Gomera - primera vez
Brisas del mar
Gemischte AussichtenNach einer relativ unruhigen, von wirren Reise-Träumen begleiteten Nacht, wache ich auf, schlüpfe schnell in T-Shirt, Hose und Schuhe und gehe sofort zur Haustür, um nach dem Perro und dem Wetter zu schauen. Schade, der Hund ist weg und dabei hätte ich ihn doch gern zum Frühstück eingeladen. Und die Sonne, die den Ort gestern noch in ein so schönes, mildes Abendlicht getaucht hatte, hat sich auch verzogen. Der einzige, der geblieben ist, scheint der „Blanke Hans“ zu sein. Mit unverminderter Kraft fährt er durch die Palmenhaine und verursacht dabei dieses eigentümliche, laute, hölzern anmutende Rascheln der Palmenzweige, das so ganz anders klingt als das der Blätter eines Baumes. „Hoffentlich hat der hier nicht auch Quartier bezogen“ morgenmuffle ich vor mich hin „und zum Frühstück kriegt der auf keinen Fall eine Einladung“. Der Gang auf die Dachterrasse zeigt dann auch, dass an ein Open-Air-Frühstück nicht zu denken ist. Brrrr, ist das kalt und ungemütlich. Und auch der Blick ins Tal und auf´s Meer lässt mich nicht gerade frohlocken. Grau in Grau! Nur der Blick hinauf in die Berge sorgt für etwas Abwechselung, hüllen sich diese doch wenigstens in Dunkelgrau. „Das haben wir so nicht gebucht!“ Aber dann erinnere ich mich an die Wetteronline-Prognose, die ab morgen zumindest Wärme versprach, und fühle mich beruhigt. „Los Lee, duschen, frühstücken und der Tag wird noch dein Freund“, motiviere ich mich selbst und gehe ins Haus zurück, wo es bereits lecker nach Kaffee riecht. Meine Geschmacks- und Geruchsnerven jubilieren als sie Caracol, den Schneckenkaffee erkennen, eines jener Genussmittel, die an bestimmte Orte gebunden sind, und eigentlich nur dort so richtig schmecken. Ich fülle mir einen Becher ein, kippe heiße Milch und etwas Zucker dazu – und genieße. „Na, wie schaut’s heute draußen aus, hat ja ganz schön weiter gestürmt heut’ Nacht“, erkundigt sich Nancy. „Frühstück draußen ist heute nicht, lass uns lieber hier drin decken, ist immer noch so windig und kalt.“ „Aber das kann sich heute ja noch ändern, kennen wir doch von La Palma, da haben wir doch auch manchmal drei Jahreszeiten an einem Tag gehabt“, entgegnet Nancy optimistisch. La Palma! Plötzlich fällt mir auf, dass ich noch gar nicht Ausschau gehalten habe nach der Insel, auf der wir schon drei tolle Urlaube verbracht haben und die uns so ans Herz gewachsen ist. Sofort gehe ich auf die Terrasse und gucke voller Erwartung übers Meer nach Westen. Aber da ist nichts zu sehen als die Wolken, in die sich die Insel hüllt. „Jetzt ist sie eingeschnappt und zeigt uns die kalte Schulter, aber ist ja auch kein Wunder, wenn wir mit der kleineren Schwester fremdgehen“ denke ich mir. Aber ich beschließe, kein schlechtes Gewissen zu haben, denn in meinem Herzen scheint Platz für beide der so unterschiedlichen Schwestern zu sein. Und mit dem Geständnis: „Nur, damit Du es weißt, Gomera ist mehr als nur ein One Night Stand!“ verabschiede ich mich für heute von der schönen Nachbarin und gehe ins Appartement zurück.
