Degollada de Peraza – La Laja – Roque Agando – Benchijigua -

Eure Lieblingswanderungen können hier gepostet werden.

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Beitragvon Lee am So 14. Dez 2008, 16:48

Degollada de Peraza – La Laja – Roque Agando - Pastrana

Wanderglück



Einer der größten Pluspunkte von Gomera als Wanderparadies ist – neben der landschaftlichen Schönheit und den tollen, abwechslungsreichen, meist gut gekennzeichneten Wanderwegen – die überschaubare Größe der Insel. Die schönsten Touren liegen oft nah beieinander und lassen sich mit Hilfe des Rother Wanderführers bestens verknüpfen und optimieren. Gerade wer schon einmal auf der Insel gewandert ist, kann sich sozusagen die Sahnestücke der Routen heraussuchen und miteinander verbinden.


Die hier vorgestellte Wanderung ist eine Kombination der Rother-Touren Nr.3 und Nr.6, die sicherlich zu den absolut schönsten Wegen auf Gomera gehören. Bei der Tour Nr.3, die ursprünglich von der Degollada de Peraza über La Laja und die Degollada del Tanque zurück zum Ausgangspunkt führt, lassen wir das, meiner Meinung nach, nicht so prickelnde Schlussstück weg und gehen am Agando vorbei ins bezaubernde Tal von Benchijigua hinunter und weiter nach Pastrana. Dort schenken wir uns die elend lange, unattraktive Straßenwanderung nach Playa de Santiago. Wer die Tour allerdings so puristisch und genussfreundlich gestalten möchte, muss sich ein Taxi nach Pastrana bestellen oder einen Abholservice organisieren. Mit dem Taxi kann man sicherlich recht günstig nach Playa de Santiago gelangen und von dort den Bus zum Ausgangspunkt zurücknehmen.


Camino real



Will man diese Wanderung unternehmen, so sollte man über eine gute Kondition und etwas Trittsicherheit verfügen. Die reine Gehzeit beträgt für geübte Normalwanderer mindestens 4.30 Stunden. Es sind etwa 500 Höhenmeter im Aufstieg und 1300 Meter im Abstieg zu bewältigen. Der steile, erste Absstiegsabschnitt am Agando ist bei starkem Wind oder Nässe mit Vorsicht zu genießen.


Bei der Degollada de Peraza, 951 m, beginnt der alte, wunderschön angelegte Camino (PR LG 17, weiß-gelb markiert). In engen Kurven schlängelt sich der Pfad durch eine beachtliche Vielfalt an Trockenvegetation ins Tal von La Laja hinunter. Palmen, Agaven, Wolfsmilchgewächse, Zistrosen und Wildblumen, überall blüht und duftet es. Dieser Wegabschitt ist gerade im Frühjahr ein Hochgenuss.


Blühendes Gomera




Traumpfad




Nach einer Weile tauchen die ersten Roques hoch oberhalb von La Laja auf und lassen den später folgenden steilen Anstieg erahnen. Dann, nach etwa 50-minütigem Abstieg, nähert man sich La Laja, 470 m, und jetzt heißt es aufpassen, denn links zweigt ein kleiner, recht schmaler Pfad ab, der La Laja oberhalb vom Dorf umgeht und so den Weg verkürzt. Nach wenigen Minuten vereinigt sich der kleine Abkürzungspfad wieder mit dem PR LG 17, um danach mit schönem Blick auf La Laja durch den Hang zu führen.


La Laja



Kurz darauf gelangt man an eine weitere Verzweigung und nimmt den steilen, links in die Berge hinaufführenden Pfad. Nun ändert sich die Vegetation schlagartig und der Camino führt in einen der wenigen, etwas größeren Kiefernwälder Gomeras hinein. Während der herrlich würzige Duft der Kanarenkiefern in der Luft liegt, wandert man auf weichem Nadelfilz durch den lichten, aber schattenspendenden Bergwald. Immer wieder sieht man jetzt schwarzgebrannte Kiefernstämme und vereinzelte, abgestorbene Eukalyptusbäume, stumme Zeugen des verheerenden Waldbrandes von 1984. Während sich aber die an die stetigen Waldbrände gewöhnten Kanarenkiefern gut erholt haben, hatten die Eukalyptusbäume keine Chance und ragen nun fast wie kahle Mahnmale aus dem Wald.


Nach etwa zwei Stunden erreicht man dann die wunderschön gelegene Degollada de Tanque, 853 m. Von der stark verfallenen Steinhütte hat man einen grandiosen Ausblick auf die Roques sowie auf das kleine, idyllische, etwas unterhalb gelegene Tal. Als Rast- oder Schlafplatz taugt das Innere des kleinen Steinhauses aber nur bedingt, denn zumindest 2007 war es noch stark zugemüllt.


