wulf hat geschrieben:Mir hat er gut gefallen
Besonders interessant fand ich,wie die Gomeros die Balken für die Haus-/Stalldächer anfertigten. Im Wald wurden Stämme gesucht, die bereits am Boden lagen, also nicht gefällt wurden, alle Astgabeln und Knoten (Nudos) wurden mit einer Axt entfernt. Die Männer hatten eine Schnur dabei und Wasser, am Boden wurden die Blätter entfernt um Erde zu finden, mit den Händen gruben sie eine kleine Mulde und gossen Wasser hinein, bis sie Erdschlamm hatten, dort wurde die Schnur eingetaucht und vollkommen verschmiert. Einer der Männer nahm das eine Ende, der andere das andere Ende der Schnur in die Hand, sie stellten sich gegenüber an den Enden des Stammes auf, hielten die Schnur dran, in der Mitte wurde die Schnur hochgezogen und sie schnellte zurück und der Schlamm hinterliess eine saubere grade Linie auf dem Stamm, ca 20-30cm ( je nach Dicke des Stamms) weiter wurde eine Parallelinie markiert und dann mit der Axt solange gearbeitet, bis der Stamm vier sauber Kanten aufwies.
Auch heute noch arbeiten wir auf dem Bau mit diesem System, allerdings mit einem Gerät, das ein bisschen aussieht wie ein Meterband, im Gehäuse befindet sich eine Schnur, die mit blauem Kreidepulver behaftet ist. Will man eine grade Linie ziehen, z.B. an einer Wand, zieht man die Schnur raus, einer hält an einem Ende, der andere am anderen, man zieht es von der Wand weg und lässt es zurückschnellen, eine saubere blaue Linie befindet sich an der Wand. Hier nennt man das
Tiralineas, übersetzt erscheint nur Zirkel oder Federmesser.. ich weiss nicht wie dieses Ding auf deutsch heisst.
Hervorgehoben wurde auch, dass die Gomeros schon immer sehr vorsichtig und behutsam und nachhaltig mit ihren Resourcen umgingen und deswegen weltweit einzigartig ihren Wald erhalten haben, übrigens ein wichtiger Punkt bei der Auswahl zur Ernennung zum Nationalpark.