Für mich ist unser Basislager Alojera zu einem besonderen Ort auf La Gomera geworden. Wir haben uns in dem kleinen Dorf sofort sehr wohl gefühlt und ich erinnere mich an viele schöne Stunden auf der Veranda oder im Garten unseres Ferienhauses oder am Strand von Alojera. Für mich war Alojera: Palmenhaine im Wind, ausgiebige Frühstücke oder Abendessen mit Meeresblick, ein von Außen schönes Natursteinhaus in Alleinlage, überaus freundliche Menschen, ein famoser Blick auf die Gallionsberge, Schwalbenschwärme, die wie Torpedos über die Felder des Dorfes schossen, Passatwolken, die über den Kamm der Andenes herunterfielen, wunderschöne Regenbögen über dem Tal, abendliche Hängemattentrance mit musikalischer Untermalung von altem Jazz und Ska, Stan Getz, J.J. Cale, Calexico, Johnny Cash und vielen Anderen, zum Frühstück dem Schäfer bei seiner Konversation mit seinen Schafen zuhören, Geckos im Psychoduell mit Gottesanbeterinnen, der süße, kleine Perro unseres Vermieters, faszinierendes Kanarenlicht ohne Ende, abendliches, motorisiertes serpentinenabwedeln, wenn man mal wieder von der Hochebene Richtung Basislager herunter wollte, eine Strecke, die ich auch nach drei Wochen immer noch genießen konnte, weil sie immer wieder neue, abendliche Silbermeerstimmungen produzierte, schöne Stunden am wenig frequentierten Strand von Alojera, Momente des Zens im milden Abendlicht auf der Mole, leckerste Abendessen im(ehemals
)bestem Kiosco der Kleine Kanaren - "Brisas del Mar".Aber kein irdisches Paradies ist ohne Makel. Alojera war auch der Urlaubsort auf den Kanaren zu dem wir das ambivalenteste Verhältnis, was das Wetter betrfft, hatten. Nirgendwo haben wir soviel geschwitzt und gefroren wie in Alojera! Wir haben dort unseren einzigen Calima auf den Kanaren erlebt. Er war zwar wie die meisten Frühjahrs-Calimas noch erträglich und sogar gänzlich ohne Saharastaub. Tagsüber führte er einfach zu richtig warmem Wetter, aber die stickigen, mosquitoverseuchten Tropennächte im völlig aufgehitzten Haus sind mir nicht gerade in schöner und erholsamer Erinnerung geblieben. Der Calima ging dann leider mit dem Wiederaufkommen des Passats in ein recht kühles Wetter über. Zumeist fegten arschkalte Windböen über die Hänge von Alojera. Selbst mit dickem Pullover und Windjacke war es oft zu kalt im Garten. Das war halt auch Alojera und so kalt und windig haben wir die Kanaren im Mai noch nirgendwo erlebt. Die goldene Temperaturmitte gab es kaum. Gut, da uns immer der Nordwesten auf den Inseln am besten gefällt, sind wir aus Erfahrung nicht auf stabiles Frühsommerwetter an unseren Basislagern eingestellt, aber die letzten 10 Tage in Alojera waren schon arg! Trotzdem war uns bei unserer Abreise klar, dass das nicht der letzte Aufenthalt in diesem Dorf gewesen sein soll und seitdem sehne ich mich zwischendurch immer wieder mal nach dem Geräusch der sich im Wind wiegenden Palmen, dem wundervollem Panorama das unsere Frühstücksveranda bot und meiner Hängematte in Alojera.
Manchmal fahre ich einfach in Gedanken im milden Abendlicht Serpentine für Serpentine Richtung Dorf hinab und blicke über die blumen -und palmenbestandenen Hänge Gomeras Richtung Silbermeer. Würde man mir nur eine halbe Stunde Gomeraaufenthalt offerieren, würde ich mich, glaube ich, für diese Autofahrt gen Playa de Alojera entscheiden.
Wahrscheinlich nächstes Jahr...









Da war ich ja schon öfter im Valle!