Das stille Tal




Nach dieser Pause hat man dann nur noch einen relativ kurzen Anstieg durch Fayal-Brezal Wald vor sich, dann ist die Höhenstraße erreicht und der anstrengendste Teil der Wanderung bewältigt. Nun folgt die Wegführung der Höhenstraße für einige hundert Meter nach rechts bis zum imposanten Roque Agando. Schnell gelangt man zum Waldbranddenkmal, 1073 m, das an die Opfer der Brandkatastrophe von 1984 erinnert.


Fingerhut





Oberes Benchijiguatal



Hier beginnt der gepflasterte, sehr steile Abstiegsweg (PR LG 16, weiß-gelb) in das Tal von Benchijigua und vor allem bei Nässe sollte man diesen Teil des Caminos mit großer Vorsicht begehen. Aber zum Glück ist diese steile Passage schnell bewältigt und der Pfad verflacht sich etwas während er durch wunderschönen Kiefern- und Buschwald führt. Dann verlässt der Wanderweg den Waldabschnitt und gibt den Blick auf das idyllisch gelegene Benchijigua und über den grandiosen Barranco de Santiago frei. Was nun folgt, gehört zu Gomera at it’s best: Der aussichtsreiche Weg geht nun quasi in eine Agaven- und Palmen-Allee über und bietet immer wieder reizvolle Ausblicke auf das zauberhafte Hochtal von Benchijigua und den hinter uns liegenden Felsturm des Roque Agando. Und da auch die Vegetation den berauschenden Ausblicken in nichts nachzustehen wollen scheint und sich immer vielfältiger und faszinierender zeigt, ist das Wanderglück perfekt! „Genusswandern“ pur!


Wanderwolken




Traumpfad 2






Auf dem Weg nach Benchijigua



Dann erreicht man den zu einer Pause einladenden, fast verlassenen Weiler Benchijigua, 600 m. Als Rastplatz bieten sich hier der kleine Platz vor der Kapelle oder das etwas unterhalb des Ortes gelegene Staubecken an. Mit einer Karte und etwas Orientierungssinn findet der geneigte Wanderer zum traumhaft, inmitten üppigster Vegetation gelegenen Staubecken von Benchijigua. Wer sich den relativ verwachsenen Weg durch das hohe Schilf gebahnt hat und sich zudem trittsicher am Ufer des Stausees gezeigt hat, wird mit dem Genuss eines der wohl schönsten Rastplätze Gomeras belohnt. Hier auf der Staumauer, umgeben von einer bizarren, fast Statuen gleichenden Felsformation, schmeckt auch ein Manchego-Bocadillo geradezu fürstlich!


Dschungelfieber




Wucherndes Gomera




Benchijigua




Nach dieser Pause geht man wieder in den Ort zurück und folgt weiter dem PR LG 16 in Richtung Playa de Santiago. Immer noch sehr aussichtreich führt der Camino nun immer weiter hinab. Bald machen sich die niedrigere Höhe und der zunehmende Einfluss des trockeneren Klimas, das hier im äußersten Süden herrscht, bemerkbar und die Vegetation wird spürbar karger. Nachdem man eine Felswand auf schmalem Pfad durchschritten hat, senkt sich der Weg zum Grund der Schlucht hinab und man gelangt in die wunderschön gelegene Palmenoase von Pastrana.



Auf dem Weg nach Pastrana




Hier sollte man sich, wenn man keine 1,5-stündige Straßenwanderung machen möchte, eine Taxe rufen und nach Playa de Santiago fahren lassen.

Taxenzentrale Alajero/Puerto de Santiago: Tel: 922 89 50 22 oder 89 53 00

Von Playa de Santiago kann man mit der Buslinie 3 zum Ausgangspunkt der Tour zurückfahren.

http://egomera.de/res/fahrplan.pdf


Fazit: Diese Tour am Stück - oder auch in zwei Wanderungen unterteilt - gehört zu den absoluten Insel-Highlights und reiht sich in unserer persönlichen „Best Caminos of La Gomera und La Palma-Liste“ unter den Schönsten ein. Traumhaft!

:angel Free Sundown! Nieder mit der Trommel - und Didjeridoo Diktatur! Für musikalische Vielfalt - der Sonnenuntergang hat bessere Musik verdient. :ausheck
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Lee
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Beitragvon woga am So 14. Dez 2008, 17:13

lee, Waaahnsinnn :freu
Tolle Beschreibung, tolle Bilder. Zustimmung in allen Aspekten! :bravo

Auf La Gomera sind die Wege lang und umwegig. (Janosch)Bild
Aber schön! (woga) :wink
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woga
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Beitragvon La rana am So 14. Dez 2008, 17:15

Hach, was isses schön, gemütlich mit ´nen Café auf dem Sofa in einer warmen Decke eingemümmelt über La Gomera zu "wandern"! :blumen :angel

¡¡¡Pa´delante!!!

¡genial!
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Beitragvon vida llena am So 14. Dez 2008, 18:49

:welle :fwerk :fwerk

Super, Lee! Sowohl die schöne Bebilderung als auch die gelungene Beschreibung und nicht zuletzt die Kreativität, schöne Routen miteinander zu verknüpfen!

