im Wesentlichen ist dies die Tour 12 von Goldstadt (ohne Abstecher Galión-Berge); im Rother vgl. 33 und 34 (jeweils Teile); plus ein Gehemtipp...
(Ich hoffe, dieser Beitrag ist euch nicht zu lang. Wg. vieler Fotos...! Weiteres zu dieser Wanderung vgl. auch: http://egomera.de/phpBB3/arure-taguluche-arure-t10434.html
Datum: 24.11.2009. Relativ früh aufgebrochen. In Arure herrscht Morgenlicht und dörfliche Stille...
... bis Felipe mit Musike a tope über die Straße von VGR heraufgefahren kommt. Da war's mit der Stille aber vorbei!
Hab sogar mal was verstanden: "Hay petos frescos...!!!!!".
Erste Teilstrecke Arure bis zur Straße Epina-Taguluche:
Der Weg ist spektakulär, schmal und meist ziemlich ausgesetzt.
Im Rückblick hier (rotes Gestein) das Endstück des Rückwegs:
Man geht hier ja wie auf einem laaaangen Balkon (ohne Geländer). Und was sieht man? In Taguluche brennt es?!
War aber alles kontrolliert - als ich unten war, wurden dort noch Pflanzenreste verbrannt, und ein Trupp von 6 Leuten mit Löschschläuchen stand um ein kleines Feuerchen. Wohl nötig.
Vielfältige Schwierigkeiten stellt die Natur dem tapferen Wanderer im weiteren Verlauf in den Weg.
Auf dem Weg gibt es schon mal schlechte Wegstellen, alles aber (jedenfalls vor dem letzten Unwetter) noch nicht dramatisch.
Allerdings nicht die befürchteten Wegabbrüche; obwohl: dies hier könnte mal einer gewesen sein:
An anderen Stellen ist der Weg ziemlich überwuchert:
Schließlich auch noch Fauna! Zum Glück friedfertigen Charakters...
An einer weiteren Stelle war der Weg dann doch schon recht schräg...
Hier das entsprechende Wegstück im Rückblick. Der Weg ist hier ja doch zum Glück reichlich vom Abhang entfernt.
Wie nahe sich aber die Schafe an den Abgrund trauen!
Insgesamt und schon in seinem ersten Teilstück also ein Weg, den man wirklich besser nur bei "Regenwahrscheinlichkeit 0%" in Angriff nehmen sollte. Belohnt wird man mit Blicken auf diese Wand - unter der man gerade passiert ist...
... ohne dass einem so ein Brocken vor die Füße gefallen ist. Der liegt ja auch schon mindestens 10 Jahre. Etwas ergraut im Vergleich zu damals. So oft kommt ja zum Glück so ein Teil nicht runter....
Dann verlässt man den "Balkon" und beginnt den Abstieg zur Straße.
Rechts sieht man übrigens den Rücken, über den das letzte Stück zur Straße geht - dieses Stück fand ich unangenehm, weil viel kleines rutschiges Geröll. (Links qualmt es immer noch von Taguluche hoch!)
An der Straße dann: Der Wegweiser nach Arure ist abgefallen (?) und liegt im Dreck - oder wurde er absichtsvoll abmontiert?
Zweites Teilstück: Von der Straßenkurve durch den Barranco de Guarañét nach Taguluche (Ermita San Salvador).
Für den Einstieg in das nächste Stück muss man ein kleines Stückchen die Straße in Richtung Taguluche gehen. An der folgenden Linkskurve gibt es an der rechten Seite ein kleinens Plateau, dort geht es rein. Bevor man weitergeht, empfiehlt es sich, die kleine Anhöhe hinaufzusteigen (der Weiterweg führt dann rechts und hinter dieser Anhöhe vorbei weiter), um Päuschen zu machen und den Blick auf Alojera zu genießen:
Musik dringt herauf - die kommt einem schon bekannt vor, dann kommt auch das Megafon durch. Aha: Auch dort gibt es jetzt frischen Peto!