Nachdem wir dann ein leckeres und opulentes Frühstück genossen haben, widmen wir uns ausführlich der Morgentoilette, und spätestens nach dem Duschen scheinen dann auch die Lebensgeister endgültig ihre Bettruhe beendet zu haben und bereit für ihr Tagewerk zu sein. Danach packen wir schnell die wenigen Sachen, die wir gestern noch aus dem Auto geholt haben, zusammen und kurz darauf erscheint auch schon unser Vermieter, um uns zu unserem Haus zu bringen. Nach einer freundlichen Begrüßung und dem allseits beliebten Small Talk über das gegenwärtige Wetter, traue ich mich dann, die bei Vermietern allseits unbeliebte Frage nach dem künftigen Wetter zu stellen. Die Antwort „cambio, seguro“ ist kurz, präzise und will sagen: es wird heiß! Scheinbar reist der „Blanke Hans“ morgen ab. „Adios amigo, wie schade, dass Du gehst, schöne Reise noch“ denke ich mir. Aber da wusste ich noch nicht, dass dieser Typ wohl nur kurz woanders zu tun hatte. Kurz darauf haben wir unsere „Siebensachen“ geschultert und gehen über den kurzen Verbindungsweg zur Plaza, wo unser Auto steht. Geleitet von unserem Vermieter fahren wir eine enge, steile Straße, die in den oberen Ortseil führt, hinauf, wo uns in einer Haarnadelkurve vor einer alten Garage unser zukünftiger Parkplatz zugewiesen wird. „Super, ein eigener, halbwegs ebener Parkplatz!“ jubiliere ich, weil das Aus- und Einparken in diesem extrem steilen Terrain nicht ganz ohne ist. Aber dann wird es kompliziert! Zuerst werden wir die wirklich steile Straße zu einem kleinen, abzweigenden Laternenweg hoch gelotst. Hier zeigt uns unser Vermieter den relativ langen, aber beleuchteten Weg, den wir bei Dunkelheit gehen müssen. Danach werden wir wieder zum Parkplatz unseres Autos geführt, von wo aus einer anderer, kürzerer, dafür aber unbeleuchteter Camino zu unserem Feriendomizil führen soll. Von dort brechen wir schwerst beladen mit unserem Gepäck und einer Armada voller Einkaufstüten Richtung Basislager auf. Die ersten Meter führen auf betoniertem Weg leicht bergauf zu einer kleinen Kuppe, von der man einen ersten Blick auf unser Haus werfen kann. Das restaurierte Natursteinhaus steht wie versprochen in allein stehender Lage zwischen Terrassenfeldern und dürfte auch den angekündigten schönen Meeresblick haben. Wow, das ist ja ein bisschen, die „der Zuckerbaron blickt auf sein Tal herab“-Lage denke ich mir zufrieden. Als ich dann aber auf den Weg, der zum Haus führt, herabblicke, erhält meine Zufriedenheit ihren ersten Dämpfer und ich sage mir, “in Zukunft nicht mehr ohne mein Meindl!“ Schmal und teilweise steil windet sich der unbefestigte Camino den Abhang hinunter. Später geht der Weg dann in einen leicht begehbaren und schönen Terrassenweg über. Einen „150 Meter langen schmalen Fußweg an Terrassenfeldern vorbei“ stelle ich mir anders vor. Zumindest das Wörtchen „steil“ hätte in die Wegbeschreibung noch eingefügt sein können. Und ein paar Meter mehr scheinen es mir auch zu sein! „Das kann ja heiter werden. Mit meinem 22 Kilo-Koffer und dem anderen Gepäck da runter, bedankt!“ murmele ich leicht fluchend vor mich hin und auch Nancy höre ich leise das F-Wort aussprechen. Als unser Vermieter unsere leicht genervten Blicke sieht und ich schon verzweifelt nach den spanischen Vokabeln suche, um ihm mitzuteilen, dass dieser Weg mit schwerem Gepäck eine Zumutung sei, deutet dieser nur, von einem entwaffnenden Lächeln begleitet, auf eine kleine, selbst gebastelt aussehende Apparatur neben sich. Dort sehen wir dann ein schönes Beispiel für Kanarische Improvisationskunst: eine Seilbahn, gebaut aus einer Holzpalette, Stahlseilen - und mit Antrieb! „Genial“, denke ich mir, und als ich mir die Streckenführung dieser kleinen Seilbahn anschaue, wird mir klar, dass wir unser Gepäck nicht mehr tragen müssen. Endstation: Casa S., das nenn’ ich Infrastruktur! Kurz frage ich mich noch, ob dieses Gefährt Marke Eigenbau in der Lage ist, die Balance zu halten, und habe das Bild eines aus 20 Meter Höhe fallenden Koffers vor Augen, doch dann sage ich mir „Keep cool, Lee, es muss nicht alles TÜV geprüft sein, um zu funktionieren.“ Danach wird die Seilbahn mit unserem Gepäck beladen und von Senor O. auf ihren Weg geschickt. Langsam, fast in Zeitlupe, beginnt sie über unsere Köpfe hinweg ins Tal zu gleiten, und auch wir machen uns an den kleinen Abstieg. Mein erster Gedanke, dieses Terrain in Zukunft lieber in meinen Bergies zu begehen, wird durch die Wegführung eher bestätigt, aber der steile Teil des Weges ist schnell vorüber und wir gehen die letzten Meter auf einem sehr schönen Camino, der ein verwildertes Getreidefeld quert, zum Haus. Dort angekommen, gilt unser erster Blick unwillkürlich nicht dem Haus sondern der Aussicht. „Wow“, entfährt es mir. „Für diesen Ausblick lohnt auch der Weg, oder?“ höre ich Nancy sagen. „Si, und der Camino zum Haus ist halt unsere Warmmachrunde. Ist wie beim Umzug helfen, am besten sportlich sehen!“ pflichte ich ihr bei und sauge unser zukünftiges Frühstückspanorama in mich auf.

