Wandern mit Kindern

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nochsonhambo
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Wandern mit Kindern

Beitrag von nochsonhambo » Mi 7. Mär 2012, 23:22

Beim Nachdenken über meinen letzten Gomera-Urlaub kam mir u.a. wieder in Erinnerung, wie häufig ich Eltern von Schwierigkeiten berichten höre, mit Kindern zu wandern. Trotzdem habe ich zu diesem Thema im Forum bislang gar nichts gefunden. Also gebe ich dazu mal selbst einige Eindrücke und Erfahrungen weiter, allerdings nicht als Rezepte, sondern als meine Anregungen für das Finden eigener Wege. Denn Kinder sind verschieden! Und Eltern auch! Und der Umgang von Eltern mit ihren Kindern erst recht! Und solche Erfahrungen beeinflussen und prägen natürlich ganz verschieden.

Aber erst mal meine ganz grundsätzliche Empfehlung:
Wer sich wünscht, dass seine oder ihre Kinder Spaß am Wandern entwickeln, sollte unbedingt als erstes die Wasserfalltour machen – und dabei die Kinder die Länge der Tour, das Tempo, Zwischenstopps und Pausen bestimmen lassen!
(und dabei den Kindern keinesfalls erst noch einen "Anmarsch" bis El Guro zumuten!)


Ich habe im Laufe meiner vielen Aufenthalte auf Gomera eine Reihe von Wanderungen mit ganz verschiedenen Kindern gemacht, auch mit Kindern, die von ihren Eltern als sehr wanderunlustig oder -ungeeignet beschrieben wurden. Ich erinnere mich z.B. an eine Mutter, die fast jeden kleinen Versuch ihres Sohnes, sich mal auszuprobieren, gleich mit Mahnungen, Belehrungen, Tadel oder Verboten ausbremste. Und diese Mutter fand ihr Verhalten auch notwendig angesichts der Art und Weise, wie außergewöhnlich ungeschickt, unsicher und riskant ihr Sohn da tatsächlich durch die Gegend stolperte. Allerdings: Was ist da Ursache und was Wirkung?

Dabei habe ich bislang nie irgendwo einen Kinder so sehr motivierenden Wanderweg erlebt wie auf Gomera, nämlich die Wasserfallwanderung (spätestens ab dem Punkt, wenn man durch El Guro durch ist und die "normal" begehbare Wegstrecke endet). Das Tolle an dieser Wanderung ist, dass der Weg dauernd neue Überraschungen und Herausforderungen bringt. Immer wieder muss man über Steine klettern, irgendwo durchkriechen, über den Bach springen, irgendwo hoch oder runter klettern, passende Trittstellen suchen, Wegalternativen erkunden usw. Und immer wieder muss man herausfinden und probieren, was wie vielleicht am besten geht, was man sich zutraut oder lieber doch nicht, wie man mit den unterschiedlichsten Hürden und Herausforderungen am besten umgehen könnte usw. So etwas kann ungemein spannend sein und bringt immer neue und unverhoffte Anreize – vorausgesetzt, die Mitwandernden, z.B. die Eltern, mischen sich da nicht allzu massiv und bestimmend ein. Je eigenständiger sich dabei ein Kind immer wieder selbst ausprobieren und entfalten kann, um so begeisteter wird es erleben, was für Fähigkeiten es sich auf seinem Weg aneignet. Dabei ist es natürlich wichtig, eine vertraute Person bei sich zu wissen, die interessiert und begleitet, ohne aber aber gleichzeitig zu lenken und zu steuern. Und in besonderen Situationen klar zu unterscheiden zwischen: "Ich habe da Angst um dich." und "Du kannst das nicht".

Bei einem Wanderweg wie dem zum Wasserfall braucht man keine pädagogischen Tricks oder Motivations-Hilfsmittel, um Kinder zum Wandern zu bringen. Manche Eltern haben da ja ganze Versprechens-, Trick- oder auch Druck-Arsenale. Bei diesem Weg motiviert die Realität selbst - in Überfülle. Und sie motiviert auf außerordentlich vielfältige Weise, immer wieder neu und anders. Und das bedeutet: Wer sich nicht die angeborene kindliche Neugier, den angeborenen ungeheuren kindlichen Forschungs- und Entdeckungsdrang völlig hat austreiben lassen, braucht für einen solchen Weg keine äußeren Verlockungen oder Belohnungen. Die braucht man eher bei denjenigen Wanderungen, die Erwachsenen als besonders geeignete Einstiegswanderungen erscheinen – Kindern aber teils eher die Wanderlust verleiden können.