Das werde ich bestimmt einmal nachwandern! :freu

Es ist leicht, gegen etwas zu sein. Sei für etwas: mit Leib und Seele, mit Herz und Verstand, mit Liebe und Hingabe, mit Mut und Ausdauer!


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Beitragvon gomeron am So 14. Dez 2008, 19:45

:muetze Danke Lee! :hurra2 das ist ja wie live dabei gewesen zu sein. Toll gemacht. :hut

gomeron
 

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Beitragvon Delfinpeter am So 14. Dez 2008, 21:00

:freu :freu :freu Super Lee!!! :freu :freu :freu


Die Tour ist fest im Programm für Weihnachten, sofern das Wetter mitspielt.


... und immer auf die Klamotten achten! (Kazcmarek)
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Beitragvon C&A am Mo 15. Dez 2008, 00:42

Schöner Bericht, tolle Bilder! Den ersten Teil haben wir als Rundwanderweg auch gemacht. Lohnt sich auch vor Allem haben wir die Ermita de las Nieves dadurch entdeckt. Ein sehr schöner Aussichtspunkt. Ist jeder schon X-mal dran vorbei gefahren! Einfach mal hoch fahren - lohnt sich.
Ich lade mal ein paar Bilder hoch.

Der zweite Teil kommt auf die To-wander-List...

Gruß an Alle

C&A

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Beitragvon Margit P. am Mo 22. Dez 2008, 22:01

:freu Wenn ich die Bilder so seh`, möcht ich am Liebsten gleich loswandern! :kiwi Aber leider kommt es vor Ort dann meist anders, :schäm Deshalb, doppel-danke, dass ich durch deine wundervollen Aufnahmen in den virtuellen Genuß einer tollen Wanderung gekommen bin. :knuffel

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Beitragvon Lee am Mo 22. Dez 2008, 22:48

Margit P. hat geschrieben::freu Wenn ich die Bilder so seh`, möcht ich am Liebsten gleich loswandern! :kiwi Aber leider kommt es vor Ort dann meist anders, :schäm Deshalb, doppel-danke, dass ich durch deine wundervollen Aufnahmen in den virtuellen Genuß einer tollen Wanderung gekommen bin. :knuffel


:nein S0, sind die Wanderberichte eigentlich nicht gedacht :menno

Margit kann die Tour ja bei ihrem nächsten Inselurlaub mit die Frosch nachwandern. :ausheck

Dann können sie zusammen einen Erfahrungsbericht veröffentlichen. :angel

Vielleicht hat sich ja auch die Wegführung geändert. :wink

Wir bräuchten sowieso eigentlich jemanden, der die Tour alle halbe Jahr mal überprüft. Ich wüßte da jemanden :ausheck

:angel Free Sundown! Nieder mit der Trommel - und Didjeridoo Diktatur! Für musikalische Vielfalt - der Sonnenuntergang hat bessere Musik verdient. :ausheck
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Beitragvon woga am Mo 2. Mär 2009, 22:36

Kleines Update mit Variante aus dem Frühjahr 2009:

Steinschleuder
Schlangenweg
Durch die Bauarbeiten an der Degollada de Peraza, bei denen ein Ganzer Berg abgetragen wird, ist der Einstieg in den tollen Weg nach La Laja gesperrt. Dies betrifft zwar nur die ersten 100m, aber der Hinweis ist ernst zu nehmen!! Dort liegen ziemlich große Brocken herum, die von einem der Bagger auf den Weg gekullert worden sind. Das gemeine ist, das ein Hinweisschild erst unmittelbar vor dem gefährdeten Bereich steht. Wenn man also von La Laja hoch kommt, hat man keine andere Möglichkeit, als umzukehren...400 Höhenmeter umsonst geschwitzt...

Sonntags wird nicht gearbeitet. Das wussten wir und haben es deshalb riskiert. Der weg war wieder mal wunderschön. Wir waren im Februar noch etwas früh im Jahr, deshalb hat's noch nicht geduftet, aber erste Cistrosenblüten haben wir schon getroffen.

Abwärts entspannt
Frühling


Der Weg ist einfach zu finden und nach der spektakulären Tour Bergab mit tollen Blicken in das La Laja Tal kommt ein lauschiger Waldweg bergauf mit bizarren abgestorbenen Eukalyptusbäumen. Einige Blüten waren schon zu sehen, die uns gelb entgegenleuchteten.
Da geht's lang



Geierbäume


Oben bei der Degollada del Tanque dann ein eher trauriges Bild. Diese verfällt immer mehr. Von wegen Schutzhütte! vorne noch, naja, aber hinten pfui.


Degollada del Tanque
von hinten




















Ein Blick auf die Roques ist aber immer wieder gigantisch.


Los Roques


Der Weg von dort zum Roque Argando hoch wird gerade renoviert. Erstaunlicher Weise mal nicht mit Geländer und historisch gepflastert. Das erfreut das Auge und entlastet die Beine.
Renovierter Weg