Von unserer Veranda überblickt man große Teile des in einer lieblichen Palmenoase gelegenen Ortes. Den Hintergrund dieser Postkartenidylle bilden ein Paar exotisch anmutende, schön gezackte Berge und der tiefblaue Atlantik. Und als dann auch noch die Wolkendecke aufreist, die Sonne hervorkommt und das Tal in schönes Licht taucht, merke ich, wie mir ein leichter Schauer den Rücken herunter läuft. Diese intensive Gefühlsregung wird dann von unserem Vermieter unterbrochen, der schon unser Gepäck ins Haus getragen hat und uns selbiges zeigen möchte. Schnell ist uns das aus dunkelgrauem Naturstein gefertigte Haus gezeigt. „Von außen schön und von innen so lala“, ist mein erstes Urteil. Das Schlafzimmer ist ganz schön, die Wohnküche dafür aber etwas steril und ungemütlich, da haben wir schon charmanter eingerichtete und restaurierte Häuser auf den Kanaren gesehen. Aber hier ist eindeutig nicht das Haus der Star sondern die Lage! Danach werden noch kurz die üblichen Formalitäten geregelt und uns der zur freien Verfügung stehende Gemüsegarten gezeigt. Zumindest Tomaten werden wir hier kaum kaufen brauchen, und auch eine riesige Papaya und ein Sack Kartoffeln werden uns netterweise überlassen. Estupendo! Nun ist alles gezeigt und gesagt und unser Vermieter verabschiedet sich „einen schönen Urlaub wünschend“ von uns. Sofort beginne ich neugierig das Haus zu umrunden, um mir das Gesamtpanorama zu erschließen. Neben dem Haus stoße ich auf die Hängematte, die zwischen zwei Palmen aufgespannt ist und einen schönen Ausblick auf den Ort, das Palmenmeer, den Atlantik und die Gallionsberge garantiert. Mit der Feststellung, „ich glaub’, wir zwei können Freunde werden“, begrüße ich meinen zukünftigen Sofaersatz, „und die Glotze werd’ ich hier auch nicht vermissen. Dieses Standbild kommt besser als Hollywood“. Wie zur Antwort darauf, beginnt die Hängematte vom Wind in Bewegung gesetzt, verlockend zu schaukeln. „Gemach, Gemach, alles zu seiner Zeit“ vertröste ich sie erst einmal und gehe hinters Haus, um den Anblick, der nach hierhin, tafelbergartig abfallenden Hochebene zu betrachten. Von den Bergen ist allerdings nicht viel zu sehen, da es von dort oben her schon wieder zuzieht und auch die Sonne ist wohl heute etwas kontaktscheu und verbirgt sich schon wieder hinter den Wolken. Danach gehe ich ins Haus, wo Nancy schon am auspacken ist und schließe mich ihr an. Bald ist alles in den Schränken verstaut und die Frage nach der weiteren Gestaltung dieses noch recht jungen Tages taucht auf. „And now?“ fragt Nancy. „Keine Ahnung, draußen ist es schon wieder zugezogen und kühl“, antworte ich ihr. „Schade, jetzt hätt’ ich echt Lust, den Beach hier anzutesten.“ „Ja, ich auch, aber bei dem Wind?“ gebe ich zu bedenken. „Und wenn wir heute doch schon einen kleinen Inselausflug machen?“ „Meinetwegen, irgendwo scheint ja immer die Sonne auf den Inseln hier. Lass uns doch noch mal rausgucken, ob wir ein Wolkenloch entdecken“, stimme ich ihr zu. Der Blick gen Himmel lässt uns vermuten, dass die ganze Insel unter einer dichten Wolkendecke liegt, nur im Norden scheint es Auflockerungen zu geben. „Also, Kaffee und Kuchen in Vallehermoso?“ schlägt Nancy vor. „Vamos al norte“, stimme ich zu, und wir begeben uns somit früher als gedacht auf unsere erste Entdeckungstour.