Die außerordentliche Attraktivität des Weges zum Wasserfall führt uns anderseits aber vor Augen, wie wenig Anreize viele andere Wanderwege für Kinder bieten – immer häufiger und stärker inzwischen auch auf Gomera – obwohl Gomera zum Glück noch himmelweit entfernt ist von dem, was z.B. große Teile der Wandernetze in den Alpen prägen. Unterhalb der Kletterregionen empfinde ich dort z.B. die allermeisten Wanderwege in den Alpen als überaus steril, langweilig und unlebendig. Die Wege selbst haben sich oft nicht mal kleinste Reste von Erlebnisraum bewahren können. Jene Wege leben oft nur noch von der Aussicht nach links und rechts, nicht aber von dem Weg selbst. Auch auf Gomera hat der Wanderwege-Ausbau in den letzten zwanzig Jahren vieles von dem zurückgedrängt oder verschwinden lassen, was solche Wege gerade für Kinder einstmals viel interessanter erscheinen ließ. Ein kleines Beispiel dazu: Ich hatte vor Jahren mich mit meinem damals vierjährigen Sohn daran gemacht, eine auch für ihn spannende Talwanderung durch das Valle-Tal zu finden. Heraus kam damals eine Wanderstrecke, die wir in den Folgejahren immer wieder mit verschiedenen Kindern gemacht haben und die mein Sohn damals Eselsfarmwanderung nannte. Denn sie endete mit einem Besuch bei den Eseln unterhalb von El Guro und zwei Mal sogar mit einem Eselsritt dort. Startpunkt dieser Wanderung war die Bushaltestelle neben der Schule in Retamal (unterhalb des Friedhofs). Zunächst ging es dort durch ein Bambusdickicht im Talgrund, durch das sich verschiedene Bäche zogen und in dem es zahlreiche tunnelartige Trampelpfade gab. Am unteren Ende des Dickichts ging es dann – teils allerdings ohne ausdrücklichen Weg oder über ganz schmale Trampelpfade– über unbebaute Feldränder, Terrassenmauern und durch trockene Bachbetten Richtung Hornillo. Inzwischen ist das Dickicht verschwunden, sind neue breite Wege und ausgebaute Treppenpfade angelegt – und sind umgekehrt etliche informelle Wege mit Zäunen u.a. gesperrt. Und die Möglichkeit, die Wanderung vielleicht mit einem kleinem Eselsritt abzuschließen, existiert ja auch längst nicht mehr. (Ob vielleicht aber der im Barancobett entsorgte weiße Schrott-Mercedes immer noch zum Spielen einläd, das weiß ich nicht.)

Ich finde: Viele Kinder haben gute Gründe, haben ihre eigenen Erfahrungen, von Wandervorhaben Erwachsener zu befürchten, dass das für sie langweilig, anstrengend und nervig wird. Deshalb habe ich es immer wieder als besonders hilfreich und wichtig empfunden, ihnen schon bei der Planung zu versprechen: Sie dürfen entscheiden, wann wir umkehren. Und sie dürfen auch entscheiden, wann wir Pause machen – und wie oft. Das klingt einfach. Aber es war für mich doch ziemlich schwer auszuhalten, als bei unserer ersten Wasserfallwanderung mein damals vierjähriger Sohn beim Basalt-Guanchen am Eingang der Schlucht schon seine vierte oder fünfte Pause machen wollte. Und kurz nach Erreichen des Bachbettes stand für ihn schon die siebte an. Danach aber ging's dann durch bis zum Wasserfall. Und die zwei Stunden Rückweg machte er schließlich sogar ganz ohne Pause.

