Na gut,aber was gibt es in Erque oder Erquito für Dokumente?
Und da wir ja jetzt im Frühjahr zu Froschwanderungen aufbrechen, Ziel : Erque - Erquito! Dokumentennachweis erbringen. Beste Vorraussetzungen! >Calima! über 27ºC in >Valle Gran Rey, weiter oben über 30ºC, trockener Wind in Böen, Steinschlaggefahr.
Okay, dachten wir, fahren wir los, schauen wie es da oben ist und entscheiden dann. Je höher jedoch desto wärmer. In Arure rechts über Las Hayas, El Cercado, Chipude, dann links nach Igualero und wieder rechts runter nach Erque. Die ganze Strecke bezaubert momentan durch üppigste Blumenwiesen und blühende Bäume.
Bereits am Anfang der Strasse nach Erquito eine Menge Steinchen auf der Strasse, zwischendurch regelrechter Steinschlag, mehrmals mussten wir aussteigen und Steine, auch grosse, zur Seite räumen. Nicht nachahmenswert! Doch ein Gomero fährt darunter, zwei erst recht und da muss sie halt mit. Laufen war auch wirklich nicht möglich aufgrund der sehr warmen und stickigen Luft. Das Frosch hatte ja einen Helm auf und wir ein Auto um uns drum.
Der>Barranco an sich ist trotz des regenreichen Winters sehr viel trockener und karger als andere Täler. Die ersten Häuser, die in Sicht kamen waren teilweise restauriert und nett hergerichtet. Ganz anders als vor ca.12 Jahren als wir das letzte Mal, noch auf einer Erdpiste, dort waren. Erque liessen wir rechts liegen und fuhren etwas weiter, parkten dann das Auto an einer kleinen Parkbucht , hielten uns leicht rechts und liefen etwas bergab zu den ersten Häusern, erst neu ausgebaute und zwischendrin immer wieder alte kanarische Häuser, halb zusammengebrochen, drinnen alles wie vor 50 Jahren, Betten mit Bettwäsche, Kleidung, alte Zeitungen, Schulbücher, Comics, Briefe, Anschreibliste des kleinen Ladens, alte Dosen, Kaffeetassen, eine Weinpresse, Ketten zum Anbinden der Tiere an den Futtertrog....
Irgendwie ganz unheimlich, die Menschen in den Fünfzigern haben alles stehen und liegen lassen und sind ausgewandert. Vor 12 Jahren lagen da sogar noch Ausweise, Geburtsurkunden, private Papiere dort rum. Mein Mann erzählte mir, dass in den letzten Jahren viele Leute dort geplündert haben und alles mitgenommen haben, was nicht niet-und nagelfest war. Nachdem dann teilweise die Guardia Civil die Autos kontrolliert und Dinge beschlagnahmte, hat sich das wieder gelegt. Doch wir konnten feststellen, dass viele alte Sachen nicht mehr in den Häusern waren, die da noch vor 12 Jahren da waren.
An den alten Häusern kann man sehr gut die alte Bauweise der Kanaren erkennen, die Fensterstürze, Dachkonstruktionen, Badezimmer, alles auf kleinstem Raum und funktionell. Weinpresse und Stall zusammen, Kochecke und Vorratsregal mit Betten in einem Raum, kleine Fenster gegen die >Hitze und die Kälte, Tiere direkt neben dem Haus. Noch heute wird der Käse traditionell auf Brettern, die mit Draht an der Decke befestigt sind, geräuchert.
Wir fanden auch einen Laden mit Verkaufstresen und Regalen. In den anderen Ruinen standen noch die Kaffeetassen neben der Nescafedose, Babypuder, Paprikapulver....
Wir waren ca 1 Stunde lang dort, kein Mensch war zu sehen, lediglich Vogelgezitscher war zu hören.
Zurück zum Auto sahen wir jemanden ganz weit oben auf der Strasse, der uns beobachtete, als wir ins Auto stiegen verschwand er. Auf dem Weg zurück kamen uns drei Männern zu Fuss entgegen, völlig verückt bei der Wetterlage. Wir raten niemanden dort zu Fuss runterzugehen, Teerstrasse, ausserdem darf man nicht vergessen, dass man das alles wieder hoch muss und das ist echt weit.
Wir fuhren jetzt über Igualero, da wir noch Viehfutter schneiden und in La Laguna Grande essen wollten. Lecker. Zu dritt einen Teller Carne Cochino ( Schweinefleich), >Almogrote und Papas fritas (20.- Euro) mit Getränken. In La Laguna Grande kann man super gut essen. Fleischplatten, Kichererbsen, Kressesuppe, >Almogrote, es gibt Riesenportionen, also nicht zuviel bestellen.
Alle Fotos: Erque - Erquito





la rana!!!
Der erste Autowanderbericht! Und er enthält Geheimnisse, die mir als Fußwanderer verborgen geblieben sind.
woga. Und gelaufen sind wir wirklich nicht mehr als ca.500m Strasse runter und dann hin und her zwischen den Häusern dort, teilweise fast zugewachsen.