben:
Das ist interessant, erklärt aber nicht, warum es auf Fuerteventura natürliche gelbe Strände gibt und auf den anderen Inseln nicht. Vergleichbar wären am ehesten noch die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria. Auch dort wurde immer behauptet, dass der Calima für deren Entstehung verantwortlich sei.


Auch die Karbonatsande, die die Dünenlandschaft von Maspalomas auf Gran Canaria bilden, sind biogenen Ursprungs. Die unterschiedlichen Farben erklären sich aus der an der Bildung beteiligten Organismen. Bei Maspalomas stammen die Karbonatsande laut Pott, Hüppe u. Wildpret de la Torre vor allem aus Foraminiferenschalen (marine einzellige Tiere mit Calziumkarbonatgehäuse).

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