Übrigens: Erwachsene möchten beim Wandern oft lieber "unter sich" sein. Einzelkinder ziehen dagegen wohl fast immer vor, dass noch mindestens ein anderes Kind dabei ist (auch wenn die Eltern auf die anderen Eltern vielleicht erst mal gar nicht solche Lust haben). - Ein anderer wichtiger Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen liegt beim Wandern oft darin, dass etlichen Erwachsenen das Ziel und das "die Strecke schaffen" vorrangig ist. Weit seltener als bei Kindern ist dagegen bei Erwachsenen (vor allem wohl bei männlichen Erwachsenen) zu erleben, dass "der Weg das Ziel" ist. Für Kinder zählt dagegen meist das "Jetzt" viel mehr als das Ziel - es sei denn, sie werden mit Belohnungsversprechen künstlich für etwas anderes motiviert. - Und dann gibt es natürlich auch noch diejenigen Situationen, in denen Kinder hartnäckig ein ganz besonderes Ziel anstreben, das Eltern ihnen eigentlich noch gar nicht zutrauen (z.B. mit sieben auf den Fortalezza).

Kinder haben im Übrigen bei Wanderungen eine ganz eigene Weise zu sehen, etwas wahrzunehmen, etwas spannend zu finden und sich mit etwas gerade Entdecktem konkret beschäftigen zu wollen. Sie tun auch ganz vieles verschiedenes unterwegs, fassen ganz vieles an, nutzen ganz vieles spielerisch und probieren ganz vieles aus – während Erwachsene oft nur gehen, sehen und reden. Viele Erwachsene könnten auf einer gesamten Wanderung ihre Hände in ihre Hosentaschen packen. Kinder nie!

Kinder wünschen sich natürlich Erwachsene, die ihnen für ihre eigene Weise des Erlebens und der Beschäftigung Raum lassen. Und die auch gegenseitig dafür offen sind mitzubekommen, was die eine oder die andere interessant und spannend findet. Das ist dann ein gegenseitiger, ein gemeinsamer Prozess und nicht jenes allzu verbreitete belehrende und besserwisserische "Guck mal hier …", "sieh mal da …". Je stärker man es als Erwachsener selbst schafft, Kinder in ihrem eigenen Erleben ernst zu nehmen und zu lassen, um so leichter werden auch Interventionen überflüssig wie "Pass auf!", "Vorsicht", "Nein, so nicht!" "Warte", "lass mich das machen" …. bis hin zu jenem unsäglichen "Hab ich's dir nicht gesagt?"

So weit einige Gedanken und Erfahrungen von mir, wie Wandern für Kinder/mit Kindern spannend und entspannt sein kann.
Vielleicht gibt das ja einigen Anregungen. Und vielleicht regt das andere ja an, auch ihre Sichtweisen und ihre Erfahrungen zum Wandern mit Kindern auf Gomera beizusteuern. Ich habe übrigens hier immer Kinder ab vier bis allenfalls zehn bis zwölf Jahren im Kopf.

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Re: Wandern mit Kindern

Beitrag von Sabine/Guido » Do 8. Mär 2012, 11:47

In erster Linie sehe ich diesen Bericht als pädagogische Anleitung.

Wir haben keine Kinder, kann deshalb auch nicht von meinen Erfahrungen "Kinder und Wandern" berichten.

Die Wasserfallwanderung allerdings als Beispiel anzuführen....... :still

Wir, beide Ü 40, vielleicht nicht die durchtrainiertesten Hochleistungswanderer, jedoch schon minimalerfahren, haben es bis jetzt nicht geschafft, diesen Wasserfall zu sehen. :oops: :achselzuck

1. Versuch gescheitert: Weg nicht gefunden. :oops:

2. Versuch gescheitert: Bachbett so naß, trotz guter Wanderschuhe, so glitschig dieses gekraxel über die Steine und damit nicht ganz ungefährlich. Ein abrutschen und der Knöchel ist im Eimer.......
Das war aber nicht der Grund des Scheiterns. Wir haben es nicht geschafft, den 1. Minifall körperlich zu überwinden, da vielleicht zu klein? Es war uns nicht möglich uns irgendwo am Stein oder Wurzel oder sonstwo hochzuziehen. :oops:
:achselzuck Jetzt frage ich mich, wie sich das mit einem Kind motivierend gestalten würde! :achselzuck :shock:


Das soll keine Kritik sein, schön wenn es Menschen gibt, die das können. :ja Davon gibt es ja wohl auch reichlich. :ja Wollte nur mal kurz unsere Erlebnisse mit dem ach so schönen Wasserfallwanderweg schildern! :lach

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Re: Wandern mit Kindern

Beitrag von wulf » Do 8. Mär 2012, 19:28

Guido und Sabine, so unsportlich seid ihr doch gar nicht :ausheck

also ich muss nochsonhambo absolut recht geben, da ich diese Tour vor allem mit Kindern immer empfehle.
Es ist genauso wie er beschreibt.

