Gerade noch rechtzeitig hatte ich Dein Posting entdeckt und kurz überflogen, allerdings mir nicht die Zeit gelassen, Deine schönen Bilder zu genießen auf meinem langsamen USB Stick. Die Tour schien genau nach unserem Geschmack und deshalb sind wir die an einem nur halbwegs sonnigen Tag gegangen. Und um den Schluss vorwegzunehmen, sie hat sich als
die Frühlingstour La Gomeras herausgestellt.
Der alte Teil der Straße ist ein wirklich geräumiger und bequemer Parkplatz. Das vermutet man nicht, wenn man die schotterige Auffahrt von der Hauptstraße bei Jerduñe aus sieht. Gleich zu Beginn schöne Ausblicke nach Jerduñe und Vegaipala und kleine einzelne Bauernhäuser, sogar mit Geranien und Rosen.
Deine erlebte Einsamkeit haben wir allerdings nicht nachvollzogen: Mit uns starteten zwei andere Wandererpaare den selben Weg. Kaum erholt von den traumhaften Ausblicken ging es dann gleich eine Steilwandstrecke, die dem Weg durch den Barranco de Guarimiar nicht viel nachsteht.
Kurz darauf plötzlich die Weite der Seima Ebene! Man kommt kaum dazu, die Wahrnehmung neu zu kalibrieren. Echter Overkill.
Und was sehen meine Augen? Es gibt sie noch! Die Schwarzbunten von Seima! Im März 2004 hatten wir sie schon einmal gesehen, zusammen mit einigen Pferden, die ja 2008 dort fast
verhungert 
gerettet wurden. Über die Kühe wurde damals nichts geschrieben und sie sind immer noch, oder schon wieder da.
Ein Blick in die andere Richtung zeigt plötzlich eine riesige Wiese mit Cebolla de Culebra:
Die Blüte auf der Fortaleza hatte mich schon überwältigt, aber der Anblick hier übertraf alles.
Die Wege sind wirklich hervorragend bezeichnet. Verlaufen ist fast nur mutwillig möglich, allerdings gibt es schon auch einige Stellen auf dem Weg von Seima nach Las Contreras, die kurz vor Kraxeln sind, jedoch ohne Gefahr, Höhenangst zu provozieren.
Oberhalb Casas las Contreras natürlich das meistfotografierte Haus der Gegend:
Auch wenn Du, Buba, es schon toll dokumentiert hast; es musste einfach noch mal sein.
Der Rückweg ist dann auch bei mir frei von Fotos. Man hat genug mit sich selbst zu tun.

Der Aufstieg ist relativ ereignislos, aber dafür sacht und beständig ansteigend und scheinbar nicht enden wollend.

Zum Abschuss aber noch:
Wer sagt eigentlich, von Opuntien könne man nur die Früchte essen, und die müsste man auch noch gaaaanz vorsichtig schälen?

Wir haben für diese 11,6 km lange Tour 6 Stunden und 7 Minuten gebraucht, mit unserem schon traditionellen 2km/h Schnitt (mit allen Fotografier- Ess- und sonstigen Pausen). Höchster Punkt 884m, tiefster Punkt 472m, vergleichsweise wenige Aufs uns Abs. Die Sonne meinte es gut mit uns. Sie versteckte sich über längere Strecke hinter Wolken. Deshalb war es auch ganz gut auszuhalten.
DIE Frühlingstour! 