--- Hier dann der Anfang des Wegs in den Barranco.
Wer sieht das erste Steinmännchen? Der Weg (bis zur Querung des Barranco-Grunds) ist meist schmal, mit Steinmännchen ausreichend gekennzeichnet, im Abstieg meist o.k., auch wenn es einige unangenehm steile und geröllige Stellen gibt, wo man sich vorsichtig bewegen muss.
Dann kommt,was dieses Tal so einzigartig macht: man trifft auf und folgt der "Großen Mauer":
Die Gegend hat hier durchaus etwas Mondlanschaftsmäßiges:
Man folgt der Großen Mauer weiter ...
...bis man dann die Stelle erreicht, wo man den Barranco-Grund queren kann.
Da macht man aber besser erstmal ein Päuschen und genießt die totale Stille.
Hier ist man echt aus der Welt... und genau das suche ich manchmal auf Gomera!
Hier die Picknickstelle im Rückblick...
Die Mauer begleitet einen übrigens noch in etwas Entfernung auch im Weiteren noch.
Der Rest des Weges ist z.T. in nicht so gutem Zustand. Hier ist Gomera ziemlich bröselig:
Und es sieht auf diesem Teilstück nicht so aus, als ob sich jemand um seine Erhaltung kümmern würde.
Es gibt so manche schon ziemlich schmale Stelle (oben im Bild):
Aber dann ist das nächste Zwischenziel erreicht:
Drittes Teilstück: Drei Abstecher zum Meer.
Erster Abstecher dann zum Strand (Playa de Guarinén), der das "Ende" des gerade durchquerten Barrancos bildet (ich frage mich immer, ob die Namen wirklich so unterschiedlich sind, oder ob das ein Fehler auf der Goldstadt-Karte ist). Von weitem sieht man auf dem Meer eine kräftige Dünung (die Morgens allerdings noch größer gewesen sein dürfte).
Auf der seit einigen Jahren geteerten Straße geht man in Serpentinen (und etwas öde) bis zum Wendeplatz, dort dann über einen akzeptabeln Pfad weiter. Auch hier ist Gomera sehr bröselig!
(Mal sehen, ob ich die Bildtitel noch korrigieren kann - ist natürlich alles 2009)
Am Strand selbst kann man dann - in respektvollem Abstand zur Wasserlinie - wunderbar das Brandungsspektakel beschauen.. und hören. Nach der Stille des Tals ein ganz schöner Krach, den die Natur da abzieht, Donnerschlag! Ist das überhaupt erlaubt, so viel Krach zu machen!?
Und hier noch ein Rückblick von oben:
Auch hier übrigens (gleich links neben dem Vordergrund-Felsen zu sehen) ein Stück "Große Mauer"! Das sollen die Geologen im Forum doch mal bitte erklären, wie das zustande kommt, dass sich diese relativ dünne Schicht härteren Gesteins so lang durch ein Tal hindurch verfolgen lässt...!
Zurück an Straßenabzweig kam mir die Bar dort hochgelegen. Schönes Beispiel, um den Subjuntivo zu üben:
Es fantástico que hoy en día haya un bar en Taguluche...
Ohne die Bar hätte ich jedenfalls gleich den Rückweg antreten müssen - meine Wasservorräte (2 l) waren schon soweit verbraucht, dass mehr Exkursionen nicht drin gewesen wären. So aber gab es neues Wasser, und mehr Exkursionen. (Insgesamt habe ich ca. 3 1/2 Liter verbraten, und das bei moderaten Temperaturen und relativ wenig direkter Sonne. Es ist schon bemerkenswert, was man beim Wandern an Wasser so brauchen kann!)
Also Versuch, den Anleger zu erreichen. Vom Ende der Straße, kleiner Wendeplatz, getreppt abwärts, zunächst sehr ordentlich. Bei den letzten Bauten trifft man dann auf komische rote Schrift auf Steinen.