Als unsere Kiddies noch klein waren haben wir das öfters gemacht und sie haben den Weg geliebt.

Auch als meine wanderfaulen Neffen auf Besuch waren, damals 9, 11 und 15 Jahre alt, hat sie die Wasserfall überzeugt und sie wollten dann weitere Touren machen :mrgreen:
Es ist immer noch " die" Tour von der sie erzählen, halt Abenteuer pur.

nochsonhambo :freu eine gute Idee dieses Thema, werde mir mal noch Gedanken für weitere Touren machen
das Lächeln das du aussendest, kehrt zu dir zurück
(Birmanische Weisheit)

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Re: Wandern mit Kindern

Beitrag von Sabine/Guido » Do 8. Mär 2012, 20:00

:director Wuuuuuhuuuuulf!

Der nächste Wasserfall- Wanderversuch ist mit dir/euch gebucht!!!!! :mrgreen:

Dann war das Bachbett bei uns besonders wassergefüllt, was ich im Herbst allerdings nicht glauben will. :achselzuck

Andere Alternative wir sind doch zu unsportlich oder zu duselig! :oops:

Unser 3. Versuch wird mit kleiner Trittleiter erfolgen, wegen zu kurzen Stummelbeinen von uns Beiden! :sm_03 :sm_03 :sm_03 :sm_03 :sm_03

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Re: Wandern mit Kindern

Beitrag von Pequena » Do 8. Mär 2012, 20:29

:sm_03 :sm_03 Sabine und Guido, wenn ich "Kleine" das geschafft habe, packt ihr das doch garantiert auch. :ja
Bild

Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich.

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Re: Wandern mit Kindern

Beitrag von myrtel » Fr 9. Mär 2018, 00:16

Ich hole dieses Thema mal wieder hoch, da wir mit unseren 3 1/2 Jahren und fast ein Jahr alten Söhnen für 2 Wochen die schöne Insel besuchen konnten und auch ein paar kleinere Touren mit ihnen unternommen haben.
Wir haben uns vorher einige Gedanken gemacht, welche Touren wir unternehmen. Aufgrund des vielen Regens und der stürmischen Tage haben wir nur 4 "richtige" Wanderungen geschafft.

Der erste Beitrag von nochsonhambo trifft es ziemlich genau und die Wasserfalltour war eine der Touren die wir gemacht haben. Ob des Regens haben wir sie als letztes durchgeführt.
Den fast Einjährigen hatten wir in der Kraxe und der 3 1/2 Jährige war mit guten Wanderschuhen ausgerüstet.

1. Tour:
Tour 30 Rother Wanderführer 2018 (15. Aufl.) Arure - (Los Baranquillos) - Arure

- ~220 Höhenmeter, ~4,5 km (ohne Los Baranquillos) -
Wir sind zu Anfang der Routenführung im Wanderführer gefolgt und bei Conchita gestartet, sodass wir den stärksten Anstieg gleich zu Anfang hatten. Sogleich sind uns auch Ziegen begegnet, was das erste Highlight der Tour war. Am doch, teils steilen Anstieg hatte ich den Großen oft an der Hand (mein Mann den Kleinen in der Kraxe). Wir machten immer kleinere Pausen, er suchte nach Stöcken, schaute sich Ziegenköttel an. Die erste richtige Rast machten wir erst auf ebenem Gelände, sodass der Kleine entwas laufen konnte (ja er läuft schon!). Dies war bei einem Wasserspeicher, was für unseren Großen auch interessant war. Danach bis zu Straße gibt es auf Pistenstraße einige Steigungen, die der junge Mann dann doch mal getragen werden wollte (20 kg sind echt schwer). An der GM-1 angekommen sahen wir ein paar Baumaschinen, welche das 2. Highlight der Tour darstellten. Den Abstecher nach Los Baranquillos haben wir uns gespart, und sind stattdessen gleich weiter. Auf dem, teils verwunschenen Weg nach unten zum Embalse de Arure (Quintana) musste ich mich dann doch ab und an zusammenreißen den jungen Mann beim rasanten Abstieg nicht zu bremsen. Ist auch nur einmal hingeflogen :) und wurde nicht getadelt. :nein Er war dann doch etwas müde und auch ein wenig hungrig und wollte dann eigentlich nicht mehr so gerne laufen. Aber die Aussicht nach Pommes im Conchita ließ noch einmal die Lebensgeister wecken. Vom Embalse nach Arure sind wir dann direkt die Straße gelaufen.
Fazit: Die Tour hat nicht so viele Reize für Kinder (die Ziegen und Baumaschinen sind ja nicht immer da), ist aber als leichte Tour nicht schlecht. Einkehr bei Conchita ist immer gut!

