Wenn Costas dreimal klopft.....

Tenerife, El Hierro, La Palma, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote.

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Beitragvon Lee am Fr 10. Okt 2008, 23:34

Costas, die Küstenbehörde, ist kurz davor sich zur meist gehassten Behörde auf La Palma zu machen :ausheck

Jetzt machen sie sich über die kleinen, paradiesischen Küstensiedlungen im Nordwesten her, die schon viel länger existieren als das Gesetz selbst. Mehrere touristische Attraktionen, wie z.B. die Schmugglerbucht oder die Playa de la Veta sind von der Abrissbirne bedroht :menno :grrr

Diese kleinen idyllischen Küstensiedlungen, die meist nur aus wenigen Häusern bestehen, stören nichts und Niemand.
Sie verschandeln weder die Umwelt, noch verschmutzen sie sie in nennenswerter Weise, zudem sind sie Teil der palmerischen Kultur, aber trotzdem auf die Abschussliste geraten. Soviel Blödheit einer Behörde tut echt weh :autsch
Als wenn man keine größeren Probleme an Spaniens Küsten hätte! :grrr

Die illegalen großen Hotelbauten kommen natürlich mal wieder zumeist davon!

Die Insel wird damit viel an Charme einbüssen, viele Touris mochten diese leicht anarchischen Siedlungen sehr.

Mal sehen ob sie wieder die Star Wars-artigen Sondereingreiftruppen :grrr aus Teneriffa einfliegen müssen. Bei den ersten Räumungen im Süden kochte die Stimmung unter den einfachen Leute richtig hoch. Tausende Unterschriften hatten nichts genützt. :cry:

Wie siehts eigentlich z.B. mit der Playa de Alojera aus, müsste doch eigentlich auch auf der Abschussliste stehen :menno :autsch...oder La Rajita? :wink

Bisher ist Gomera ja zum Glück verschont geblieben....
Wenn sie mich fragen: Municipio de Garafia...Vallehermoso oder La Frontera. Schöner geht nicht auf den Kleinen!
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Beitragvon Lee am Fr 10. Okt 2008, 23:55

Hier ein kleines Beispiel für den Irrsinn den Costas teilweise verzapft, La Fajana, La Palma:

Costas Opfer


Diese kleinen reizvollen Hafenruinen sind bei palmerischen Fischern als provisorische Wochenendunterkunft und auch bei Touris sehr beliebt. Ein wundervoller Ort :herz

Warum will man sowas plattmachen, wenn man ganz andere Bausünden an Spaniens Küsten findet :menno
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Beitragvon Lee am Sa 11. Okt 2008, 00:40

...und auch ein eventueller Abriss des Castillos auf La Gomera würde manche Leute bei Costas, meiner Meinung nach, als Vollidioten entlarven :autsch
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Beitragvon SchmidtChen am Sa 11. Okt 2008, 14:12

Hola :herz @Lee,

sehe ich genauso. Und grosses Kompliment fuer das sagenhafte, malerische Foto
von der alten Fischerhuette mit Panoramablick. :hurra2 :hurra2 :hurra2
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Beitragvon woga am Sa 11. Okt 2008, 16:38

Lee hat geschrieben:Hier ein kleines Beispiel für den Irrsinn den Costas teilweise verzapft, La Fajana, La Palma:

Costas Opfer


Diese kleinen reizvollen Hafenruinen sind bei palmerischen Fischern als provisorische Wochenendunterkunft und auch bei Touris sehr beliebt. Ein wundervoller Ort :herz

Warum will man sowas plattmachen, wenn man ganz andere Bausünden an Spaniens Küsten findet :menno


