Azoren

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Azoren

Beitrag von Lee » Fr 14. Sep 2018, 22:22

Wer auf kleine, bergige ozeanische Vulkaninseln mit wenig Tourismus steht und nicht allzu weit fliegen möchte stößt unwillkürlich auf die Azoren als Reiseziel. Wir waren jetzt zum zweiten mal auf den Azoren und die Inseln haben sich als erstklassige Alternative zu unseren heiß geliebten Kleinen Kanaren entpuppt. Die Inseln weisen genug landschaftliche, kulturelle und botanische Ahnlichkeiten mit den Kanaren auf um die persönlichen Vorlieben zu bedienen, differieren auf diesen Gebieten aber trotzdem ordentlich, so dass man nicht das Gefühl einer Wiederholung hat.

Einer der markantesten Unterschiede zu den Kanaren ist die viel geringere Größe der neun Azoreninseln. Sao Miguel - die flächenmäßig größte Insel - ist gerade einmal knapp größer als La Palma. Und bis auf diese Insel die schon merklich dichter besiedelt, und auch deutlich touristischer als La Palma ist, sind die meisten Inseln des Archipels sehr klein, zumeist deutlich kleiner als La Gomera, und oft sogar dünner besiedelt als El Hierro. Das hat natürlich auch Einfluss auf die Verweildauer auf den Inseln - die Azoren sind eher ein Ziel für Inselhopping. Wenn man es geschickt plant und das Wetter mitspielt kann man durchaus drei Inseln in zwei Wochen bereisen und dabei recht viel von den Inseln kennenlernen, von Sao Miguel einmal abgesehen.

Ein weiterer Unterschied sind die im Vergleich zu den Kleinen Kanaren noch einmal deutlich geringeren Touristenzahlen, wobei auch hier die Hauptinsel Sao Miguel die Ausnahme sein soll. Dort soll der Tourismus seit ein paar Jahren durch mittlerweile landende Billigflieger stark boomen. Nach Sao Miguel, in der Ostgruppe des Arhipels gelegen kommt man in der Regel von Deutschland aus ohne Probleme. Von Hamburg aus kommt man via Lissabon auch an einem Tag nach Faial auf der weiter weg gelegenen Zentralgruppe. Erstaunlich und erfreulich war für uns, dass wir dieses Jahr von Hamburg aus mit einer wirklich sportlichen Flugkombi an einem Tag nach Flores auf die sehr abgelegene Westgruppe gelangten....Hamburg - Lissabon - Sao Miguel - Terceira - Flores...die Umsteigezeiten waren allerdings teils kriminell und es hätte auch schiefgehen können.

Von Sao Miguel ging es dann mit zwei Flügen in kleinen Propellermaschinen die nur 36 Personen Platz boten weiter. Erstaunlicherweise boten diese Maschinen die größten Beinfreiheit die wir jemals erlebt haben, man konnte sich wirklich ganz(!) ausstrecken. Es waren tolle Flüge und beim Landeanflug auf Flores konnte man sogar ein Buckelwalweibchen mit Kalb aus dem Flugzeug sehen.


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Re: Azoren

Beitrag von Lee » Fr 14. Sep 2018, 22:56

Ein weiterer markanter Unterschied zu den Kanaren ist, dass die Azoren ganzjährig üppig grün sind. Als erstes besuchten wir dieses Jahr Flores. Die Insel ist die viertkleinste Azoreninsel und nur etwa halb so groß wie El Hierro und hat dabei nur etwa 3.800 Einwohner. Flores gilt als die grünste der Azoren, was man der Insel sofort abnimmt. So grün gebährdete sich die Insel selbst nach einem sehr trockenen Azorensommer! Wir waren zum ersten mal auf diesem Eiland und waren sofort verzückt. Vor allem vom Hochland und dem Inselwesten waren wir sehr sehr angetan. Hier zwei Fotos aus dem Südwesten, aus der Gegend oberhalb von Lajedo. Durch diese Region kann man auch auf herrlichen wildromantischen Pfaden wandern.

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Re: Azoren

Beitrag von nemo » Sa 15. Sep 2018, 08:11

Vielen Dank :blume für die tollen Fotos und Informationen, sie stehen auch auf meiner Liste der Orte, die ich noch bereisen möchte.
Nemo
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Re: Azoren

Beitrag von Lee » So 16. Sep 2018, 23:45

Die zweite Insel die wir dieses mal, wie auch schon im ersten Urlaub besuchten, war São Jorge. Es ist von den Umrissen her, die wohl bei weitem ungewöhnlichste Insel die wir bisher kennengelernt haben, denn sie gleicht einem nach Kiel oben im Ozean treibenden Schiff! Dabei steigt die 56 Kilometer lange und bis höchstens 8 Kilometer breite (oftmals viel schmalere) Insel sehr schnell, und extrem steil auf bis über 1000 Meter Höhe an, was der Insel einen starken Hauch der Unzugänglichkeit verleiht. Charakteristisch für die Insel sind die Fajãs - dem steilen Inselrücken vorgelagerte, flache Landzungen.

