Rundtour durch die verlassenen Dörfer des Südens

Eure Lieblingswanderungen können hier gepostet werden.

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Beitragvon Buba am So 28. Feb 2010, 22:37

Heute möchten wir (Frau Buba und ich) eine unserer Lieblingstouren vorstellen. Sie führt als abwechslungsreiche Rundtour durch die völlig entvölkerte Landschaft des Inselsüdens. In gewisser Weise ist sie eine Wanderung in die Vergangenheit. Die unzähligen, heute verfallenen Feldterrassen und Gehöfte mit eingestürzten Dächern zeugen davon, dass die Landschaft früher intensiv landwirtschaftlich genutzt wurde. Heute aber ist sie menschenleer. Die ehemaligen Bewohner haben ihre Bauernhäuser vor langer Zeit verlassen und woanders ihr Glück gesucht. In den in die Felsen gebauten Häusern am Berg Tacalcuse stehen sogar noch teilweise die Möbel der Besitzer, die oder deren Nachkommen heute vielleicht in Venezuela, Kuba oder auf Teneriffa leben. Auch die beiden verlassenen Dörfer Seima und Contrera, durch die unsere Wanderung führt, bringen die Fantasie auf Trab: Wer mag in dem Haus mit dem großen Holzbalkon gewohnt haben? Wie viele Brote mögen in dem alten Ofen schon gebacken worden sein? Was wurde in den Holzfässern gelagert?

Die Rundwanderung von 4,5 bis 5 Stunden ist “technisch” nicht anspruchsvoll, aber (zumindest wenn die Sonne brennt) im letzten Drittel ziemlich anstrengend. Es gibt unterwegs fast keinen Schatten und keinerlei Einkehrmöglichkeit. Also unbedingt ausreichend zu trinken und am besten eine Kopfbedeckung mitnehmen. Und besser nicht alleine wandern, denn wahrscheinlich wird man während der gesamten Wanderung keinen Menschen antreffen, der im Notfall Hilfe leisten könnte.

Im Rother-Wanderführer wird die Wanderung (bis auf das Stück Seima-Contrera) nicht beschrieben.

Auf der Goldstadt-Wanderkarte ist der Wanderverlauf eingetragen, im zugehörigen Wanderführer wird die Wanderung aber nicht als Rundwanderung beschrieben, so dass man sich die Beschreibungen (teilweise in umgekehrter Richtung) aus diversen Wanderungen zusammen suchen muss: Bis zur Weggabelung hinter den Felsenhäusern Nr. 40, bis Seima Nr. 39, bis Contrera Nr. 55, zurück zum Startpunkt wieder Nr. 40.

Zu den verlassenen Dörfern des Südens


Beginn der Wanderung: Nahe dem Rastplatz Degollada de Peraza von der Höhenstraße auf die Straße Richtung Playa de Santiago abbiegen. Nach vielleicht einem Kilometer zweigt in einer Rechtskurve links als Sackgasse ein kleines Stück der alten, heute stillgelegten Straße ab, auf der man problemlos für die Dauer der Wanderung sein Auto parken kann. Der Beginn des zunächst gepflasterten Wanderweges (PR LG 18 Playa de Santiago - El Cabrito) ist nicht zu übersehen und gelb-weiß markiert.

Beginn des Wanderweges


Der alte, breite Camino führt uns zunächst hinab auf einen Sattel, der den Barranco del Negro (links) vom Barranco de los Castredores (rechts) trennt und verläuft dann weiter auf der rechten Kammseite mit schönen Rückblicken auf das Dorf Jerduñe.

Der Sattel zwischen den beiden Barrancos


Blick auf das Dorf Jerduñe


Auf rotem Gestein an der Abbruchkante des Barranco de los Castredores entlang und später auf gepflastertem Weg am Hang der Steilabbrüche auf und ab. Der Weg ist jeweils eindeutig zu erkennen und markiert.