Kurz darauf befinden wir uns wieder „on the road“. Diesmal fährt Nancy und ich habe die Gelegenheit, die Landschaft ganz entspannt auf mich einwirken zulassen. Langsam, eine Serpentine nach der anderen umrundend, gewinnen wir an Höhe und immer weiter öffnet sich der Blick über den Nordwesten der Insel. Richtung Süden blicke ich wieder fasziniert auf die schroff aufragenden Gallionsberge, hinter denen sich das Tal von Taguluche verbirgt. Im Norden erblicke ich Tazo, das in einer schönen, aber wohl kargen Hügellandschaft zu liegen scheint, und vor uns, stetig näher rückend, zeichnen sich immer deutlicher die ersten bewaldeten Höhenrücken des Inselinneren ab. Dabei fällt mir besonders die schmale Waldhaube, die das Teselinde-Massiv auf ihrem Rücken trägt, auf. Kurz unterhalb des Gipfelrückens scheint der Wald schon wieder völlig zu fehlen und nur noch ein paar Büsche zu wachsen. Wieder einmal wird mir bewusst, wie abhängig die Vegetation auf den Kanaren von den segensreichen Passatwinden ist und wie nah hier fruchtbare, üppig bewachsene Regionen und karge, fast wüstenartige Landschaften beieinander liegen. Hier, im Alojera-Tal prägen auf jeden Fall die unzähligen Palmen das Landschaftsbild entscheidend mit und mir fällt auf, dass ich eigentlich nie eine besondere Vorliebe für sie hatte. Aber hier, im unteren Tal, wo es in der eigentlich kargen Landschaft praktisch keine Bäume gibt, üben sie plötzlich einen besonderen Reiz auf mich aus. Genauso wie die Legionen von Wiesenblumen, die in dieser Jahreszeit den Berghängen Farbtupfer verleihen. Als wir uns dann den Windrädern nähern, frischt – passenderweise – der Wind auch wieder stark auf. „Schau mal, die Bergkuppe, das nenn ich eine Sturmfrisur!“ merkt Nancy an und deutet auf eine Erhebung oberhalb der Windräder. Ich blicke auf und sehe eine mit flachen Büschen bestandene Kuppe. Alle wirken so, als wären sie jahrelang in eine Richtung gebürstet worden. „Da hat sich wohl der Passat verewigt“, antworte ich. Kurz darauf erreichen wir die Abzweigung nach Arguamul, wo ein Schild mit der Aufschrift „Carretera cortada“ aufgestellt ist. „Mist, die haben die Straße gesperrt, und das sieht mir nicht nach einer kurzfristigen Baustelle aus! Schade, die Ecke hat mich mit am Meisten interessiert“, ärgere ich mich. „Aber wir wollen doch die Wanderung auf der Cumbre machen, da kommen wir doch fast dort vorbei.“ wirft Nancy berechtigterweise ein. „Trotzdem schade…“, grummele ich vor mich hin, als wenn ich ahnen würde, dass diese Tour nicht stattfinden sollte. Diese bestimmt sehr schöne Ecke Gomeras sollten wir in diesem Urlaub leider nur aus der Ferne zu Gesicht bekommen. Der Wind nimmt nun noch an Stärke zu und als wir die TF-712 und somit den Abbieger nach Vallehermoso erreichen, klopfen sogar ein paar Regentropfen an unsere Windschutzscheibe. Im Norden scheint es allerdings nicht zu regnen, sogar ein paar Wolkenlücken sind nach wie vor zu erkennen – und wir entscheiden uns, unseren Ausflug fortzusetzen. Eng und relativ steil windet sich die Straße in Serpentinen zu Tal und ich merke an Nancys Körpersprache, das diese noch unbekannte Strecke ihre volle Konzentration verlangt.Und auch die teilweise porös wirkenden Betonblöcke, die am Rand der Straße talseits zur Sicherung aufgestellt sind, schauen nicht wirklich vertrauenserweckend aus. In Kurven fehlt gar machmal einer dieser Blöcke - einfach weggebrochen - und fieseste Assoziationen weckend. Dafür sind die Tiefblicke in eines der Seitentäler von Vallehermoso, die ich als Beifahrer im Gegenatz zu Nancy ganz entspannt genießen kann, umso schöner und beeindruckender.
„Echt Klasse der Talblick, oder?“ merke ich an. „Du, für die Landschaft hab’ ich gerade keine Augen, die enge Straße stresst mich ein wenig“, entgegnet sie bestimmt und ich realisiere, dass es für einen Plausch über die Schönheit der hiesigen Natur gerade der falsche Moment ist. Und als ihr kurz darauf in einer Kurve ein Wagen entgegenkommt, der unsere Fahrbahnseite ein wenig mitbenutzt, steigt ihr Stresspegel deutlich. Gerade so eben kann sie bei ihrem geschickten Ausweichmanöver verhindern, einen der Betonblöcke zu touchieren. „Oh, ich hasse so enge und steile Straßen und mir steckt der gestrige Tag auch noch in den Knochen, können wir nicht tauschen?“ bittet sie mich. „O.K., lass uns wechseln, ich bin fit und mag solche Strecken eigentlich – wenn man nicht gerade so geschnitten wird wie eben. Mann, das war echt knapp! Gomeras Straßen sollen nicht ganz ohne sein und ich weiß vielleicht auch schon eine Route, die Du dafür fahren musst“ In Ermangelung irgendwelcher Haltebuchten stoppen wir einfach auf einer längeren Gerade und praktizieren dort einen „Fliegenden Wechsel“. Nach kurzer Fahrstrecke merke ich, dass ich ein Gefühl für die serpentinenreiche Abfahrt bekomme, und ahne, dass dies eine meiner Lieblingsstrecken auf Gomera werden würde. Allerdings sollte sich auch meine Vorahnung in Bezug auf eine gewisse Abfahrt bestätigen - diese Strecke sollte mich dann stressen, aber Nancy umso mehr Spaß bereiten.
