Die Gegend um Taguluche hat uns schon immer fasziniert und die bizarren Felsen reizten zum Erkunden. Zwei Anläufe hatten wir schon hinter uns. Den Ersten haben wir abgebrochen, weil es zu heiß war und den zweiten, weil es zu windig war. Jedes Mal haben wir stattdessen kleine Spaziergänge in Taguluche gemacht - war auch nett
Allerdings sahen wir auf dem Weg nach Taguluche noch eine triefnasse Gruppe Wanderer Wir parkten an der Ermita de San Salvador (dort wird im August immer die Fiesta del Buen Viaje gefeiert)
und fanden problemlos den Einstieg in den Weg in der letzten Kurve vor der Ermita, wie bei Rother beschrieben. Der Weg war gut zu finden. Erst später merkte ich, dass der Walk and Trail Track uns eigentlich weiter unten am Berg entlangführen wollte. Dass dies zu ignorieren ein grober Fehler war, wurde leider erst viel später klar. Einstweilen setzte ich darauf, dass die Wege schon wieder zusammenführen würden.Eine bizarre Landschaft empfing uns und der Weg war gut zu gehen.
Die Ermita konnten wir nun rückblickend einmal von ungewöhnlicher Perspektive erleben.
Nun denn: ¡Buen viaje!
Der Weg ging relativ eben, leicht ansteigend dahin und ich fragte mich immer häufiger, wann und wie denn nun wohl der Abstieg in den Barranco de Guarañel kommen würde, denn der war unvermeidlich. stattdessen ging es aber immer weiter leicht bergauf.
Hier war der Weg noch gut erkennbar und zweifelsfrei begehbar. Auf dem nächsten Bild kann man aber schon ahnen, wie es weiter geht:
Die Einschnitte mit sandig gerölligem Untergrund wurden immer mehr, die Wege vielfältiger und die Zahl der Steinmännchen unüberschaubar:
Seit diesem Tag beherzige ich (meistens) einen Grundsatz: Trau' keinem Steinmännchen!
Immer häufiger mussten wir im Geröll herumkraxeln, entschlossen uns dann einen Einschnitt, der halbwegs passierbar aussah herunterzusteigen, mussten dann aber im Angesicht einer 5-6m hohen Steilwand aufgeben. Mein Garmin zeigte derweil, dass wir höchstens noch 20m vom Track entfert sein sollten, von einem Weg war aber bis tief unten in den Barranco nichts zu erkennen. In den Himmel blickend sahen wir nun dicke Wolken über den Bergen und ein leichtes feuchtes Sprühen kam von dort. Das war das endgültige Signal zur Umkehr! Der Weg zurück war dann problemlos. Wir wurden nicht nass, weil die Wolken es doch nicht ganz bis ins Tal schafften und wir konnten uns mal wieder überlegen, was wir mit dem Rest vom Tag machen konnten.
Für einen Neuen Versuch mit neuem Einstieg war es zu spät.Was haben wir daraus gelernt? Wenn Du zum Wandern Orientierungshilfen benutzt, musst Du Dich entscheiden, wem Du folgst: Papier ODER Elektronik. Wir haben das vermischt und sind prompt in Schwierigkeiten geraten. Das Papier nach dem wir gegangen sind war in dem ersten Abschnitt allerdings nicht wirklich hilfreich. Rother schreibt:
Rother hat geschrieben:Im Auf und Ab passieren wir einen kleinen, tief eingeschürften Graben. Gleich danach hält der Pfad links kurz hinab und führt dann rechts in einen unangenehm schmalen, abschüssigen Quergang in den Grund des Barranco de Guarañel (1/2 Std. ab Ermita)
Das war in dem Gelände definitiv zu ungenau.
Als wir dann abends unsere (seelischen) Wunden geleckt hatten, machte ich mich daran, den aufgezeichneten Track zu analysieren, um genauer zu erforschen, was denn nun schief gelaufen war. Mit wenig Hoffnung zwar, aber immerhin, machte ich noch einen Versuch, die GPS Tracks von Rother
So hatte ich denn 3 Tracks über den selben Weg: WalkAndTrail, Rother und unsere Aufzeichnung des Tages. Im folgenden Bild ist der Beginn des Weges an der Ermita dargestellt: Rother in rot, WalkAndTrail in grün und unser Track in Grau (der ist zweimal vorhanden, weil Hin- und Rückweg dargestellt sind)
Die Ermita erscheint als rotes Viereck und die Straße ist als schwarzer Strich erkennbar. Zu meiner Überraschung erkannte ich nun im Nachhinein, dass der Track von Rother und die Wanderbeschreibung überhaupt nicht übereinstimmten, denn der Track (rot) geht über den Vorplatz der Ermita und die Wanderbeschreibung, nach der wir auch losgegangen sind, von der letzten Kurve. Nach einigen zig Metern kommen beide Wege zwar zusammen, aber wie die Ersteller des Tracks das gegangen sind, bleibt mir ein Rätsel. Man sieht deutlich, dass der WalkAndTrail Track (grün) gleich in Richtung des Barrancogrundes abwärts geht. ... hätten wir man ...
Das folgende Bild zeigt dann den Umkehrpunkt unserer Wanderung. Zu meiner Überraschung konnte ich nun sehen, dass wir nur ca. 200 m. zu weit gegangen waren (wie viele andere vor uns auch, wie man an den Mengen statistisch verteilter Steinmännchen sehen konnte)
(Dargestellte Tracks: Bildschirmausdrucke von Mapsource, Garmin mit TopoEspana 3.0)
Fazit: Das nächste Mal gehen wir diese Tour nach dem englischen Track!
Als ich nun schon dabei war, die Tracks zu vergleichen, machte ich eine ziemlich verstörende Entdecktung: Der Track von Rother und WalkAndTrail war ab dem Abzweig zu den Galion Bergen (bis dorthin waren wir gar nicht gekommen) vollkommen identisch! Nicht nur, dass die Tracks übereinander lagen, sondern auch die Trackpunkte waren in Anzahl und Ort komplett identisch. Das bedeutet: Hier ist kopiert worden! Das ist ja nicht weiter schlimm, wenn man die Quellen angibt. Dazu habe ich aber keinen Hinweis gefunden. Darüber hinaus ist der englische Track von 2003, also keineswegs aktuell. Ist Rother so sehr unter Druck, dass sie so etwas nötig haben?


Das nächste Mal muss ich wohl der Señora del buen viaje ein paar Blümchen vor die Tür stellen
Danke für den Werkstattbericht. Und die wunderbaren Bilder.