Blick in den Barranco de los Castredores


Am Hang der Steilabbrüche


Nach ca. einer Stunde Wanderzeit werden links oberhalb des eigentlichen Wanderweges die “Felsenhäuser” erreicht. Ein idealer Platz zum Rasten und Auskundschaften. Die Häuser sind teilweise in Felshöhlen hinein gebaut und haben fast etwas von einem Freilichtmuseum. Im Inneren stehen sogar noch einige Möbel, und viele interessante Relikte aus vergangenen Zeiten lassen das Herz (nicht nur) des Hobbyfotografen höher schlagen.

In Felshöhlen gebaute Häuser


Eines der Felsenhäuser


In einem der Felsenhäuser


In einem der Felsenhäuser


Ein Paradies für Hobbyfotografen


Unser Weg führt in bisheriger Richtung weiter, wir queren einen Hang und erreichen ein Hochplateau. Achtung: Hier teilt sich der Weg! Rechts ginge es direkt nach Contrera. Wir gehen aber geradeaus weiter Richtung Seima (auf dem weißen Schild steht aber nicht Seima sondern PR LG 18.1 Morales - El Cabrito). Nach dem Durchwandern der Hochebene auf deutlich erkennbarem Weg schwingt sich der Camino zum nächsten markanten Felsrücken. Von dort haben wir einen schönen Blick auf Teneriffa.

Blick auf Teneriffa


Zunächst mit kleinen Mäuerchen eingefasst, führt uns der Weg nun oberhalb eines verfallenen Hauses bis zur nächsten kleinen Scharte (nicht durch die Felder bergab gehen!!) und weiter zur Abbruchkante der Hochebene mit fantastischem Blick in den Barranco Juan de Vera mit dem auffälligen Roque de Sombrero. Nun den Bergrücken hinunter, und schon bald sehen wir das verlassene Dorf Seima, das nächste Zwischenziel unserer Rundtour.

Noch kaum in der Ferne zu erkennen: Seima


Das verlassene Dorf Seima


An den verlassenen Häusern von Seima teilt sich der Weg. Unser Weg wird als GR 132 halbrechts Richtung Casas de Contrera - Playa de Santiago führen. Aber zunächst gilt es, den Ort auszukundschaften. Unter anderem gibt es einen alten Ofen zu entdecken.

Alter Ofen in Seima


Verlassenes Bauernhaus in Seima


Weiter geht’s nach einem kurzen Abstieg gemächlich entlang einer Bergflanke auf deutlichem Caminio durch die verwilderten Feldterrassen. Wir kreuzen dabei einige Bächlein und folgen dem Weg, fast immer auf gleicher Höhe bleibend, durch mehrere Barrancos. Nach dem steilen Durchstieg eines Felsens sehen wir bereits die Häuser von Contrera. Aber zunächst geht’s noch in lockerem Auf und Ab weiter und schließlich, an einer felsigen Bergflanke, endlich hinauf zu dem verlassenen Dörfchen Contrera.

Das Dorf Contrera


Auffällig hier ein größeres Haus mit altem Holzbalkon.

Das Haus mit Balkon in Contrera


Der Holzbalkon des großen Hauses in Contrera


Im großen Bauernhaus in Contrera


Fenster im alten Bauernhaus in Contrera


Wir folgen nun dem gelb-weiß markierten Weg PR LG 18 Richtung Tacalcuse - Degollada de Peraza.

Der stets gut erkennbare Camino bringt uns, stetig ansteigend, anfangs über Felsformationen, schließlich ganz eben (in 45 Minuten ab Casas de Contrera) zur uns bereits bekannten Weggabelung.

Wir halten uns hier links (Richtung Degollada de Peraza) und folgen dem uns ab hier ja vom Hinweg bekannten Camino zu den Felsenhäusern und weiter zum Ausgangspunkt unserer Wanderung (ab Weggabelung 60 Minuten).

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Beitragvon La rana am So 28. Feb 2010, 22:48

Wow! Super Buba! Vielen Dank. Die Gegend kenne ich überhaupt nicht :blumen Ihr kennt sicherlich auch die verlassenen Häuser in Erque und Erquito ?

¡¡¡Pa´delante!!!

¡genial!
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Beitragvon Buba am So 28. Feb 2010, 23:27

La rana hat geschrieben:Wow! Super Buba! Vielen Dank. Die Gegend kenne ich überhaupt nicht :blumen Ihr kennt sicherlich auch die verlassenen Häuser in Erque und Erquito ?

