So, wir haben den offiziellen Weg Rother - Nr.3 genommen und auch das "nicht so prickelnde Schlussstück" mal überprüft. Die bereits ausführlich beschriebenen Wegteile spare ich mir jetzt im Detail, ich mache nur hier und dort ein paar Anmerkungen

:
Bei den ersten Besuchen des Mirador Degollada de Peraza war dem Mumerick der Weg direkt unterhalb des Miradors aufgefallen und der sah seines Erachtens sehr viel versprechend aus. Also haben wir Männer die Frauen am Pool zurück gelassen und sind – nach vorheriger Konsultation des Wanderführers – aufgebrochen, um vom Mirador über La Laja zu den Roques und weiter zur Ermita Virgen de Las Nievas zu wandern. Warum auch nicht, kann ja auch mal was kürzeres sein

Wie immer sind wir brav früh gestartet, was uns einen wunderschönen Blick von kurz unterhalb des Miradors gegen die Sonne in Richtung Teide bescherte.
Der Abstieg vom Mirador selbst war gut markiert, ein breiter, nach wogas Angaben ja frisch überarbeiter Weg, allerdings eklig zu gehen. Riesen Klunker, die als Pflasterversuch in den Boden eingelassen waren, aber so schräg standen, dass die spitzen Seiten oben raus guckten, verursachten einen Abstiegunkomfort, der sich nicht entscheiden konnte, ob er jetzt eher der Typ Feldweg ist oder doch lieber ein Geröllfeld sein möchte. Dazu noch eine sehr steile Wegführung hinab, da musste man schon ziemlich aufpassen, um sich nicht die Knie zu ruinieren. Da kenne ich spaßigere Wege abwärts.
wirklich ekliger Abstiegsweg nach La Laja
Dennoch war der Weg von der Landschaft her sehr schön, es ging direkt in der aufgehenden Sonne in das Tal hinab und die Landschaft wurde abwechslungsreich von Agaven, Palmen und Kiefern beschmückt.
Abwechslungsreiche Landschaft
Schön wurde es v.a. immer dann, wenn sich der Weg um einzelne Felsvorsprünge wand und sich dann wieder der Tiefblick ins Tal eröffnete
Interessant wurde es dann auch, als wir knapp oberhalb von La Laja ein wenig von der Route abwichen, um in Richtung La Laja direkt hinab zu steigen und nicht am Waldrand den Hang entlang weiter gingen. Hier kamen wir an einer höchst eigentümlichen „Weggabelung“ vorbei, die uns 2 sonderliche Kunstwerke offerierte:
seltsame Kunstwerke am Wegesrand
Auch wenn wir unsere Neugierde nicht stillen konnten (weiss jmd. was das ist?), so zogen wir dennoch weiter, es galt ja die offiziell angegebene Zeit zu unterbieten

Nach La Laja ging es dann auch wieder steil bergan und wir traten auf bedeutend fußfreundlicheren Wegen in den Kiefernwald unterhalb der Degollada del Tanque ein. Der Weg wand sich sehr schön immer von der einen auf die andere Seite des Barrancos und die Waldbrandgefahr war aufgrund der Nadelhaufen am Boden beinahe greifbar.
wahrer Zündstoff im Kiefernwald
Die Schutzhütte an der Degollada del Tanque ist, wie von Herrn Lee

und woga

bereits beschrieben, überhaupt nicht mehr als solche zu gebrauchen, da die eine Seite bereits eingestürzt ist und nur noch das Vordach existiert. Allerdings ist es weiterhin ein schöner Foto- und Rastplatz mit Blick auf 3 Roques, weshalb wir selbiges auch ausgiebig ausnutzten.
Degollada del Tanque roquet!
Der weitere Weg war dann wieder befestigt, es ging z.T. richtige Treppenstufen hinauf in Richtung Hauptstrasse, wo dann auch bald der Roque Agando auftauchte. Oben angekommen mussten wir kurz nach links an der Strasse entlang, um sofort wieder auf den nächsten Hügel zu steigen. Diesem schönen Camino folgend wanderten wir über einen Bergrücken mit toller Süd-Aussicht in Richtung Ermita. Dort wurden wir etwas skeptisch von 2 älteren Damen beäugt, die anscheinend eine Feier auf dem Kirchplatz vorbereiteten, aber wir wurden nicht gerügt, dass wir an einem Samstag wanderten
Südblick von der Ermita Virgen de Las Nievas
Nach der Ermita ging es auf einem kleineren Fahrweg weiter, den wir nach einem kurzen Abstieg dann wieder in Richtung eines Caminos verlassen durften, der uns aber relativ langweilig und unspektakulär durch verdorrte Felder in der Nähe einer Antennenstation entlang führte.
verdorrte Wiesen und eine Antennenstation
Am Ende dieser Hochebene führte der Camino unvermittelt steil (und ich meine steil – praktisch direkt die Felswand runter) bergab zurück zur Höhenstrasse und zum Mirador Degollada de Peraza.
Damit war die Runde auch nach etwa 3h beendet, wir waren gut in der Wolfersperger Zeit geblieben und hatten viele neue Dinge gesehen.
Fazit: Ein Weg, der ganz nett und recht kurz ist, aber sau anstrengend. Leicht von der Wegführung, aber der steile Abstieg auf schlechten Wegen und der wiederum steile Aufstieg auf besseren Wegen lassen einem kaum eine Chance zum Verschnaufen. Und kniefreundlich ist es auch nicht gerade. Das war dann auch die einzige Tour, bei der ich meine Stöcke benutzt habe, ohne die wäre ich wohl hinterher mit dicken Knien in der Gegend rum gelegen, da wäre der restliche Urlaubswanderplan sauber durcheinander geraten. Spaßig und abwechslungsreich ist der Weg auf jeden Fall, aber schon aufgrund des Endes kein Highlight. Eher so was für zwischen durch zum Auslaufen, sollte man noch Kraft und Zeit übrig haben


"Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie!" (Bernd das Brot)