wir haben sogar zwei schon lange auf dem Zettel stehende Wanderungen unternommen. Die erste (in Variation) haben C&A schon beschrieben. Die hat uns gleich gereizt, weil sie von der Länge her unsere Kragenweite ist und darüber hinaus eine Rundtour. Das Wetter war nicht sooo prickelnd, weil der Himmel durchweg bedeckt war, aber immerhin kein Regen und für die erste große Wanderung ist bedeckter Himmel eigentlich nicht schlecht, nur: Kein gutes Fotowetter.
Die Wanderung nach El Tion hoch geht in jedem Fall bei dem Spielplatz mit den merkwürdigen Betonfiguren schräg gegenüber von der Bodega Insular los. Von dort aus hat man drei Varianten:
Die erste ist von C&A beschrieben und führt über den Lomo del Tion hoch nach El Tion
Eine zweite Variante wird von MM Wandern als Tour 27 beschrieben und führt über den Lomo del Tion und in Tion aber nach rechts (C&A haben in ihrer Beschreibung bei Bild 6 darauf hingewiesen, dass der Weg in sehr schlechtem Zustand sei; habe ich gerade eben erst gelesen
). Diesen Weg sind wir gegangen, nicht zuletzt, weil wir einem von MM-Wandern bereitgestellten GPS Track folgen konnten.Eine dritte Variante (die längste) könnte dann die beiden äußeren Schenkel verbinden und am Roque Cano hoch über El Tion auf dem Weg zur Embalse Encantadora zurückführen. Die sind wir aber (noch) nicht gegangen.
Die Wanderung war eine schöne Herausforderung, denn hier sollte mein Tamagotschi
Vorbei ging es an schönen Gärten mit imposanten Steinmauern.
Ein Blick zurück ließ die Schönheit bei bedecktem Himmel nur erahnen.
Weiter an nicht sehr bequem erreichbaren Häusern vorbei, bis wir die imposante Staumauer der Embalse de Garabato erblickten und plötzlich der Wegweiser El Tion uns einen schmalen Pfad den Berg hinauf wies. Tamagotschi war einverstanden mit der abrupten Kursänderung und auf gings (¡arriba!)
Ein steiler Weg wand sich den Lomo del Tion hinauf ...
... und führte schließlich über einen schmalen Grat bis zu einem einsam stehenden Haus. An einigen Stellen konnte man sehen, dass der Weg repariert worden war. Und richtig: kurz vor dem Haus begegnete uns eine Kolonne Arbeiterinnen und Arbeiter in orangefarbenen T-Shirts mit dem Logo des Cabildo. Hier wurde sehr sensibel Wanderwegpflege betrieben. Kein Beton, keine überflüssigen Geländer, man musste genau hinschauen, um zu erkennen, dass hier gebaut wurde. Großartig
Habe ich der Kolonnenführerin auch gesagt, dass mir das gefiel.Direkt hinter dem Haus wieder ein Wegweiser, der die Entscheidung nach links oder rechts forderte. Wir wählten rechts "Ambrosio Vallehermoso" Das Tamagotschi war einverstanden mit unserer Wahl. Bis hierher war zwar immer gute Übereinstimmung im Kartendisplay mit dem MM-Wandern Track gewesen, aber die Texthinweise zum Trackback waren allzu merkwürdig. Noch einmal gab ich das Track Ziel ein, was bei einem Rundweg, bei dem Anfang und Ende dicht beieinander liegen, fummelig ist. Diesmal hatte ich offensichtlich besser getroffen, denn von nun an begleitete uns Tamagotschi mit fröhlichem Piepen in unregelmäßigen Abständen. Der Weg, den wir gingen, führte zwischen Baumheide an einem Hang nahezu ohne Steigung entlang. Wunderschön!
Und der Weg, oh Wunder, war frisch gepflegt
Schließlich war Blick auf den Lomo del Tion frei und wir konnten den Trupp der Wegpfleger wieder sehen. An vielen Stellen waren die Ergebnisse der Wegpflege zu sehen. Ohne Beton und polnische Fichte!
Um den Roque Blanco herum ging es dann stetig bergab, bis zu einer geteerten Straße, die uns zur Embalse la Encantadora hinabführte.
Aus vielen Bildern im Forum kannten wir sie schon gut, aber selbst und persönlich waren wir das erste Mal hier. Begeistert überquerten wir die monumantale Staumauer und bewunderten die Hinterlassenschaften weniger geschickter Angler, bis mein Blick auf das Tamagotschi uns sagte: Hier seid ihr falsch! Zurück über die Staumauer erkannten wir eine kleine Treppe mit unverkennbar verwaschener weiß-gelber Markierung. Der weitere Weg erschloss sich nicht freiwillig. Also Kompassmodus des Tamagotschi an und der Nadel nach durch das Dickicht. Wenn ich nicht unbestätigtes Vertrauen in den Track gehabt hätte, wäre ich dort nie lang gegangen! Der Weg führte uns immer weiter in einen wilden Barranco hinein und steil nach oben.
Nur Mut, noch war ein Weg gerade noch erkennbar. Und ich hatte gedacht, ab der Encantadora würden wir bequem zu unserem Ziel hinabwandeln. Weit gefehlt: Es ging noch einmal richtig bergauf. Ohne das Tamagotschi hätten wir uns hier sicherlich mehrfach verlaufen. Im Nachhinein habe ich auch gesehen, dass die Beschreibung des MM-Wandern in diesem Abschnitt mehr als sparsam ist.
Schließlich wurden wir, wie versprochen mit einem großartigen Blick über den Lomo del Pelado, das Tal und den Roque Cano belohnt und wenig später konnten wir auch die Häuser El Anden und die Piste des Beginns der Wanderung sehen. Nach serpentinenreichem Bergab gelangten wir dann über den Ortsteil La Fortaleza zurück nach Vallehermoso.
Die Wanderbeschreibung im Buch habe ich erst hinterher eingehend studiert. Unterwegs war der Wanderführer (und zur Sicherheit auch der Rother
) zwar im Rucksack, aber sie durften kein einziges Mal hilfreich sein. Das Tamagotschi mit dem Track hat genügend Hinweise gegeben und Sicherheit ausgestrahlt
8,3 km sind wir gelaufen, 4 Stunden und 30 Minuten haben wir inklusive aller Pausen gebraucht. Einige Stellen sind steil und erfordern Kondition. Pistenstrecken zum Ausruhen halten das Ganze aber im Rahmen. Der Abschnitt von der Encantadora über den Lomo Pelado nach Vallehermoso benötigt Steh- und Orientierungsvermögen und Trittsicherheit! Den Weg über die Straße zurück nach Vallehermoso zu gehen, ist im Zweifel keine Schande.


Vielen Dank, woga, für Deinen wieder mal so spannend und informativ geschriebenen Wanderbericht!
Wieder eine Möglichkeit mehr, wie sollen wir bloß unsere To wander-list abarbeiten?