Nein, La Rana, die Häuser kennen wir noch nicht. Vielen Dank für die spannende Beschreibung. :freu
Von den Felsenhäusern unserer Wanderung habe ich auch noch sehr alte Fotos mit herumliegenden Hochzeitsbildern, Zeitschriften usw.. Wie wenn die Leute völlig überstürzt aufgebrochen wären. Ob die alten Häusern immer noch den ausgewanderten Familien gehören?
Ah, da fällt nir noch eine Idee ein, die wir während der Wanderung hatten. Könnten die "Felsenhäuser" nicht ein tauglicher Ersatz für die zusammengebrochene Schutzhütte an der Degollada del Tanque sein? Beginnt man eine Inseldurchquerung in San Sebastián, kann man mit einer Tagestour gut die Häuser erreichen und dann am nächsten Tag weiterwandern.

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Beitragvon Lee am So 28. Feb 2010, 23:31

Absolut geniale Tourenbeschreibung, Buba. :hut ...und klasse fotografiert. :freu

Diese Wanderung muß gerade im Frühjahr sehr schön sein und die verlassenen Dörfer scheinen einen besonderen Reiz zu haben. Eine Frage noch: Welchen Höhenunterschied muß man insgesamt überwinden?

Toda de las islas pequeñas es bonita y mágica!
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Beitragvon kiwi am So 28. Feb 2010, 23:39

Faszinierend! Sollte ich es tatsächlich je wieder auf die Insel schaffen, nimmt diese Wanderung auf jeden Fall den ersten Platz auf der Wunschliste ein :ja

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Beitragvon Buba am So 28. Feb 2010, 23:57

Lee hat geschrieben:Absolut geniale Tourenbeschreibung, Buba. :hut ...und klasse fotografiert. :freu

Diese Wanderung muß gerade im Frühjahr sehr schön sein und die verlassenen Dörfer scheinen einen besonderen Reiz zu haben. Eine Frage noch: Welchen Höhenunterschied muß man insgesamt überwinden?

Wir haben die Wanderung vor ca. drei Wochen, also Anfang Februar gemacht. Und selbst die Wintersonne hat uns im letzten Drittel (von Contrera wieder hoch nach Jerduñe) schon mächtig zugesetzt. Im Sommer würde ich sie lieber nicht machen! Wir sind die Tour schon öfters gelaufen, aber so grün wie dieses Jahr war's, glaube ich, noch nie. Und Deine Frage zum Höhenunterschied: Man startet bei ca. 850 m, dann geht's bergab bis Seima bei ca. 540 m, Contrera liegt mit ca. 400 m noch etwas tiefer. Das anstrengendste Stück ist der Aufstieg von Contrera nach Jerduñe.

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Beitragvon GoSch am Mo 1. Mär 2010, 00:07

Sehr schön, das könnte mich auch reizen.
Wirklich gute Beschreibung und schöne, passende Bilder.
Vielen Dank :freu :freu
Gottfried.

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Beitragvon C&A am Mo 1. Mär 2010, 02:09

Danke Buba

für die immer wieder schönen Fotos und diese Wanderung! :freu :freu :freu

Wir sind im April wieder auf der Insel und dann ist hoffentlich noch ein bisschen Grün übrig...

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Beitragvon gomeron am Mo 1. Mär 2010, 12:10

:freu Danke für die tolle Beschreibung und Bebilderung dieser interessanten Wanderung!

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Re: Rundtour durch die verlassenen Dörfer des Südens Bookmark auf diese Seite bei Mr. Wong setzen Bookmark auf diese Seite bei Linkarena setzen Bookmark auf diese Seite bei Del.icio.us setzen Bookmark auf diese Seite bei Google setzen Bookmark auf diese Seite bei Digg setzen Bookmark auf diese Seite bei Yahoo setzen Bookmark auf diese Seite bei Technorati setzen Bookmark auf diese Seite bei Yigg setzen Diese Seite bei Facebook empfehlen

Beitragvon Fritzlore am Mo 1. Mär 2010, 15:05

Toll, buba! :freu :freu :freu :freu :freu :freu :freu

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