Schneller als erwartet erreichen wir dann Vallehermoso, den sympathischen, kleinen Hauptort des Nordwestens, über dem sich inzwischen leider auch der Himmel zugezogen hat. Jetzt liegt auch der Inselnorden unter einer dichten, etwas Tristesse verbreitenden Wolkendecke. Nur der Wind ist hier angenehmerweise deutlich schwächer. Nun taucht die Frage auf, welche Lokalität wir besuchen wollen, und Nancy hat die Idee, das „Castillo del Mar“ anzusteuern. Das finde ich auch einen guten Gedanken und kurz darauf erreichen wir die Küste und sehen auch schon die alte, schön restaurierte Bananenverladestation vor uns. „Wow, da werden ja alte Kindheitsträume war, das wäre der optimale Abenteuerspielplatz gewesen“, sage ich und sehe dabei Burt Lancaster als der rote Korsar und Johnny Depp als Jack Sparrow vor mir, wie sie sich ein wildes Fechtduell auf dem Turm des Castillo liefern. „Ja, das ist schon ein echt imposantes Gebäude und die Lage könnte man durchaus als exklusiv bezeichnen“, fügt Nancy ebenso beeindruckt hinzu. Auf der Zugangsrampe, über die wir das burgartige Gebäude betreten, kommt mir ein Mann entgegen, bei dem ich das Gefühl habe, ihn schon mal gesehen zu haben, aber bevor ich ihn einordnen kann, gelangen wir auf die Terrasse des Castillo und geraten in einen Residentenmarkt(?). Es ist richtig was los hier und die meisten Tische scheinen von Residenten besetzt, die zum Teil auch selbstgefertigte Waren anbieten. Eine gomerische Band(?) mit guter Sängerin spielt eine folkloristisch angehauchte Musik, die mir spontan gefällt. Ich schaue mich um und sehe eine Frau, die mir auch irgendwie bekannt vorkommt. „Komisch, wo hast du denn die Leute schon mal gesehen“, frage ich mich. Dann zupft Nancy an mir und merkt an „siehst Du irgendwo einen freien Tisch an dem wir ein bisschen unsere Ruhe haben, mir wird das nämlich langsam zuviel heute.“ Ich blicke mich um und sehe nirgendwo einen Platz, der diesem Anforderungsprofil entspricht. Dafür nehme ich andere Dinge war. Und mir kommt das Ganze hier, als ich einige Gäste näher betrachte, wie ein Fenster in die 80-er Jahre vor. Die Kleidung einiger Leute scheint der getragene Beweis dafür zu sein, dass früher eben doch nicht alles besser war, zumindest in besagtem Jahrzehnt. Und dann sehe ich mich plötzlich, etwa 20 Jahre jünger, wie ich vor einem Spiegel stehe und mir ein schlecht geschnittenes, schultergepolstertes Jacket über ein muscle shirt ziehe. „Uaaah, nee früher war eben doch nicht alles besser“ murmele ich vor mich hin als Nancy mich aus meinen Gedanken reißt. „Du mir ist das hier gerade zuviel, ich brauch’s heute ruhiger. Wollen wir nicht woanders hin?“ bittet sie mich. Und auch ich habe das Gefühl, dass ich noch nicht genug auf der Insel angekommen bin, um mich auf diese Veranstaltung einzulassen. Also beschließen wir zu gehen und uns nach einer anderen, ruhigeren Lokalität umzuschauen. Auf dem Weg zum Auto begegnet mir dann schon wieder eine Person, die mir irgendwie bekannt vorkommt, und ich frage mich, woher ich diese Menschen kenne. Und dann fällt es mir ein! Bei meiner ausführlichen und sehr hilfreichen Internetrecherche auf diversen Gomera-Seiten habe ich viele tolle Inselfotos gesehen und bei den durch Fotos dokumentierten Wanderungen waren wohl auch Abbildungen jener Menschen dabei. „Schon komisch“, denke ich mir, „da fliegt man über 3000 Kilometer an einen Ort, wo man noch nie zuvor war, geht einmal aus und trifft gleich auf Leute, die man - vom sehen her - kennt.“ Nicht dass ich irgendwas gegen diese Menschen hätte, ich kenne sie ja gar nicht. Aber trotzdem ein bisschen befremdend. Halt eine kleine Randgeschichte der „schönen“, neuen, digitalen Welt, die mir bei meiner Urlaubsplanung aber beste Dienste geleistet hat. Was wir in diesem Moment allerdings noch nicht wissen konnten, war dass dies unser einziger Besuch des Castillo sein sollte. Unglaublich, aber wahr. Hätten wir das an diesem Tag schon geahnt, so wären wir trotz kleiner Indisponiertheiten sicherlich länger an diesem beeindruckenden Ort geblieben. Aber wir dachten halt, dass wir sowieso noch mal hierher kommen würden. Nun, irren ist menschlich! Aber irgendwas kam eben immer dazwischen, sei es das Wetter, eine geplante Wanderung oder sonst was – und plötzlich sitzt man im Flieger und denkt, da war doch noch was!