Hm. Kann mir jemand das entziffern? Ich bin nicht schlau draus geworden: "PE>E" ??? "LOS CORRAL" ???

Egal - den Pfeilen ("PE<E") bin ich dann erstmal nach rechts gefolgt - es geht hinab, ist kurz wie eine Höhle aus Schilf - denn ich wollte ja zum Anleger. Nachdem man dann einen wasserführenden Grund überquert hat, steigt der Weg wieder an und ist erstmal in sehr gutem Zustand. Breit und gemütlich. Der Anleger in verlockender Nähe...
Dann kommt eine ziemlich ausgesetzte Stelle, wo aber der Weg aber eigentlich recht ordentlich ist und wo kürzlich erst ein Seil zur Sicherung gesetzt wurde.
Das ließ hoffen. Kurz danach aber: Ende des ordentlichen Weges.
Über diesen Wegabbruch kam ich noch rüber, dann aber kurz darauf der nächste und der weitere sichtbare Wegverlauf wenig vertrauenerweckend. Schluß: Hier geht es im Moment nicht weiter.
Ich bin dann noch dort, wo der erste Abbruch kommt, hinuntergeklettert, um zu schauen, ob man eigentlich über den "Strand" vielleicht wieder auf den Weg kommt.
Es war Ebbe, aber nix zu machen: Hier endet der Versuch in Sichtweite des letzen Wegstücks...:
Schade.
Und ich muss mich übrigens schelten: Das Gekletter hätte ich eigentlich besser nicht alleine machen sollen. Hätte böse ausgehen können. Aber mich hatte es wohl gepackt. Also: nicht nachmachen, Jungs und Mädels!
Also Umkehr und noch ein Rückblick auf das Unerreichbare...
Zurück bei den roten Schriftzeichen dann den
Geheimtipp von Woga
gegangen.
Prima Weg, prima Strand, prima Brandungsaktion, die man wieder mit gebührendem Abstand genießen kann.
Dann wieder rauf zum Ende der Straße, es wird langsam Zeit für den Rückweg nach Arure - der inzwischen ja doch besser findbar ist.
Taguluche hat die schönsten Palmen....
Auf dem Rückweg viele schöne Blicke auf Taguluche. Hier übrigens gut Sichtbar die Straße zum ersten Strandabstecher unterhalb der Ermita:
Und hier ein Blick auf das erste Teilstück dieser Wanderung... Dass man da oben überhaupt langlaufen kann!
Der ganze Rückweg nach Arure ist durchweg mit Farbpunkten gekennzeichnet. Schön, dass er weitgehend im Schatten lag!
Zustand des Wegs: meist gut. Hier allerdings ist die Mauer zur Wegbefestigung schon mal weg...
... und so sieht das dann von Nahem aus - wo die Mauer weg ist, schwindet der Weg:
Zum Schluss schaute dann auch noch der Mond über den Felsenrand:
Und hier schließt sich der Kreis: Zurück am Ausgangspunkt am - immer noch nicht fertigen - Mirador...
Ich war insgesamt wieder sehr begeistert von dieser Tour und den Abstechern. Ich denke, es ist rübergekommen, dass es eher keine "einfache" Wanderung ist.
Ich bin übrigens erst kurz vor Arure mal auf zwei weitere Wanderer gestoßen - sonst niemand auf dem ganzen Weg, von der Bar in Taguluche und den Feuerbewachern mal abgesehen.
Eigentlich soll man sowas ja nicht allein gehen. Aber was soll man machen, als "Hemul, der die Stille liebt"....?


ich sa
über eine Gegend La Gomeras, die ich für mich wandermäßig noch nicht erschlossen habe. Bislang war immer zuviel Sonne, zuviel Wind oder zuviel Wolken, so dass es meist bei kurzen Spaziergängen in dem lieblichen Tal von Taguluche blieb. Aber Dein Bericht macht Appetit! ...irgendwann...
