von Gomerawanderer am Do 12. Aug 2010, 20:26
Das wär‘ doch mal was: Husten und Atembeschwerden durch Blitz-Teilbesteigung des Teide loswerden und bei der Krankenkasse abrechnen. Als Kur 10 Anwendungen innerhalb 14 Tagen, eine Woche Nachkur (ohne Anwendung). Ausgangspunkt Puerto de la Cruz, die Kasse könnte eine der von Jahr zu Jahr mehr dicht machenden Hotels buchen. Anfahrt mit der 348 Bus um 09:45 Uhr, Ankunft an der Teleferico gegen 11:00, Direktzugang zur Kabine, 10 Minuten später oben, nach einer Stunde Aufenthalt wieder nach unten; ab 12:20 Restauration am Panorama-Fenster (Restauration für innerliche Wiederherstellung, nix mit Restorang und Serveca und so), um 12:45 kommt ein Bus der Krankenversicherung und schafft einen wieder nach ganz unten, nachmittags „Erholung“ am Charco, 345 Kinder, mit Eis, man selbst kein Eis!
Ich fürchte, die machen das nicht, aber im Ernst: Denkbar ist eine positive Wirkung, wenn man überlegt, welche Sprünge in Luft(druck) und Sauerstoffgehalt man dem Körper zumutet: von Null auf 2350 Meter in 2 Stunden mit dem Auto, weitere 1200 Meter von 7 bis 8 Minuten, Aufenthalt in der Höhe eine Stunde und das Ganze wieder retour.
Nun hatte ich gar keinen Husten, und für die ersten 2350 Meter bis zum Einstieg in die Montaña Blanca brauchte der Bus knappe 90 Minuten. Für die 900 Meter bis zum Refugio haben wir uns sehr ausgiebig Zeit gelassen, sind aber stetig in besonders langsamem Tempo mit nur einer Pause hochgestiefelt. Kaum Fotos, die Teideeier haben wir in 247,43 Versionen auf unseren Bilddateien und die (oft eingezäunten) Violetas del Teide auch. Kurzbesucher zu den Huevos sind wie die Schnellzüge an uns vorbei gerauscht.
(Sagen wir mal so: Wenn sie ihr Auto unten haben stehen lassen können, können sie rauf- und runterhetzen und sind dann wieder im (klimatisierten) Wagen. Kamen sie mit dem Bus, ist überlegenswert, wie man die Zeit bis zur Ankunft des Busses verbringt. Am besten mit einem Schirm, denn Schatten gibt es keinen. Auch der Rückweg bis nach El Portillo hat es in sich: Zwar immer runter, aber zunächst Wedeln durch Bimsfelder und die ganze Zeit ohne einen Schatten, und das in der Mittagshitze!)
Auch am nächsten Morgen ging es gemächlich bergan, rein höhenmässig sind es bis zur kleinen grünen Gartenpforte an der Ramsbleta nur 300 Meter. Luftprobleme hat meine Frau ab etwa 3000 Meter bekommen, da hatte ich die eigenen Problemchen schon 300 Höhenmeter verbergen können.
Es herrschte, wie vermerkt, Calima, und eine Abkühlung, sonst schon ganz schön bemerkbar, gab es nicht. Die Fernsicht war miserabel bis gar nicht, die Nahsicht nicht wirklich erhebend . (Berauschend war während der Busfahrt aus ca. 1500 Meter Höhe eine über dem Orotavatal liegende dicke rote Luftschicht, als hätte ein Maler einen breiten Pinselstrich über den Horizont gezogen.)
An der Rambleta haben wir uns im Aufstieg nur für einmal Pippi machen (da ist eine Toilette, Ihr schon wieder Böses, dass der Gomerawanderer in die Schwefelschwaden pullert , Vermutenden) und im Abstieg nur eine halbe Stunde für ein paar Fotos aufgehalten. Ich fühlte mich, obwohl an den schnelleren Atmungsrhythmus angepasst, eigenartig beklommen, vielleicht auch wegen der Enttäuschung fehlender Sicht und gewiss wegen des nicht ausreichenden „Frühstücks“ und war derjenige, der bestimmte „mit dem nächsten „Aufzug“ fahren wir aber runter.“ Es wurde, komprosmissfähig muss man auch nach fast 50 Jahren Ehe bleiben, der übernächste.
So, auch diese kleine Ergänzung wandert in den Ordner mit dem Arbeitstitel „Heimweh nach Gomera - wie man es ohne Probleme auch von Teneriffa aus kultivieren kann“; wird spannend, und Gomera geht nicht immer als Sieger hervor..