Kurz darauf fahren wir nach Vallehermoso zurück, um uns dort nach einem Cafe umzuschauen. Im Ort finde ich nicht sofort einen Parkplatz und nach kurzem Gekurve kommt mir plötzlich der Gedanke, nach Agulo zu fahren. „Was hältst Du von der Idee nach Agulo zu fahren?“ äußere ich meinen Gedanken. „Warum nicht, soll doch sehr schön dort sein. Wenn Du fährst.“ Schnell ist Vallehermoso verlassen und wir fahren auf schöner Strecke durch den Inselnorden in die küstennahen Berge hinauf. Die zähe Bewölkung will zwar partout nicht weichen, aber auch in diesem Licht ist die Landschaft nicht ohne Reiz. Doch als wir uns Agulo nähern, ertappe ich mich dabei, immer wieder auf’s Meer hinaus zu schauen, in der Hoffnung einen Blick auf den mächtigen Teide zu erhaschen. Aber da ist nichts als Dunst über dem Wasser zu sehen – und langsam macht sich doch ein bisschen Ernüchterung über den bisherigen Tagesverlauf in mir breit. „Man fühlt sich wie unter einer Käseglocke bei dem Wetter, oder, findest Du nicht auch?“ merkt Nancy an und bringt es damit auf den Punkt. „Ja, alles wirkt so gedämpft heute, aber pass auf, gleich gibt es „Hallo Wach“ in Form von Kaffee und Kuchen und einem schönen Ausblick“ entgegne ich und versuche auf Optimismus zu machen. Doch als wir dann den Tunnel, der die mächtige Felsklippe vor Agulo durchquert, verlassen und sich eigentlich ein viel gerühmtes und auch schon von mir im Internet bewundertes Bilderbuch-Panoama auftun sollte, macht es irgendwie nicht Pling in mir und mir dämmert endgültig, dass man von einem ersten Urlaubstag, und dann noch bei solchem Wetter, vielleicht nicht zuviel erwarten sollte. Die grauen, tiefhängenden Wolken stauen sich hier an den Bergen der Nordküste und lassen wenig Licht durch. Die ganze Küstenlandschaft scheint in Grautöne getaucht zu sein. Das Meeresblau ist zu einem recht faden „Nordsee im Winter“-Blaugrau geworden und selbst die berühmte rote Steilwand von Agulo lässt ihre eigentliche Farbe bestenfalls erahnen. „Na, so toll ist das jetzt hier aber doch nicht“, äußere ich spontan. „Wie könnte es auch, bei dem Grau in Grau“, rückt Nancy das Ganze wieder ins rechte Licht. Wir parken das Auto am Rande des östlichen Ortsteils auf einem der vielen leeren Parkplätze und begeben uns in die kleinen Gassen des Dorfes. Sofort fällt uns auf, dass der ganze Ort wie ausgestorben wirkt. „Pssst, sei leise! Agulo schläft, nicht wecken“, flüstert mir Nancy zu. Und tatsächlich scheint es so als schliefe das ganze Dorf inklusive seiner Einwohner in einem seligen tiefen Schlummer. Nicht einmal einer der sonst immer im Hintergrund bellenden Kanarenhunde ist zu hören, und schon das Geräusch der eigenen, zwischen den Hauswänden hallenden Schritte erscheint einem unangemessen laut. Alle Läden und Restaurants haben geschlossen. Und dann fällt uns endlich auf, dass wir hier an einem Sonntag in der Nebensaison zur Siesta-Zeit in einem spanischen Dorf umherlaufen und nach geöffneten Läden Ausschau halten. Touris!
Dann aber erinnert sich Nancy daran, das sie etwas außerhalb von Agulo gelegen ein Restaurant gesehen hat, das geöffnet schien. Klare Sache! Unsere knurrenden Mägen signalisieren sofort starkes Interesse an dieser Lokalität und kurz darauf sitzen wir schon wieder im Wagen. Und tatsächlich, das Restaurant hat geöffnet, endlich kommen wir dazu Tee, Cafe con leche und wirklich leckeren, selbstgemachten Kuchen zu verputzen. Danach beobachten wir noch etwas das ausgelassene Treiben der Gomeros im Lokal. Einige wirken recht angeschäkert und scheinen bester Dinge zu sein. Es wird wild und in großer Geschwindigkeit durcheinander geredet und schnell werden mir wieder die Grenzen meines Volkshochschul-Spanisch bewusst! Ich verstehe kaum ein Wort, zumindest weniger als erhofft. „Puede repetir mas despacio, por favor?“ wäre wohl meine Standardfrage, wollte ich mich hier am Gespräch beteiligen. Die Geschwindigkeit, mit der die Canarios ihr auch noch leicht südamerikanisch eingefärbtes Spanisch sprechen, sollte sich für mich immer wieder als das größte Verständigungsproblem herausstellen. Mit dem Drängen auf einen baldigen Aufbruch reißt mich Nancy aus meinen leicht frustrierenden Sprachverständnisübungen und nachdem wir eine leider recht hohe Rechnung beglichen haben, machen wir uns auf den Heimweg und verlassen Agulo, das wir später noch mal in attraktiverem Licht sehen sollten. Als wir kurz vor Las Rosas sind, fällt mir wieder ein, dass von hier eine sehr reizvolle Strecke in den Nationalpark hinaufführen soll. Ich erzähle Nancy kurz von Gomerawanderers Tip und nachdem ich ihr versichert habe, dass diese Route einen nur wirklich kleinen Umweg bedeuten würde, stimmt sie mit der Anmerkung „dann ist aber Schluss mit schneller, höher und weiter“ der Planänderung zu.