2. Tour:
Tour 20 Kompass Wanderführer 2017 (1. Aufl) Laguna Grande - Felsplateau - Laguna Grande
- 2,9 km, 107m Höhenmeter -

Die Tour haben wir 2 Tage nach einem starken Regen gemacht. Die Wasserpfützen auf der Laguna Grande waren gut gefüllt. Wir mussten uns für die Tour, nach Überschreiten der GM-2, erstmal den Weg durchs Unterholz suchen, was mit der Kraxe und dem Kleinen auf dem Rücken nicht immer einfach war. Auch der Große musste mit seinen 1,04 m auch häufiger mal über Hindernisse überhingetragen werden. Nach den ersten 200m wird der Weg wieder besser und wir konnten richtig losmaschieren. Der Weg ist teils schmal und das Gelände fällt dann steil ab, sodass der Große häufiger an der Hand war, was er auch wollte. Es ist ein leichtes Auf und Ab des Weges, der durch schönen Lorbeerwald und Farne führt, was dem Großen anfangs sehr gut gefiel. Wir mussten an zwei Stellen, die im Kompass-Führer auch gut beschrieben sind den Weg doch erst genau suche. Vor allem das letzte Stück zum Felsplateau. Von diesem hat man einen atemberaubenden Blick richtung Vallehermoso und dem Roque Cano. Es war allerdings stellenweise fecht und glitschig, sodass der Kleine nur kurz aus der Kraxe konnte und der Große auch keine großen Erkundungen machen konnte. Ich habe mich dann auch der Länge nach hingelegt *aua* Der Rückweg erfolgt auf dem gleichen Weg. Gegen Ende hatte der Große keine Lust mehr und Papa durfte ihn dann bei den Steigungen schleppen. Die Pommes im Restaurant Laguna Grande hat er sich trotzdem schmecken lassen.
Fazit: Eher was für größere Kinder und nach einer längeren trockeneren Periode, die Wege und das Plateau waren feucht und glitschig. Sonst absolut interessant durch die Vielfalt an Sträuchern/Bäumen (Stöcken, Blättern zum Aufsammeln)

3. Tour:
Auf den Garajonay von Igualero aus. Dabei wurden Teile der Tour 54 Kompass Wanderführer 2017 (1.Aufl.) abgewandelt!
Igualero - Forststraße nach rechts - Einsattelung - Feuerschneise - Sendemasten - Garajonay - Pflasterstraße - Forstweg zurück bis Igualero

Diese Tour haben wir uns aus dem Kompass-Führer sowie unseren Erfahrungen aus den letzten Garajonay-Wanderungen selbst zusammengestellt. Hier war uns wieder wichtig, dass der Aufstieg zuerst kommt (was beim Aufstieg auf den Garajonay natürlich nicht schwierig ist). Der Große war ganz erpicht darauf auf den höchsten Punkt der Insel zu kommen, sodass der Aufstieg fast kein Problem darstellte (mit immer wieder Pausen, Stöcke suchen, Kienäpfel suchen, ..). Auch war er sehr fasziniert von den abgebrannten Bäumen und es kamen immer wieder Fragen auf warum das passiert ist, welche Feuerwehren da waren ... Auf dem Garajonay machten wir Rast und auch der Kleine konnte seine Runden auf dem Felsplateau drehen. Zurück ließ das Interesse des Großen nach und wir brauchten doch recht lange zum Auto, da er immer wieder Feuer löschen spielte :)
Fazit: Einfache Tour auf den Garajonay, die mehr bietet als der Aufstieg vom Alto de Contadero.

