Jedenfalls scheint die Montaña del Cepo so etwas wie ein Geheimtipp unter Wanderern zu sein. Bis zum letzten Januar haben Frau Buba und ich zumindest nichts darüber gehört oder gelesen. Bis uns im Linienbus ein netter, in San Sebastián wohnender Deutschgomerianer ganz begeistert davon erzählte. Ein paar Tage nach diesem Guagua-Gespräch haben wir gemeinsam mit unseren Forumsfreunden Iris und Christoph versucht, einen Weg auf die Montaña del Cepo zu finden, leider ohne Erfolg.
Doch vor genau einer Woche haben wir es geschafft! Und nun haben wir sogar gleich zwei Aufstiegsvarianten anzubieten! Dazu später mehr.
Die Montaña del Cepo ist ein oben abgeflachter Bergrücken, der sich nördlich von Las Rosas wie eine lange Nase zwischen tief eingeschnittenen Barrancos zum Meer hinausstreckt.
Durch die Erosion von Wind und Wasser ist hier eine fantastische Landschaft geformt worden, die über weite Flächen aus roter Tufferde besteht, aber auch graue und gelbe Zonen aufweist. Eine seltsam unwirklich erscheinende rote Wüste über dem leuchtend blauen Meer mit dem Teide der Insel Teneriffa über dem Horizont.
Über sanfte Hügel und durch Erosionsrinnen hindurch kann man hier nach Herzens Lust herumstromern.
An vielen Stellen sind am Boden rätselhafte Formationen und Muster sichtbar, die manchmal wie von Menschenhand gemacht aussehen und an den vulkanischen Ursprung La Gomeras erinnern.
Vom westlichen Rand der kleinen, roten Hochebene blickt man auf die unzähligen Feldterrassen der Nachbarbarrancos und vom östlichen Rand in den Barranco de Las Rosas, wo man tief unter sich die lange Carretera del Norte erkennt, bis diese in weiter Ferne im Tunnel von Agulo verschwindet. Selbst die kleine Ermita de San Marcos lässt sich tief unten am Meer, auf dem Foto nicht sichtbar, ausmachen.
Schließlich geht es auf demselben Weg wieder zurück.
Wie man auf die Montaña del Cepo gelangt
Man erreicht die Montaña del Cepo über die Carretera del Norte (bisher TF-711, neuerdings GM-1).
Ausgangspunkt der kleinen Wanderung ist von Vallehermoso kommend die letzte große, Richtung Meer weisende Kurve vor Las Rosas, von Agulo kommend die erste große Linkskurve nach Las Rosas.
In der alles andere als einladend wirkenden "Außenseite" der Kurve sind ein großer Steinhaufen und rechts daneben ein Erdhaufen aufgeschüttet. Den Wagen kann man am besten an dem Fahrweg parken, der in der Kurve rechts von den beiden Haufen abzweigt.
Frau Buba und ich haben nach längerer Suche, wie schon oben angedeutet, zwei Möglichkeiten des Einstiegs herausgefunden:
Links von dem aufgeschütteten Steinhaufen beginnt ein schmaler Weg, der Richtung Berghang hinausführt. Aufgepasst! Unmittelbar nach dem Beginn dieses Weges, schon nach den ersten Sträuchern, zweigt nach rechts ziemlich unscheinbar unser auf die Montaña del Cepo führender Camino ab, der ziemlich steil bergauf führt und schon bald bei den von Beginn an oben sichtbaren Felsen den Kamm des kleinen Bergrückens erreicht. Ab hier sollte es keine Orientierungsprobleme mehr geben. Der weitere Wegverlauf ist nun deutlich erkennbar.
Hat man das Auto am Rande des in der Kurve abzweigenden Fahrwegs abgestellt, kann man auch, um nicht um die aufgeschütteten Haufen herum zur "linken Seite" wechseln zu müssen, auf der Fahrpiste das Stückchen bis zum Gittertor vorlaufen, dort kehrtmachen und nach 17 großen Schritten vom Fahrweg nach rechts in den kleinen Berghang einsteigen. Direkt oberhalb dieser Stelle ist oben auf dem kleinen Bergrücken ein runder Felsknubbel sichtbar. Die ersten drei, vier Meter sind etwas rutschig, da hier offenbar der ursprüngliche Pfad beim Bau der Fahrpiste zerstört wurde. Nach diesem ersten kurzen, etwas schwierigen Stück wird ein schmaler Pfad erreicht, der sich zum Kamm des kleinen Bergrückens hochzieht. Wie bei der "linken Variante" ist auch ab hier nun die Orientierung einfach.
Für die kleine Wanderung durch die wüstenartige Erosionslandschaft der Montaña del Cepo sollte man etwa 45 bis 60 Minuten einschließlich Auf- und Abstieg veranschlagen.
"Technisch" ist sie einfach, nur die "rechte Variante" ist zu Beginn etwas rutschig.
Am eindrucksvollsten ist eine Tour über die Montaña del Cepo sicherlich, wie schon oben geschrieben, bei schon tiefstehender Nachmittagssonne, weil dann die Farben am leuchtendsten sind.



an die Bubas...

