In ihrem ersten Abschnitt (ca. 1 Stunde) führt die Tour zum größten Teil auf einem jahrhundertealten, grob gepflasterten Camino mit tollen Ausblicken gemächlich zum Dorf Ayamosna.
Im zweiten Teil, vor allem zwischen El Magro und der „steinernen Hand“, geht es auf alpinem Pfad richtig zur Sache! Für dieses Stück durch eine großartige Felsenlandschaft sollte man einigermaßen schwindelfrei und trittsicher sein!
Die dritte Etappe führt wieder eher gemütlich mit einigen Auf- und Abstiegen nach San Sebastián mit der Möglichkeit einer Badepause an der Playa de la Guancha und zum Schluss mit schönen Blicken von oben auf den Hafen der Inselhauptstadt.
Wem die Wanderung in der beschriebenen Form als zu anstrengend erscheint, kann die Tour auch erst an der Carretera bei Ayamosna beginnen und/oder (nur in den Sommermonaten ab Mai möglich!) in der einer Oase gleichenden Ferienanlage El Cabrito beenden und sich von dort im Boot nach San Sebastián mitnehmen lassen.
Wir haben für die gesamte Wanderung bei gemütlichem Lauftempo mit Herumstöbern in El Magro, 2 längeren Wanderbrotpausen und unzähligen Fotostops etwa 6.30 Stunden benötigt und uns danach nicht besonders erschöpft gefühlt. Man kann es aber sicherlich wesentlich schneller schaffen. Im Rother-Wanderführer (8. Aufl. 2011, Wanderung Nr. 5, S. 32) wird die Tour von der Degollada de Peraza bis El Cabrito mit 3.25 Stunden angegeben (die Wolfsbergers scheinen doch etwas flotter zu laufen als wir). Für das Stück von Ayamosna nach El Cabrito dürfte man ungefähr 3.00 Stunden benötigen.
Startpunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz des Restaurants „Degollada de Peraza“.
Wir laufen von dort einige Minuten die Carretera bergab, bis wir unterhalb des auf dem Tagamiche-Gipfel stehenden Funkmastes die Straße nach links auf einer betonierten Piste verlassen (weißes Wanderschild GR 131). Schon nach etwa 50 Metern biegen wir von dieser Piste nach rechts auf einen Fahrweg ab, der oberhalb der rechts unter uns liegenden Straße bergan führt.
Falls nun (uns ist es sowohl bei unserer Wanderung im Oktober als auch jetzt im Februar so ergangen) dieser breite Weg durch an eine große Kabeltrommel festgebundene und sehr bissig wirkende Hunde versperrt ist, sollte man besser den Fahrweg schon nach etwa 100 Metern wieder nach links auf einem alten, uns als Hunde-Umleitungsstrecke dienenden Camino verlassen und auf diesem, zunächst an einem Schafstall vorbei,
über den Bergrücken wandern, schon mit tollen Blicken über die Bergkämme bis hinüber zur Nachbarinsel Teneriffa,
bis der auf Felsgestein manchmal nicht deutlich erkennbare Weg den von uns soeben wegen der Hunde verlassenen Fahrweg kreuzt.
Falls der Fahrweg nicht durch die Hunde versperrt sein sollte, einfach diesem um den Bergrücken herum folgen, bis der im letzten Abschnitt als „Umleitungsstrecke“ beschriebene Camino von links oben kommend kreuzt.
Unser (je nachdem, wie man gelaufen ist) den Fahrweg kreuzende bzw. diesen nach rechts verlassende Camino führt (auf Steinmännchen achten!) weiter bergab und kreuzt noch einmal den Fahrweg. Der schöne, alte Weg ist jetzt deutlich erkennbar und führt, wie in der Rother-Wanderung Nr. 4 (S. 30/31) detailliert beschrieben, mit schönen Blicken rechts hinunter auf die Carretera und die terrassierten Hänge unterhalb der imposanten Felsgebilde Roque de Magro und Roque del Sombrero
in weitem Bogen auf eine Scharte des vor uns liegenden Bergkamms zu,
von der aus wir schöne Blicke in den Barranco de la Villa genießen können. Wir steigen auf der rechten Kammseite bergauf und sehen schon bald ein paar Häuser des Weilers Ayamosna in einem Palmenhain vor uns und rechts (jenseits der Schlucht) die Roques, an denen wir bald vorbeiwandern wollen.
