Leidvolle Erfahrung dabei war vor allem, dass immer mehr Hersteller dazu übergehen, die Herstellungsdaten ihrer Karten zu verstecken oder gar nicht mehr zu zeigen. Da ist es äußerst hilfreich, wenn Onlinehändler, wie Amazon exakte Angaben zu den gelieferten Auflagen schon im Katalog haben. Deshalb der generelle Rat: Am besten nimmt man sich die Zeit, 4 Wochen vor der Reise spätestens einen Online-Katalog zu durchforsten, um das für den Zweck passende zu finden.
Zu Unterscheiden ist mit Blick auf La Gomera vor allem, ob man das erste Mal dorthin fährt und sich nur mit dem Mietauto einen ersten Eindruck verschaffen will, oder ob man wandern will. Für den ersten Fall reicht oft schon die ganz detailreiche kostenlose Touristenkarte, die meist der Autovermieter mitliefert. Wer für diesen Zweck etwas mehr Übersicht benötigt und im Auto die nötige Ellbogenfreiheit hat, ist mit der Wander- & Autokarte von freytag&berndt ganz gut bedient. Diese Karte hat den etwas krummen Maßstab von 1:35000, bietet aber eine ganz gute Übersicht. Zum Wandern taugt sie eher nicht. Die Karte wird alle 2 Jahre neu aufgelegt, zuletzt 2006. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob sie jeweils auch mit den neuesten Daten aktualisiert wird.
Sehr informativ ist auch die Karte, die mit dem Baedecker Reieseführer geliefert wird. Diese stammt von Kompass.
Wer wandern will, oder kleine Wege und Dörfer erkunden will, sollte erstens wissen, dass auf allen Karte oft Wege noch verzeichnet sind, die z. T. schon lange nicht mehr befahrbar oder begehbar sind, bzw. lange nicht mehr gegangen wurden, was auf das selbe hinauskommt, weil sich viele kleine Wege nur durch das Begehen und die dadurch entstehenden Kennzeichen (Schäden) in der Natur erhalten.
Sehr lange schon und immer wieder verlassen wir uns auf die Wanderkarte aus dem Goldstein Verlag im Maßstab 1:35000. Die Auflagen, die wir bislang benutzt haben, sind wenigstens im Innenteil deutlich mit dem Herstellungsjahr versehen und alle Wanderwege des zugehörigen Reiseführers sind verzeichnet. Dafür sind einige Straßendetails ungenau. Ein weiterer Vorteil sind die farbliche Geländedarstellung und auch die Höhenlinien, die dem damit Geübten Aufschluss über die zu erwartende Steilheit des Weges geben. Die Höhenlinien sind jedoch nur im 100m Abstand enthalten (Auflage 2005). Ich konnte jetzt aktuell nicht herausfinden, ob zur Zeit eine aktuellere Auflage Lieferbar ist.
Einen guten Eindruck macht die Rad- und Wanderkarte La Gomera aus dem Kompass Verlag. Sie enthält Höhenlinien alle 50 m und ist im Maßstab 1:30000. Sie ist besser lesbar, als die Goldstadt, weil auf eine Farbdarstellung des Geländes verzichtet wurde. Verglichen mit den anderen Karten, die wir haben, ist die Darstellung kleiner Wege am exaktesten, aber Kompass gehört zu denen, die ihre Aktualisierung am meisten verstecken. Da ist also besondere Vorsicht geboten, wenn man nicht mit veraltetem Material bedient werden will. Leider ist auch unklar, wie ernst es der Verlag wirklich mit der Aktualisierung nimmt.
Meine eigene konkrete Erfahrung mit der Kompasskarte beruht auf der Baedecker Variante, die allerdings im Maßstab 1:35000 gedruckt ist. Für Autofahrer im Kleinwagen vielleicht besser zu händeln. Auch auf dieser Karte sind Wege noch verzeichnet, die es auch zum Druckdatum der Karte nicht mehr gab. Also: Vorsicht ist geboten.
In letzter Zeit bin ich immer mehr dazu übergegangen, diffizile Touren zuhause schon mit Google Earth zu betrachten. Zusammen mit einer guten Karte bekommt man damit das Rüstzeug für eine leichtere Orientierung im realen Gelände, weil man in Google Earth die Insel in 3D sehen kann. Und zuletzt: Für das Autofahren ist auch auf la Gomera Google Maps eine gute, erstaunlich präzise Unterstützung.
Eure Erfahrungen interessieren mich!


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