Wir auch - wir auch

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Guck' mal wer da sticht!Unsere erste Wanderung war inspiriert von Herrn Lees

Hinweis, die Strecke von der Degollada nach Santiago sei schick (bis auf die Straße). Da uns aber die Straßenwanderung nicht zusagte (v.a. Bei der Aussicht, dies bei etwa 30 Grad zu tun), mussten wir den Plan umstricken. Also haben wir uns für die Tour 13 aus unserem Rother entschieden – von Taco nach Lo del Gato – Benchijigua und über El Cabezo zurück. Da wir ja ohnehin in Playa de Santiago wohnten, war das nur logisch, die Strasse weg zu lassen

Als Option hatten wir uns noch offen gehalten, von Benchijigua bis zur Hauptstrasse weiter hoch zu wandern, doch das wollten wir von den Hitzebedingungen abhängig machen.
Also sind wir brav um 07:00 raus und waren um 07:30 beim Essen. Leider hatte Mumericks Anhang auch schon den Weckruf gehört,w as die Abreise verzögerte. Also waren wir erst 08:30 n Taco. Etwa 45 Min später als geplant. Was solls, dann wohl ohne die Option – war ja eh die erste Tour...
Brav das Auto geparkt und ab die Strasse entlang nach Pastrana. Hier an schönen Häusern vorbei immer rein ins Tal
Die Strasse endet dann und wird zu einem netten Wanderweg, der gemütlich an Terrassenfeldern vorbei führt. Nach einiger Zeit passiert er dann die vom Wanderminister so herrlich fotografierte Mühle und das Tal tut sich auf.
Rother 13 - erster Blick ins Tal hinein
Nach ein paar Minuten und wenigen Kurven kommt auch der Roque erstmals in Sicht.
Rother 13 - Agando immer im Visier
Der Weg geht gemütlich ohne größere Schwierigkeiten immer weiter,
Rother 13 - Weg Richtung Lo del Gato
bis er sich letztlich auf Höhe von Lo del Gato verzweigt. Hier, bei mehr oder weniger blühenden, wenngleich schönen Landschaften rechts halten und den Hügel hoch. Bei den ersten Anstiegen dann noch der großspurige Kommentar: Aber Vorsicht, hier sind Kakteen, nicht rein fallen. Reingefallen ist dann auch keiner, nur der Troll hat sich in einen reingesetzt. Autsch! Das tat richtig weh und sah wohl ganz toll aus, als das Snorkfräulein hinter dem Troll stand und ihm Stacheln aus dem blanken Allerwertesten gezogen hat. Ganz saubere Leistung, Herr Troll (Wehe, der Mumerick hat Fotos gemacht!)
Rother 13 - blühende Landschaften sehen anders aus
Rother 13 - hier blüht es
Dann trifft der Weg nach einigen Höhenmetern wieder auf eine Strasse und sollte eigentlich daneben weiter gehen. Doch Pustekuchen. Wir sehen zwar die anvisierte Ermita de San Juan, der Weg ist aber nicht zu finden. Egal wie wir suchen. Also besteht nur die Möglichkeit, die Strasse in Richtung Benchi zu nehmen oder ohne die Ermita den Rückweg nach Lo del Gato an zu treten. Wir haben uns gegen die Ermita entschieden (und damit – ohne es zu wissen – gegen den Foto-Opa

