Dazu ein paar Bilder von meiner Wanderung
Playa-Vueltas-Gerián-Ermita de Nuestra Señora de Guadelupe - Kirchenpfad - Calera - Playa... Rother 29, Goldstadt: 8. Die Bilder habe ich klein gemacht; man kann sie sich ja groß machen, wenn man möchte.
Datum: 03.12.2009,
Start: 7:45: Mond über Playa.... alle sind noch am Schlafen.
Alle? Nein: Da geht eine Baden! Wow. Um die Zeit!
Nun muss man erstmal nach Vueltas rüberlaufen.
... und Mond auch über Vueltas
Im Weiteren gilt es, diverse Hinweise zur Kenntnis zu nehmen:
Dies Abfolge der beiden Schilder hat etwas Merkwürdiges: Nach einem Wanderwegweiser (mit der Aussage "Dies ist ein Wanderweg" - was schon ein wenig unterstellt, dass es sich um einen öffentlicher Weg handelt) kommt dieser gemischte Eigentums-/Gefahrenhinweis, der auch einigermaßen offenlässt: Darf man hier nun gehen - ? Wenn also nicht, wenn man kein "Anlieger" ist, warum dann der Hinweis, dass man "auf eigene Gefahr" weiter geht und die Natur respektieren soll? Hm.
Wie dem auch sei. Der Weg ist jedenfalls gründlichst markiert. Das gilt für den Anfang
wie auch für den Rest des Wegs.
Zunächst erreicht man so noch recht bequem den kleinen Wasserspeicher vor drei Terassen.
(Diese Stelle kann man in Google Earth noch gut ausmachen - den weiteren Weg eher nicht. Da wäre ein GPS doch spannend!)
Nach dem Speicher geht es unangenehm durch Geröll hoch auf das Plateau der dritten Terasse:
Dort oben locken nun am rechten Rand und sehr nahe der Stelle, wo man heraufkommt, rechts zwei super große Steinmännchen.
Die Steinmännchen des Teufels
Dort beginnt auch ein Pfad, der oberhalb der Terasse ansteigt. Schon geht man dort...
von dort hat man dann auch einen schönen Rückblick auf den Wasserspeicher. Nichtsdestotrotz ist der Pfad
falsch - er wird auch schnell mehr zu einer Pfadspur, und Markierungen fehlen ganz.
Nun gut: Im Rother ist die Sache ja auch eindeutig beschrieben. Hätte man die Beschreibung besser gelesen und sich eingeprägt... wäre man nicht auf die Steintürmchen reingefallen. Also zurück. Hier der Blick in Gegenrichtung durch die beiden
"Steinmännchen des Teufels": Man muss hier nur einfach quer über die Terasse schlendern, das ist der richtige Weg. Und der ist so fett und breit, dass ich meine Beschwerde, hier würden aber Markierungen fehlen, gar nicht erst herausbringe.
(Wenn man nur wüsste,
WARUM diese verdammten Türmchen gebaut wurden, welche Funktion sie ggf. erfüllen sollen. Denn wenn keine, könnte man sie ja auch mal wegmachen.)
Nach der Terasse wieder einer von vielen Seitenwechseln, hier (barrancoaufwärts) von der rechten auf die linke Seite wie über eine Brücke: Der Barranco sieht hier lustig "aufgeräumt" aus, wie geleckt.
Die Markierungen weiter reichlich: Steinmännchen, gelbe und rote Punkte.
Kurz darauf dann diese Stelle, so etwa der
Point of no Return dieser Wanderung. Hier geht es los mit der ersten Kletterrunde: man sieht ja schon, dass man hier ohne Hände nicht hoch- und weiterkommt.
Und so geht es dann ein ganzes erste Stück. Runter möchte man hier eher nicht gehen müssen.
Rauf ist der Weg ist aber, wie gesagt, sehr gut markiert. (Wenn man sich umdreht, sieht man,dass man in Gegenrichtung
quasi keine Markierungen sieht. Davon leider kein Bild.)
Hat man dieses Stück hinter sich, kommt für meinen Geschmack der schönste Teil.
Es geht eine Weile unanstrengend auf der rechten Seite dahin...
Kletterstrecke 1 geschafft
.... mit schönen Schluchtblicken...
Diese Schlucht hat schon was!
Dann neigt sich der Weg leicht abwärts, weil mal wieder die Seite zu wechseln ist, nämlich etwas oberhalb des roten Bandes, auf das man hier zusteuert.
Ein Stück weiter beginnt dann - erneut auf der rechten Seite - die zweite Kletterrunde. Hier ein Rückblick auf den Barraco, die Stelle mit dem roten Band ist ein wenig hinter der Kurve rechts. Man sieht hier auch, dass es nochmals ziemlich krass hinaufgeht (und dass man keine Markierungen in Rückrichtung sieht).
Kletterstrecke 2 - Rückblick
Von diesem Teil habe ich auch kaum weitere Bilder, ich denke, das liegt daran, dass auf diesem Stück meine Konzentration ziemlich gefordert war. Wo gehts weiter - ah, da - wo gehts weiter - ah, da - wo gehts weiter ... usw. usw. Markierungen sind aber auch hier stets reichlich gegeben.
Erste Rückblicke auf Tequergenche ..
und den Barranco hinunter zum Meer ...