Das sollte sich lohnen. Schon bald führt die Strecke wieder durch einen schönen und ursprünglichen Nebelwald, der auch von der Wolkenbildung her seinem Namen alle Ehre macht. Langsam durchschneiden wir Kurve um Kurve Höhe gewinnend den zähen Nebel und immer dichter und feuchter scheint der Wald zu werden. Verdichtet, ja komprimiert, erscheint die Welt hier und nur wenige Geräusche dringen durch die geöffneten Wagenfenster an unsere Ohren. Selbst das Fahrgeräusch des langsam und eher untertourig laufenden Wagens wirkt wie in Watte gepackt. Und auch wir schweigen, von dieser Stille gepackt. Erst als wir die Höhenstraße erreichen, endet dieser magische kleine Urwaldtrip. Wir treffen wieder auf andere Fahrzeuge – und auch der „Blanke Hans“ schickt mal wieder ein paar windige und kalte Grüße vorbei. Rasch drehen wir die Scheiben wieder hoch, denn hier oben herrscht echt garstiges, kaltes Wetter und immer wieder klatschen dicke Regentropfen gegen unsere Windschutzscheibe. Auch die Sicht verschlechtert sich wieder zusehends und nun reicht es selbst mir mit dem Autofahren. Plötzlich wird mir bewusst, wie atemlos wir diesen ersten Urlaubstag verbracht haben, und dass wir die Unternehmungen der nächsten Tage vielleicht in einem langsameren Tempo angehen. sollten. Bis zum Abzweiger nach Alojera tasten wir uns in langsamer Fahrt durch den Nebel, doch dann klart es plötzlich auf und die Westküste empfängt uns, als hätte es den ganzen Tag über keine Wolke am Himmel gegeben, mit schönstem Sonnenschein. Und während wir Serpentine um Serpentine hinabfahren und uns der Küste nähern, steigen auch merklich die Temperatur und unsere Laune an. „Ich glaub’, bei dem Wetter sollten wir uns wenigstens noch mal den Strand anschauen, oder?“ schlägt Nancy vor und trifft damit bei mir auf vollste Zustimmung. Bald erreichen wir Alojera, das wir jetzt zum ersten Mal, der recht schmalen Hauptstraße folgend, ganz durchfahren. Kurz vor der Steilküste verschlechtert sich die Straße zusehends und ein Teil der Fahrbahn ist mit einem rot-weißen Band gesperrt. Und als wir dieses noch schmalere Wegstück passieren, sehe ich dann auch den Grund: die Straße ist hier zur Steilküste hin weggebrochen! „Ich hoffe, die wissen hier was sie tun“ äußere ich meine leichten Zweifel angesichts der für deutsche Augen nicht gerade professionell aussehenden Baustelle und fahre lieber im Zeitlupentempo an diesem Abgrund entlang. „Ja, mehr sollte hier wirklich nicht abrutschen!“ äußert Nancy zustimmend. Doch schnell haben wir diese heikle Stelle hinter uns gelassen, fahren in steilen Serpentinen zum Meer herab und sehen zum ersten Mal die kleine geschützte Bucht von Alojera. Unwillkürlich stoppe ich den Wagen, fasziniert von dem, was ich sehe, und blicke völlig gebannt auf die imposante Steilküste und die sich daran brechenden Atlantikwellen. Und unter uns, umfasst und geschützt von gewaltigen, ins Meer ragenden Klippen, erblicken wir den kleinen, aber schönen Sandstrand und die dazu gehörende Siedlung. „Da haben die Reiseführer nicht zu viel versprochen“ jubiliere ich angesichts der Aussicht, diesen einladenden Strand in der Nähe unseres Hauses zu haben. Unten an der kleinen Strandsiedlung angekommen, parken wir unser Auto am Rand der steilen Zufahrtsstraße und sichern die Wagenräder, wie man es wegen des starken Gefälles fast überall in Alojera muss, standardmäßig mit Steinen. Danach gehen wir den kurzen Treppenweg zum Strand hinab und bemerken, dass das Restaurant „Prisma“ wegen Betriebsurlaubs die nächsten beiden Wochen geschlossen bleibt. Damit bleibt nur noch das „Brisas“ wenn man in Alojera Essen gehen will. Aber schon nach dem ersten Besuch dieses Lokals sollten wir das nicht mehr als wirkliche Einschränkung empfinden!