Wirklich, ein schönes Bild, lee. Ruinen habe auch etwas malerisches, so kleine jedenfalls manchmal...
Ich war schon auf dem Wege, eine Bürgerinitiative zu gründen, den Aufruf hatte ich im Geiste schon fertig. Da fiel mir ein, doch noch mal in meine Bücher zu gucken und ich habe das Ley de Costas (natürlich die Übersetzung) gelesen und fand das, was dort stand, wieder gar nicht so blöd. Seit 1988 ist es nun mal verboten, im Abstand von 100m zum Strand, Wohnbebauung zu erstellen und alles , was schon steht, wird spätestens 2048 abgerissen. Das betrifft die kleinen, wie die großen Bauten (hoffentlich). Das ist natürlich bitter für Bereiche, wo man nicht mal eben 200m ins Landesinnere ausweichen kann, aber im Grunde finde ich das Gesetz schon sehr gut, weil es den Zugang zu den traumhaften Gegenden am Meer für alle erhält. Natürlich ist das Ganze sehr traurig für die jenigen, die im Vertrauen und der gomerischen Haltung "auf den Kanaren ist das alles ganz anders" sich ihr Traumhäuschen am Meer gebaut haben.

Aber offen gestanden: Das Foto wäre auch ohne die Ruine sehr schön :freu
Auf La Gomera sind die Wege lang und umwegig. (Janosch)Bild
Aber schön! (woga) :wink
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Beitragvon Lee am Sa 11. Okt 2008, 17:14

Wenn sie das Gesetz in den letzten 20 Jahren angewendet hätten, würd's an Spaniens Küsten besser aussehen, claro!

Haben sie aber nicht! Und jetzt kommen sie daher und machen keinen Unterschied, ob was vor 10 Jahren oder dreihundert Jahren gebaut wurde :grrr

In La Palmas Nordwesten sind ca. 300 Gebäude dieser Größennordnung(Hütten, nicht Paläste!) vom Abriss bedroht.

Viele Gebäude davon sind hundert Jahre älter, als dieses Gesetz! Die allermeisten dieser Gebäude sind gebaut worden in Zeiten, wo Genehmigung ein Fremdwort war.

Das Küstengesetz ist super wichtig, aber man sollte es darauf anwenden, wo's nötig ist, nicht armen Leuten ihre Wochenendhütten klauen oder reizvolle Ruinen plattmachen...
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Beitragvon SchmidtChen am Sa 11. Okt 2008, 17:22

Hola :herz @Lee,

finde ich einen Volltreffer von Dir. Sowhl Foto als auch Dein Statement.

Faende es auch sehr schade wenn solche tollen Motive und inspirierende Fotos
spaeter nur noch im Archiv und nicht mehr in der Realitaet gefunden und genossen
werden koennen.

Aber hoffentlich setzten sie die Verantwortlichen die Ley de Costa weiter so langsam
um, wie gewohnt und machen hier und da noch ein Denkmalsschutzprojekt daraus.

z.B. gerade diese wunderbaren Fischerhuetten, sind doch Kulturdenkmal und
Naturdenkmal pur.

:herbi
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Beitragvon Lee am Sa 11. Okt 2008, 17:40

Kleiner Nachtrag zu den Hütten: Sie verhindern nicht den freien Zugang zum Meer und oft wurden durch ihren Bau überhaupt erst die Abstiegswege zu den kleinen Traumbuchten errichtet. Diese tollen, oft nicht gekennzeichneten, Wanderwege dürften dann auch verfallen. :menno

Aber ist auch, glaube ich, eher eine palmerische Tradition. Auf Gomera gibt es diese Mini-Strandsiedlungen wohl weniger.
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Beitragvon woga am Sa 11. Okt 2008, 20:09

Lee hat geschrieben:Kleiner Nachtrag zu den Hütten: Sie verhindern nicht den freien Zugang zum Meer und oft wurden durch ihren Bau überhaupt erst die Abstiegswege zu den kleinen Traumbuchten errichtet. Diese tollen, oft nicht gekennzeichneten, Wanderwege dürften dann auch verfallen. :menno


Naja, also, die Emotionen versteh ich gut, aber es wird in Spanien nicht anders sein, als in Deutschland, dass nämlich Gesetze nicht für den Einzelfall gemacht werden. Das Küstengesetz sieht Bestandsschutz bis 2048 für alle Gebäude in der 100m Zone vor, die vor 1988 gebaut wurden und legal sind. Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Leute scheuen sich nämlich, ihre Grundstücke zu registrieren, weil das dann Steuern und Abgaben kostet, das aber wird wohl notwendig sein, um Bestandsschutz zu haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Behörde solcherart legale Gebäude abreißen lässt.

