Die Anfänge des Tourismus im Süden von Teneriffa

Hier könnt Ihr sehen und beschreiben, wie die Insel sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat.

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Beitragvon Fritzlore am So 18. Sep 2011, 14:06

Ja, das waren noch Zeiten........(seufz)
Heute sehen wir doch alle zu, dass wir so schnell wie möglich Los Christianos hinter uns lassen!
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Beitragvon Christoph am So 18. Sep 2011, 14:20

Schade auch, dass die wenigen noch vorhandenen Zeitzeugen von damals dem Verfall preisgegeben sind. :kopfschuettel
So z.B. dieses Gebäude direkt am Strand, von dem Buba schon berichtete (Foto von letzter Woche Donnerstag)

Casa del Coronel
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Beitragvon Buba am So 18. Sep 2011, 15:49

Christoph hat geschrieben:Schade auch, dass die wenigen noch vorhandenen Zeitzeugen von damals dem Verfall preisgegeben sind. :kopfschuettel
So z.B. dieses Gebäude direkt am Strand, von dem Buba schon berichtete (Foto von letzter Woche Donnerstag)


Vielen Dank, Christoph, für das topaktuelle Foto von der "Casa del Coronel" in Los Cristianos! :freu :blumen

La Casa del Coronel in den 50er Jahren


Hier noch einmal unser kleiner "Forschungsbericht" zum Thema "Casa del Coronel" vom Oktober 2010:

Wir waren am 16. Oktober, weil unser Air Berlin-Flieger so früh landete, schon um 7 Uhr morgens an der noch fast menschenleeren Promenade in Los Cristianos, und unser Gang führte uns, noch in tiefster Dunkelheit, zu dem seltsamen Kasten mit den Bogengängen und fragten dort einen Straßenkehrer, der einsam seine Arbeit verrichtete, was das da für ein seltsames Gebäude sei.
Ja, das sei ein sehr altes Haus, vielleicht schon hundert Jahre alt. In Privatbesitz sei es, und es sei nicht entschieden, was damit passieren solle, ob man es abreißen oder erhalten solle. Mehr wisse er auch nicht.

Auf dem Weg zum Hafen trafen wir auf eine alte Dame, die dort ihren Hund ausführte. Auch sie fragten wir höflich, ob sie wisse, was es mit dem alten Gebäude auf sich habe. Zunächst war sie etwas reserviert, fasste aber bald Vertrauen zu dem seltsamen Pärchen mit den Rucksäcken und erzählte, das Gebäude stehe schon seit Jahrzehnten leer und verfalle mehr und mehr. Es gehöre einer sehr reichen Familie in Santa Cruz de Tenerife.

Sie könne sich gut daran erinnern, dass in ihrer Kindheit die vornehme Familie dort die Wochenenden verbrachte. Sie und die anderen Kinder des Dorfes hätten die Töchter beim Flanieren am damals noch kleinen Strand beobachtet und beim Tischtennis- und Federballspielen.

Das Gebäude sei damals von Blumen umgeben gewesen, und in jedem Bogen habe eine Lampe gehangen. Damals hätten nur etwa 50 Leute ständig in Los Cristianos gelebt, darunter ein paar Fischerfamilien. Die paar Ausländer, die sich damals nach Los Cristianos verirrten, „waren für uns alle Ingleses“. Es gab damals in Los Cristianos nur eine Bar oder vielleicht zwei. Sehr schön sei es hier damals gewesen, nicht so viel Lärm und so viele Menschen wie heute.

Mit 19 Jahren habe sie einen Touristen aus Schweden geheiratet. Als sich Los Cristianos aber immer mehr veränderte, habe es ihm dort immer weniger gefallen.

Als wir ihr erzählten, dass wir gleich mit der Fähre nach La Gomera fahren wollten, meinte sie, La Gomera sei immer noch sehr schön. Aber auch dort habe sich schon vieles zum Schlechteren verändert.

Wir verabschiedeten uns herzlich von der netten alten Dame und gingen hinüber zum Fährhafengebäude, wo ich mir die Zeit damit vertrieb, das soeben Gehörte zu notieren.
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Beitragvon Fritzlore am So 18. Sep 2011, 18:47

Ob die Menschen in Los Christianos sich überhaupt noch wohlfühlen in ihrem Dorf habe ich mich auch schon oft gefragt.
Sicher, so ein Wandel bringt Arbeitsplätze und Wohlstand. Zumindest im Anfang haben sie das bestimmt alles begrüßt.
Aber mittlerweile dürften sie ihr Dorf doch kaum noch wiedererkennen! Ich hoffe inständig, dass Gomera diesen Weg nicht geht!
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Beitragvon Margit P. am So 18. Sep 2011, 20:39

:blumen :muetze Danke Buba! Eigentlich sind wir es ja schon gewohnt, dass du u. Fr. Buba mit den Erforschungen in alten literarischen Schätzen, sowie deren Übersetzungen, für uns Berichte hervorzaubert, die mit Sicherheit in jeder Illustrierten als Dokumentation gedruckt werden könnten. :hut Trotzdem bin ich noch immer bei jedem deiner Berichte verwundert, aber vor allem hoch erfreut, dass ihr mit ihnen, unser Forum zu einer wahren Fundgrube der Geschichte unsere Lieblingsinsel macht. :knuffel :blume
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Beitragvon Mafalda am So 18. Sep 2011, 21:38

In Los Cristianos trifft man keinen Touristenrummel und (noch) keine "Fremdenindustrie" und unter den Gästen keine naserümpfende und niezufriedene Snobs, sondern meist über ihren langersehnten Inselurlaub glückliche "Mittelständler" oder junge sportliche Leute mit genau kalkulierter Reisekasse.

Zu der alteingesessenen Pension (und Restaurant) Reverón (Tel. 17) mit 28 Zimmern ist neuerdings die neuerbaute und empfehlenswerte Pension Marianne gekommen. Es hat den Anschein, daß mit der zunehmenden Bautätigkeit die private Zimmervermietung (Vermittlung durch die Pensionen, den alcalde oder die Dominospieler in der nächstbesten Bar) zunimmt, was für Los Cristianos die beste Lösung zur Beibehaltung der gegenwärtigen, für Bevölkerung und Erholungsuchende gleich idealen Zustandes wäre.


(Goldstadt-Reiseführer "Kanarische Inseln", 4. Auflage 1967)

Störend wirkt die [...] Zementfabrik für den Badebetrieb, doch zeigt sich der Wohlstand der Dorfbewohner in den hübschen Hausbauten.

Buba, habe "geschnippelt" :oops: Konnte allerdings der Versuchung nicht wiederstehen. :pray :aa
"Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann."
Francis Picabia, französischer Schriftsteller, Maler und Grafiker (22.1.1879 - 30.11.1953)
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