Also wieder die Damen früh zum Essen bestellt und zeitig weg, wir mussten ja mal kurz die Insel queren. Wir waren dann auch so gegen 10:00 in Agulo, sind durch das „schönste Dorf“ der Insel gelaufen, um langsam aber sicher der roten Wand näher zu kommen.
Diese hat den Damen von unten durchaus Respekt abgenötigt („Wo soll’s denn da rauf gehen?“), was mich sehr an den letztmaligen Besuch der Steilwand erinnert hat, als sich Mumerick und ich uns genauso gewundert hatten. Aber auch diesmal gelang es uns, den Einstieg zu finden und bei beginnender Mittagshitze (dabei war es doch noch nicht mal 11 Uhr!) langsam aber sicher aufzusteigen.
Und bald machte sich das erste Problem bemerkbar, das Snork-Fräulein hatte gewaltig mit dem Anstieg und der Hitze zu kämpfen. Während sie also die Guarimiar-Steilwand wie eine junge Bergziege durchgehüpft ist, musste sie sich hier wirklich jeden einzelnen Höhenmeter bitter erkämpfen. Aber sie hat sich gequält und bis nach oben gekämpft
, auch wenn ich dabei sicherlich tausenden stillen Verwünschungen ausgesetzt worden bin. Oben angekommen konnte sie wunderbar Luft schnappen und die Aussicht bewundern. Die war, dank des heissen, klaren Tages auch wieder großartig, weshalb wir am Mirador de Agulo auch unsere erste Rast einlegten.
Direkt hinter dem Mirador änderte sich auch wieder die Optik und wurde wüstenähnlicher, auch wenn der Stausee diesmal bedeutend mehr Wasser führte als beim letzten Mal. Vorbei an den unglaublich ruralen Casas del Chorro kamen wir dann auch bald wieder auf die Strasse, die die Abkürzung hin in Richtung Juego de Bolas präsentierte. Diese Abkürzung wurde dann aber sofort verworfen, wir gingen den normalen Weg weiter in Richtung Tambor und der Ermita San Isidro. Kurz vor Tambor standen wir dann wieder vor der Wahl – dem Weg auf der Strasse in Richtung Ermita folgen oder den Anstieg durch die Wand in Richtung Juego de Bolas nehmen. Nach kurzer Rücksprache und einem Fernblick auf die Ermita (der geneigte Leser mag sich erinnern: Die war „nit beruschend“) beschlossen wir, den Aufstieg auf dem Pfad in Angriff zu nehmen und die Ermita sich selbst zu überlassen. Also stiegen wir auf und keuchten noch mal 15 Min in der Mittagshitze.
Oben angekommen hatten wir einen noch viel besseren Blick als vom Mirador, wir konnten auch La Palma sehen.
Dann haben wir uns viel Zeit gelassen und ausgiebig das Besucherzentrum erkundet. Irgendwie fand ich es dieses Mal interessanter, als das vorherige Mal mitm Mumerick. Könnte es an der natürlichen Neugierde der Damen gelegen haben, die mich angesteckt hat? Auf jeden Fall haben wir über eine Stunde im Besucherzentrum verbracht und es war keine Zeitverschwendung. Nachdem aber Sonntag war und keiner der Läden oder gar die Bar nebenan auf hatte, haben wir nach kurzer Essenspause wieder unsere sieben Sachen gepackt und sind wieder auf die Piste – auf die rote Piste.
Die dann folgende Wanderung über die roterdige Erosionslandschaft war sehr erheiternd, kurzweilig und für die Damen schön abwechslungsreich, v.a. weil der Abstieg oberhalb des Barranco de las Rosas sich anders präsentierte, als alle vorherigen Eindrücke des Tages. Dem Snork-Fräulein hatte es vor allem der Ausblick auf die gegenüber liegende Hochebene Montana del Cepo angetan, da wurde schnell verkündet, dass wir uns die bei unserem nächsten Urlaub auf La Gomera mal angucken müssen. Das einzige was ich gut verstanden hatte in dem Moment war: „bei unserem nächsten Urlaub auf La Gomera“. Aha – da stellt also schon mal jmd. Rückkehrplanungen an? Soll mir nur recht sein
Am Ende des Caminos an der Hauptstraße angelangt steuerte ich wie beim letzten Mal auf den kleinen Pfad zu, der direkt neben dem Tunnel begann. Irgendwie fand ich es allerdings komisch, dass etwa 30m unter uns ein dicker Pflasterweg verlief. Gab es den 2 Jahre vorher auch schon? Ich konnte mich nicht erinnern.
Was soll’s, immer weiter auf den altbekannten Pfaden, dann kommen wir schon in Agulo raus. Kamen wir auch. Und als wir raus kamen, sahen wir auch, dass der Pflasterweg da auch raus kam und unser Pfad ein „Betreten verboten – Bauarbeiten“-Hinweisschild hatte. Komisch, war das am Anfang des Pfades auch da gewesen? Aber jetzt wissen wir es ja – der neue Pfad ist zwar ein doofer, gepflasterter Weg, aber der andere scheint nicht mehr so sicher zu sein. Falls ich also noch mal jmd. die rote Wand hoch ziehen muss, dann weiss ich Bescheid!
Ansonsten verlief die Wanderung aber reibungslos und ohne Zwischenfälle, die Damen waren zufrieden und ich kann auch nach dem zweiten Mal sagen: Schöne Tour, macht echt Spaß, ist abwechslungsreich und nur beim Abstieg Richtung Höhenstraße gegen Ende ein wenig zäh.


Danke, Herr Troll 
Und natürlich weil man dann von der roten Wand erzählen kann 
geoutet habe. Ich muss allerdings gestehen, dass ich sie an dieser Stelle für ausgesprochen zweckmäßig halte.
, sprich, weder Jacke noch Pullover mit und von den 26°C am Meer war nicht mehr so viel zu merken. Wir entschlossen uns also, am Ende der Embalse de Agulo dem Weg nach rechts zu folgen und auch auf das Centro de Visitantes zu verzichten, das wir ohnehin schon kannten. Trotzdem mussten wir weiter bergauf und die Wolken kamen unaufhaltsam näher, bis wir schließlich erneut an der Kante standen und auf Agulo blickten. Diesmal von einem mit dem Auto erreichbaren Mirador und aus den Wolken heraus. Die Landschaft sah hier seltsam unwirklich aus, fast wie künstlich gestaltet wie in einem Computerspiel.
Der ganze Weg war verboten!
Und die neue Straße unterhalb zu gehen sah wirklich sehr langweilig aus.