La Gomera ano 1964

Hier könnt Ihr sehen und beschreiben, wie die Insel sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat.
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roling
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La Gomera ano 1964

Beitrag von roling » Do 12. Apr 2018, 09:48

Wie sah die Insel im Jahr 1964 aus?

Einen kleinen Überblick über die Insel bietet der „IDE Canarias Visor 4.3“ unter dem Punkt „Historische Karten“ – „Orthophotos“ – „Ortofoto ano 1964“.

Sehr gut sichtbar sind die Veränderungen im Städtebau, in der Landwirtschaft und der Infrastruktur im Vergleich zu heute. Gegenüber heutigen „Google-Kartenwerken“ stechen besonders die vielen deutlich sichtbaren Terrassenanlagen für die Landwirtschaft hervor. Für erkundungsfreudige Wanderer sind einige alte, heute verfallene? oder zumindest in neueren Draufsichten nicht mehr sichtbare Wege / Pfade erkennbar.
Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.

Mafalda

Re: La Gomera ano 1964

Beitrag von Mafalda » Do 12. Apr 2018, 19:43

Danke für die Quelle!
Bin zwar keine Fachfrau, doch fand ich es spannend, über die Insel von 1964 zu"fliegen".
Die Terrassenrungen sind in der Tat sehr ausgeprägt. Das oft bei wenig Bebauung in unmittelbarer Nähe.

Was haben Menschen seinerzeit geleistet!

Wie sind diese Orthofotos 1964 entstanden?Real oder sind es Rückrechnungen?Denn seinerzeit gab es die technischen Möglichkeiten von heute nicht.

concha domingues
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Re: La Gomera ano 1964

Beitrag von concha domingues » Do 12. Apr 2018, 23:17

Hallo Mafalda,

du täuscht dich, die Technik ist alt - schon vor dem zweiten Weltkrieg waren sog. Senkrecht-Aufnahmen Stand der Technik. So gibt es z.B. ganz exakte Reihen-Aufnahmen der Amerikaner von den deutschen KZ in Polen aus den 40er Jahren, auf denen man sehr genaue Details sehen konnte oder auch ganz frühe Reihenaufnahmen aus den Luftschiffen, die schon in den 20er- und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts die Welt umrundet hatten.

Ganz frühe Pioniere der Luftbildfotografie waren schon in den frühen Jahren des letzten Jahrhunderts unterwegs - die aber zuerst nur Schrägafnahmen gemacht haben - zB. Graf zu Castell, Wulf Diether, Chinaflug ( das Buch findet man heute noch unter zvab.com für knapp 30eur - absolut lesenswert - abenteuer hoch 2).

Natürlich ist die Technik heute viel besser geworden, die Auflsung liegt im Dezimeter-Bereich und es wird auch regelmäßig geflogen.

Was aber bemerkenswert ist, ist dass diese Bilder wie von roling beschrieben frei auf einem Geoportal wie visor zur Verfügung gestellt werden und sogar als wmf-Files in GIS-Systeme eingebunden werden können - und das kostenfrei. In D zahlt man dafür immer noch eine ganze Menge Geld und bekommt immer nur Ausschnitte.

Sehr lohnenswert unter visor ist auch der Blick auf die Infrarot-Luftbilder der Insel (je roter desto grün...) ... das Portal reizt eh zum experimentieren.

VG cd

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Aesculus
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Re: La Gomera ano 1964

Beitrag von Aesculus » Fr 13. Apr 2018, 17:02

Sensationell. Es sind einige mittlerweile zugewucherte Wege zu finden. Die Höhenstraße ist noch nicht komplett fertig.
Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.

Mafalda

Re: La Gomera ano 1964

Beitrag von Mafalda » Fr 13. Apr 2018, 19:02

@concha dominguez
Die Aufnahmen machen den Eindruck, satellitenfotografiert oder so! zu sein - a la Google Earth. Daher fragte ich nach der Technik von 1964. Doch bin ich - wie geschrieben - unbedeckt, was das angeht.

Ja, die Infrarotaufnahmen sind ebenfalls sehr aufschlußreich.Da ist der Abgleich mit den 1964 Aufnahmen auch interessant.

Hartmut
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Re: La Gomera ano 1964

Beitrag von Hartmut » Fr 13. Apr 2018, 20:16

Es gibt sehr alte russische Satelittenaufnahmen, ich besitze einen Satz CDs, wenn zu Hause werde ich die mal sichten. Fängt damit an ob sie mit XP lesbar sind? :blumen :gruebel

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Re: La Gomera ano 1964

Beitrag von roling » Do 10. Mai 2018, 09:41

concha domingues, danke für deine Erläuterungen zu den Orthofotos.

Wer mehr über die Herstellung (Aufnahmen und maßstabsgerechten Berechnungen) der Darstellungen erfahren möchte findet einen sehr interessanten Artikel unter Wikipedia „Orthofoto“.

Ein weiterer sehr informativer Artikel über die Geschichte der Luftbildfotografie ist ebenfalls unter Wikipedia „Luftbildfotografie“ zu finden.
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Re: La Gomera ano 1964

Beitrag von kunibert » Sa 12. Mai 2018, 07:39

Sehr interessant! Danke!

Als Student hatte ich im Jahr 1960 das Fach "Geodäsie und Photogrammmetrie" (damals nur mit 2 „m“ geschrieben).

Da hatten wir Luftbildaufnahmen von Wäldern, und zwar immer 2 knapp nebeneinander aufgenommene Bilder. Ein Problem war, diese Bilder so aufzunehmen, dass die Landschaft lückenlos erfasst wurde. Das war damals nicht so einfach. Die Flugzeuge mussten nur nach optischer Orientierung fliegen. Satellitennavigation gab es noch nicht. Und zu große Überlappungen wollte man auch vermieden, das Fotopapier war einfach zu teuer.

Dazu hatten wir einen Betrachter ähnlich einem Mikroskop. Für jedes Auge ein Okular, das aber jeweils nur eines der beiden Bilder zeigte. Mit etwas Übung konnte man nun die beiden Bilder so überlappend sehen, dass sie 3-dimensional wurden. Vielleicht kennt ihr die Bücher, wo man Zeichnungen so fixiert anstarren muss, bis ein dreidimensionales Bild entsteht.

Mit einer Einstellschraube konnte man dann die Schärfe so einstellen, dass nur Punkte einer bestimmten geografischen Höhe scharf waren.

Die beiden Okulare waren auf einem „Schlitten“ horizontal beweglich angebracht, so dass man über das Bild „scrollen“ konnte. Mit einem an diesem Schlitten angebrachten Stift musste man genau der Höhenlinie entlang fahren und bewegte damit einen Bleistift, der daneben auf einem Blatt Papier die Höhenlinien zeichnete.

Klingt sehr kompliziert und war es auch. Ich hoffe, ich konnte es halbwegs verständlich ausdrücken. Jedenfalls war sehr viel Übung notwendig und es war sehr anstrengend für die Augen. Aber es war eine gute Möglichkeit, Landkarten von entegenen Gebieten anzufertigen.
Und der Ritter Kunibert
setzte sich verkehrt aufs Pferd
wollte er nach hinten sehn
braucht er sich nicht umzudrehn
Ja so warn´s, ja so warn´s die oiden Rittersleut....
:dalton

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