Am Strand angekommen gehen wir auf die schützende, den Badebetrieb ermöglichende Hafenmole hinaus. Hier, umgeben von tosenden Wellen, die gegen die Steilküste und den Strand schlagen, setzen wir uns den Naturgewalten aus und stemmen uns gegen den heftigen Wind. Immer wieder zerren die Böen an uns und unserer Kleidung. Wir Nordlichter trauen dem Blanken Hans nicht so ganz und als wir das Gefühl bekommen, dass er uns sogar ins Meer fegen könnte, setzen wir uns lieber hin, um dieses Wind- und Meerumtoste Spektakel zu genießen. „So haben wir das gebucht!“ höre ich Nancy leise neben mir sagen und auch ich merke, wie ich immer mehr zur Ruhe komme - als hätte der Wind alle innere Unruhe weggeblasen. Eine Zeit lang schauen wir wie gebannt auf die wogende See um uns herum, aber als wir das Gefühl bekommen, dass unsere knurrenden Mägen selbst die Brandung des Atlantiks übertönen könnten, rückt ein anderer Ort in das Zentrum unseres Interesses: Dieser kleine, einladend wirkende, typisch kanarische Kiosco, den wir die ganze Zeit am anderen Ende der Playa sehen. Kurz darauf ist die Anziehungskraft des Restaurants zu stark und wir reißen uns von unserem faszinierenden Ausblick los. Als wir bei der „Bar de las Brisas“ angekommen sind, stellt sich noch kurz die Frage, ob wir einen der Meeresblick garantierenden, aber umwindeten Außenplätze nehmen oder ob wir uns drinnen niederlassen. Obwohl der Wind schon wärmer geworden ist und sich die angekündigte Wetterbesserung bemerkbar macht, bläst es uns zu heftig hier draußen und wir setzen uns lieber rein. Außerdem lässt mich auch die Aussicht, in den Genuss von „Fliegendem Fisch a la Plancha“ zu kommen, davor zurückschrecken, auf der zugigen Terrasse Platz zu nehmen. Drinnen setzen wir uns an einen der wenigen Tische des Kiosco. Auch von hier haben wir einen schönen Meeresblick und selbst auf den mittlerweile warmen Wind müssen wir nicht ganz verzichten, da wir direkt neben einem kleinen Schiebefenster sitzen. Perfecto!
Und auch sonst hinterlassen die schlichten Räumlichkeiten, die auf jeden überflüssigen Schnickschnack verzichten, einen guten Eindruck. Einzig ein herrlich naives, gemaltes Wandbild, das einen Koch zeigt, wie er gerade eine Meerjungfrau salzt, um sie für die Pfanne vorzubereiten, sticht ins Auge.Dann wird uns die, ob der „Kleine“ des Restaurants, überraschend große Speisekarte von einer freundlichen, aber zurückhaltenden Gomera gebracht und mir fällt wieder auf, wie unterkühlt die Canarios auf manche Touristen wirken müssen, die nicht wissen, dass die Insulaner als ein wenig „timido“ (schüchtern, scheu) gelten. Wir entscheiden uns schnell und ordern einen großen „Ensalata mixta“, „dos Lenguados con Papas Arugadas“, „una Botella de Agua grande y una Dorada, por favor“.
Während wir auf das Essen warten, gehen wir noch einmal das heute erlebte durch und kommen zu dem Schluß, dass das doch etwas viel war, was wir uns gleich am ersten Tag zugemutet haben. „Weniger wäre mehr gewesen“ bringt es Nancy auf den Punkt. Und wir beschließen, Morgen ein anderes Tempo zu gehen. Ein langer, auf die geplanten Wanderungen vorbereitender Spaziergang soll gemacht werden. „Bald geht´s los!“ jubiliere ich innerlich voller Vorfreude auf´s Wandern.
Dann geht aber erst einmal mit etwas anderem los, das Essen kommt. Der Salat ist knackig und frisch, der Fisch saftig, aber durchgebraten – und die Papas? Ja, da hab ich mich schon das ganze Jahr drauf gefreut. Perfecto! Volltreffer, gleich am ersten Abend haben wir unser Lieblingsrestaurant gefunden! Im Brisas sollten wir noch öfter essen und es war jedes Mal exzellent. Schade nur, dass es meist so leer war. Die Betreiber hätten eine ganz andere Aufmerksamkeit verdient. Aber das Lokal liegt ja auch nicht im Valle… und zudem war ja Nebensaison. Nach dem Essen bestelle ich mir noch einen Cafe con Leche und einen Brandy und merke, wie sich ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit und des Angekommenseins in mir einstellt. Plötzlich erinnere ich mich eines alten Sprichworts: „Liebe geht durch den Magen“ und mir wird klar, dass das mit dieser Insel über Sympathie hinausgehen könnte…
Anmerkung: Das "Brisas del Mar" gibt es leider nicht mehr. Schade!!!