Warum erst auf die "Gelegenheit" warten, wenns auch gleich geht. Hier also der Teil von September 2007:
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Wanderung Agulo – Juego de Bolas (Besucherzentrum)
Nachdem wir uns also auf die Tour Agulo – Besucherzentrum Nationalpark geeinigt hatten, heißt es rein ins Auto und ab zum „schönste Dorf der Insel“. Naja, so was ist natürlich immer Geschmackssache und es ist auch wirklich nicht hässlich, aber ist es wirklich sooooo schön? Wir werden es sehen, wenn wir das mit dem Rest der Insel verglichen haben. Unterhaltsam ist allerdings schon, dass gleich neben der Strasse beim Restaurant Vistas (?) 3 große Busse stehen, um dort Touri-Scharen verköstigen zu lassen. Dabei ist es erst kurz vor 12 Mittags. Es ist halt überall das gleiche. Sobald ein Dorf/Ort als schönstes der Insel/des Landstriches/des Kontinents/der Milchstraße bezeichnet wird, gibt’s mindestens einen TUI-Ausflug hin.
Uns stört das in dem Moment aber gar nicht, da wollen wir ja eh nicht hin. Wir parken also das Auto und wandern bei brütender Mittagshitze los. Lt. Tourenbuch geht es hinter Agulo in die Steilwand, also spielen wir beim Zusteigen das beliebte Spiel: Rate mal, wo da der Weg sein könnte. Nachdem wir während des Zustiegs nichts erkennen können, aber der ausgewiesene Wanderweg direkt auf die Steilwand zu hält, führt das zu den wildesten Spekulationen und entsprechender Neugier bei uns. Ein Notfallplan für den Fall des Verfehlens des Einstiegs in die Wand ist auch schon gefunden, wir setzen uns dann einfach unten in die Sonne, nehmen ein bis drei Cervezas zu uns und fahren dann völlig abgekämpft vom Aussitzen der Zeit wieder zurück zu den Damen.
Diese Selbsttäuschung bleibt uns aber glücklicherweise erspart, der schmale Pfand, der sich die Steilwand hinauf schlängelt ist dann doch irgendwann gut zu sehen und problemlos zu meistern.
Eukalyptus mit Teide in der roten Wand
Gelegentliche Schnauf-, Foto- und Trinkpausen bieten immer wieder wunderschöne Tiefblicke hinab nach Agulo. Als sich dann auch noch der Teide zeigt, wird es beinahe malerisch und erste Zugeständnisse an „das schönste Dorf“ werden auch noch gemacht. So von oben mit dem Meer und dem Teide, das hat schon was.
Aber wir sind ja nicht zum Vergnügen, sondern zum Wandern hier, also weiter im Takt und hoch die Wand. Als wir oben ankommen, ändert sich das Bild drastisch. Schluss mit den grünen Büschen und wilden Sträuchern, plötzlich dominieren verdorrte Pflanzen, Kakteen und ausgetrocknete Flussläufe das Bild. Nicht schlecht, das nenne ich Abwechslung. Irgendwie aber auch bizarr, ich erwarte ständig, dass 3 Mexikaner mit Sombrero auf dem Kopf unter der nächsten Palme liegen. Lt. Führer geht’s nu an einem Stausee (Embalse de La Palmita) vorbei, den wir auch anhand seiner Staumauer identifizieren, Wasser gibt’s derzeit allerdings so gut wie keins. Dennoch wird auch hier wieder eines deutlich: Sobald auch nur ein Hauch von Feuchtigkeit möglich ist, wird es grün.
Rinnsal Wasser = es wird grün
Der Flusslauf, der hier sonst aufgestaut werden würde, mag zwar nur noch ein Rinnsal sein, man erkennt den eigentlichen Verlauf aber dennoch sehr gut an den Palmen, den Büschen, dem Schilf usw. Und somit ändert sich die mexikanische Steppe auch spontan wieder zurück zur grünen Insel. Wir steigen auf dem Kies und Schotterweg vorbei an echten Casa Rurales (Las Casas del Chorro - um nicht zu sagen: Die sind sauber am Ar….m der Welt platziert) und schrauben uns beständig höher. Irgendwann gelangen wir dann in das kleine Örtchen La Palmita und gehen zur Sehenswürdigkeit, der Ermita San Isidro. Naja, nicht sonderlich spektakulär, aber eine Trinkpause auf jeden Fall wert. Dann müssen wir nur noch 3km die Teerstrasse hinauf und schon sind wir am Wendepunkt der Tour, dem Besucherzentrum. Auf dem Weg dahin begegnen wir einer etwas blassen Senorita in Wanderklamotten. Kann also keine Einheimische sein. Wie selbstverständlich fängt sie auf Deutsch an, uns Fragen zu stellen. Gut, kein echtes Deutsch, sondern herrliches Schwitzerdütsch, aber lustig ist es schon. Treffen sich 2 in Spanien, beide reden Deutsch. Dieses seltsame „Gefühl“ dabei, sollte sich bei uns aber auch im Laufe der Zeit legen. Nachdem etwa 90% der Wanderer, denen wir in den 14 Tagen begegnet sind, deutsch sprechen, ist es einfach ein Automatismus, dass man einen blassen, mitteleuropäisch anmutenden Wanderer auf Deutsch anspricht. Die paar Franzosen und Engländer, die wir getroffen haben, waren irgendwann statistische Ausreißer Nachdem wir der netten Schweizerin erklärt hatten, dass das weisse, eckige Gebäude in der Tat die von ihr anvisierte Ermita San Isidra ist und sie das mit einem „Das ischt ja nit beruschend“ quittiert hat, kommen wir auch kurze Zeit später am Besucherzentrum an. Tja, was soll ich sagen. Es ist ja nett. Es waren auch nur 2 Kleinbusse da, aber letztlich war es „nit beruschend“. Aber die Aussichtskanzel ganz oben, die war schon wieder deutlich beruschender.
Blick von der Aussichtskanzel im Juego de Bolas
Da wir nach einem Rundgang durch das Besucherzentrum erstmal genug gesehen hatten, wollten wir dann doch langsam wieder zurück, da wir auch die Wolken-Wetter-Lage hier so gar nicht einschätzen konnten (das sollte sich erst ganz langsam ein wenig bessern, ist doch anders als in den Alpen

).
Also hinter dem Besucherzentrum vorbei auf die roterdige Strasse und schon wieder eine neue Landschaft. Alles in rotem Sand gehüllt, Kieferngruppen und dazu ein Eukalyptus-Baum. Aha, hier werden also Tennisplätze geerntet.
Über die nächste Kuppe hinweg kamen wir dann auch schon zum Barranco de las Rosas und schraubten uns beständig bergab.
Mittlerweile hatten die Wolken und der Teide ein nettes Bild erschaffen, es sah so aus, als würde der Berg auf den Wolken schweben. So gefällt mir das – eine nette Wandertour, viele Höhenmeter und abwechslungsreiche Landschaften.
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Der Bericht ist natürlich ein wenig gekürzt, ich habe mich auf die Wanderung beschränkt


"Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie!" (Bernd das Brot)