4. Tour
Der Klassiker die Wasserfall-Tour.
- 3,4 km, ~200 Höhenmeter

Wir sind die Tour vom Parkplatz von El Guro aus über den Einstieg bei Casa la Seda gelaufen, um schnell ins Bachbett zu kommen. Der Bach führte viel Wasser, sodass es ziemlich feucht wurde. Mamas anfängliche Ermahnungen doch nicht zu tief ins Bachbett zu treten waren spätestens nach dem ersten Vollaufen der Wanderschuhe vorbei :sm_03 Auch muss man mit der Kraxe aufpassen, da manche Bäume oder SChilf tief hängen.
Die Tour hat bekanntermaßen ein paar knifflige Stellen, die der Große aber super gemeistert hat. Teils ist mein Mann vorgewandert, hat die Kraxe abgestellt und den Großen vorne und ich hinten abgesichert. Wir haben es wirklich, letztendlich bis zum Wasserfall geschafft und der Jubel beim Großen war hörbar. Selbstverständlich wurde sich noch drunter gestellt und alle möglichen Schiffchen ins Wasser geworfen. Der Weg zurück war viel mit durchs Wasser Patschen und Schiffchen starten geprägt. Irgendwann ist der Große mit dem Po im Wasser gesessen und spätestens dann war es sowieso egal wie mehr nass er noch wird. Zurück sind wir ebenfalls über Casa la Seda gelaufen
Fazit: Ein MUSS mit Kindern! Wir haben 4 3/4 Stunden gebraucht! Wir waren danach alle kaputt, aber toll wars!

Wandern mit Kindern macht wirklich Spaß, auch mit den Kleinen. Als Elternteil muss man sich wirklich mehr auf das Spielen des Kindes beim Wandern einlassen und auch größere "Wasserschäden" zulassen. Sonst wird es nur Stress für alle! Ich bin ein wenig klüger und auch lockerer geworden. Danke Jungs :ja
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Re: Wandern mit Kindern

Beitrag von wulf » Sa 10. Mär 2018, 00:27

:freu klasse Bericht Myrtel
danke dafür :blumen
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Re: Wandern mit Kindern

Beitrag von bine » Sa 10. Mär 2018, 23:12

:freu Danke für den klasse Bericht. :blumen
Wir werden aus Deinem Erfahrungsschatz schöpfen, wenn wir wieder mal mit der Enkelin
auf der Insel sind (sie fängt jetzt gerade an zu laufen)
Der Wasserfallweg hat sich 1999, bei unserem allerersten Inselbesuch, auch als "Initialzündung"
für unser, damals gerade 14-jähriges "Pubertier", erwiesen!
Danach ist es noch mehrmals mitgewandert. :ja :strahl :muetze
Und er hat es nie mehr aufgegeben! :muetze
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Re: Wandern mit Kindern

Beitrag von alisea » Mo 12. Mär 2018, 12:11

Wir haben leute kennen gelernt die sind mit ihrem sechsjährigen teilweise zehn km gewandert.
(Ich kanns ja nicht glauben)
Aber solange es ihn nicht langweilt soll er ausdauernd bei den Touren dabei sein.
Die sind zb die unterschiedlichen Wege zu Caleta in Hermigua gelaufen. Nicht strasse sondern die sandigen Camino s hoch zur piste.
Habe den kleinen echt bewundert!

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Re: Wandern mit Kindern

Beitrag von bine » Mo 12. Mär 2018, 17:50

alisea hat geschrieben:
Mo 12. Mär 2018, 12:11
Wir haben leute kennen gelernt die sind mit ihrem sechsjährigen teilweise zehn km gewandert.
(Ich kanns ja nicht glauben)
Aber solange es ihn nicht langweilt soll er ausdauernd bei den Touren dabei sein.
Die sind zb die unterschiedlichen Wege zu Caleta in Hermigua gelaufen. Nicht strasse sondern die sandigen Camino s hoch zur piste.
Habe den kleinen echt bewundert!
:kinn und :hut
Wow!
Wanderernachwuchs!
:muetze
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Cicero

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