Lee hat geschrieben:Aber ist auch, glaube ich, eher eine palmerische Tradition. Auf Gomera gibt es diese Mini-Strandsiedlungen wohl weniger.


Ich habe kürzlich im Internet eine Anzeige gelesen, wo jemand für viel Geld sein illegal gebautes Haus an einem Strand von La Palma verkaufen wollte. Freimütig wies er darauf hin, dass er im Winter oft das Meer im Wohnzimmer zu Besuch hatte :shock: Da wird wohl die Birne nicht ran müssen. Wenn das Meer weiter steigt, geht das ganz von selbst.

Auf La Gomera gibt es ja auch mehrere Barrancos an der Südküste mit allerdings verlassenen Häusern. Diese toruistisch zu reaktivieren nach dem Muster von El Cabrito (ich meine nicht die Geschichte, sondern das, was dort heute betrieben wird) wäre sicherlich sehr unterstützenswert und mit dem Gesetz sicherlich konform, soweit die Häuser mehr als 100m von Meer entfert stehen (und das tun viele). Aber das passiert leider nicht weil sich damit keine Allinclusivequalitätstouristen anwerben lassen. Stattdessen werden Projekte, wie die Hotelanlage in La Rajita geplant, die bei Realisierung sicherlich das Gepräge der Umgebung zerstören würde.

Playa de Alojera ist nicht gefährdet lee :troest2 die Gegend ist im Kataster als urban gekennzeichnet und da kann ich mir vorstellen, dass die Gemeinde darauf geachtet hat, dass die 20m Regel gilt.
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Beitragvon Lee am So 12. Okt 2008, 11:39

woga hat geschrieben:
Lee hat geschrieben:Kleiner Nachtrag zu den Hütten: Sie verhindern nicht den freien Zugang zum Meer und oft wurden durch ihren Bau überhaupt erst die Abstiegswege zu den kleinen Traumbuchten errichtet. Diese tollen, oft nicht gekennzeichneten, Wanderwege dürften dann auch verfallen. :menno


Naja, also, die Emotionen versteh ich gut, aber es wird in Spanien nicht anders sein, als in Deutschland, dass nämlich Gesetze nicht für den Einzelfall gemacht werden. Das Küstengesetz sieht Bestandsschutz bis 2048 für alle Gebäude in der 100m Zone vor, die vor 1988 gebaut wurden und legal sind. Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Leute scheuen sich nämlich, ihre Grundstücke zu registrieren, weil das dann Steuern und Abgaben kostet, das aber wird wohl notwendig sein, um Bestandsschutz zu haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Behörde solcherart legale Gebäude abreißen lässt.


Klar kann man schwer Ausnahmen machen und ich bin ja gar nicht gegen das Gesetz, aber im Süden der Insel
gab es im Gegensatz zu den Häusern im Nordwesten, kleine Siedlungen wo die Häuser dauerhaft bewohnt waren.
Diese Siedlungen waren unter Duldung der Gemeinden errichtet worden und sogar mit Strom, Müllabfuhr und anderer Infastruktur versorgt worden. Selbst Straßen hatten die Gemeinden in die Siedlungen bauen lassen und die Gemeindesteuern kassiert.

Solch Siedlungen abreissen zu lassen, wird dann, finde ich, absurd und erst recht da es die Häuser der eher armen Bevölkerung sind. Zudem macht Costas gerade einige von den Palmeros hochgeschätzte, wunderschöne Ausflugsziele platt. Ziele, wie die Piraten/Schmugglerbucht oder die wirklich paradiesische Playa de la Veta wurden durch die paar Hütten keinesfalls verschandelt und auch den sehr beliebten Kiosco am Faro von Fuencaliente hätte man echt stehenlassen können. Zudem hatte man an diesen Orten freien Meerzugang.

Kein Wunder, das viele Palmeros eher das Gefühl haben, das Costas etwas gegen, als für Sie, unternimmt.

Ansonsten muss ich mich hier nochmal selbst zitieren: :wink

Lee hat geschrieben:Man würde den kleinen Kanaren sicherlich viel mehr helfen, wenn man das Geld, dass die Costas Aktionen verschlingen, in den Ausbau der Kläranlagen und der Müllverbrennung stecken würde. :wink

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