Professor warnt, dass die Barrancokanalisierung den Küstenstreifen von Valle Gran Rey in Mitleidenschaft ziehen wird
Eustaquio Villalba, bis 2006 Professor für Geografie und Geschichte an der Universität von La Laguna, bestätigte , dass das Projekt zur Erweiterung des Barrancos den Strand, die Wasserführung und den Küstenstreifen von Valle Gran Rey in negativer Art und Weise beeinflussen wird.
Auf Einladung der Anwohnerversammlung La Merica hielt er heute im Hotel Gran Rey einen Vortrag
Die Pläne sehen eine Verengung des Barrancos auf 15m zementierten Flussbetts vor.
Villalba ist der Meinung, dass es im Falle von Überschwemmungen wegen starker Regenfälle zu verminderter Reibung des Wassers kommen und sich dessen Fließgeschwindigkeit enorm erhöhen wird, was zu Wasserbeförderung in großen Dimensionen führen wird. Dies wiederum wird eine enorme Furche am Strand hervorrufen. Da das Bauwerk erst 100 m vor dem Strand endet, wird die Unterlage unterspült und die Eindämmung beschädigt werden.
Dadurch, dass der Untergrund des Flusslaufs mit Zement und Steinen bedeckt sein wird, kann es zu Auswirkungen auf den Küstenstreifen Santiago-Valle Gran Rey kommen, die man seltsamerweise bei der Umweltinformation zu den Wirkungen zu erwähnen vergessen hat, meint Villalba.
Er erinnert daran, dass das VGR eine Wasserführung hat, welche die Wasserdurchlässigkeit des Barrancos fördert und wo sich bei den Winterregenfällen das Wasser sammeln kann.
Er fügt hinzu, dass obwohl im Rahmen des Projektes noch keine Untersuchungen zu Tiefe und Ausmaßen jedes Abflusses gemacht wurden, klar ist, dass sich die Wassereinspeisung des Wasserlaufes ab dem Moment verringern wird, wenn das Flussbett undurchlässig wird.
Er warnt auch vor den Auswirkungen des Urbanisierungsprojekts in dem Gebiet, welches den Bau verschiedener Hotels vorsieht, was in seiner Beurteilung dazu führen kann, dass der Wasserlauf undurchlässiger wird und keinen Zulauf von Regenwasser mehr bekommt.
Seiner Meinung nach beinhaltet die Umweltinformation zum Projekt nicht genügend technische und wissenschaftliche Gewähr.
Dem Dokument mangelt es an einer Kartografie, "die diesen Namen verdient" und es beruft sich auf falsche Tatsachen wie z.B. die Überschwemmungen von 2005, die die Leute von der Gemeinde vollkommen ignorieren und die Regenfälle des Jahres 1941 nicht mit aufnehmen.
Außerdem rechnen sie mit einem maximalen Niederschlag von 200 Litern, was bei dem kanarischen Klima sehr wenig ist. Auch die Inventarisierung von Flora und Fauna ist copy and paste,trifft also auf den Ort, an dem gebaut werden soll, gar nicht zu.
Die Information zeigt keine Alternativen mit umweltfreundlichen Wirkungen auf und plant an den vorderen Linien des Barrancos Kinderspielplätze, obwohl dies gesetzlich ausdrücklich verboten ist.
Laut Villalba fehlt dem Projekt die Information bezüglich Costas, was er unglaublich findet, weil dies die Küsten- und Strandregion beeinflussen wird. Die Abgrenzung des Barrancos ist noch nicht zu Ende geführt, wodurch es zu Problemen bei der Abgrenzung der Anwesen kommen kann.
Der Professor prangert eine"verdummende, verdunkelnde" Informationspolitik seitens der Administration an, die sich nur wenig an demokratischen Gebräuchen orientiert und die Beteiligung der Bevölkerung nicht sucht.
"Man hat weder informiert, noch Pläne oder Expertisen zur Verfügung gestellt, erst auf beharrliches Drängen hin. Die Steuerzahler verdienen wenigstens, von den öffentlichen Stellen informiert und zu ihrer Meinung befragt zu werden in einer Sache, die sie ganz direkt betrefft und auf die enorme Geldmittel verwendet werden" beschließt Villalba den Vortrag.

Danke, kiwi für die Übersetzungsmühe!
Der Vortrag fand nicht gestern statt, sondern findet wahrscheinlich gerade im Moment statt
Muchas gracias!