Aber zunächst geht’s auf deutlich erkennbarem Pfad weiter Richtung Ayamosna, bis sich von links eine Teerstraße zu unserem Camino gesellt. Wir wandern nun ein Stück auf dieser Straße, bis sie vor dem Dorf Ayamosna auf eine asphaltierte Querstraße stößt.
An dieser Einmündung, ab der wir nun nicht mehr den Beschreibungen der Rother-Wanderung Nr. 4 sondern jenen der Tour Nr. 5 folgen, halten wir uns rechts.
Nach wenigen Minuten erreichen wir die große, von San Sebastián hoch führende Carretera.
Unser Camino setzt sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite in einer Lücke zwischen den Leitplanken fort. Von dieser Stelle aus kann man gut den weiteren Weg erkennen und sich einprägen. Er führt schräg rechts hinab bis zum Grund des Barranco de la Guancha und dann auf der gegenüberliegenden Hangseite, von hier aus deutlich zu erkennen, zwischen Mäuerchen diagonal links bergauf bis zum unter Palmen liegenden, verlassenen Weiler El Magro.
Wenn man sich nach dem Abstieg zum Barrancogrund beim anschließenden Aufstieg stets am oben liegenden Palmenhain orientiert, kann man das verlassene Dorf El Magro eigentlich nicht verfehlen.
Dort stoßen wir auf eine Gruppe mehr oder weniger verfallener Häuser.
Was muss das damals ein hartes Leben gewesen sein in den entlegenen Dörfern der Insel! Und wehe, wenn einmal ein ganzes Jahr der Regen ausblieb!
Wer mag an diesem Tisch gegegessen haben?
Wo mag dieser Stuhl früher gestanden haben?
Nach dem Verlassen des Weilers wandern wir an einem schönen Dreschplatz vorbei zum Sattel des nahen Roque del Sombrero.
Wir laufen auf der rechten Seite um den Felsenhut herum
und weiter zur nächsten großen Felsformation. Aufgepasst! Auf Steinmännchen achten! Hier kann man leicht den Serpentinenabstieg rechts hinunter zum Fuß der Felsen verpassen!
Es folgt ein wunderschönes Wegstück rechts um den großen Felsen herum.
Wieder auf der Kammhöhe angelangt passieren wir ein allein stehendes, verfallenes Haus. Danach ist für einige Zeit kein ausgeprägter Weg mehr erkennbar. Es geht nun durch terrassierte Weideflächen auf die direkt vor uns liegende, markante Felsenspitze zu. Zahlreiche Steinmännchen zeigen uns, dass wir uns nicht verlaufen haben.
Am ersten Felsen wandern wir links vorbei und blicken tief hinunter in den Barranco de la Guancha, dann führen uns Steinmännchen zu einem Schichtband, das uns, nun mit atemberaubenden Blicken in den Barranco Juán de Vera, etwa 200 Meter im Halbrund zu einer Art Aussichtskanzel führt, die schon von weitem sichtbar ist. Auf diesem sehr alpinen Stück können einem die Knie schon etwas zittrig werden! Was für eine grandiose Gebirgslandschaft!
Von der „Kanzel“ aus, die sich wie eine lange Nase über die tiefe Schlucht streckt, haben wir nicht nur tolle Blicke in die wilde Gebirgslandschaft des Barranco Juán de Vera, sondern wir können auch schon einen ersten Blick auf die noch weit entfernt am Meer liegende Ferienanlage El Cabrito erhaschen.
Weiter geht’s auf dem schönen Schichtband.
Nach wenigen Minuten erreichen wir die „steinerne Hand“, eine markante, wie eine Hand aussehende Felsformation
Und nun aufgepasst! Etwa 20 Meter nach der „steinernen Hand“ (Steinmännchen!) biegt der Weg vom Grat rechts ab und führt in unzähligen steilen, manchmal etwas unangenehm gerölligen Kehren in etwa 20 Minuten hinunter zum Grund des Barranco Juán de Vera.
Wir überqueren den Barrancogrund und lassen uns von Steinmännchen auf den Camino führen, der nun auf der rechten Seite des Barrancobettes Richtung Meer (El Cabrito) führt.
Nach etwa 10 Minuten erreichen wir als wichtigen Wegpunkt ein nach rechts weisendes, verrostetes Metallschild „SEIMA“.
