Azoren

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Lee
Don Lee
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Re: Azoren

Beitrag von Lee » Di 19. Feb 2019, 00:02

Nun beginnt das eher unspektakuläre, aber trotzdem schöne Schlußstück der Wanderung - wobei der Zielort dann wieder kaum würdiger sein könnte für diese großartige Wanderung. Der Wanderweg führt Anfangs leicht ansteigend recht gemütlich mehr oder weniger parallel am Meer entlang.

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Doch schon kurz darauf zieht er steiler in die Berge hinauf und führt danach in leichtem Auf - und Ab durch den Küstenwald. Diese Anstiege summieren sich bis zum Ziel zwar nur auf gut 200 Meter, aber gerade wenn die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist wie z.B. bei unser ersten Begehung, kann das eine überraschend anstrengende Angelegenheit sein.

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Nach einer Weile Anstiegs und einem darauf folgenden Traversenstück führt der Weg dann wieder hinab und man erreicht die nächste abgeschieden gelegene Faja.

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Auch in der Faja do Belo sollen früher einmal bis zu 100 Menschen gelebt haben, eine Anzahl die man sich heutzutage kaum mehr vorstellen kann. Aber auch hier sah man ein paar schick restaurierte Häuser, und an anderen wurde gerade gearbeitet. Sao Jorge soll 1864 noch etwa 18.000 Einwohner gehabt haben; heute sind es dagegen nur noch knapp 9.000.

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Der Wanderweg verläuft jetzt erst einmal wieder kurz am Meer entlang bevor er wieder ansteigt und abermals durch die bewaldete Steilküste führt.

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Kurz wird einem ein erster Blick auf das Ziel - die Faja dos Cubres - geboten, bevor es weiter im Auf und Ab durch den Wald geht.

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Manchmal gibt der Weg auch Ausblicke auf die steilen, tief bewaldeten Berghänge an denen sich oft die Wolken stauen frei um kurz darauf wieder Tiefblicke auf das Meer zu prasentieren.

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Nun nähert man sich dem Ziel der Wanderung und der großartige Ausblick auf die Faja dos Cubres lässt die Vorfreude auf diesen wundervollen Platz am Meer steigen.

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Re: Azoren

Beitrag von bine » Di 19. Feb 2019, 16:55

:freu Es sind wieder ganz zauberhafte Bilder!
:blumen
Wenn du ein Gärtchen hast und eine Bibliothek, so wird dir nichts fehlen.
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Re: Azoren

Beitrag von Lee » Fr 22. Feb 2019, 01:01

Der Rest der Tour folgt noch....
Don Uvo hat geschrieben:
So 17. Feb 2019, 23:19
Unglaublich schön!
Freue mich schon auf meine Reise im Herbst.
2 Wochen werden wirklich nur zum groben Kennenlernen reichen..
Für welche Inseln hast Du Dich denn entschieden? Und hast Du schon gebucht?

Schwieriger als gewohnt dürfte übrigens die Transportfrage werden....das öffentliche Busnetz ist auf den allermeisten Inseln drastisch schlechter als auf den Kanaren. Trampen funktioniert wohl relativ gut, zumindest haben uns das Tramper bestätigt, die wir mitgenommen haben....aber das sind natürlich Einzelmeinungen. Taxen sind in etwa so günstig wie auf den Kanaren, vielleicht einen Tick teurer.
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Re: Azoren

Beitrag von Lee » Sa 23. Feb 2019, 18:22

Dann erreicht man das Ziel der Wanderung, die Faja dos Cubres. Die herrlich gelegene Landzunge soll laut Reiseführer obwohl sie über eine Straßenanbindung verfügt nur noch von vier Menschen dauerhaft bewohnt sein. Wer auf Sao Jorge weilt, und es nicht im Rahmen dieser Wanderung an diesen Ort schafft, sollte unbedingt die schmale, abenteuerlich enge Straße hinabfahren - hier gilt allerdings vor Kurven die Maxime, lieber dreimal zu viel hupen, als einmal zu wenig! Die Azoreaner fahren einen viel sportlicheren Reifen als die Canarios, und selbst auf solchen Straßen!

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Die Faja ist trotz der wenigen Bewohner noch eher landwirtschaftlich geprägt und schon nach einem kurzen Stück des Wanderwegs der entlang der Weiden führt, wird einem bewusst, dass dies wieder einer der Azoren-Orte ist, wo mehr Kühe als Menschen leben.

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Wir haben die Faja dos Cubres bei unseren beiden Besuchen bei komplett unterschiedlichem Wetter erlebt. Zum Abschluss unserer ersten Wanderung vor zwei Jahren wurden wir hier von strahlendem Sonnenschein empfangen. Dieses mal erlebten wir das genaue Gegenteil, denn es war während unseres Weges entlang der Küste weitgehend zugezogen und eine tief hängende Wolkenschicht staute sich am Nordkamm der Insel, so dass die Sonne nur noch mal zwischendurch, und für kurze Zeit herauskommen sollte.

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Nach kurzer Wanderdauer zweigt rechts ein ausgeschilderter Camino ab, der zur kleinen Lagune der Faja führt. Man betritt nun eine reizvolle Minilandschaft, die sich völlig von allem was wir bisher auf den Azoren gesehen unterscheidet. Nur ein paar Meter weiter wachsen subtropische Früchte und die Steilwände sind von dichten subtropischen Lorbeerwäldern überzogen; die Lagune empfängt einen hingegen mit einer blühenden Marsch und Salzwiesenlandschaft.

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Obwohl die Wolken sehr tief am Inselkamm festhingen empfanden wir die Stimmung in der Faja von Minute zu Minute reizvoller.

