So war es auch auf La Gomera. Doch hier machte ich erstmals die Erfahrung, dass die Natur Widerstand leistete. Natürlich wanderten wir zuerst die beschriebenen Wege und das war auch meist ganz unproblematisch. Aber als wir Neues versuchten, wurde es schwierig. Karten waren ungenau und veraltet, Wege nicht zu finden, wo sie sein sollten, das Ziel nah zu sehen, aber kein Weg dort hin. Das war richtiges Abenteuer, aber auch manchmal frustrierend.
Dann las ich eines Tages über GPS Logger und erinnerte mich an die GPS Navigation auf Schiffen und natürlich die inzwischen weit verbreiteten Navis in den Autos (ich weigere mich standhaft, mir eins anzuschaffen). Die Beschäftigung mit den verschlungenen Wegen auf La Gomera führt dann bald zu Google Earth und der wunderbaren Möglichkeit, zuhause fast jeden Felsen begutachten zu können. Erstmals mit Google Earth vorbereitet hatte ich allerdings unsere Reise nach El Hierro und dort gleich nach dem Anlegen das Gefühl, mich auszukennen. Und das bestätigte sich dann auch. Zunehmend habe ich dann in Google Earth Wege abseits der Wanderführer gesucht und herausgefunden, wie man dort Routen nachzeichnen kann und in einschlägigen Foren auch schon fertige Routen gesehen, die man downloaden konnte.
Da habe ich mich dann meinem Spieltrieb geschlagen gegeben und beschlossen für den nächsten Gomera Urlaub einen Outdoor tauglichen GPS Navigator anzuschaffen. Informationen im Internet über alles und jedes gibt’s ja reichlich und es schälte sich schnell heraus, dass die wirklich brauchbaren Geräte von Garmin stammen sollten. Der Hauptkonkurrent Magellan, den ich schon von der Seefahrt kannte bekam durchweg schlechtere Kritiken, so dass die Entscheidung für eine Firma erstmal leicht war. Aber wie heute bei elektronischen Geräten üblich, ist auch das Angebot nur einer Firma schon komplett unüberschaubar und für einen Neuling kaum zu entscheiden, was man braucht und was nicht. Kundenbewertungen bei Amazon und Co. halfen da etwas weiter, aber am Ende waren es dann doch eher grobe Kriterien. Das erste war die die Empfangsempfindlichkeit, die ich für wichtig hielt. In den engen Barrancos und unter Bäumen, im Lorbeerwald sollte das Gerät schließlich auch funktionieren. Nun hatten zwei grundsätzlich unterschiedliche Gerätekonzepte ihre Fans. Solche mit Quad Antennen das sind Antennenstummel wie in den ersten Generationen von Mobiltelefonen und solche mit Flächenantennen, wie sie in den modernen Mobiltelefonen verwendet werden. Die ersteren haben den besten Empfang, wenn das Display senkrecht steht und die zweiten, wenn das Display himmelwärts gehalten wird. Ich entschied mich für ein Gerät mit Flächenantenne, denn beim Daraufschauen beim Wandern würde ich es ohnehin waagerecht halten. Das bedeutete allerdings, dass es in Ruhe besser nicht am Rucksack baumeln sollte. Garmin bot dafür mit einer flexibel einzusetzenden Rucksackhalterung eine elegante Lösung, die sich später auch bewährte.
Mit einem Griff über die Schulter konnte man das Gerät bedienen oder ablegen. Dann war mir noch die Möglichkeit wichtig meine gegangenen Wege (Tracks) aufzuzeichen und zu speichern. Ein Gerät mit microSD Speicherkarte schien mir ideal. Und schließlich wollte ich gern genauere Karten nutzen können. Dafür bot Garmin zwar extrem teure, aber großmaßstäbliche topografische Karten an. Diese wollte ich verwenden können. Nun denn, der Aufpreis für ein Gerät mit GPS-unabhängigem Kompass und Höhenmesser kostete dann nicht mehr so viel Aufpreis. Und wie es dann kommen musste lag dann mit dem Garmin eTrex Vista HCx
Ein Sonntagsspaziergang durch die Wiesen endete dann im Fiasko. Ich hatte die Funktion der Trackaufzeichnung deaktiviert. Ein Sonntag später um den heimatlichen See herum dann ein Erfolgserlebnis: Der Spaziergang auf den Meter genau nachvollziehbar in Google Earth. Guck mal, da haben wir die Straßenseite gewechselt und guckmal, da bin ich zu dem Steg am See gegangen! Faszinierend!
Jetzt also die Vorbereitungen für La Gomera: Dabei wurde schnell klar, dass man entweder die ganze Reise zuhause vorbereiten und auf den Navigator laden musste, was dann die Zahl der möglichen Routen sehr begrenzte, oder einen PC zum Auslagern zur Verfügung hatte. Dafür brauchte man MapSource, ein Programm zur Kartenverwaltung und Routenmanipulation. Damit konnte man dann den Arbeitsspeicher des Garmin nach Bedarf über die USB Schnittstelle bestücken. Also: Das Notebook musste mit.
Schließlich war klar, dass die Batterien nur 24h halten würden. Also: Accus und ein vernünftiges Ladegerät mussten mit. Zusammen mit dem üblichen Krimskrams für Kamara, Handy und Co. sammelte sich dann ganz schön was an. Aber egal, wir wollten ja 3 Wochen bleiben, dann musste eben auf eines der Bücher verzichtet werden. Bilder und Routen bearbeiten würde sowieso die Abende vertreiben.
Nun kam endlich der reizvolle Teil: Nach der Ankunft Höhenmesser kalibirieren, Kompass kalibrieren und dann die ersten Wanderungen mit dem Tamagotchi am Rucksack. Darüber wird an anderer Stelle noch zu berichten sein. Eine erste Erfahrung ist hier gepostet. Weitere folgen ... nach Bock und Wetterlage


Gracias, woga!
ehem, ich hab mich in mein Lieblingsthema verrannt... Was ich eigentlich anmerken wollte:
Danke woga
Klingt fast so, dass ich Lust auf ein GPS bekomme! (und dann auch endlich was darüber wüsste!)

Christoph goes on Tour mit GPS 