Weiter skurrile Felsformationen ...
... bis dann schließlich die Wildheit nachlässt:
Die Landschaft wird sanfter
Erste Terrassen säumen den Weg bzw. die Gegenseite:
Nachdem man an folgender Stelle ein Stück schmal und sehr geröllig hoch muss,
ändert sich dann der Charakter der Wanderung endgültig. Die Schlucht liegt hinter einem.
Auf der Gegenseite weiter z.T. verfallende Terassen:
Zaunartige Gebilde begleiten den Weg eine Weile.
Dann beginnt der "Restaufstieg" nach Gerian. Vom Weg her nicht mehr so spannend - in engen Serpentinen rauf rauf rauf...
aber die Blicke werden dabei immer schöner. Man hat eine phantastische Sicht auf
- Las Pilas (vgl. Wanderung Tequergenche - der kleine Buckel ist der höchste Punkt - rechts oben übrigens die Kiefenansammlung, wo es schwer ist, den Wegverlauf zu finden, vgl.
http://egomera.de/phpBB3/viewtopic.php?f=25&t=14507#p86762):
- La Merica in voller Breite:
- Tequergenche:
Dann ist Gerián errreicht.
Hier unbedingt nicht so blöd wie ich sein und im Rother erst dann wieder nachlesen, wenn man den übereifrigen Wachhund, der einen am Beginn der Teerstraße empfängt (rechts im Bild) schon passiert hat, so dass man nochmal an ihm vorbei zurück muss (
"Der tut nichts, der will nur spielen!"), sondern gleich links vor den Häusern vorbei. Da gibts dann auch wieder Markierungen - auch wenn bei weiterm nicht so schön und eindeutig wie die Schlucht rauf.
Bald kommt das nächste Zwischenziel in Blick - die Ermita
Der weitere Weg ist dann definitiv nicht mehr sooo spannend. Runter in den Barranco, dann wieder rauf
Richtung Übergang zum Kirchenpfad.
(Dies ist übrigens die Stelle, die man auf dem neulich
von Tigresa eingestellten Bild so gut von oben sehen kann.
Über wüsten die Löcher im Kirchenpfad habe ich mich ja schon
an anderer Stelle ausgelassen. Wirklich: An keiner Stelle in der Schlucht habe ich so bedenklich geguckt wie dort.
Dann natürlich wieder Barranco-Latschen zurück zum Ausgangspunkt. Ungefähr um 14:00 war ich zurück in Calera bei Carlos, um eine verdientes Sandwich zu essen. Insgesamt muss man für die gesamte Runde (Playa-Playa) also schon min. 6 1/2 Stunden rechnen.
Leider kommt man so um die Barranco-Latscherei nicht herum. Und auch wegen der Kirchpfad-Schäden habe ich mir noch überlegt, ob man nicht gleich besser von der Ermita nach Chipude weiterwandert und da dann einen Bus abpasst. Damit könnte man den Weg vermutlich noch aufwerten. (An der Ermita war ich ca. 11.45.)
Tja, was noch. Der Weg ist wirklich sehr gut markiert. Er verlangt gewisslich Trockenheit, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit.
Die Mithilfe der Hände ist schon öfters nötig. Aber sooo extrem schwer und schwierig fand ich ihn auch diesmal nicht.
Ich wüsste auch eigentlich keine Stelle, wo ich gedacht hätte: Hier ein Seil oder eine andere menschgemachte Möglichkeit, sich gut festzuhalten, das wäre jetzt wirklich nützlich. Gomera hat mir immer freundlich ein Stückerl soliden Fels zu diesem Zweck angeboten. (Sieht man ab von der Stelle auf dem Kirchenpfad, dort hätte ich ein Seil oder so etwas
SEHR begrüßt.)
Dabei ich bin wirklich weder Bergfreak noch Kletterfex oder Konditionsbolzen. Sondern über 50, Schreibtischtäter, mit Rad zur Arbeit und zurück mein ganzer regelmäßiger Sport. Ich war nur sehr gut eingewandert, als erste Tour würde ich's auch wirklich nicht machen wollen.
Insofern habe ich aber diese Wanderung schon ein wenig als die "Krönung" meiner Touren empfunden. Dieser Barranco ist einfach sauschön und spannend.
Ich finde es trotzdem natürlich richtig und wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass der Weg etwas speziell ist, keine einfache Tour ist, und die Bedingungen dafür zu nennen, dass ihn zu gehen ein Genuss wird. Ich würde mir diesen Hinweis auf dem "offiziellen" Wanderwegweiser wünschen, statt vermengt mit Rechtsfragen auf einem privaten Schild. Ich würde mir wünschen, dass die Bedingungen (Trockenheit, Schwindelfrei, Trittsicher, Kletterei, Kondition) ausdrücklich genannt würden, statt eines nebulösen "einige Stellen sind sehr gefährlich).
Achso, was auch was ausmacht: Wenn man früh genug aufbricht, hat man die ganze Kletterei über Schatten.
Und ansonsten noch: Im Moment (Februar 2010) dürfte es wesentlich gefährlicher sein, in Bremen einen Fuß auf einen dieser vergletscherten Bürgersteige zu setzen, als bei gutem Wetter durch dieses Tal zu gehen...