Hier kreuzt (auf der Karte der Rother-Wanderung Nr. 5 gestrichelt eingezeichnet) eine Variante des GR 132 den geradeaus weiterführenden Camino. Hier könnten wir nun, wie im Rother Nr. 5 beschrieben, weiterwandern bis zur Ferien-Finca „El Cabrito“ und uns von dort in einem der beiden Boote der Ferienanlage nach San Sebastián mitnehmen lassen. Diese Mitfahrmöglichkeit (für 4 € pro Person) besteht aber nur in den Sommermonaten ab Mai. Im Winter werden, wie wir zu unserer Enttäuschung in einem Telefonat mit einem Herrn in der Rezeption erfahren mussten, nur Beschäftigte und Gäste der Finca in den Booten transportiert. Falls man im Sommer den Shuttle- Service in Anspruch nehmen möchte, sollte man unbedingt morgens in der Rezeption der Ferienanlage anrufen (Tel. 0034 922 145005) und Plätze auf dem Boot reservieren.
Da wir aber dieses Mal nicht nach El Cabrito sondern nach San Sebastián wandern wollen, biegen wir an der Wegkreuzung am SEIMA-Schild nach links ab. Unser nächstes Ziel wird das in der Ferne schräg links auf dem Bergkamm sichtbare weiße Wanderschild sein. Um dorthin zu gelangen, folgen wir den Steinmännchen durch den gerölligen Barrancogrund und wandern dann durch den Berghang schräg hinauf, bis wir den schon von weit unten sichtbaren Wegweiser GR 132 erreicht haben.
Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf die nur zu Fuß oder per Boot erreichbare Finca El Cabrito.
Wir folgen dem angezeigten Weg Richtung San Sebastián, der uns durch enge Kehren und unter einer hochklappbaren Viehsperre hindurch steil bergab in den Barrancogrund führt und dann auf bequemem Pfad weiter, von vielen Steinmännchen geleitet,
bis zur einsamen Badebucht „Playa de la Guancha“.
Weiter geht’s (in Rother-Wanderung Nr. 1 beschrieben) von dem schönen Strand zunächst ein Stück in den Barranco hinein und dann, nicht besonders anstrengend, hinauf auf die Hochfläche „El Veredal“.
Nach einem längeren ebenen Stück senkt sich der Weg hinab in den Barranco del Revolcadero und steigt dann wieder gemächlich hinauf auf den Lomo de Higueral. Diesen Weg hatten wir von früheren Wanderungen wegen seines schlechten Zustandes in keiner guten Erinnerung, wurden aber positiv überrascht. Er ist neu hergerichtet worden und lässt sich jetzt sehr bequem gehen.
Unvermittelt taucht rechts der noch weit unter uns liegende Hafen von San Sebastián auf. Alles ganz schön klein von hier oben! Und bald haben wir sogar die ganze Stadt wie auf dem Präsentierteller unter uns.
Auf felsigem Camino wandern wir schließlich links vom Dieselkraftwerk den Berg hinab und dann auf Straßen, vorbei am von GoSch entdeckten Schöpfrad, weiter in die City.
Für das Taxi, das uns wieder hoch zu unserem am Startpunkt Degollada de Peraza geparkten Leihwagen bringt, müssen wir übrigens 20 € abdrücken.
Im Rother-Wanderführer "La Gomera" (8. Ausgabe 2011) wird im Rahmen der Tour Nr. 4 der Weg von der Degollada de Peraza bis Ayamosna beschrieben und in Tour Nr. 5 der Weiterweg von Ayamosna bis El Cabrito. In Tour Nr. 12 finden wir eine Beschreibung des Weges von El Cabrito bis San Sebastián.
Im Goldstadt-Wanderführer "La Gomera" (1998) ist mit Tour 38 eine Beschreibung des Weges von der Carretera TF-713 bis San Sebastián enthalten. Allerdings führt hier das erste Stück (von der Carretera Richtung El Magro) durch ein Gebiet, auf dem ein Bauer sein Vieh weiden lässt. Und dieser Bauer kann sehr erbost auf Wanderer reagieren. Auch wir wurden dort schon einmal von ihm mit Steinen beworfen und mit Hunden bedroht. Im Februar erklärte uns ein Taxifahrer, der Bauer sei zwar eindeutig nicht im Recht, aber dermaßen uneinsichtig, dass man besser diesen alten Camino meiden sollte.
Im Michael-Müller-Wanderführer "Gomera" (2009) wird in Tour Nr. 2 der erste Teil unserer Wanderung (von der Degollada de Peraza bis Ayamosna) beschrieben, außerdem in Tour Nr. 1 das kurze Stück zwischen der Playa de la Guancha und San Sebastián, allerdings in umgekehrter Richtung.




, doch wenigsten konnten wir an der Playa de la Guancha schön baden.
Da ist sie endlich, die Sombrerowanderung! Und was für eine Beschreibung!
Buba!