Anders als die aus dem Meer ragenden Pfeiler des ehemaligen Hafenauslegers in Hermigua und die zum “Castillo del Mar” umgebaute Bananenverladestation in Vallehermoso fristet der Pescante in Agulo ein ziemlich unbeachtetes Dasein. Vom Ort aus kann man ihn nicht sehen, es führt keine Straße zu ihm hinunter und auch zu Fuß war er bis vor kurzem nicht zu erreichen.
Aber das hat sich nun geändert! Der Weg hinunter zu den Ruinen des Auslegers ist wieder hergerichtet worden, auf seiner Meerseite sogar mit Geländern gesichert, so dass man nun gefahrlos diesen für die Insel so historischen Ort erkunden kann.
Hier eine Beschreibung, wie sich der Beginn des restaurierten Caminos zu Fuß oder mit dem Auto erreichen lässt:
Von der Carretera del Norte biegen wir in die Dorfstraße Calle de la Alameda ein und halten uns an der folgenden Gabelung geradeaus. Nach dem Supermarkt Gama biegen wir in das Sträßchen nach rechts ein, dem wir geradeaus folgen, bis nach rechts die zum Startpunkt des Caminos steil bergab führende betonierte Piste abzweigt. Für Autowanderer: Das hier links weiterführende Sträßchen endet schon nach etwa hundert Metern an einem großen, verfallenen Lagerhaus, vor dem man gut parken kann. Auf der Betonpiste erreichen wir schon nach wenigen Minuten den Beginn des zum Pescante führenden Caminos. Hier ist eine Schautafel aufgestellt, der wir interessante Informationen über die Geschichte des Hafenauslegers entnehmen können. Außerdem erfahren wir, dass der Weg von hier zum Pescante 837 Meter lang ist und 129 Höhenmeter hinab führt.
Wir sind den Weg vor zwei Wochen gegangen und können ihn bestens empfehlen!
Unseren Ausflug zu dem geschichtsträchtigen Ort beschreibt nun Frau Buba:
Durch ein Holzgeländer gesichert führt uns der camino in etlichen Serpentinen hinunter Richtung Meer. Das Geländer erscheint uns zu Beginn etwas übertrieben, ist der Weg doch breit und problemlos zu begehen. Bald sind wir jedoch froh über die Sicherung, denn der Camino ist streckenweise reichlich zugekrautet und dadurch manchmal unangenehm rutschig.
Auf dem Weg hinunter haben wir stets das Meer vor oder neben uns. Noch sind wir so hoch, dass wir die Brandung nicht hören können. Von der Vegetation überwucherte Betonfundamente sind im Gelände zu erkennen. Trugen sie die Masten der Seilbahn, die einst den Pescante mit dem Lagerhaus oben am Dorfrand verband?
Der gepflasterte Weg führt uns hinab zu einem kleinen Hafen und schließlich steil hoch zu den Resten des Pescante. Fischerboote liegen am Wegesrand. Einige wirken frisch gestrichen und leuchten bunt und etwas unwirklich in dieser steinigen Landschaft.
Das ist hier wirklich eine abgelegene, einsame Ecke La Gomeras! An diesem kühlen Wintertag und bei der Brandung und dem wilden Möwengeschrei können wir uns nur schwer vorstellen, wie an warmen Sommertagen die Bootsbesitzer ihre Bötchen über den steinigen Grund die kleine Rampe des Hafens hinunter in die kabbelige See ziehen. Heute fühlen wir uns hier unten eher als Entdecker eines verlassenen Ortes.
Oben stoßen wir auf die alten Gemäuer des Hafenauslegers, einen kleinen, verschlossenen Schuppen und allerlei Fischereigerät, das dekorativ vor den verwitterten Steinen drapiert ist. Blechtonnen, Metallteile und eine verrostete Schubkarre lehnen an der Hausmauer.
Buba findet ein hölzerne Trittleiter. Auf ihrer obersten Stufe stehend sieht er über eine Absperrung hinweg auf eine Art Balkon, auf dem es sich anscheinend die Fischer manchmal gemütlich machen.
Vor uns ragen die beiden arg verwitterten Pfeiler des Pescante aus dem Meer.
Es sind auch die Farben, die diesem Ort so eindrücklich machen: steingrau in allen Variationen, das rot gestrichene Dach des Schuppens, das schrille Türkis der Boote, helles Sackleinen als Abdeckung der Gerätschaften darin. Eine gelbe und eine rote Boje hängen an einer nur noch teilweise verputzten Mauer, darunter lehnt ein fast künstlerisches Stillleben verschiedenfarbiger Holzplatten.
Schließlich machen wir uns wieder auf den Rückweg mit dem schönen Gefühl, einen einsamen, historischen Ort Gomeras mit einer ganz besonderen, geheimnisvollen Ausstrahlung besucht zu haben.


Schön, dass Ihr das gefunden habt 
Danke Euch Buba's für die liebevolle Beschreibung und die informativen Fotos!
Das ist einen Kurzwanderung nach meinem Geschmack.
Das hört sich nach einer weiteren, echt reizvollen Kurzwanderung an. 
Wir haben für den Abstieg vom Beginn des Caminos zum Pescante etwa 15 Minuten und für den Rückweg wieder hoch knapp 20 Minuten benötigt. Lässt sich alles schön anhand der mit den Fotos gespeicherten Uhrzeiten rekonstruieren.