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Die Fajas von São Jorge sind zumeist sehr reizvoll gelegen, und der für mich faszinierendste Platz am Meer der Azoren den ich bisher kenne, ist die Lagune der Faja dos Cubres auf São Jorge. Wer diese Landzunge auf der recht abenteuerlichen Abfahrt mit dem Mietwagen besucht, oder die tolle Abstiegswanderung von der Serra do Topo in der Fajã dos Cubres beendet hat, sollte unbedingt nicht sofort wieder zurückfahren oder das nächste Taxi zurück ins Hochland nehmen, sondern über die schmalen Zugangswege hinaus in die kleine Lagune laufen. Man betritt eine Minilandschaft, die sich völlig von allem was ich bisher auf den Azoren gesehen habe unterscheidet. Nur ein paar Meter weiter wachsen subtropische Früchte und die Steilwände sind von dichten subtropischen Lorbeerwäldern überzogen; die Lagune empfängt einen hingegen mit einer blühenden Marsch und Salzwiesenlandschaft, die sich von der Vegetation her genauso im norddeutschen Wattenmeer oder an der nördlichen nordamerikanischen Westküste befinden könnte. Und bei dunklerem, bedecktem Wetter wie hier erinnert die Fajã dos Cubres wenn man von der Lagune auf sie blickt landschaftlich eher an Island, Norwegen, Kamtschatka oder Kanada als die Azoren.

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Re: Azoren

Beitrag von almogrote » Di 18. Sep 2018, 08:39

Danke für die tollen Bilder und die Berichte Lee. Wir waren im Oktober 2005 auf Sao Miguel und waren begeistert. Auch, wenn die meisten Hortensien schon verblüht waren, so hatte man trotzdem den Eindruck, durch eine riesige Parkanlage zu fahren. Auf den Hochebenen hingegen, fühlten wir uns wie in Irland. Die anderen Inseln stehen schon lange auf der Wunschliste....das müssen wir unbedingt mal angehen.

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Re: Azoren

Beitrag von Lee » Di 18. Sep 2018, 23:24

Die dritte Insel die wir dieses mal, wie auch schon im ersten Azorenurlaub besuchten, war Pico - allerdings leider nur für knapp zwei den Urlaub beschließende Tage, was natürlich viel zu kurz ist. Pico ist mit 447 km2 schon ein klein wenig größer als La Gomera, dabei aber deutlich dünner besiedelt. Höhepunkte der Insel ist nicht nur aus geographischer Sicht der mächtige, die Insel dominierende, noch aktive Vulkan Pico, der mit 2351 m höhe zugleich der höchste Berg Portugals ist.

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Ein weiterer Höhepunkt ist das eigenwillige, karge und völlig unbesiedelte Hochland, das von unzähligen Vulkankegeln und einigen kleinen Kraterseen gesäumt wird. Die einzigen ständigen Bewohner sind hier Kaninchen und viele, viele Kühe.


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Re: Azoren

Beitrag von myrtel » Mi 19. Sep 2018, 09:17

:freu
Wunderschöne Bilder, Lee. Vielen Dank.
Die grünen Vulkankegel erinnern mich an die Puy de Dome in der Auvergne, was ja auch erloschene Vulkane sind.
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Re: Azoren

Beitrag von Zugvogel » Mi 19. Sep 2018, 09:28

Ja.. Wirklich schön. Auf Pico haben wir einen Teil unserer Flitterwochen verbracht .. Wenn es nur auf den Azoren so lecker Essen wie auf Gomera gäbe. Das wäre noch schöner

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Re: Azoren

Beitrag von Lee » Mi 19. Sep 2018, 09:44

Zugvogel hat geschrieben:
Mi 19. Sep 2018, 09:28
enn es nur auf den Azoren so lecker Essen wie auf Gomera gäbe. Das wäre noch schöner
Also Fisch kann man, finde ich hervorragend auf den Azoren und in größerer Auswahl als auf den Kanaren essen. Aber die Beilagen sind auf den Kanaren zumeist besser. Papas Arrugadas und die Mojos habe ich schon ein wenig vermisst, gerade weil die Küche ja eigentlich ähnlich wie auf den Kanaren ist. Dafür ist der Kaffee auf den Azoren dann wieder besser.

Frappierend finde ich, wie wenig Restaurants es teilweise auf den Inseln gibt. Und die guten sind natürlich schnell ausgebucht, so dass wir immer vorbestellt haben.

Auffällig ist auch, dass das Angebot in den Supermärkten zumeist deutlich schlichter als auf den Kanaren ist.
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Re: Azoren

Beitrag von Sabine/Guido » Mi 19. Sep 2018, 13:05

:dd Lee für diese wunderschönen Bilder und Deine Berichte! :blume

Sie machen Lust! :blume

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