Ist das schon ein wenig merkwürdig. Sitzt man im Café, sind alle Leute voll am Rumhantieren mit Wanderführer und Karte, und man denkt: Mann, das wird aber voll auf dem Berg! Und abends dann kriegt man im Resto vom Nachbartisch ungefragt mit, was Wahnsinn man so für Höhenmeter gemacht hat heute und welch tolle Kondition man doch so hat. Da denkt man: Oh, hoffentlich schubsen die mich nicht ausversehen vom Berg, wenn sie an mir vorbeizischen!!
Und dann läuft man Morgens los, von Calera rauf nach Arure, muss sich erstmal nach jeder Kehre verschnaufen, aber da ist sonst keiner
, und keiner sprintet lockeren Schritts an einem vorbei... Erst kurz vor Arure kommen einem dann mal ein paar Leutchen entgegen. Dabei ist es nämlich so: Ich schätze es ja tatsächlich sehr, mal ganz allein zu sein, und wo könnte man das besser als auf einem Gomera-Berg oder in einem etwas abgelegen Barranco. Aber so ein Bisschen fühlt man sich doch sicherer, wenn man weiß, dass da auch noch mal jemand anders vorbei kommt. Wenn man so in Sichtweite noch mal jemand hat. Also, Leute, geht mehr Wandern, ich bitt euch!

Das war jedenfalls diesmal die Route, wo wir mehr als genug Leute getroffen haben. Ansonsten liebe ich an La Gomera, dass es genug Routen gibt, wo man keine Menschenseele trifft. Aber Du hast Recht, wenn Du meinst, dass dann ganz allein gehen keine so gute Idee ist. Einige Unfälle zeigen das. Vielleicht kann man sich ja auch verabreden und zu zweit oder zu dritt gehen?
...und vielleicht startet der durchschnittliche Gomera-Wanderer seine Touren nicht vor Mittag