) und passieren auf hervorragend gesicherter Strasse
Rother 13 - Straßenabsicherung nach Gomera-Art
die Felswand, hinter der sich die Ermita verbirgt.
Rother 13 - Dahinter ist die Ermita de San Juan versteckt
Aber was solls, dann gehen wir halt so weiter, ist auch okay, es wird langsam heiß. Der Rückweg beginnt schon mal viel versprechend einfach und wir sind guten Mutes.
Rother 13 - hier geht es gen El Cabezo
Rother 13 - weiter gehts zurück nach Lo del Gato
Der Weiterweg wird dann irgendwann interessant und geht unvermittelt steil bergan durch ein Kakteenfeld. Und ist plötzlich weg. Aber so was von. Da nutzt keine Erfahrung in mitteleuropäischen Alpen, wenn es keine Steinmännchen mehr gibt und die Terrassenfelder aussehen, als gäbe es etwas 30 Wege vom eigenen Standpunkt aus. Selten so doof geguckt. Also kurz zurück und wieder hoch (während das Snork-Fräulein und Mumerick gewartet haben) und dann entschieden: Okay, das geht auch so – der Höhenmesser sagt hoch, also hoch.
Rother 13 - das Kakteenfeld, die erste schwierige Wegfindung
Irgendwann haben wir dann plötzlich wieder Steinmännchen gefunden und sind auf einen richtigen Weg gekommen, den wir weiter verfolgen konnten. Das war richtig angenehm.
Rother 13 - Auf dem Weg gen Hangkante
Dieser Weg zog sich in der Mittagshitze dann schon ganz schön und führte zu Unachtsamkeiten bei Mumintours-Teilnehmern. Der Mumerick hat sich die Beine an Diesteln zerkratzt, das Snork-Fräulein den Ellbogen an einer Agarve aufgestochen, so dass es blutete.
Auch das wurde verarztet, das Snork-Fräulein zum Effektiv-Verletzungssieger erklärt (ich bekam den Trostpreis, für die dämlichste Verletzung und der Mumerick war nur im nichtssagenden Mittelfeld

) und weiter ging es zur ominösen Kante. Irgendwann kam auch schon Guarimiar in Sicht, aber die Kante liess sich nicht sehen.
Rother 13 - Hangkante und Ziel in Sicht
Und dann standen wir plötzlich drauf und wussten nicht weiter. Kein Weg in Sicht. Schon wieder. Ganz großartig. Karte und Führer befragt, keine Ahnung. Also das Snrk-Fräulein geparkt und dann Weg gesucht. Der Mumerick ist schon ein wenig abgestiegen, ich bin oben entlang. Als ich dann nen Weg gefunden hatte, der so brutal an der Abbruchkante entlang führte, meine ich schon,d ass es eine echte Herausforderung werden würde, da heil lang zu kommen, bis mir dann auffiel, dass ich irgendwie wieder zurück ging. Nur halt im Guarimiar-Tal. Also wieder umgedreht, auf der anderen Seite weiter gesucht und siehe da, es ging doch mal weiter. Also die anderen wieder hochgelotst, einmal um die Abbruchkante rum, noch einmal umdrehen und ein Bild machen,
Rother 13 - Rückblick von der Kante
dann runter
Rother 13 - hier gehts runter
und die Talseite wechseln und brav absteigen nach El Cabezo. Das war dann simpel, ohne Herausforderung und ganz gemütlich. Wenn – ja wenn nicht die Sonne gewesen wäre, die erbarmungslos auf uns nieder brannte und uns sauber zum Schwitzen gebracht hat. Das Snork-Fräulein war dann auch ein wenig angefressen, weil sich der Rückweg doch noch sauber gezogen hat. Letztlich sind wir dann nach etwa 4,5 Stunden wieder angekommen, was etwa 1h mehr war, als der Führer für die eigentliche Tour vorgegeben hat, aber inkl. Wegfindung und Mini-Abstecher in Richtung Benchijigua waren wir ganz gut. Fanden wir. Und waren stolz, die erste Tour des Urlaubs erfolgreich gemeistert zu haben.
Fazit: Schöne Tour, aber der Rückweg ist – wie hier ja schon beschrieben – nicht zu unterschätzen. Meine Güte, da habe ich schon ein paar Mal geschwitzt, weil ich nicht wusste, wie ich dem Snork-Fräulein beibringen könnte, dass wir umdrehen müssen,weil ich den Weg nicht finden kann


"Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie!" (Bernd das Brot)