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Von der Vegetation her könnte sich diese Lagune genauso im norddeutschen Wattenmeer, an der schottischen Küste oder an der amerikanischen Westküste befinden. Und gerade bei diesem dunkleren Himmel kamen uns beim Anblick der Landschaft zudem Kamtschatka, Norwegen, Kanada und Island Assoziationen in den Sinn. Die kleine steinerne Schutzhütte, die wohl Anglern als Notunterstand im wechselhaften Azorenwetter dienen soll, ließ mich hingegen irgendwie an Nepal denken.

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Auf schmalen betonierten Zugangswegen, die zu kleinen von Binsen gesäumten Inselchen führen, bewegt man sich durch die Lagune.

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Mit zunehmender Verweildauer wurden die Spiegelungen der Berghänge im Wasser immer faszinierender.

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Zum Atlantik hin ist der natürliche Damm, der die Lagune vor den winterlichen Sturmfluten schützt künstlich verstärkt worden-

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Die meisten der Häuser werden wohl nur noch an den Wochenenden oder im Sommer bewohnt. Es gibt aber sogar eine kleine Bar im Ort in der wir vor zwei Jahren sehr leckeren Kuchen gegessen haben. Und der Kaffee ist eh nahezu überall erstklassig auf den Azoren.

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Von der kleinen Lavastein-Schutzhütte genießt man einen besonders schönen Rundblick auf die Lagune und die großartige Küstenlandschaft.

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Am Ende unseres Aufenthaltes wurden die Lichtstimmungen dann immer intensiver und man hatte das Gefühl, dass Himmel, Wasser und Erde in der Wahrnehmung verschmolzen.

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Nach einer Weile mussten wir uns von diesem faszinierenden Ort losreißen da wir ja noch ein Taxi bekommen mussten um zu unserem Wagen im Hochland zurückzukommen. Aber dieses landschaftliche Kleinod gehört seitdem zu unseren Lieblingsorten am Meer.

Auf dem Rückweg sollte man aber unbedingt noch einen kleinen Zwischenstopp an diesem Aussichtspunkt einlegen wo sich ein herrlicher Panoramablick entlang der Nordküste und der beiden erwanderten Fajas bietet.

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Re: Azoren

Beitrag von Don Uvo » Sa 23. Feb 2019, 19:45

Danke nochmals für diese einzigartigen Reportagen!

Habe weder gebucht noch mich bisher festgelegt.
Tendenz geht auf mind 3 Wochen Azoren , danach reduziert 10 Tage Madeira.

Auf São Miguel anlanden, vorher 1 oder 2 Tage Lissabon.
Von Ponta Delgada mit dem Propellerflieger nach Horta/Faial.
Nach einigen Tagen übersetzen nach Pico / Madalena, dort meinen Berg-Traum verwirklichen.
Nach getaner Arbeit auf Pico evtl. noch einige Tage São Jorge.
Danach Madeira.

Das alles ab ca. 25. September.

Plant vage
Don Uvo
lieber manchmal übermüdet als immer überwacht..

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Re: Azoren

Beitrag von Lee » So 24. Feb 2019, 19:09

Don Uvo hat geschrieben:
Sa 23. Feb 2019, 19:45
Danke nochmals für diese einzigartigen Reportagen!
Dafür nich :hut

Ich würde nicht endlos mit der Buchung warten, da dann die schönsten Unterkünfte eventuell schon belegt sein könnten, wie z.B. Joes Place auf Pico.

http://www.joesplaceazores.com/#header

Und auch unsere Azorean Airlines Flüge waren alle bis auf den letzten Platz ausgebucht, spontanes Inselhopping mit dem Flieger könnte sich als schwierig erweisen. Die Fähren im Triangulo braucht man hingegen nicht vorbuchen, da kommt man immer rauf.

Bei vollen 3 Wochen auf den Azoren könntest auf jeden Fall ganz locker den Besuch von drei Inseln anvisieren, bei strafferer Planung auch vier Inseln. Wobei sich ein Besuch von Sao Miguel wohl kaum unter einer Woche lohnen dürfte. Und auf Pico würde ich aufgrund Deines Zieles und des unberechenbaren Wetters mindestens 5 volle Tage einplanen. Faial kann man hingegen in 3 Tagen schon einigermaßen erkunden. Für Sao Jorge würde ich aufgrund der schönen Wandermöglichkeiten (besser als auf Pico) mindestens 4 volle Tage einplanen.

Bei einer Sao Miguel/Faial/Pico-Kombi würde ich persönlich zu 8 vollen Tagen Sao Miguel, 3-4 Tagen Faial und 6-7 Tagen Pico tendieren.

Bei einer Sao Miguel/Faial/Sao Jorge/Pico Kombi würde ich zu 5-6 vollen Tagen auf Sao Miguel, 2 Tagen Faial, 4 Tagen Sao Jorge und 5-6 Tagen auf Pico tendieren - wobei man mit der Früh und Spätfähre auch von Pico aus noch einen Tag auf Faial anviesieren könnte.
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Re: Azoren

Beitrag von Felíz » So 24. Feb 2019, 20:46

Ganz dickes Dankeschön für die tollen Wanderbeschreibungen und die zauberhaften Bilder. :freu
Die "Schutzhütte" erinnert mich an die Trulli in Apulien
Katzen lieben offene Türen - für den Fall sie entscheiden sich doch anders.

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Re: Azoren

Beitrag von vida llena » So 24. Feb 2019, 21:21

... Und mich an die Hütten in den Picos de Europa. :freu

Lee, so schön ist es dort. :herz und deine Berichte und Fotos wecken Sehnsucht.

Danke :knuffel
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus


aus "Mondnacht" von Joseph von Eichendorff

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