Jetzt hatte ich High Tech aufgeboten. Zuhause schon in Google Earth nachgesehen, und siehe da, der Weg war wunderschön zu sehen. Also: Pfad nachgezeichnet, exportiert, Datei umgewandelt, nach MapSource geladen, daraus eine Route gemacht und in den Garmin GPS geladen. Nun brauchten wir nur noch nach La Gomera zu kommen.
Als das geschafft war und auch gerade die Sonne nicht so vom Himmel knallte, war der Tag gekommen, diese Scharte endlich auszuwetzen. Den Weg zu finden, gleich hinter dem Hotel El Paso in Alajero war überraschen einfach, denn die Gemeinde hatte inzwischen überall Wegweiser zu den entlegensten Orten aufgestellt. Dann kam Schotterweg. Wir hatten keinen Geländewagen gemietet und so hatte ich erheblich Mitleid mit dem armen Auto, aber eigentlich war der Weg gut fahrbar, ohne große Schlaglöcher und Waschbrettprofil. Lediglich alle paar 100m hohe Bodenwellen, um das Wasser von der Straße zu leiten. Nichts für einen Golf GTI mit Sportfahrwerk, aber so ein Auto hatten wir ja nicht. So ging’s dann gaaanz langsam ohne aufzusetzen über die Buckel.
An einer Ziegenfarm vorbei ging’s dann Richtung Quise. Schließlich kam die lange Linkskurve in Sicht, von der aus der Weg losgehen musste. Doch was war das?
und auf dem stand dann auch: Casas la Cantera. Aha! So eine Gemeinheit. Das hätte ich jetzt auch selbst gefunden!
Und dann: Oh Schreck
Wo bin ich denn hier? Im Kurpark von Baden Baden? Aber es kam noch schlimmer: Der Serpentinenweg in den Barranco hinunter war fast vollständig mit Holzgeländer versehen. Nur, wo der Beton keinen Halt fand, weil der Weg zu schmal war, hatte man es weggelassen. Und der Garmin piepte fröhlich vor sich hin, immer an den richtigen Stellen. Mittlerweile konnte ich das denn schon lustig finden.
Unten angelangt trafen wir dann auf eine bizarre Welt aus vergangenen Zeiten, alte Fischverarbeitungshallen, verrostete Maschinen, eine verfallene Pier und eine traumhafte ruhige Bucht, in der wir ganz allein waren.
Die Sonne meinte es gut mit uns, schaute aus den Wolken hervor, so dass wir uns vorsichtig in die schwache Dünung trauten. Immer wieder ein unheimliches Gefühl, an einem unbekannten einsamen Felsenstrand zu baden, aber traumhaft schön.
Auf dem etwas schweißtreibenden Rückweg war ich dann schon wieder versöhnt mit dieser Gemeinheit, hierher einen solchen Wanderweg auszubauen. Wehe, wenn jemand den Tipp ausplaudert.


Danke!
aber mit Recht, hätte ich auch gleich schreiben können

Danke, klingt echt machbar.
ist das ein Grund, hä?
Wir sind doch hier nicht bei Hänsel und Gretel 


Ich erkäre Woga zum Opfer des Tages 
¡Buenas noches! 